Daytrading lernen

Gibt es eine Daytrader Ausbildung?

Eine offizielle Daytrading Ausbildung gibt es schon allein deshalb nicht, da Daytrader kein anerkannter (Ausbildungs-)Beruf ist. Viele Daytrader haben irgendwann als Aktienanleger angefangen und ihr Wissen nach und nach ausgebaut. Der Erwerb von Wissen und Fähigkeiten ist autodidaktisch, aber auch im Rahmen von Seminaren und Workshops möglich.

Daytrader werden als Autodidakt

Ein passabler Weg zum Wissen über Daytrading sind Bücher zum Thema. Dabei muss die Literatur sich nicht zwingend explizit auf Intraday Trading beziehen. Ein profundes Basiswissen über technische und fundamentale Analyse, die Entwicklung von Handelsstrategien, Backtestingmethoden, den Ablauf des Börsenhandels und viele weitere Themen sollte für jeden aktiven Händler Pflicht sein.

Bücher sind die Theorie, Demokonten näher an der Praxis. Es ist ausgesprochen lehrreich, Software in der konkreten Anwendung zu testen und z. B. selbst Chartanalysen zu erstellen. Dadurch werden praktische Fertigkeiten geschult und das Verständnis für Märkte, Charts und Software erweitert. Es spricht nichts dagegen, auch kostenpflichtige Software zu Übungszwecken einzusetzen.

Im Hinblick auf die Entwicklung eigener mechanischer Handelssysteme ist eine gründliche Einarbeitung empfehlenswert. Bevor das erste System live im Markt getestet wird, sollten mehrere Versuche auf dem Papier stattgefunden haben.

Es gibt Literatur, die sich ausschließlich mit der Systementwicklung befasst: Wer selbst Handelssysteme entwickeln möchte, sollte sich mit Fragen der Programmierung, aber auch Detailfragen z. B. zu Fehlerquellen beim Backtesting intensiv auseinandersetzen.

Daytrading Seminare und Workshops

Daytrading Seminare und Workshops werden einerseits von Brokern veranstaltet (dann handelt es sich oft um Events mit zumindest teilweise akquisitorischem Charakter), andererseits aber auch durch spezialisierte Anbieter.

Je nach Veranstaltung erfolgt die Teilnahme am heimischen Bildschirm oder im Rahmen einer Präsenzveranstaltung. Präsenzveranstaltungen von spezialisierten Seminaranbietern können im Umfang durchaus eine Woche übersteigen und einen mittleren vierstelligen Betrag kosten.

Ob sich hohe Investitionen in Daytrading Seminare lohnen, hängt vom Angebot und dem Anwender ab. Entfällt ein wesentlicher Teil der Kosten auf die Vermittlung von Grundlagen, sind Fortgeschrittene i.d.R. anderswo besser bedient. Werden sehr spezielle Fertigkeiten durch nachgewiesen hochkarätige Referenten vermittelt, kann sich auch ein hoher Preis bezahlt machen.

Eine entscheidende Frage bei der Bewertung von Daytrading Seminaren betrifft die Vermittlung einer konkreten Handelsstrategie. Wird ein hoher Preis für das „Offenlegen“ einer solchen Strategie verlangt, lohnt sich der Aufwand meistens nicht. Besser sind Veranstaltungen, bei denen Fähigkeiten erworben werden – etwa im mentalen Bereich.

VTAD: Know-how und Kontakte

Eine interessante Anlaufstelle für Daytrader ist die Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Der Verein versteht sich als Berufsverband für die Technische Analyse. Es gibt bundesweite Regionalgruppen mit monatlichen Veranstaltungen, auf denen zum einen fachliche Themen im Rahmen von Vorträgen behandelt wird und auf denen sich zum anderen auch Kontakte knüpfen lassen.

Die VTAD bietet ein Ausbildungsprogramm an – es ist wahrscheinlich das „offiziellste“ im Bereich Technische Analyse.

Das Programm umfasst insgesamt drei aufeinander aufbauende Stufen:

Certified Financial Technician (CFT I + CFT II) sowie „Master of Financial Technical Analysis (MFTA)“.

Für CFT I + II gibt es Vorbereitungsseminare, der MFTA wird durch eine Art wissenschaftliche Arbeit erworben.