SUSE IPO: Nächster großer Börsengang in Deutschland

Das Software-Unternehmen SUSE hat angekündigt, noch im zweiten Quartal dieses Jahres an die Börse zu gehen. Der SUSE IPO wäre damit der dritte große Börsengang in Deutschland in diesem Jahr. Durch die Ausgabe von neuen Aktien will das Unternehmen rund 500 Millionen Dollar (etwa 415 Millionen Euro) einnehmen.

Suse IPO

Das SUSE Logo; Bildquelle: brand.suse.com

Wie das Unternehmen am gestrigen Montag, dem 26. April 2021, bekannt gab, strebt Suse (Eigenschreibweise SUSE) noch im zweiten Quartal dieses Jahres einen Börsengang an. Möglicherweise wäre der Suse IPO sogar schon im Mai, da es in der Regel von der Ankündigung bis zum Börsengang höchstens vier Wochen dauert.

Das Unternehmen aus Nürnberg ist wahrscheinlich nur den wenigsten Anlegern bekannt. Dennoch könnte der Börsengang einen Milliardenertrag bringen und würde damit zu den größten Börsengängen Deutschlands im IPO Kalender 2021 gehören. Geplant ist, dass der IPO von Suse sowohl als öffentliches Angebot als auch als Privatplatzierung erfolgt.

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SUSE IPO: Alt-Aktionär verkauft seinen Bestand

Einerseits sollen durch den Suse IPO neue Aktien emittiert werden. Das Geld, welches durch die Neuemission eingenommen wird, fließt direkt dem Unternehmen als frisches Kapital zu. Hier rechnet das Unternehmen mit Einnahmen in Höhe von 500 Millionen Dollar (rund 415 Millionen Euro bei einem Wechselkurs von 1,205).

Andererseits besteht ein Teil des Aktienpakets, welches den Weg an die Börse findet, aus Papieren des bisherigen Aktionärs. Dieses Geld fließt demnach direkt dem bisherigen Aktionär zu.

Manche Anleger denken, dass jede Aktiengesellschaft (AG) automatisch an der Börse notiert ist. Dem ist aber nicht so. Bei einer AG handelt es sich lediglich um eine Rechtsform. Nur wenn das Unternehmen neues Kapital direkt am Kapitalmarkt aufnehmen will oder die Aktionäre es möchten, dass die Aktien allgemein gehandelt werden können, beschließen sie einen Börsengang.

Suse hat nach Angaben der Nachrichtenagentur eine aktuelle Bewertung von etwa 5 bis 8 Milliarden Euro. Beim Suse Börsengang werden zwischen 20 und 30 Prozent der Aktien gelistet. Wenn man eine Bewertung von 7 Milliarden Euro und einen Prozentsatz von 25 Prozent annimmt, dann würden beim Suse IPO 1,75 Milliarden Euro eingenommen werden, wobei nur circa 415 Millionen Euro direkt dem Unternehmen zufließen.

Es ist jedoch noch nicht bekannt, wie viele Aktien der bisherige Großaktionär, die Private-Equity-Gesellschaft EQT, an die Börse bringen will. EQT hatte Suse Mitte 2018 für 2,5 Milliarden Dollar übernommen. Sicher ist nur, dass EQT auch weiterhin größter Aktionär bleiben will.

Weiterhin ist geplant, mittels eines Mitarbeiter-Aktien-Programms eine weitere Emission durchzuführen. In diesem Fall könnten Mitarbeiter beispielsweise einen Teil ihres Gehalts in Suse Aktien ausbezahlt bekommen, sogenannte Belegschaftsaktien.

Suse IPO

Wer oder was ist SUSE eigentlich?

Nur den wenigsten Lesern dürfte das Unternehmen Suse bekannt sein. Bei SUSE handelt es sich um eine Akronym für: Software und System-Entwicklung. Der Sitz des Unternehmens ist in Nürnberg. Die Gründung erfolgte im Jahr 1992.

Gemäß eigenen Aussagen ist Suse: „weltweit führend auf dem Gebiet echter Open Source-Innovation und arbeitet gemeinsam mit Partnern und Communities, um zuverlässige und robuste Open Source-Softwarelösungen bereitzustellen und zu unterstützen. Unsere Spezialität sind Lösungen für Enterprise-Linux-Betriebssysteme, Container-Management und Storage sowie Edge.”

Mehr als 60 Prozent der 500 weltweit größten Firmen arbeiten mit Anwendungen und Systemen von Suse. In einem Interview mit dem Handelsblatt erwähnte Suse-Chefin Melitta Di Donato, dass Suse mit 9 der 10 weltweit größten Händler zusammenarbeite.

Zudem setzen die 10 größten Autobauer, die größten Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrttechnik sowie der Pharmabranche auf Lösungen aus dem Hause Suse. Suse ist demnach global aktiv.

Suse Börsengang

Quelle: suse.com

Der bereinigte Umsatz im Geschäftsjahr 2019/2020 betrug etwas mehr als 500 Millionen Dollar. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres (endete am 31. Januar 2021) konnte Suse bereits einen Umsatz von 134 Millionen Dollar vorweisen.

  • SUSE ist ein international tätiges Software-Unternehmen
  • Hauptprodukte sind Linuxdistributionen sowie die Wartung dieser Produkte
  • Gründung erfolgte 1992; Sitz befindet sich in Nürnberg
  • Bekanntestes Produkt für Geschäftskunden: SUSE Linux Enterprise Server
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Wofür wird das Geld aus dem Suse IPO genutzt?

Melissa Di Donato, CEO von Suse, sagt über das Ziel des bevorstehenden Suse Börsengangs in einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens Folgendes:

„Der geplante Börsengang gibt uns die strategische und finanzielle Flexibilität, mit der wir unsere langfristige Unabhängigkeit sichern können.”

Diese Aussage ist wenig aussagekräftig. Selbstverständlich kann ein CEO in der Kürze nicht auf tiefe Details eingehen. Glücklicherweise werden in derselben Mitteilung des Unternehmens noch ein paar konkretere Angaben gemacht.

So sollen durch die Einnahmen aus dem Suse IPO (Ziel: 500 Millionen Dollar) die Verbindlichkeiten des Unternehmens zurückgefahren werden. Der Verschuldungsgrad soll dabei auf 3,25x Nettoverschuldung / LTM Jan 21 bereinigtes Cash EBITDA reduziert werden.

Suse Aktie

Wo Suse Aktien kaufen?

Noch können Anleger keine Suse Aktien kaufen. Das ist logischerweise erst nach dem Suse Börsengang möglich. Entweder haben Anleger die Möglichkeit, direkt beim IPO mit dabei zu sein (hier sollten Interessenten den IPO Kalender ihrer Depotbank checken). Oder aber Anleger kaufen Suse Aktien, nachdem sie an der Börse gelistet sind.

  • Aktien direkt beim Suse IPO zeichnen
  • Alternative: Suse Aktien nach dem Börsengang kaufen
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Wie sind die Geschäftsaussichten für Suse?

Die Branche in der Suse tätig ist, wächst mit circa 17 Prozent im Jahr. Das ist genau das Wachstum, mit dem Suse seine Umsätze ebenfalls steigern konnte. Melissa Di Donato meinte in diesem Zusammenhang, dass man jedoch stärker als der Markt wachsen will. Möglich soll das unter anderem durch weitere Übernahmen werden.

Suse profitiert vom globalen Trend hin zu Cloudbasierten Lösungen. Denn ein wesentlicher Unternehmensbestandteil sind eben genannte Lösungen für Geschäftskunden, ihre Softwareanwendungen in Zukunft Cloudbasiert zu nutzen.

Infografik: 2020 überholt die Cloud lokale Speichermedien | Statista Quelle: Statista

Zusammenfassung: Näherer Blick lohnt sich auf jeden Fall

Durch den Suse IPO will das Unternehmen 500 Millionen Dollar einnehmen. Mit diesem Kapital sollen die Finanzverbindlichkeiten reduziert und weitere Übernahmen getätigt werden. Durch die Reduzierung der Schulden hat das Unternehmen weitere Mittel zur Verfügung um unabhängige Entscheidungen zu tätigen und in die Zukunft zu investieren.

Obwohl das Unternehmen Suse vermutlich nur den wenigsten Anlegern bekannt sein dürfte, so lohnt sich ein genauerer Blick in jedem Fall. Die weltweit größten Unternehmen arbeiten mit Lösungen der auf Linux basierten Software.

Suse Aktien kaufen können Investoren entweder direkt beim IPO (durch Zeichnung) oder einfach nach dem Börsengang. Geplant ist der Börsengang in Frankfurt.

Bilderquelle:

  • shutterstock.com
  • suse.com

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