Price Action

Price Action Trading bezeichnet Tradingstile, bei denen Handelsentscheidungen auf der Grundlage vorangegangener Kursbewegungen (Price Actions) erfolgen. Da das auf die gesamte Technische Analyse zutrifft, ist eine weitere Abgrenzung erforderlich.

Price Action Trading lässt sich der visuellen Chartanalyse zuordnen und verzichtet weitgehend auf den Einsatz von Indikatoren. Die Bandbreite der konkreten Handelsansätze ist dabei so groß wie jene der visuell erkennbaren Kursmuster.

Ein einfaches Anwendungsbeispiel ist in der Abbildung unten zu sehen:

Ein Trendkanal. Wurde ein signifikanter, d.h. möglichst oft durch den Markt getesteter Trendkanal identifiziert, kann dieser für Handelsentscheidungen in mehrere Richtungen genutzt werden.

Für einen Aufwärtstrendkanal bedeutet dies:

  1. Notiert der Markt im unteren Bereich des Trendkanals, wird eine Longposition eröffnet (Handel in Richtung des Trends)
  2. Notiert der Markt im oberen Bereich des Trendkanals, wird eine Shortposition eröffnet (Handel gegen die Richtung des Trends)
  3. Wird der Trendkanal nach unten durchbrochen, wird eine Shortposition eröffnet
Screenshot: Trendkanal im DAX (Software: Guidants)

Screenshot: Trendkanal im DAX (Software: Guidants)

Ein weiteres Anwendungsbeispiel von Price Action Trading sind Widerstände und Unterstützungen. Ist ein signifikanter Widerstand erkannt, kann kurz unterhalb des Widerstands eine Shortposition eröffnet werden, um von dem erwarteten Rücksetzer zu profitieren. Kurz oberhalb des Widerstands könnte eine Stop Buy Order im doppelten Volumen der Shortposition platziert werden.

Kommt es dann zum Bruch des Widerstands, wird die Shortposition glattgestellt und gleichzeitig eine Position in Richtung des Ausbruchs eröffnet, die Position somit gedreht.

Klassische Chartformationen fallen ebenfalls in den Definitionsbereich des Price Action Tradings. Positionen werden hier eröffnet, wenn Formationen sich vollenden. Das ist bei Schulter-Kopf-Schulter-Formationen z. B. bei einem Bruch der Nackenlinie der Fall, bei Dreiecken liegt die Vollendung bei einem Ausbruch mit hinreichendem Abstand zur Spitze vor.

Price Action Trading steht ebenso wie die gesamte visuelle Chartanalyse in einer Konkurrenzsituation zum algorithmischen Trading, bei dem Handelssignale vollständig durch Computer erkannt werden. Die Erkennung von Trendkanälen, Kursformationen, Retracements und Candlestick Formationen ist ebenfalls über Software zur Chartmustererkennung möglich. Die erkannten Formationen werden allerdings stets manuell überprüft und gefiltert.