Warum ist es so schwer, Gewinne laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen?

Bei Geldanlagen stehen sich viele Trader selbst im Weg. Denn es fehlt nicht nur das notwendige Fachwissen, sondern oftmals spielt auch die Psyche eine große Rolle. Um diesem entgegenzuwirken kann folgendes Motto sehr hilfreich sein: „Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen.“ Doch Trader agieren vielfach genau umgekehrt. Befinden sich Positionen in der Gewinnzone, werden diese so schnell wie möglich verkauft und diejenigen, die Verluste bescheren weiter gehalten.

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Grund dafür ist die menschliche Wahrnehmung, die Gewinne und Verluste unterschiedlich bewertet. Die Wissenschaft hat dieses Phänomen hinreichend untersucht und bewertet. Die Psychologen Daniel Kahnemann und Amos Tversky haben dazu die bahnbrechende Arbeit „Prosekt Theory“ veröffentlicht. In der deutschen Sprache hat sich der Begriff „Neue Erwartungstheorie“ durchgesetzt. Das Buch wurde bereits 1979 veröffentlicht. Im Jahr 2002 gab es für das Konzept den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, da die Erkenntnisse der beiden bahnbrechend sind. Doch warum ist es so schwer, Gewinne laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen?

trader verluste begrenzen

Auch wenn die Börsenweisheit recht anmaßend klingt, gehört sie zu den Urgesteinen des kaufmännischen Handels und damit auch an die Börse. Denn sie besagt nichts anderes, als dass möglichst günstig gekauft und möglichst teuer verkauft werden sollte. Wenn das so einfach ist, warum schaffen es viele Trader nicht, das umzusetzen.

Immer wieder ist davon zu lesen, dass Anleger Klagen gegen Unternehmen am Neuen Markt oder gegen die Telekom anstreben. Wäre die T-Aktie beispielsweise 1997 bei 20 Euro gekauft worden und im Frühjahr 2000 wieder verkauft worden, als die Aktie bei 100 Euro stand, müssten sich heute keine Anwälte den Kopf darüber zerbrechen.

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Viele Trader schaffen es oftmals nicht, früh genug auf den Zug aufzuspringen und verpassen dadurch gute Chancen auf schöne Renditen. Viel schlimmer ist jedoch, dass einige es sogar nicht schaffen, aus diesem Zug wieder auszusteigen. Sie bleiben einfach sitzen. Börsinaner, die erfolgreich Handel betreiben, haben eine Gemeinsamkeit. Sie verfügen über ein sehr gutes Verlustmanagement. Dazu gehört, dass sie die Regel von Verlust begrenzen und Gewinne laufen lassen perfekt beherrschen.

Verluste begrenzen gelingt mithilfe einfacher Möglichkeiten wie Stopps. Einmal bei Börsenexperten geschaut, zeigt sich, dass diese beispielsweise grundsätzlich unterhalb von 10 bis 15 Prozent des eigenen Einstiegskurses einen sogenannten Stopp setzen. Entwickelt sich der Kurs nicht in die gewünschte Richtung und fällt stattdessen auf diese Marke ab, erfolgt ganz automatisch ein Verkauf dieser Aktien. Gerade in volatilen Zeiten, wo die Kurse oft heftig auf negative Nachrichten reagieren, sind Stopps genau der richtige Weg, um Verluste zu begrenzen.

Aktien verluste begrenzen

Der Vorteil einer Loss-Marke besteht in erster Linie darin, dass Trader damit das eigene Gefühl beschwichtigen. Wenn eine Aktie mit Verlust verkauft wird, müssen sich Trader sonst das Zugeständnis machen, dass sie kein Glück hatten und ihre Einschätzung komplett danebenlag. Vielfach fällte es Menschen gemeinhin schwer, Fehler und Schwächen einzugestehen und offenzulegen. Darum haben Anleger oftmals das Bedürfnis, Verlustpositionen weiter zu halten, anstatt diese zu verkaufen. Es wird sich eingeredet, dass sich der Markt irrt und die Aktie garantiert zu einem späteren Zeitpunkt die gewünschte Richtung einschlagen wird.

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Wer allerdings an falschen Ideen festhält, erzeugt in zweifacher Hinsicht großen Schaden. Denn das eingesetzte Kapital hat nicht nur nicht die gewünschten Renditen eingefahren. Vielmehr sorgt der Verlust dafür, dass das Geld, welches in die Verlustbringer investiert wurde, auf der anderen Seite für aktive, möglicherweise gewinnbringende Investments fehlt.

Aber die Investoren, die ihre Verluste im Griff haben, müssen sich trotzdem um ihre Gewinne kümmern und diese pflegen. Allerdings ist Gier dabei der ganz falsche Indikator, wie die alte Börsenweisheit „wer sich reich rechnet, rechnet zwei Mal“ besagt. Die Regel beschreibt das Phänomen, dass Trader sehr gerne Hochrechnungen anstellen, die sich darauf beziehen, wie viel Gewinn in der Woche, im Monat oder sogar im Jahr gemacht werden kann, wenn die Aktie weiterhin den steigenden Kurs beibehält. Natürlich könnten sich tolle Gewinne einstellen. Doch nur mit dem Gedanken an die eventuell zu erwartenden Gewinne kommen keine klugen Entscheidungen zustande.

aktienkurse steigen

Anleger übersehen schlichtweg die warnenden Signale. Durch den Blick nach oben fehlen der Weitblick und das Gespür für das Gewitter, das sich hinter dem Rücken zusammenbraut. Bei steigenden Kursen ist es daher genauso sinnvoll mit Stopps an der Börse zu agieren und diese nach und nach anzupassen. Wird das sukzessive Anpassen nicht durchgeführt und die Verkaufsmarke bleibt unter dem Einstandskurs, gehen Tradern zwischenzeitlich schöne Gewinne verloren oder werden im schlimmsten Fall wieder aufgefressen, bevor die Aktien verkauft werden kann. Darum sollte bei steigenden Kursen die Stopp-Marke immer nach oben angepasst werden. Es gibt etliche Banken und Online Broker, die dafür die Möglichkeit bereitstellen, einen sogenannten „Trailing Stopp“ zu setzen, der automatisch nachzieht, wenn der Kurs weiter steigt.

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Darüber hinaus gibt es auch genug Anleger, die gut laufende Aktien wegen der bereits realisierten Gewinne verkaufen, obwohl die Aktie noch Potenzial nach oben hat. Es wird nach der Devise gehandelt, dass lieber der Spatz in der Hand gehalten werden möchte, als die Taube vom Dach zu bekommen. Grund dafür ist auch das fehlende Sicherheitsgefühl, dass sich mit einem Stopp-Kurs, der nachgezogen wird, gut realisieren lässt.

Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen klingt vielleicht im ersten Moment banal. Trotzdem ist durchaus lohnenswert, einmal innezuhalten, darüber nachzudenken und dem eigenen Handeln an der Börse gegenüberzustellen. Schnell stellt sich die Erkenntnis ein, dass die Handlungsweise gemäß dieser Börsenregel gar nicht so einfach ist. Denn es gilt, den inneren Schweinehund zu überwinden, der verhindert, dass die goldene Regel des Börsenhandels umgesetzt wird.

handel an der börse

Wichtig ist zudem, dass Trader die eigenen Ziele kennen, Entscheidungen überprüfen, Investments streuen und nicht unüberlegt handeln. Ein ständiges hin und her führt nicht zu schönen Renditen. Genauso hilft beim Kauf von Aktien ein klarer Kopf und wacher Verstand. Trader müssen sich im Klaren darüber sein, dass der Handel an der Börse immer mit einem gewissen Risiko behaftet ist. Wer allerdings die vielen, bereitgestellten Funktionen wie beispielsweise die Loss-Marke nutzt, grenzt das Risiko deutlich ein, wenn sich der Kurs anders entwickelt als vermutet. Wer sich zudem umfangreiches Wissen über den Börsenhandel aneignet und es schafft, Gewinne laufen zu lassen und Verluste zu durch Loss-Marken zu begrenzen, wird an der Börse erfolgreich mit Aktien handeln können.

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