Warum ETF einen Börsencrash auslösen können

Wenn die Märkte wieder volatiler werden, beschäftigen sich Investoren mit dem Thema Börsencrash etwas intensiver. Neben der Frage, wann es wohl zu einem Absturz kommen könnte, spielt noch ein zweiter Faktor eine wichtige Rolle: Was könnte der Auslöser dafür sein, dass es künftig einmal stark bergab gehen wird? Potenzielle Faktoren sind schnell gefunden, wie etwa politische Spannungen oder drohende Handelskriege. Aber warum ETF einen Börsencrash auslösen können, hat sich bisher vermutlich kaum jemand gefragt. Müssen sich ETF-Investoren diesbezüglich Sorgen machen?

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Immer mehr Kapital fließt in ETFs

Ein Börsencrash durch ETF – ist das möglich? Für die Börsen könnte tendenziell problematisch sein, dass immer mehr Kapital in ETFs (Exchange Traded Funds) fließt. Einerseits ist es natürlich positiv, dass immer mehr Menschen an der Entwicklung eines Marktes partizipieren wollen. Hieraus ergibt sich aber auch ein Problem. Denn wie erwähnt, fließen Monat für Monat enorme  Summen in diesen Markt. Im Jahr 2018 flossen rund 5,2 Billionen Dollar in ETFs.

Eben diese Größenordnung birgt eine Gefahr für die Börsen. Denn derart große Geldmengen können die Märkte ins Wanken bringen. Vorsichtige ETF-Investoren könnten sich schon bei einem Hauch von Panik aus ETFs zurückziehen und die Indizes auf der ganzen Welt mit hinunterziehen. Die einfache Möglichkeit, von einer Investition in Exchange Traded Funds zu profitieren, würde in diesem Fall genau gegenteilig wirken und sogar für eine breite Hysterie sorgen.

Die Frage, ob ein ETF Börsencrash auslösen kann, lässt sich an dieser Stelle zwar nicht eindeutig beantworten. Allerdings kann in dieser Assetklasse durchaus ein „Brandbeschleuniger“ in schwierigen Marktphasen schlummern.

Warum ETF einen Börsencrash auslösen können

Synthetisch replizierende ETFs

Gibt es einen weiteren Grund, warum ETF einen Börsencrash auslösen können? Im Extremfall können die in synthetisch replizierenden ETFs investierten hohen Beträge (Absicherungsgeschäfte mit Swaps) für Verwerfungen sorgen, falls ein Swap-Partner ausfällt. Es würde zu einer Kettenreaktion kommen. Andersherum geht der Trend jedoch weg von synthetischen Fonds hin zu Exchange Traded Funds, die den zugrundeliegenden Index wirklich physisch nachbilden.

Darüber hinaus wurde für die Verwendung von Swaps eine Obergrenze von zehn Prozent des verwalteten Vermögens eines Indexfonds eingeführt. Das heißt, dass die Emittenten das Risiko minimieren wollen. Anleger, die auf Nummer Sicher gehen wollen, können weiterhin aber zum Beispiel statt eines DAX ETF zunächst die einzelnen DAX Werte kaufen und auf diesem Wege den Index „nachbauen“. Aufgrund der stetig fallenden Transaktionskosten ist dies mittlerweile schon bei kleinen Anlagebeträgen ratsam, da die Kosten prozentual zum investierten Geld sinken.

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Was ist ein ETF eigentlich?

Um zu verstehen, wie viel Potenzial in Exchange Traded Funds steckt und um noch mehr auf die Frage „Warum ETF einen Börsencrash auslösen können“ einzugehen, ist eine Erläuterung der „börsengehandelten Fonds“ notwendig. Bei ETFs handelt es sich um Investmentfonds, die die Kursentwicklung eines Index im Verhältnis 1:1 nachbilden. Deshalb werden sie häufig auch als Indexfonds bezeichnet. Bekannte Indizes sind zum Beispiel der DAX, der S&P 500 und der Dow Jones.

Warum ETF einen Börsencrash auslösen kann

ETFs sind günstiger als aktiv gemanagte Fonds

Anders als aktive Fonds werden ETFs passiv gemanagt. Sie sind oft genauso zusammengesetzt wie der Index, den sie nachbilden. Daher benötigen sie keine große Anzahl an Vermögensmanagern. Hieraus ergibt sich ein weiterer Vorteil: In den meisten Fällen sind ETFs deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Pro Jahr werden bei aktiven Fonds mehrere Prozent fällig. Dagegen liegt die Gesamtkostenquote (TER; Total Expense Ratio) bei Exchange Traded Funds oftmals unter einem Prozent. Anleger müssen außerdem keinen Ausgabeaufschlag zahlen. Investoren sparen mit ETFs im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds über einen längeren Zeitraum somit viel Geld. Zwar können ETFs aufgrund ihrer Natur die Marktperformance nicht schlagen, sie schneiden gleichzeitig aber auch nicht schlechter ab.

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Für Kleinanleger ideal

ETFs bieten gerade für Kleinanleger häufig die beste Möglichkeit, an einem Trend oder Markt teilzuhaben. Die Vorteile: Sie sind diversifiziert, transparent, kostengünstig und flexibler beim Kaufen und Verkaufen als Fonds mit Haltedauer. Natürlich sind auch ETFs nicht gänzlich ohne Risiko, die Anleger tragen aber nur das Risiko des Marktes oder des Sektors, der vom ETF abgebildet wird. Anders als Einzelaktien ist das Risiko je nach ETF damit auf mehrere hundert oder tausend Werte gestreut.

ETFs sind in verschiedenen Varianten verfügbar. Während einige die gängigen Indizes abbilden, spezialisieren sich andere auf bestimmte Einzeltitel oder einen Sektor. ETFs gibt es auch für Anleihen und Rohstoffe. Exchange Traded Funds synthetischer Natur erlauben es Investoren sogar, mit einem Hebel auf Wertpapierkörbe oder Indizes zu spekulieren. Bei ETFs lassen sich, wie auch bei aktiv gemanagten Fonds, thesaurierende und ausschüttende Fonds unterscheiden.

Warum ETF einen Börsencrash auslösen können

Vom Nischenprodukt zum Billionen-Dollar-Markt

In den letzten Jahren ist kaum eine andere Investment-Branche so gewachsen wie der ETF Markt. Das weltweit von ETFs verwaltete Vermögen hat sich seit 2009 von ungefähr einer Billion Dollar auf mehr als fünf Billionen Dollar verfünffacht. Damit werden die Indexfonds für die klassische Fonds-Branche zu immer größeren Konkurrenten. Den Analysten von Moody‘s zufolge sollen passiv gemanagte Fonds in den USA bis zum Jahr 2024 auf einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent an sämtlichen von Fonds gehaltenen Assets kommen.

Die größten ETFs sind, sogar im Vergleich zu großen Börsenkonzernen, wahre Giganten. Einer der größten Indexfonds ist der SPDR S&P 500 ETF, der ein verwaltetes Vermögen von über 273 Milliarden US-Dollar aufweist. Der Vanguard Total Stock Market ETF verfügt über ein Fondsvermögen von 82 Milliarden US-Dollar. Ein Fondsvermögen von rund 61 Milliarden Dollar besitzt der iShares EAFE ETF. Auch der iShares Core S&P 500 ETF, der den S&P 500 Index abbildet, ist mit einem Fondsvolumen rund 36 Milliarden US-Dollar ein sehr großer ETF. Auf immerhin 24 Milliarden Dollar kommt der Vanguard S&P 500 ETF.

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Börsencrash durch ETF? – Ein kurzes Fazit

Ist ein Börsencrash durch ETF möglich? Wie der Name sagt, werden Exchange Traded Funds an der Börse gehandelt. Jeder Anleger kann sein Geld zu jeder Zeit in einen gelisteten Indexfonds investieren, und seine Anteile ebenso einfach und schnell wieder verkaufen. Anders als andere Fonds und Wertpapiere haben ETFs in der Regel keine Mindesthaltedauer. Ob ETFs tatsächlich einen Börsencrash auslösen können, kann nicht eindeutig gesagt werden. Weil Indexfonds bei Anlegern aber zunehmend beliebter werden und enorme Geldmengen in diesen Markt fließen, könnten sich bei auftretenden Marktturbulenzen durchaus Ungleichgewichte im Markt verstärken.

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