Umkehrformationen

Umkehrformationen treten am Ende eines längeren Trends auf (Notwendige Bedingung!) und beenden diesen im Fall einer Vollendung der Formation durch einen Trendwechsel bzw. eine längere Konsolidierungsphase. Umkehrformationen sind keine „Kaffeesatzleserei“, sondern lediglich die fortgesetzte Logik von Trends sowie Widerstand und Unterstützung.

Schulter-Kopf-Schulter-Formation

Die bekannteste Umkehrformation ist die Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Diese verdankt ihren Namen ihrem Erscheinungsbild: Es treten im Chart eine „linke und eine rechte Schulter“ sowie ein „Kopf“ auf. Dabei handelt es sich bei der oberen Formation um drei Hochs und bei der inversen, also nach Abwärtstrends auftretenden Formation um drei Tiefs.

Die Abbildung unten zeigt eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Klar erkennbar sind drei Tiefs, von denen das mittlere am stärksten ausgeprägt ist. Was lässt sich in dem Chart erkennen?

Zunächst entwickelt sich der bestehende Abwärtstrend unauffällig weiter: Mit der linken Schulter wird ein neues Tief markiert, was in einem Abwärtstrend so zu erwarten ist. Danach kommt es zu einer Korrektur. Dennoch setzt sich der Trend fort: Der Kopf der Formation wird durch das Erreichen neuer Tiefstände ausgebildet.

Danach allerdings tritt ein erstes klares Signal für ein baldiges Ende des Trends auf: Der Kurs steigt nach der Ausbildung des Kopfes bis auf das Niveau des vorangegangenen Hochs an. Ein Abwärtstrend ist jedoch definiert als Abfolge tieferer Tiefs und Hochs. Anschließend kommt es erneut zu einer Bewegung in Trendrichtung. Das vorangegangene Tief wird jedoch bei Weitem nicht mehr erreicht.

Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation wird durch einen Bruch der Nackenlinie vollendet. Diese markiert den zwischenzeitlich entstandenen, signifikanten Widerstand entlang  der Ansätze von Kopf und Schultern. Es bietet sich an, für den Ausbruch Filter wie z. B. einen Wochenchart heranzuziehen.

Screenshot: Eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation

Screenshot: Eine inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation

Quelle: www.tradingview.com

Die TA geht davon aus, dass sich Kursziele definieren lassen. Demnach sollte die Distanz zwischen der Spitze des Kopfes und der Nackenlinie zum Ausbruchspunkt hinzuaddiert werden. Sehr häufig kommt es nach der Vollendung der Formation allerdings zu einer Rückkehrbewegung in Richtung der Nackenlinie. Als Faustformel kann gelten:

Je schwächer diese Bewegung ausfällt, desto größer ist das anschließende Kurspotenzial.

Mehrfachtops- und Böden

Mehrfachtops- und Böden sind gut erkennbare Widerstände und Unterstützungen, werden von der TA aber auch als Kursformation eingestuft. Typischerweise kehrt der Kurs nahe des Top- bzw. Bottom Niveaus um.

Die Abbildung unten zeigt einen Markt, der zunächst einen mittelfristigen Abwärtstrend verlassen hat und anschließend in einer stabilen Aufwärtsbewegung deutlich hinzugewann. Die Aufwärtsbewegung geriet jedoch auf dem Niveau eines früheren Hochs ins Stocken. Bestätigt sich dies, liegt ein Doppeltop vor.

Screenshot: Ein Doppel Top bildet sich heraus

Screenshot: Ein Doppel Top bildet sich heraus