Daytrader Alltag - So sieht er aus

Der Alltag eines Daytraders: Ein Blick über die Schulter

Day Trading

Wie genau sieht der Alltag eines Daytraders aus? Womit beginnt der Tag? Welche Nachrichten werden studiert? Wann und wie oft wird gehandelt? Und nicht zuletzt: Welche speziellen Fähigkeiten kommen einem Daytrader zugute?

Wie fängt der Arbeitstag eines Daytraders an?

Außenstehende vermuten häufig, dass Daytrader ihren Tag mit einer ausführlichen Lektüre verschiedener Zeitungen und Finanzmagazine beginnen. Das mag ein Abbild der Realität sein, steht jedoch allenfalls mittelbar mit den Tagesaufgaben eines Daytraders im Zusammenhang. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Informationen in Zeitungen und Zeitschriften sind nicht konkret genug, um im Handel zum Einsatz zu kommen.

Die meisten Daytrader treffen ihre Entscheidungen nicht anhand der Nachrichten, sondern anhand der Marktentwicklung. Für Einsteiger und Gelegenheitstrader mag es abgedroschen klingen: Ein wesentlicher Teil der Arbeit eines Daytraders besteht darin, die Märkte zu beobachten.

Marktscanner statt TV und Zeitungen

„Beobachten“ ist dabei nicht mit dem Konsum von Infotainment mit Kursdateneinblendung gleichzusetzen. TV und Zeitungen spielen in der Praxis keine Rolle. Stattdessen nutzen Daytrader Marktscanner, mit denen die Aktienmärkte weltweit in Echtzeit anhand vorgegebener Kriterien sortiert werden.

Für Daytrader reicht es nicht, zu wissen, „wo der DAX steht“. Mit modernen Marktscannern werden sehr viel mehr Märkte sehr viel genauer untersucht. Die Software übernimmt die Berechnung, der Daytrader nimmt die Informationen zur Kenntnis und bezieht diese in sein Lagebild ein.

  • Wo ändern sich gerade Korrelationen?
  • Welche Branchen am US Aktienmarkt erreichen in letzter Zeit auffällig viele Jahreshochs?
  • In welchen Marktsegmenten steigt das Volumen?
  • Wo ist das Momentum am stärksten?

Mit diesen Fragestellungen suchen Daytrader nach interessanten Märkten - auch wenn diese am betreffenden Tag (noch) gar nicht gehandelt werden.

Daytrader starten eine Viertelstunde nach Börseneröffnung

Uhr Börse 8.15 UhrDas „Tagesgeschäft“ beobachten Daytrader in der Regel bereits vor der Eröffnung der für den jeweiligen Tag relevanten Märkte. Die Terminmärkte in Asien liefern häufig einen Hinweis auf die Tendenz in Europa. Nachmittags werden die europäischen Börsen durch Impulse aus den USA bewegt, die ebenfalls zuerst an den dortigen Futures abzulesen sind.

Der tägliche Handel beginnt meistens eine Viertelstunde nach der Eröffnung der Börse – für Daytrader mit Fokus auf die US Märkte somit am Nachmittag. Die ersten Handelsminuten sind häufig unberechenbar und werden deshalb ausgeklammert.

Gehandelt wird entweder den ganzen Tag oder nur zu bestimmten Zeiten – darüber entscheiden Zeitbudget, Strategie und Erfahrungen des Daytraders. Die Strategie entscheidet auch darüber, ob Positionen manuell oder vollautomatisch gehandelt werden. Unabhängig davon besteht ein wesentlicher Teil der Arbeit in der Überwachung, Begutachtung und ggf. Optimierung der Strategie.

Daytrader kennen ihren Kontostand und ihre Performance immer

Der Blick auf das Handelskonto und in die Performanceberichte gehört zum nahezu täglichen Ritual eines Daytraders. Daytrader kennen ihren Kontostand und die wichtigsten Kennzahlen ihrer Hauptstrategie immer.

Die Vernetzung mit anderen Daytradern über soziale Netzwerke spielt dagegen zumindest in Bezug auf den täglichen Handel nahezu keine Rolle. Daytrader wollen nicht, dass andere (ohne Gegenleistung) ihre Strategie kopieren können.

Die wichtigsten Fähigkeiten im Daytrading sind leicht aufgezählt: Einerseits die Fähigkeit zum professionellen Umgang mit Gewinnen und (!) Verlusten, andererseits ein gewisses Faible für Zahlen und Datenreihen. Und nicht zuletzt die Fähigkeit zu akzeptieren, dass auch Daytrading nur ein Bürojob ist.