Fed Zinsentscheid: Seit März schrittweise Anhebung des Leitzinses

Fed Zinsentscheid

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Die US-Notenbank Fed bestätigte Ende Januar endgültig, dass sie in diesem Jahr die Zinsen auf bis zu 3,00 Prozent erhöhen und auch ihre aufgeblähte Bilanz reduzieren will. Der Leitzins in den USA liegt aktuell in einer Spanne zwischen 0,75 und 1,00 Prozent. Im Juni 2022 steht der nächste Fed Zinsentscheid an.

Damit ist klar, dass die Fed auch auf die hohe Inflation reagieren wird. Weitere Zinserhöhungen werden dann wohl im weiteren Jahresverlauf folgen, sodass der Leitzins am Jahresende deutlich höher liegt als heute.

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Fed Zinsentscheid Termine

Wann stehen bei US-Notenbank die nächsten wichtigen Fed Zinsentscheid Termine an?

DatumThema
15. und 16. März 2022Geldpolitische Sitzung und Zinsentscheid
3. und 4. Mai 2022Sitzung
14. und 15. Juni 2022Geldpolitische Sitzung und Zinsentscheid
26. und 27. Juli 2022Sitzung
20. und 21. September 2022Geldpolitische Sitzung und Zinsentscheid
1. und 2. November 2022Sitzung
13. und 14. Dezember 2022Geldpolitische Sitzung und Zinsentscheid

Aktuelle Aussagen der US-Notenbank

Die letzte Notenbanksitzung war am 03. und 04. Mai 2022. Die folgenden Aussagen beziehen sich auf diese Sitzung.

Im Mai 2022 hob die Fed die Zinsen um 0,50 Prozent an und damit so stark wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Die Bilanz der US-Notenbank wird zudem um 47,5 Milliarden US-Dollar pro Monat verkürzt, indem das Kapital aus fälligen US-Schatzanweisungen sowie Hypotheken besicherten Anleihen nicht mehr neu investiert wird. Nach 3 Monaten (ab September) erhöht sich das Volumen auf 90 Milliarden US-Dollar pro Monat.

Jerome Powell äußerte sich auf Nachfrage eines Journalisten dahin gehend, dass das Komitee derzeit von einer monatlichen Erhöhung der Leitzinsen um jeweils 0,50 Prozent ausgeht. Allerdings bewertet man die Situation immer wieder neu.

Welche Zins-Entscheidung erwartet der Markt im Juni 2022?

fed leitzins erwartet juni 2022

Der Markt erwartet im Juni 2022 einen Leitzins zwischen 125 und 150 Basispunkten. Quelle: cmegroup.com. Mit einem Klick die Grafik vergrößern.

Wie auf der Grafik zu sehen ist, erwarten die Marktteilnehmer, dass der Leitzins im Juni zwischen 125 und 150 Basispunkten liegen wird.

Das entspricht einem Leitzins zwischen 1,25 und 1,50 Prozent. Das wäre vom aktuellen Niveau aus (0,75-1,00 Prozent) eine Steigerung um 0,50 Prozent. Die Fed stellte bereits eine Leitzinserhöhung um 50 Basispunkte in Aussicht. Eine Erhöhung des Leitzinses um mehr als 0,50 Prozent schloss Fed-Chef Jerome Powell bei der letzten Sitzung im Mai 2022 aus.

Ende des Jahres könnte der Leitzins sogar bei 3,00 Prozent liegen.

Wertpapierkaufprogramm der Fed wird eingestellt

Im Zusammenhang mit dem Fed Zinsentscheid stellt die Notenbank auch ihr Wertpapierkaufprogramm ein, welches in der Pandemie gestartet wurde. Damit strafft die Notenbank ihre Geldpolitik weiter.

Ob auch die EZB diesen Weg mitgeht, ist bisher offen.

Zwischen dem Ende des sogenannten Taperings und der Zinswende in den USA wird wohl nur wenig Zeit liegen. Dies hat den Hintergrund, dass nicht nur die Inflation hoch ist, sondern sich auch der Arbeitsmarkt hervorragend entwickelt.

Allein im Januar stellten die Unternehmen in den USA laut des Arbeitsministeriums 467.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Dies war nicht nur deutlich mehr als von Experten erwartet wurde, sondern mehr als doppelt so viel wie im Vormonat.

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Die Arbeitslosenquote stieg dennoch leicht auf vier Prozent. Noch immer haben aber 6,5 Millionen Menschen in den USA keinen Job. 153 Millionen Menschen haben einen Job, aber dies sind noch immer fast drei Millionen weniger als vor der Coronapandemie.

Zudem stiegen die Löhne in den USA seit Jahresbeginn um fünf Prozent. Dies ist aber noch immer weniger als der Anstieg bei der Inflation. Weiterhin zeigen sich auf dem US-Arbeitsmarkt derzeit

  • freiwillige Kündigungen
  • Lohnanstiege und
  • Hinweise auf Vollbeschäftigung.

Fed Zinsentscheidung

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Realzins entwickelt sich negativ

Der Realzins ist zudem aufgrund der hohen Inflationsrate sehr negativ. Zudem verfolgt die Fed weiter eine vergleichsweise lockere Geldpolitik und ebenso wie von der EZB wird schon länger ein Eingreifen gefordert.

Allerdings besteht auch die Sorge vor Unruhe an den Märkten, wenn die Fed die Erhöhung des Leitzinses weiter fortführt. Schon im Januar beschleunigte sich das Tempo beim Abbau der Wertpapierkäufe der Notenbank um das Doppelte auf 30 Milliarden Dollar. Dieses Vorgehen ist als Tapering bekannt und soll im März enden.

Damit sind ab diesem Zeitpunkt Zinserhöhungen möglich und mit dem Fed Zinsentscheid geht wohl auch ein Reduzieren der Bilanz einher. Dieses soll aber erst nach den ersten Zinserhöhungen richtig in Angriff genommen werden.

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Abbau der Bilanz in Angriff nehmen

Während der Pandemie wuchs die Bilanz der Fed durch diverse Hilfsprogramme für die US-Wirtschaft auf knapp neun Billionen Dollar an und gilt damit als aufgebläht. Es soll bereits einen Plan zur Reduzierung des Portfolios geben. Die Notenbank hat hierzu aber noch keine Einzelheiten oder einen genauen Zeitplan bekannt gegeben.

Die Reduzierung der aufgeblähten Bilanz wird den Märkten Liquidität entziehen und muss daher gut geplant erfolgen. Ein überraschendes Vorgehen könnte Unruhe an den Märkten sorgen.

Unter anderem hat die Fed zahlreiche Staatsanleihen und Hypothekenpapiere gekauft. Sogar in der Finanzkrise 2008 umfasste die Bilanzsumme nur ein Zehntel der heutigen Summe.

Denkbar ist aber, dass die Reduzierung der Bilanz ab Herbst beginnt. Damit wird es wohl auch in den kommenden Monaten genug Liquidität an den Märkten geben. Beobachter gehen im Übrigen weiter davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr viermal um je 0,25 Prozent erhöhen wird.

Eine Zinserhöhung wurde schon seit langer Zeit erwartet, daher war Ende Januar, als die Fed ihre Pläne kommunizierte, an den Märkten Erleichterung zu spüren. Wichtige Indizes wie der

  • Dow Jones
  • der S&P 500 und
  • der Nasdaq

bauten ihre Gewinne aus. Der erwartete Fed Zinsentscheid für März ist wohl schon in den Aktienkursen eingepreist.

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Inflation in den USA steigt weiter

Der US-Arbeitsmarkt entwickelt sich gut, aber bei der Inflation muss die Fed wohl aktiv werden. Wird der Leitzins erhöht, bremst dies wohl die Inflation. Dies könnte aber auf der anderen Seite auch die Konjunktur bremsen.

Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise in den USA um sieben Prozent. Dies war der höchste Stand seit 1982. Die Jahresinflation war 2021 so hoch wie seit 1990 nicht mehr.

Unter anderem wurden Autos und Hotelübernachtungen deutlich teurer. Bei den Energiepreisen entspannte sich die Preissituation zuletzt etwas. Diese Zahlen erhöhten im Januar den Druck auf die Notenbank, die eigentlich eine Inflation von zwei Prozent anstrebt.

Zwischenfazit zum Fed Zinsentscheid

  • Vier Leitzinserhöhungen der Fed in diesem Jahr erwartet
  • erste Erhöhung wohl im März
  • Inflation in den USA steigt
  • US-Arbeitsmarkt entwickelt sich gut
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USA spürt wirtschaftliche Folgen der Pandemie

Die USA hat wie viele andere Länder auch weiter mit den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu kämpfen. In dieser Zeit beließ die Fed den Leitzins bei null und brachte viel Geld auf die Märkte. Unternehmen konnten so weiter investieren und neue Jobs schaffen. Diese Liquidität soll nun nach und nach zurückgefahren werden, was dann auch die Inflationsrate senken soll.

Dennoch geben die US-Bürger insbesondere Präsident Joe Biden die Schuld an der hohen Inflation. Der Zeitpunkt könnte nicht ungünstiger sein, denn im Herbst stehen in den USA die Midterm Elections an.

Steigen die Zinsen in den USA, werden der Dollar bzw. Anlagen in den Dollar für Anleger aus der EU wieder attraktiver. Anleger investieren ohnehin am liebsten dort, wo die Renditen am höchsten sind. Die Renditen in den USA könnten daher bald für viele Anleger wieder attraktiv erscheinen.

Auch auf dem Euro-Dollar-Kurs könnte die Fed Zinsentscheidung Auswirkungen haben. Wird der Dollar stärker und der Euro günstiger, so könnten Importe aus Europa in den USA mehr gefragt sein. Auch die deutsche Wirtschaft könnte davon profitieren.

Fed Zinsentscheidungen

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Reagiert auch die EZB?

Die kanadische Zentralbank hat im Januar den Leitzins noch nicht angehoben, was an den Märkten in dieser Form erwartet worden war. Allerdings deutet auch die kanadische Notenbank an, dass es bald zu einer Zinserhöhung kommen könnte.

Hierzulande setzen viele wohl noch auf Abwarten und gehen davon aus, dass die Inflationsrate langfristig wieder sinkt. Zudem gehen die Auswirkungen der Pandemie in vielen Branchen zurück, beispielsweise mit Blick auf Lieferengpässe.

Darüber hinaus ist die Hoffnung groß, dass sich zum Frühjahr hin und spätestens im Sommer die Corona-Lage deutlich verbessern wird. Viele Unternehmen haben weiterhin gut gefüllte Auftragsbücher und hoffen, diese Aufträge bald abarbeiten zu können. Ein Treiber der Inflation scheinen aber die weiter hohen Energiepreise zu sein.

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Inflation in der EU steigt

Dennoch kann es sehr gut sein, dass die EZB nach der Fed Zinsentscheidung nicht mehr lange bis zu einem ähnlichen Schritt warten kann. Noch zögert dies Europäische Zentralbank aber.

Zuletzt stieg die Inflationsrate in der EU auf einen Höchststand von 5,1 Prozent. In einigen Staaten ist die Teuerungsrate noch höher. Im Dezember war die Inflationsrate noch etwas geringer und Experten gingen von einem weiteren Rückgang aus.

Auch die EZB strebt eine Inflationsrate von etwa zwei Prozent an, hat dieses Ziel aber vor einiger Zeit gelockert. Bisher vertraten die europäischen Notenbanker die Auffassung, dass eine Erhöhung des Leitzinses frühestens 2023 erfolgen könnte, um die Erholung der Wirtschaft in der EU nach der Corona-Pandemie nicht zu gefährden.

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Damit wird die Fed wohl nicht bei jeder ihrer Sitzungen in diesem Jahr die Zinsen erhöhen. Alle zwei Monate könnte es in diesem Jahr aber soweit sein. Auf einigen Sitzungen gibt die Fed zudem einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Geldpolitik.

Allerdings wollte Fed-Chef Jerome Powell zuletzt auch nicht komplett ausschließen, dass es bei jeder Sitzung in diesem Jahr zu einem Fed Zinsentscheid kommen könnte. Die Fed blickt bei ihren Entscheidungen insbesondere auf die weitere Entwicklung der Konjunktur und die anhaltenden Unsicherheiten aufgrund der Pandemie.

Fed Zinsentscheid

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Wie sollten Anleger vorgehen?

  1. Weitere Entwicklungen beobachten
  2. Wirtschaftskalender nutzen
  3. Rund um Fed Zinsentscheid Termine die Märkte beobachten
  4. bei Handelsentscheidungen gegebenenfalls auf aktuelle Entwicklung reagieren

Fazit: Fed Zinsentscheid und baldige Erhöhung des Leitzinses in den USA

Spätestens seit Ende Januar ist klar, dass die Fed in den USA auf die hohe Inflation und den gut laufenden Arbeitsmarkt reagiert und ab März schrittweise den Leitzins erhöht. Derzeit werden vier Erhöhungen um je 0,25 Prozent erwartet.

Das sogenannte Tapering, also das Zurückfahren des Corona-Wertpapierkaufprogramms, soll im März enden. Danach ist der Weg frei für Zinserhöhungen.

Mit dem Fed Zinsentscheid geht auch ein Abbau der aufgeblähten Bilanz einher. Damit will die Fed wohl ab Herbst 2022 starten.

Die Fed reagiert wohl auch auf die hohe Inflation in den USA. Zudem entwickelt sich der dortige Arbeitsmarkt weiter gut und das Ziel der Vollbeschäftigung könnte bald erreicht sein.

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