Christian-Habeck

Verfasser: Christian Habeck

Redakteur: Marcel Tirschmann

Aktualisiert von: Michael Arciprete am 12.12.2023

Steinhoff Aktie: Delisting in Kürze. Aktionäre gehen leer aus

Christian-Habeck

Verfasser: Christian Habeck

Redakteur: Marcel Tirschmann

Aktualisiert von: Michael Arciprete am 12.12.2023

Die Steinhoff Aktie steht vor einschneidenden Veränderungen: Ein niederländisches Gericht entscheidet, dass Inhaber faktisch enteignet werden, und 80 Prozent des Unternehmens gehen an die Gläubiger. Dies führt zum Delisting, dem baldigen Rückzug der Aktie von der Börse.

Steinhoff, einst ein international tätiges Möbelunternehmen mit Ursprüngen in Deutschland, ist heute eine Holding mit Sitz in Amsterdam und operativer Zentrale in Südafrika. Die Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1964, als der Unternehmer Bruno Steinhoff seine Möbelfirma gründete. Nach der Wende erweiterte Steinhoff sein Geschäft durch den Kauf von Betrieben aus der ehemaligen DDR.

Trotz erfolgreicher Expansion stürzte die Steinhoff Aktie im Dezember 2017 aufgrund eines Bilanzskandals ab und konnte sich seither nicht erholen. Die anhaltend niedrigen Kurse und der bevorstehende Delisting-Prozess werfen Fragen für Anleger auf.

Was ist los bei Steinhoff?

  • Steinhoff Aktie vor Delisting nach niederländischem Gerichtsurteil
  • 99% der Anleger stimmten der Auflösung zu
  • Ursprünglich deutsches Möbelunternehmen, jetzt international operierende Holding
  • Bilanzskandal von 2017 wirkt sich weiterhin auf den Aktienkurs aus
  • Entscheidung des Gerichts führt zu Unsicherheit für Anleger
Verbrauchsgüter Aktien günstig bei XTB handeln 74% der CFD-Konten von Kleinanlegern verlieren Geld Krypto-Investitionen werden von eToro (Europe) Ltd. angeboten und die Verwahrung wird von eToro Germany GmbH durchgeführt.
Steinhoff News

Auflösung von Steinhoff nur noch eine Frage der Zeit

Der Auflösung von Steinhoff stimmten 99 Prozent der Aktionäre zu. Steinhoff hat nun jederzeit die Möglichkeit zur Ankündigung des Endes der Geschäftstätigkeit. Auf Wunsch von Steinhoff soll dann auch der Handel in Südafrika eingestellt werden.

Steinhoff Aktie Delisting demnächst – Die Hintergründe

Nach einem Bericht des Online-Magazins “Der Aktionär”, hat ein Gericht in den Niederlanden einem Umschuldungsplan zugestimmt, was effektiv eine Quasi-Enteignung der Aktionäre zur Folge hat. Laut dem Plan sollen 80 Prozent von Steinhoff an die Gläubiger übergehen.

Die Gläubiger würden voraussichtlich jährliche Zinsen von 10 Prozent auf etwa 10 Milliarden Euro an Krediten erhalten, ein unerfreulicher Ausgang für die Aktionäre. Was allerdings nicht bedeutet, dass die Gläubiger nun tatsächlich Geld erhalten. Denn das Unternehmen hat de facto keinen Cent mehr.

Die Krise bei Steinhoff begann 2017, als der Vorwurf der Bilanzfälschung erhoben wurde. Dies führte zu einem massiven Kurseinbruch der Aktie, und die Aktie wurde zu einem Spielball für Spekulanten. Zuletzt lag der Preis für eine Steinhoff Aktie bei gerade einmal 0,002 Euro.

Die Kontroverse konzentriert sich auf den ehemaligen CEO des Unternehmens, Markus Jooste. Gegen ihn wurde nun vom Landgericht Oldenburg Haftbefehl erlassen. Jooste war nicht zum Prozessauftakt im April in Oldenburg erschienen.

Sein Anwalt erklärte, Jooste könne wegen strafrechtlicher Ermittlungen in dem Bilanzskandal gegen ihn in Südafrika das Land nicht verlassen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Jooste vor, die Bilanzmanipulation in Milliardenhöhe angestiftet zu haben. Die Vollstreckung des Haftbefehls liegt nun bei der Staatsanwaltschaft, die auch über ein mögliches Auslieferungsersuchen entscheiden muss.

Investoren und Anleger sollten die weiteren Entwicklungen rund um Steinhoff genau im Auge behalten, da die aktuelle finanzielle und rechtliche Situation des Unternehmens weitere potenzielle Risiken birgt.

Verbrauchsgüter Aktien günstig bei XTB handeln 74% der CFD-Konten von Kleinanlegern verlieren Geld Krypto-Investitionen werden von eToro (Europe) Ltd. angeboten und die Verwahrung wird von eToro Germany GmbH durchgeführt.

Kurssturz im Jahr 2017

Ins Schleudern geriet der mittlerweile international aktive Möbelriese durch Löcher in der Unternehmensbilanz im Dezember 2017. Erste Unregelmäßigkeiten in den Abschlüssen kamen am 5. Dezember 2017 zur Sprache, der Steinhoff-CEO informierte per E-Mail über Fehlentscheidungen und finanzielle Verluste. Tatsächlich wurden jedoch gezielte fiktive Transaktionen und gefälschte Einträge in der Buchführung aufgedeckt, es handelt sich also um einen gigantischen Betrug durch den südafrikanischen Manager Markus Jooste in Kooperation mit dem CFO von Steinhoff.

Der Kurs der Steinhoff Aktie brach unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Situation drastisch ein und verlor zwei Drittel ihres Wertes, um in den folgenden Tagen noch weiter zu fallen und rund 90% ihres Werts einzubüßen. Von diesen Kursstürzen hat sich die Aktie bislang nicht erholen können. Untersuchungsverfahren wurden sowohl von der Staatsanwaltschaft als auch von der BaFin eingeleitet. Zusätzliche Liquidität konnte sich das Unternehmen im Jahr 2018 durch den Verkauf der Kette Poco und der Tochter Kika/Leiner verschaffen und so immerhin die Insolvenz verhindern. Dennoch sind die Verluste gewaltig: Für 2017 musste der Konzern einen operativen Verlust von 3,7 Mrd. Euro hinnehmen, im Folgejahr waren es noch 1,2 Mrd. Euro.

Wiederholte Versuche der Anleger-Entschädigung

Die durch die Bilanzverluste geprellten Anleger von Steinhoff zogen schon sehr bald vor Gericht. Darauf reagierte das Unternehmen mit wiederholten Versuchen, die Kläger zu entschädigen. Ein erstes Angebot erfolgte im Juli 2020, dabei wurde eine Entschädigungssumme von insgesamt 850 Mio. Euro vorgeschlagen. Die Steinhoff-Aktionäre gingen darauf jedoch nicht ein, ebenso wenig auf eine kurz darauf vorgeschlagene Erhöhung des Betrags auf 1,4 Mrd. Euro. Im August 2021 erhöhte das Unternehmen das Vergleichsangebot erneut auf 1,43 Milliarden Euro.

Allerdings laufen weltweit insgesamt 90 Klagen gegen die Steinhoff Holding, die Summe der Forderungen beläuft sich auf über 7 Mrd. Euro – diesen Betrag kann der Konzern nicht aufbringen, weil er dann gleich in die Insolvenz gehen könnte.

Immerhin hat zumindest eine Gruppe von Klägern ihre Bereitschaft zum Einlenken schon im August signalisiert – es handelt sich um eine Sammelklage von 14.000 privaten und institutionellen Anlegern und Pensionsfonds, die zusammengenommen Forderungen über etwa 800 Mio. Euro hätten. Sollten weitere Kläger zustimmen, sich auf den Vergleich einzulassen, hat der Konzern Überlebenschancen, wenn auch mit erheblichen Schulden und einem Rufschaden, der dem Unternehmen noch lange anhängen dürfte.

Wie lange sich der Prozess um die Entschädigung noch hinzieht, ist fraglich, doch zunächst ist Steinhoff gescheitert mit dem Versuch, die Zuständigkeit des südafrikanischen Gerichts anzufechten, bei dem das Hauptverfahren läuft. Ein Urteil wäre demnach im Januar 2022 denkbar – und ein vorheriger Vergleich im Sinne der Konzern-Leitung. Bis zum Jahresende 2021 sollten Anleger hier klarer sehen.

aktie steinhoff

Aktienkurs Steinhoff: Wie sehen die Prognosen aus?

Die Aussicht, die Prozesswelle um Steinhoff graduell abebben zu lassen, kommt der Steinhoff Aktie zugute. Der Wert reagiert auf positive Nachrichten immer wieder mit Kursgewinnen, da die Gespräche jedoch noch andauern, sind diese nicht von Dauer. Während der Aktienkurs Steinhoff in der letzten Augustwoche noch bei 22 Euro-Cent lag, hat er sich nun wieder bei wenig mehr als 12 Cent eingependelt. Das ist weit entfernt vom Allzeithoch bei mehr als 6 Euro. Die Steinhoff Aktie hat in den vergangenen zehn Jahren rund 24% p.a. eingebüßt und geht deshalb mit einer hohen Verlust-Ratio von 7,6 einher. Kaufempfehlungen für den Wert finden sich daher nicht. Auch in der technischen Analyse zeichnen die meisten Indikatoren entweder ein neutrales oder sogar ausgeprägtes, düsteres Bild, das für einen Verkauf der Aktien spricht.

Verbrauchsgüter Aktien günstig bei XTB handeln 74% der CFD-Konten von Kleinanlegern verlieren Geld Krypto-Investitionen werden von eToro (Europe) Ltd. angeboten und die Verwahrung wird von eToro Germany GmbH durchgeführt.

Derivate auf die Aktie von Steinhoff nutzen

Nicht jeder Anleger wird bei der Steinhoff Aktie in Versuchung kommen, zuzugreifen – dazu ist noch zu viel in der Schwebe bei dem internationalen Möbelriesen. Doch auch ohne gleich Aktionär zu werden, kann man von den Kursentwicklungen bei Steinhoff profitieren. Denn auch mit Derivaten lässt sich auf die Wertentwicklung bei Steinhoff spekulieren, und das auf vielfältige Weise. Sogenannte abgeleitete Finanzprodukte bilden nämlich nur die Kursentwicklung ab und gewähren dem Halter Anteil daran. Der Kauf der Steinhoff Aktie ist nicht notwendig.

Zu den beliebtesten Produkten bei privaten Anlegern gehören zweifellos Differenzkontrakte. Das liegt an ihrer Flexibilität und der Möglichkeit, sogenannte Hebel zu nutzen. CFDs wurden in Großbritannien ausdrücklich für den Aktienhandel entwickelt, um bei dieser Form der Transaktion die Besteuerung zu umgehen, inzwischen werden sie jedoch auf Basiswerte sämtlicher Assetklassen angeboten. Trader, die zunächst mit Strategien auf die Aktie von Steinhoff einsteigen, können bei Interesse auch auf die Kursentwicklung von Währungspaaren, Kryptowährungen, Indizes, Rohstoffen und Anleihen spekulieren.

Dabei ist besonders interessant, dass Differenzkontrakte auch Short-Positionen erlauben, also die Spekulation auf fallende Kurse – ein Szenario, bei dem Aktionäre Verluste machen. Da man das Eigenkapital durch eine Kreditlinie des Brokers erhöhen kann, den Hebel, sind schon mit überschaubaren Beträgen gute Renditen möglich. Anders als bei einem Aktienportfolio sind Strategien auf CFDs überdies kurzfristig. Da Positionen selten über das Ende des Börsentags hinausgehalten werden, spricht man bei dieser dynamischen Version des Handels auch vom Daytrading.

steinhoff aktie news

Fazit: Die Steinhoff Aktie kaufen oder traden – an der Börse und mit CFDs

  • Überwältigende Zustimmung zur Auflösung des Unternehmens durch 99 Prozent der Aktionäre.
  • Steinhoff kann nun jederzeit das Ende seiner Geschäftstätigkeit ankündigen.
  • Bei Bedarf wird auch der Handel in Südafrika auf Wunsch von Steinhoff eingestellt.
  • Bilanzfälschungen 2017 führten zu einem dramatischen Wertverlust von rund 90%.
  • Verkauf von Tochterfirmen zur Vermeidung der Insolvenz.
  • Die Klagewelle von Anlegern hält an.

Bilderquelle: shutterstock.com

UNSERE AKTIEN DEPOT EMPFEHLUNG
Die Highlights des Testsiegers:
  • Mobiler Handel per App
  • Unbegrenzt nutzbares Demokonto
  • Günstige Konditionen
Den Broker jetzt mit kostenlosem Demokonto testen!74% der CFD-Konten von Kleinanlegern verlieren Geld Krypto-Investitionen werden von eToro (Europe) Ltd. angeboten und die Verwahrung wird von eToro Germany GmbH durchgeführt.