Aktien

Für wen eignet sich der Aktienhandel & welche Hürden gibt es?

Für wen eignet sich der Aktienhandel?

Der Aktienmarkt eignet sich zu Spekulationszwecken genauso wie zur langfristigen Vermögensanlage und zum Aufbau eines Portfolios über regelmäßige Käufe oder Aktiensparpläne. Steht die Spekulation im Vordergrund, muss eine gewisse Bereitschaft zum Risiko und zur Inkaufnahme von Verlusten vorhanden sein. Langfristige Engagements erfordern einen entsprechenden Zeithorizont von mindestens fünf, besser jedoch zehn Jahren.

Mythos: Aktien sind für junge Anleger ideal

Dass sich Aktien aufgrund des langfristigen Zeithorizontes besonders für junge Anleger eignen darf als Beratungs-Mythos eingestuft werden. Gerade in jungen Jahren sind Aktien häufig die falsche Wahl: Wenn Sie in wenigen Jahren den Einzug in ein Eigenheim und die Gründung einer Familie planen, sollten Sie das dafür angesparte Kapital nicht in den Aktienmarkt investieren. Im schlimmsten Fall verzögert eine ausgeprägte Baisse ansonsten Ihre Pläne um Jahre – und dann lohnt sich der Kauf eines Hauses aus verschiedenen Gründen weniger.

Ebenso falsch ist die Annahme, der Aktienhandel sei nicht für die „besten Jahre“ geeignet. Im Alter von 50, 60 oder 70 Jahren steht oft genügend freies Kapital zur Verfügung, dass weder für die grundlegende Absicherung des Ruhestands noch für eine Familiengründung benötigt wird. Soll Geld im Sinne der eigenen Nachkommen gewinnbringend angelegt werden, spricht ebenfalls nichts gegen den Aktienmarkt.

Aktienmarkt mit abgebremstem Risiko?

Euro Boot in GefahrKurzfristige Spekulation und langfristige Vermögensanlage sind als Motivation für den Einstieg in den Aktienmarkt strikt zu unterscheiden. Der kurzfristige Handel zielt auf das Ausnutzen vorübergehender Trends bis hin zum Daytrading ab. Auch bei einer sehr eng angesetzten Strategie zur Verlustbegrenzung sind die Risiken aufgrund der Vielzahl der Transaktionen höher als bei einem langfristigen Engagement.

Ob der Aktienmarkt eine gute Adresse ist, hängt auch vom sonstigen Portfolio ab. Das typische deutsche Portfolio besteht aus Eigenheim und Lebensversicherung und wird durch ein Aktienportfolio deutlich aufgewertet. Lebensversicherung und selbst genutzte Immobilie sichern das persönliche Existenzminimum, Aktien können die Erträge deutlich erhöhen und langfristig neue Spielräume eröffnen.

Einige Strategien ermöglichen Investitionen in den Aktienmarkt mit verringertem Risiko. Viele dieser Strategien lassen sich durch Anlagezertifikate umsetzen. So gewährleistet ein Garantiezertifikat die vollständige Rückzahlung der Einlage am Laufzeitende und ermöglicht zugleich eine Beteiligung an Kursgewinnen des Aktienmarktes. Ob solche Produkte sinnvoll sind, hängt auch von der Marktsituation ab.


Wie kompliziert ist der Aktienhandel für Privatanleger heute noch?

Aktienhandel ist nicht komplizierter als Onlinebanking

Die Zutrittshürden zum Aktienhandel sind für Privatanleger heute nicht mehr höher als die zum Onlinebanking. Broker nehmen Wertpapierorders vergleichbar mit einfachen Banküberweisungen über geschützte Kundenportale entgegen und leiten sie an die Börse weiter. Die Autorisierung von Orders erfolgt zumeist über PIN/TAN-Kombinationen wie im Onlinebanking. Bei Vollbanken, die sowohl Zahlungsverkehr als auch Wertpapierhandel anbieten, sind Depot und Verrechnungskonto häufig als Unterkonto des Girokontos angelegt. Für den Aktienhandel sind somit keine besonderen technischen Kenntnisse oder Voraussetzungen notwendig.

Pauschale Besteuerung durch den Broker

Hand mit StempelAuch im Hinblick auf die Besteuerung ergeben sich keine nennenswerten Hürden. Sowohl Dividendenzahlungen als auch Kursgewinne unterliegen seit 2009 der pauschalen Abgeltungssteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.

Die Steuer wird direkt durch Bank bzw. Broker berechnet, einbehalten und mit abgeltender Wirkung an das Finanzamt abgeführt.

Ausnahmen ergeben sich lediglich bei Brokern mit Sitz im Ausland und persönlichen Einkommenssteuersätzen unterhalb von 25 %.

Auch die Kapitalanforderungen an Privatanleger sind überschaubar. Die meisten Onlinebroker eröffnen Depots ohne Mindesteinlage. Einige verlangen allerdings zusätzliche Gebühren, wenn der Depotbestand 5.000 - 10.000 € unterschreitet. Diese Größenordnung gilt als sinnvolle Mindestkapitalisierung für den Handel mit Aktien.

Für den Handel mit Hebelprodukten reichen etwa 1.000 - 2.000 € prinzipiell aus, CFDs und Binäre Optionen können bereits ab dreistelligen Einlagen gehandelt werden.

Software und Basisinformationen werden gestellt

Die meisten Broker statten ihre Online-Plattformen mit diversen Funktionen für den Aktienhandel aus. Dazu zählen Charting-Tools, Watchlisten, Optionsscheinrechner, Derivate-Suchtools, Stammdaten zu Wertpapieren und eine zeitnahe Kursversorgung.