Scalp Trading mit Heiko Behrendt (Teil 3/4)

10.11.2015 - 1 Minute Lesezeit

Scalping bezeichnet Handelsansätze mit einem sehr kurzfristigen Zeithorizont von wenigen Sekunden bis Minuten. Die unter „Scalping“ zusammengefassten Ansätze beschränken sich keinesfalls auf Level-II-Scalping, womit das gezielte Ausnutzen von Preisdifferenzen innerhalb eines (!) Orderbuchs bezeichnet wird. Zu den größten Vorteilen der Methoden zählt die ständige Kontrolle der offenen Positionen „auf Sicht“ und die damit verbundene Möglichkeit, große Finanzhebel einzusetzen. In zwei weiteren Beiträgen (Teil 1 und Teil 2) wurden die Grundprinzipien bereits ausführlicher vorgestellt. In diesem Artikel geht es um die Anwendung von Scalping in der Praxis.

Obgleich in der „Szene“ das hohe Maß an Kontrollmöglichkeiten im Scalping stets hervorgehoben wird, eignen sich die Ansätze ausschließlich für spekulativ ausgerichtete Anleger mit mehrjähriger Erfahrung im aktiven Handel. Als Substitut und/oder Ergänzung zu Positionstrading oder Langfristanlagen eignet sich Scalping ausdrücklich nicht. Wird ein geringer Zeitaufwand hervorgehoben, versteht sich dies in Relation zu anderen aktiven Handelsstilen auf Tagesbasis und nicht im Vergleich zu passiven oder defensiveren Ansätzen. Um die grundsätzliche Anwendung von Scalping in der Praxis zu veranschaulichen, soll ein hypothetischer DAX-Handelstag ex-post dargestellt werden. Ziel ist die Veranschaulichung konkreter Entry-Situationen inklusive der Maßnahmen des Risikomanagements und typischer Resultate. Die Trades sind auch in der Abbildung ersichtlich.

Trade I

Bei Trade I handelte es sich um eine Longposition, die nach dem Überschreiten des vorangegangenen Hochs eröffnet wurde. Im Scalping dienen diese sehr häufig anzutreffenden Konstellationen dazu, mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit einen Gewinn von einigen wenigen Punkten zu erzielen. Mit der Transaktion wurde tatsächlich ein Gewinn von 5,17 Indexpunkten erzielt.

Trade II

Auch bei Trade II wurde bei der Überschreitung des vorangegangenen Hochs eine Longposition in Marktrichtung eröffnet. Anders als bei Trade I kam es nach dem Ausbruch nicht zu einer signifikanten Marktbewegung – eine für Scalper letztlich alltägliche Situation. Stattdessen kam es zu einem Kursrückgang auf das Niveau des vorangegangenen Hochs. Dort wurde eine Maßnahme getroffen, die im Aktienhandel nicht unumstritten wäre: Es wurde ein Nachkauf getätigt. Die zweite Position wurde jedoch mit demselben Stop Loss-Level eröffnet wie die erste. Nachdem die erwartete Marktbewegung tatsächlich eintrat, wurde die Position in zwei Teilen glattgestellt. Insgesamt wurde ein Gewinn von 6,9 Punkten erzielt. Aus beiden Trades zusammen ergab sich ein Gesamtgewinn von 12,07 Punkten, was pro gehandeltem DAX-Kontrakt 301,75 € entspricht.

Ein typisches „Tagesziel“ im Scalping liegt bei zehn Punkten. Alternativ zum (sehr kostengünstigen) Handel über die EUREX können große Leitindizes wie der DAX auch über CFD Broker gehandelt werden. Es versteht sich von selbst, dass Kommissionen und Spreads für Strategien mit hoher Handelsaktivität wie Scalping von besonders großer Bedeutung sind.

Scalptrading

Über den Autor

Heiko Behrendt

Heiko Behrendt

Heiko Behrendt begann im Jahr 1998 mit Aktien zu handeln. Die gesammelten Erfahrungen und das angeeignete Fachwissen zur Technischen Analyse legten den Grundstein für seine hauptberufliche Tradertätigkeit, die er seit 2001 ausübt. Seither handelt er bevorzugt Indizes und Währungspaare im kurzfristigen Anlagebereich und hält Vorträge zu Börsenpsychologie und markttechnischem Trading. Gleichzeitig bietet er als Coach individuelle Analysen und Zielerarbeitung für Daytrader an. 2010 startete der Premium-Service "Highspeed Daytrader". Hier können die Teilnehmer dem Experten über die Schulter schauen und mit ihm gemeinsam im kurzfristigen Bereich traden. 2012 kam die erste DVD zum Thema Scalptrading für Einsteiger auf den Markt, in der Heiko Behrendt in 190 Minuten sein Wissen über die Märkte zur Verfügung stellt und zeigt, wie kurzfristiges Trading funktioniert. Folgen Sie Heiko Behrendt auf Guidants.

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