Northvolt Börsengang: Wann könnte der Börsengang des Batterieherstellers erfolgen?

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Bilderquelle: www.northvolt.com

Northvolt ist eines der wenigen europäischen Unternehmen, die in Zukunft beim Ausbau der Kapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien eine große Rolle spielen könnten. In den nächsten Jahren wird hier die Nachfrage weiter steigen. Das Unternehmen arbeitet kontinuierlich am Ausbau seiner Kapazitäten. Dies ist jedoch mit hohen Kosten verbunden.

Daher ist ein Northvolt Börsengang in den nächsten Jahren durchaus denkbar. Die Erlöse könnten in weitere Forschung und Expansion gesteckt werden. Auch wenn das Unternehmen durch Investoren unterstützt wird, könnte langfristig weiterer Finanzierungsbedarf notwendig werden.

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Batteriehersteller aus Schweden

Northvolt ist ein schwedisches Unternehmen, dass insbesondere Lithium-Ionen-Batterien herstellt, die bei Elektroautos und zur Energiespeicherung sehr gefragt sind, herstellt. Für das Unternehmen arbeiten 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus mehr als 100 Nationen. Das Unternehmen wurde 2015 gegründet und trug damals noch den Namen SGF Energy.

Die Gründer Peter Carlsson und Paolo Cerruti arbeiteten zuvor bei Tesla. 2017 wurden Pläne für den Bau einer Fabrik in Skellefteå bekannt. Die Produktionskapazität wurde damals mit bis zu 100.000 Batteriesystemen im Jahr angegeben und der Finanzierungsbedarf für das Unternehmen mit rund vier Milliarden Euro.

2019 wurde der Ausbau der Kapazitäten des Unternehmens durch die Europäische Investitionsbank (EIB) mit 350 Millionen Euro unterstützt. Ende des Jahres wurden dann Pläne für eine Recyclinganlage im Werk Northvolt Ett bekannt.

Die Pläne zeigen, dass das Unternehmen durchaus Finanzbedarf hat, was einen Northvolt Börsengang wahrscheinlicher macht. Noch gibt es keine Northvolt Aktie.

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Bilderquelle: www.northvolt.com

Frisches Kapital durch Börsengang

Im Juni 2021 sagte Peter Carlsson gegenüber dem „Business Insider“, dass sich das Unternehmen weiterhin selbst finanzieren muss und angesichts der steigenden Batterienachfrage eine Teilnahme am Kapitalmarkt wohl das Richtige sei. Zuletzt konnte das Unternehmen seinen finanziellen Spielraum durch einige Finanzierungsrunden erhöhen, daher gibt es wohl keine Eile bei einem Northvolt Börsengang.

Langfristig wird das Unternehmen wohl aber weiteres Kapital benötigen. Dabei kann ein Northvolt Börsengang unter Umständen helfen. Im Sommer 2021 kamen aber bei einer Finanzierungsrunde mehr als 2,75 Milliarden Dollar zusammen. Daran beteiligten sich auch

  • einige Pensionsfonds
  • die Investmentbank Goldman Sachs und
  • VW.

VW investierte dabei erneut etwa eine halbe Milliarde Euro in Northvolt und hält mittlerweile etwa 20 Prozent an dem jungen Unternehmen. BMW ist ebenfalls an Northvolt beteiligt und hat Bestellungen für Batteriezellen für Elektroakkus in Milliardenhöhe bei dem Unternehmen aufgegeben.

Die Batteriefabrik in Skellefteå soll mittlerweile eine Produktionskapazität von 60 Gigawattstunden im Jahr erreichen. 40 Gigawattstunden sind dabei für VW vorgesehen, 15 weitere Gigawattstunden für Volvo. In Zusammenarbeit mit Volvo soll ein weiteres Werk in Europa mit einer Kapazität von 50 Gigawattstunden entstehen.

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Über sechs Milliarden Dollar von Investoren

Laut Carlsson konnte das junge Unternehmen bisher 6,5 Milliarden Dollar an Finanzmitteln von Investoren einnehmen. Allerdings dauert der Bau von Batteriezellenfabriken und ist mit hohen Kosten verbunden.

Das Unternehmen hat sich dennoch zum Ziel gesetzt, einen Marktanteil von 25 Prozent bei Batterien für Elektroautos in Europa zu erreichen. Nachdem auch in den USA unter Präsident Joe Biden die Elektromobilität vorangebracht werden soll, kann sich das Unternehmen auch eine Expansion nach Amerika vorstellen.

Lange wurde der Markt für Elektroakkus hierzulande von asiatischen Herstellern beherrscht. Dies ändert sich nun langsam, auch durch den Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide. VW plant beispielsweise, bis 2030 sechs Batteriefabriken mit einer Gesamtkapazität von 240 Gigawattstunden im Jahr aufzubauen.

VW bestellte Anfang 2021 nochmals Batterien bei Northvolt. Der Umfang des Auftrags liegt bei über 14 Milliarden Dollar für die nächsten zehn Jahre. Insgesamt wuchs das Auftragsvolumen von Northvolt damit auf über 27 Milliarden Dollar.

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Northvolt Börsengang mit einer Bewertung von 30 Milliarden Euro

Ein Börsengang könnte für Northvolt eine Bewertung von bis zu 30 Milliarden Euro bedeuten. Aber wann geht Northvolt an die Börsen? 2022 oder 2023 könnte der Northvolt Börsengang Realität werden. Davon gingen im Sommer 2021 mehrere Medienberichte aus.

Allerdings gibt es wohl bisher keine konkreten zeitlichen Pläne, klar ist lediglich, dass das Unternehmen von einem Börsengang profitieren könnte. Wie der Northvolt Aktienkurs oder der Einstiegspreis für die Northvolt Aktie aussehen könnten, ist noch unklar.

Dies hängt von mehreren Faktoren wie dem Marktumfeld ab. Bisher gibt es zudem keine Geschäftszahlen von Northvolt, die die Grundlage für eine Einschätzung bieten könnten.

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Technologischer Fortschritt geht weiter

Im November 2021 stellte Northvolt die erste Batterie vor, die vollständig aus recyceltem Material besteht. Zudem wurde angekündigt, dass die Recyclingkapazitäten für Altbatterien am Standort in Skellefteå auf 125.000 Tonnen im Jahr ausgebaut werden sollen.

Northvolts Recyclingprogramm trägt den Namen „Revolt“. Mit der neuen recycelten Batterie könnte dem Unternehmen ein weiterer großer Schritt gelungen sein. Die Lithium-Ionen-Batteriezelle besteht vollständig aus recycelten Materialien. Dazu gehören

  • Nickel
  • Mangan und
  • Kobalt.

Diese gewinnt das Unternehmen durch das Recycling von Batterieabfällen.

Die Recycling- und Produktionsprozesse erfolgten bislang am Standort von Northvolt Labs in Västeras in der Nähe von Stockholm. Laut Emma Nehrenheim, der Leiterin des Revolt-Programms, können über das Recycling-Verfahren bis zu 95 Prozent der Metalle aus einer Batterie zurückgewonnen werden. Der Reinheitsgrad soll neuem Material entsprechen. Nun müssten die Recycling-Kapazitäten ausgebaut werden.

Die Aufbereitung erfolgt durch eine hydrometallurgische Behandlung, die mit geringem Energieaufwand verbunden ist. Bis 2030 soll die Hälfte der Batteriezellen von Northvolt aus recyceltem Material bestehen. Zu diesem Zeitpunkt wird es mehr Elektroautos geben und damit auch ausrangierte Batterien.

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Recycling-Anlage wird weiter ausgebaut

Laut Nehrenheim wird es bis 2030 allein in Europa etwa 250.000 Tonnen alte Batterien im Jahr geben. Die neuen Fabriken von Northvolt sollen bis dahin 125.000 Tonnen davon recyceln können. Die Batterierecyclinganlage soll die größte in Europa werden und der Bau beginnt im ersten Quartal 2022.

In die Anlage kommen dann Produktionsabfälle vom Standort Northvolt Ett und Altbatterien aus Elektroautos. Die recycelten Materialien gehen dann wieder zurück in die Produktion. Die Materialien sollen für eine Batterieproduktion von 30 Gigawattstunden reichen. Dies wären 50 Prozent der jährlichen Zellproduktion des Unternehmens.

Schon im September 2021 wurde gemeinsam mit Volkswagen und Quantumscape in Salzgitter ein Batterielabor eröffnet. Die Anlage soll 70 Millionen Euro gekostet haben. Darin will VW seine Recycling-Prozesse verbessern. Das Projekt wurde 2019 angekündigt. Ursprünglich wollte VW die Fabrik alleine betreiben.

Volkswagen investierte zuletzt nochmals etwa 500 Millionen Euro in Northvolt. Es gibt aber wohl aktuell keine Pläne von Northvolt, sich an einer weiteren Gigafactory von VW zu beteiligen.

Neben der Arbeit mit VW gibt es ein Joint Venture mit der Volvo Car Group, um zusammen an weiteren Batteriezellen zu arbeiten. Mit BMW gibt es ebenfalls eine Vereinbarung. Diese geschäftlichen Verbindungen könnten bei einen Northvolt Börsengang ein Vorteil sein.

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Batteriezellen wichtiges Bauteil für Elektroautos

Lithium-Ionen-Batterien machen bei der Reichweite eines Elektroautos einen Unterschied. Dieser Wirtschaftsbereich wird in den nächsten Tagen noch wichtiger werden. Allerdings sind Lithium-Ionen-Batterien auch der teuerste Teil eines Elektroautos und macht etwa 40 Prozent der Wertschöpfung aus.

Viele Autobauer, darunter auch

  • Volkswagen
  • Daimler oder
  • Stellantis

wollen ihre Batteriezellen in Zukunft selbst herstellen und die europäischen Hersteller streben bis 2030 einen Weltmarktanteil von über 30 Prozent an. Derzeit sind es nur sieben Prozent. Auch Northvolt könnte vor einem Northvolt Börsengang seinen Marktanteil ausbauen.

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Asiatische Hersteller beherrschen den Markt

Noch dominieren asiatische Hersteller den Markt. Laut des spanischen Forschungsinstituts CIC EnergiGUNE kommen 19 von 20 Hersteller, die 2020 die größte Kapazität hatten, aus Asien. Außerdem waren 2020 lediglich sieben Unternehmen für 75 Prozent der Gesamtproduktion verantwortlich.

2020 war das Unternehmen LG Chem aus Südkorea führend. Das Unternehmen stellt unter anderem Batterien für die ID-Modelle von VW her. Das Unternehmen will seine Kapazität von 80 Gigawattstunden in den nächsten Jahren verdoppeln.

Südkorea ist eines der Länder, das bei der Batterieforschung und der Produktion besonders stark aufgestellt ist. Weitere wichtige Batteriehersteller kommen aus Südkorea. Aus China kommt aber starke Konkurrenz. So übernahm Anfang 2021 CATL die Führung auf dem Weltmarkt.

Mit BYD kommt ein weiteres wichtiges Unternehmen der Branche aus China. Auch Elon Musk und Tesla vertrauen auf Knowhow aus Asien. So arbeitet Panasonic aus Japan mit Tesla zusammen. Panasonic ist auch an Teslas Gigafactory in Nevada beteiligt.

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Nur wenige europäische Hersteller

Aus Europa konnte 2020 nur Saft, ein Tochterunternehmen des französischen Mineralölkonzerns Total, in den Top 20 mithalten. Gemeinsam mit dem Stellantis-Konzern hat das Unternehmen ein Joint Venture für Batteriezellen gegründet, dem mittlerweile auch Mercedes-Benz beigetreten ist.

Northvolt ist derzeit der zweite vielversprechende europäische Name. Mittlerweile arbeiten

  • Volvo
  • VW und
  • BMW

mit Northvolt zusammen.

Bis 2025 soll eine Gesamtkapazität von 60 Gigawattstunden erreicht werden. Zudem soll der Marktanteil in Europa auf 20 bis 25 Prozent ausgebaut werden.

Seit Sommer 2021 wird auch über eine eigene Fabrik von Northvolt in Deutschland spekuliert. Weder genaue Standorte noch weitere Details sind bisher bekannt. Allerdings sagte Peter Carlsson gegenüber der „Automobilwoche“, dass man mit mehreren Bundesländern spreche.

Vonseiten der Politik könnte aber Unterstützung kommen. Deutschland hat im Gegensatz zu anderen Ländern aber Nachteile bei der Energieversorgung. In Schweden arbeitet das Unternehmen mit günstigen Strom aus Wasserkraft und kann so deutlich nachhaltiger arbeiten. Laut Carlsson kann das Unternehmen so mit wenig CO2-Ausstoß, aber auch kostengünstig arbeiten.

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Milliardengeschäft mit guten Zukunftsaussichten

Im Hinblick auf einen möglichen Northvolt IPO könnten sich ein Blick auf die Zukunft der ganzen Branche lohnen. Lithium-Ionen-Batterien sind schon heute ein Milliardengeschäft und könnten in Zukunft noch wichtiger werden. Da die Nachfrage für Elektroautos steigt, werden auch mehr dieser speziellen Batterien benötigt.

Schon seit den 1990er Jahren werden leistungsstarke Batterien und Akkus für viele Geräte wie

  • Handys
  • Laptops oder
  • Kopfhörer

benötigt. Die Nachfrage steigt schon seit Jahren, aber in Zukunft könnte sie noch deutlicher anziehen.

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Schnell wachsende Branche

Experten sehen in Lithium-Ionen-Batterien die am schnellsten wachsende Batterietechnologie. In dieser wird auf der anderen Seite auch viel Geld investiert.

Schon 2020 gingen Experten davon aus, dass die Produktionskapazitäten von 160 Gigawattstunden im Jahr 2018 auf bis zu 1.200 Gigawattstunden im Jahr 2030 steigen werden. Hinter diesem Boom steht vor allem die Autoindustrie.

Hersteller wie

  • Volkswagen
  • Daimler oder
  • Tesla

werden in den nächsten Jahren wohl 300 Milliarden Euro in diesen Bereich investieren. 2020 waren rund 60 Prozent der Batterien in E-Autos und Busse eingebaut, 2030 werden es wohl mehr als 80 Prozent sein. Dann könnten weltweit 14 Millionen Elektroautos auf den Straßen unterwegs sein.

Die Unternehmensberatung McKinsey sage 2020, dass der Markt innerhalb von zehn Jahren auf das neunzehnfache wachsen könnte. Unternehmen sind daher dabei, den Markt unter sich aufzuteilen und sich ein Stück vom Kuchen zu sichern.

2020 wuchs die Branche auch in Deutschland. Damals waren sieben Batteriefabriken in Deutschland in der Diskussion, nicht nur Teslas Fabrik in Brandenburg.

Die Pläne werden auch von der EU unterstützt, da es sich um Investitionen in Milliardenhöhe handelt. Vom Boom um Batterien werden auch Rohstoffkonzerne profitieren, die Lithium oder Kobalt fördern.

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Bilderquelle: Peshkova/ Shutterstock.com

Fazit: Northvolt könnten sich am Markt etablieren

Noch wird der Markt für Batteriezellen vor allem von asiatischen Herstellern dominiert. Northvolt könnte dies jedoch ändern. Der Ausbau der Kapazitäten ist aber auch mit hohen Kosten verbunden. Ein Northvolt Börsengang könnte hier weitere Liquidität bringen.

Wann Anleger aber die Northvolt Aktie kaufen könnten, ist unklar. Denkbar ist ein Börsengang mit einer möglichen Bewertung von bis zu 30 Milliarden Euro 2022 oder 2023.

Die hohen Kosten in der Branche zwingt Unternehmen zu Kooperationen. Northvolt arbeitet unter anderem mit Volvo und VW zusammen. Da der Markt in den nächsten Jahren aber weiter wachsen wird, könnten die Zukunftsaussichten für das Unternehmen aber steigen.

Bilderquelle:

  • shutterstock.com
  • northvolt.com

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