Intraday Trading

Intraday Trading

Intraday Trading bezeichnet den taggleichen Kauf und Verkauf von Wertpapieren und wird häufig auch als Daytrading bezeichnet. Daytrader müssen nicht zwingend alle Positionen am Abend schließen – wo dies nicht der Fall ist, werden Positionen jedoch allenfalls für einen Zeitraum von einigen Tagen gehalten.

Intraday Trading Strategien betrachten weniger den übergeordneten Markttrend und fokussieren vornehmlich die innerhalb eines Handelstages auftretenden Trends.

Ein bekanntes Beispiel für Daytrading Strategien ist die Open Range Breakout Strategie.

Screenshot: Open Range Breakout Strategie im DAX

Screenshot: Open Range Breakout Strategie im DAX

Die Open Range Breakout Strategie basiert auf dem Kursverlauf im Zeitraum von 08:00 - 09:15 Uhr eines Handelstages. Die während dieser Zeit auftretende Handelsspanne (also die Distanz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Kurs dieses Zeitraumes) wird als Basis herangezogen.

In der Abbildung oben ist diese Spanne gelb markiert: Sie reicht am betreffenden Handelstag von 11.840 bis 11.920 Punkten.

Die Handelsregeln:

  • Bricht der Markt nach oben aus der Spanne aus, wird eine Longposition eröffnet
  • Bricht der Markt nach unten aus der Spanne aus, wird eine Shortposition eröffnet
  • Bleibt der Markt in der Spanne, wird keine Position eröffnet
  • Als Kursziel (Gewinnmitnahme) dient die zweifache Spanne, vom zum Ausbruchspunkt addiert (long) bzw. davon subtrahiert (short)
  • Das Stopp Loss wird am unteren Ende der morgendlichen Spanne platziert

Die oben zusammengefassten Regeln sind nicht die einzige gangbare Variante der Open Range Breakout Strategie. Insbesondere im Hinblick auf die Bestimmung des Kursziels zur Gewinnmitnahme gibt es unterschiedliche Variationen. Anstelle eines Ausstiegs könnte z. B. bei Erreichen des Exit-Punktes das Stopp Loss auf das entsprechende Niveau angehoben und die Position bei weiter steigenden Kursen noch bis zum Ende des Handelstages gehalten werden.

Die grundlegende Philosophie hinter der Strategie ist aber stets gleich: Es wird davon ausgegangen, dass erst ein Kurs ober- bzw. unterhalb der frühmorgendlichen Spanne genügend Aussagekraft bzgl. der weiteren Tagesentwicklung besitzt. Zugleich wird der frühmorgendlichen Volatilität über die Kurszielbestimmung allerdings zugetraut, Aussagekraft bzgl. des Kurspotenzials an einem Handelstag zu besitzen.

Übrigens: Nicht alle Banken ermöglichen Intraday Trading. Damit Daytrading technisch umsetzbar ist, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

Erstens müssen gekaufte Wertpapiere umgehend im Depot verbucht oder zumindest im Bestand vorgemerkt werden, damit ein Verkauf möglich ist.

Zweitens müssen bei Verkäufen erlöste Gelder umgehend dem Verrechnungskonto gutgeschrieben werden, damit die zum Handel notwendige Liquidität zur Verfügung steht. Banken und Broker erhalten die Auszahlungen von Clearingstellen mit einigen Tagen Zeitverzögerung und müssen ihren Kunden diese Liquidität „vorschießen“. Wer sich für Daytrading interessiert, sollte dies vor einer Depoteröffnung in Erfahrung bringen.