Fed Zinsentscheid: Notenbank erhöht Leitzins auf 3,25 %

Fed Zinsentscheid

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Die US-Notenbank Fed bekräftigt immer wieder mit Nachdruck, dass sie die Zinsen erhöhen wird. Der Leitzins in den USA liegt aktuell in einer Spanne zwischen 3,00 und 3,25 Prozent.

Am 02. November 2022 steht der nächste Fed Zinsentscheid an. Dort erwarten die meisten Marktteilnehmer (66 %) einen weiteren Zinsschritt um 75 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 %. Die anderen 34 % der befragten Marktteilnehmer erwarten eine Zinserhöhung auf lediglich 3,50 bis 3,75 %.

Weitere Zinserhöhungen werden wohl auch im Dezember folgen. Abhängig ist die weitere Zinsentwicklung in den USA vordergründig von der Inflationsrate. Und zwar von der sich im Monatsvergleich ändernden Inflation.

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Fed Zinsentscheid Termine

Wann stehen bei der US-Notenbank die nächsten wichtigen Fed Zinsentscheid Termine an?

DatumThema
1. und 2. November 2022Zinsentscheid
13. und 14. Dezember 2022Geldpolitische Sitzung und Zinsentscheid
01. Februar 2023Zinsentscheid
15. März 2023Zinsentscheid
03. Mai 2023Zinsentscheid
14. Juni 2023Zinsentscheid
26. Juli 2023Zinsentscheid
20. September 2023Zinsentscheid
01. November 2023Zinsentscheid
13. Dezember 2023Zinsentscheid

Aktuelle Aussagen der US-Notenbank

Äußerst aufschlussreich waren die Aussagen der Notenbanksitzung vom 14. und 15. Juni 2022. Diese ist zwar bereits einige Monate her, aber dort erklärte Jerome Powell die Vorgehensweise der Fed und wonach sie sich bei ihren Zinsentscheiden richtet. Sollte sich nichts Grundlegendes ändern, kann man daran die weitere Entwicklung abschätzen.

Die folgenden Aussagen beziehen sich auf diese Sitzung.

Im Juni 2022 hob die Fed die Zinsen um 0,75 Prozent an und damit so stark wie seit 1994 nicht mehr. Wie bereits im Mai bekannt wurde, wird die Bilanz der US-Notenbank zudem um 47,5 Milliarden US-Dollar pro Monat verkürzt, indem das Kapital aus fälligen US-Schatzanweisungen sowie Hypotheken besicherten Anleihen nicht mehr neu investiert wird. Nach 3 Monaten (ab September) erhöht sich das Volumen auf 90 Milliarden US-Dollar pro Monat.

Jerome Powell äußerte sich auf Nachfrage eines Journalisten dahin gehend, dass das Komitee im Allgemeinen von einer monatlichen Erhöhung der Leitzinsen um jeweils 0,50 Prozent ausgeht. Allerdings sollten Marktteilnehmer im Juli nochmals mit einer Erhöhung um 75 Prozentpunkte rechnen (die auch so kam).

Solange sich die Inflation nicht abschwächt, wird die US-Notenbank weiterhin kräftig die Zinsen steigern. Dabei sollten Anleger aber nicht die Inflationsentwicklung auf Jahressicht berücksichtigen, sondern die monatliche Entwicklung. In den Medien wird häufig die Jahresbetrachtung zugrundelegt.

Dabei handelt es sich um die Entwicklung der Inflation im Vergleich zum Vorjahresmonat. Beispiel: Das Preisniveau von Juli 2021 wird mit dem von Juli 2022 verglichen. Die FED berücksichtigt bei ihren Entscheidungen jedoch stark die monatliche Betrachtung, das heißt, wie entwickelt sich das Preisniveau von Monat zu Monat, etwa von Juni 2022 zu Juli 2022.

Welche Zins-Entscheidung erwartet der Markt im November 2022?

fed zinsen november prognose

Der Markt erwartet im November 2022 mehrheitlich einen Leitzins zwischen 375 und 400 Basispunkten. Quelle: cmegroup.com. Mit einem Klick die Grafik vergrößern.

Wie auf der Grafik zu sehen ist, erwartet die Mehrheit der Marktteilnehmer, dass der Leitzins im November zwischen 375 und 400 Basispunkten liegen wird. 34 % der Befragten erwartet einen Zins zwischen 3,50 und 3,75 %, während 66 % der Befragten den Zins zwischen 3,75 und 4,00 % sieht.

Das wäre vom aktuellen Niveau aus (3,00 – 3,25 Prozent) eine Erhöhung um 0,50 respektive 0,75 Prozent. Da sich der Arbeitsmarkt als robuster erweist, als gedacht sowie die Inflation nicht so signifikant sinkt, wie erhofft, könnte die Fed eine Zinserhöhung um 0,75 % tätigen.

Im Dezember könnte laut Konsens die Fed den Leitzins nochmals um einige Prozentpunkte anheben. Die Marktteilnehmer erwarten für das Jahr 2023 einen Leitzins in den USA zwischen 4,00 und 4,50 %. Von Senkungen gehen im Moment nur die wenigsten Befragten aus.

Wertpapierkaufprogramm der Fed wird eingestellt

Im Zusammenhang mit dem Fed Zinsentscheid stellte die Notenbank bereits ihr Wertpapierkaufprogramm ein, welches in der Pandemie gestartet wurde. Damit strafft die Notenbank ihre Geldpolitik weiter.

Ob auch die EZB diesen Weg mitgeht, ist bisher offen.

Zwischen dem Ende des sogenannten Taperings und der Zinswende in den USA lag nur wenig Zeit liegen. Dies hat den Hintergrund, dass nicht nur die Inflation hoch ist, sondern sich auch der Arbeitsmarkt hervorragend entwickelt.

Allein im Januar stellten die Unternehmen in den USA laut des Arbeitsministeriums 467.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Dies war nicht nur deutlich mehr, als von Experten erwartet wurde, sondern mehr als doppelt so viel wie im Vormonat.

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Die Arbeitslosenquote stieg dennoch leicht auf vier Prozent. Zwar haben weniger als 6 Millionen Menschen in den USA keinen Job und damit etwas mehr als vor der Coronapandemie. Dennoch herrscht in weiten Teilen der Wirtschaft ein Mangel an Arbeitskräften.

Die FED geht das Risiko ein, dass die Arbeitslosigkeit steigt und nimmt das bewusst in Kauf.

Zudem stiegen die Löhne in den USA seit Jahresbeginn um fünf Prozent. Dies ist aber noch immer weniger als der Anstieg bei der Inflation. Weiterhin zeigen sich auf dem US-Arbeitsmarkt derzeit

  • freiwillige Kündigungen
  • Lohnanstiege und
  • Hinweise auf Vollbeschäftigung.

Fed Zinsentscheidung

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Realzins entwickelt sich negativ

Der Realzins ist zudem aufgrund der hohen Inflationsrate sehr negativ. Zudem verfolgt die Fed weiter eine vergleichsweise lockere Geldpolitik und ebenso wie von der EZB wird schon länger ein Eingreifen gefordert.

Allerdings besteht auch die Sorge vor Unruhe an den Märkten, wenn die Fed die Erhöhung des Leitzinses weiter fortführt. Schon im Januar beschleunigte sich das Tempo beim Abbau der Wertpapierkäufe der Notenbank um das Doppelte auf 30 Milliarden Dollar. Dieses Vorgehen ist als Tapering bekannt und soll im März enden.

Damit waren ab diesem Zeitpunkt Zinserhöhungen möglich und mit dem Fed Zinsentscheid geht wohl auch ein Reduzieren der Bilanz einher. Dieses soll aber erst nach den ersten Zinserhöhungen richtig in Angriff genommen werden.

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Abbau der Bilanz in Angriff nehmen

Während der Pandemie wuchs die Bilanz der Fed durch diverse Hilfsprogramme für die US-Wirtschaft auf knapp neun Billionen Dollar an und gilt damit als aufgebläht. Es soll bereits einen Plan zur Reduzierung des Portfolios geben. Die Notenbank hat hierzu aber noch keine Einzelheiten oder einen genauen Zeitplan bekannt gegeben.

Die Reduzierung der aufgeblähten Bilanz wird den Märkten Liquidität entziehen und muss daher gut geplant erfolgen. Ein überraschendes Vorgehen könnte Unruhe an den Märkten sorgen.

Unter anderem hat die Fed zahlreiche Staatsanleihen und Hypothekenpapiere gekauft. Sogar in der Finanzkrise 2008 umfasste die Bilanzsumme nur ein Zehntel der heutigen Summe.

Denkbar ist aber, dass die Reduzierung der Bilanz ab Herbst beginnt. Damit wird es wohl auch in den kommenden Monaten genug Liquidität an den Märkten geben. Beobachter gehen im Übrigen weiter davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr viermal um je 0,25 Prozent erhöhen wird.

Eine Zinserhöhung wurde schon seit langer Zeit erwartet, daher war Ende Januar, als die Fed ihre Pläne kommunizierte, an den Märkten Erleichterung zu spüren. Wichtige Indizes wie der

  • Dow Jones
  • der S&P 500 und
  • der Nasdaq

bauten ihre Gewinne aus. Der erwartete Fed Zinsentscheid für März ist wohl schon in den Aktienkursen eingepreist.

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Inflation in den USA steigt weiter

Der US-Arbeitsmarkt entwickelt sich gut, aber bei der Inflation muss die Fed wohl aktiv werden. Wird der Leitzins erhöht, bremst dies wohl die Inflation. Dies könnte aber auf der anderen Seite auch die Konjunktur bremsen.

Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise in den USA um sieben Prozent. Dies war der höchste Stand seit 1982. Die Jahresinflation war 2021 so hoch wie seit 1990 nicht mehr.

Unter anderem wurden Autos und Hotelübernachtungen deutlich teurer. Bei den Energiepreisen entspannte sich die Preissituation zuletzt etwas. Diese Zahlen erhöhten im Januar den Druck auf die Notenbank, die eigentlich eine Inflation von zwei Prozent anstrebt.

Zwischenfazit zum Fed Zinsentscheid

  • Massive Leitzinserhöhungen der Fed in diesem Jahr erwartet
  • erste Erhöhung war im März
  • Inflation in den USA steigt
  • US-Arbeitsmarkt entwickelt sich gut
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USA spürt wirtschaftliche Folgen der Pandemie

Die USA haben wie viele andere Länder auch weiter mit den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu kämpfen. In dieser Zeit beließ die Fed den Leitzins bei null und brachte viel Geld auf die Märkte. Unternehmen konnten so weiter investieren und neue Jobs schaffen. Diese Liquidität soll nun nach und nach zurückgefahren werden, was dann auch die Inflationsrate senken soll.

Dennoch geben die US-Bürger primär Präsident Joe Biden die Schuld an der hohen Inflation. Der Zeitpunkt könnte nicht ungünstiger sein, denn im Herbst stehen in den USA die Midterm Elections an.

Steigen die Zinsen in den USA, werden der Dollar, genauer gesagt Anlagen in den Dollar, für Anleger aus der EU wieder attraktiver. Anleger investieren ohnehin am liebsten dort, wo die Renditen am höchsten sind. Die Renditen in den USA könnten daher bald für viele Anleger wieder attraktiv erscheinen.

Auch auf den Euro-Dollar-Kurs hat die Fed Zins-Entscheidung Auswirkungen. Wird der Dollar stärker und der Euro günstiger, so könnten Importe aus Europa in den USA mehr gefragt sein. Auch die deutsche Wirtschaft könnte davon profitieren. Allerdings werden Importe aus den USA oder in US-Dollar notierte Produkte teurer. Dazu gehören auch Rohstoffe, wie Öl.

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Reagiert auch die EZB?

Die kanadische Zentralbank hat im Januar den Leitzins noch nicht angehoben, was an den Märkten in dieser Form erwartet worden war. Allerdings deutet auch die kanadische Notenbank an, dass es bald zu einer Zinserhöhung kommen könnte.

Hierzulande setzen viele wohl noch auf Abwarten und gehen davon aus, dass die Inflationsrate langfristig wieder sinkt. Zudem gehen die Auswirkungen der Pandemie in vielen Branchen zurück, beispielsweise mit Blick auf Lieferengpässe.

Ferner ist die Hoffnung groß, dass sich zum Frühjahr hin und spätestens im Sommer die Corona-Lage deutlich verbessern wird. Viele Unternehmen haben weiterhin gut gefüllte Auftragsbücher und hoffen, diese Aufträge bald abarbeiten zu können. Ein Treiber der Inflation scheinen aber die weiter hohen Energiepreise zu sein.

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Inflation in der EU steigt

Dennoch kann es optimal sein, dass die EZB nach der Fed Zins-Entscheidung nicht mehr lange bis zu einem ähnlichen Schritt warten kann. Noch zögert dies Europäische Zentralbank aber.

Zuletzt stieg die Inflationsrate in der EU auf einen Höchststand von über 8 Prozent. In einigen Staaten ist die Teuerungsrate noch höher. Im Dezember war die Inflationsrate noch etwas geringer und Experten gingen von einem weiteren Rückgang aus.

Auch die EZB strebt eine Inflationsrate von etwa zwei Prozent an, hat dieses Ziel aber vor einiger Zeit gelockert. Bisher vertraten die europäischen Notenbanker die Auffassung, dass eine Erhöhung des Leitzinses frühestens 2023 erfolgen könnte, um die Erholung der Wirtschaft in der EU nach der Coronapandemie nicht zu gefährden.

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Damit wird die Fed wohl nicht bei jeder ihrer Sitzungen in diesem Jahr die Zinsen erhöhen. Alle zwei Monate könnte es in diesem Jahr aber soweit sein. Auf einigen Sitzungen gibt die Fed zudem einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Geldpolitik.

Allerdings wollte Fed-Chef Jerome Powell zuletzt auch nicht komplett ausschließen, dass es bei jeder Sitzung in diesem Jahr zu einem Fed Zinsentscheid kommen könnte. Die Fed blickt bei ihren Entscheidungen, insbesondere auf die weitere Entwicklung der Konjunktur und die anhaltenden Unsicherheiten aufgrund der Pandemie.

Fed Zinsentscheid

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Wie sollten Anleger vorgehen?

  1. Weitere Entwicklungen beobachten
  2. Wirtschaftskalender nutzen
  3. Rund um Fed Zinsentscheid Termine die Märkte beobachten
  4. bei Handelsentscheidungen gegebenenfalls auf aktuelle Entwicklung reagieren

Weitere Entwicklung des Leitzinsen in den USA

Spätestens seit Ende Januar 2022 ist klar, dass die Fed in den USA auf die hohe Inflation und den gut laufenden Arbeitsmarkt reagiert und ab März schrittweise den Leitzins erhöht. Derzeit werden weitere Erhöhungen erwartet, wobei es im September zu einem Zinsschritt von 0,75 % kam. Im November wird derzeit ebenfalls ein weiterer Zinsschritt um 0,75 % erwartet.

Im Dezember könnte es zu einer weiteren Erhöhung um 0,50 % kommen.

Für 2023 erwarten Marktteilnehmer einen Zinssatz zwischen 4,00 und 4,50 Prozent. Mitunter gibt es aber auch Prognosen, dass die Zinsen dann aufgrund einer Rezession wieder gesenkt werden. Dem widersprach die Fed jedoch mit Nachdruck.

Das sogenannte Tapering, also das Zurückfahren des Corona-Wertpapierkaufprogramms, endete im März. Danach war der Weg frei für Zinserhöhungen.

Mit dem Fed Zinsentscheid geht auch ein Abbau der aufgeblähten Bilanz einher. Damit startete die Fed bereits und will den Abbau ab Herbst 2022 noch beschleunigen.

Die Fed reagiert mittlerweile energisch auf die hohe Inflation in den USA. Zudem entwickelt sich der dortige Arbeitsmarkt weiter gut und das Ziel der Vollbeschäftigung könnte bald erreicht sein.

Das wiederum bedeutet aber, dass die Inflation weiter steigt, was die Fed verhindern möchte.

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