Steht der Bitcoin bald bei über 200.000 US-Dollar?

03.09.2019 - 8 Minuten Lesezeit

Die Nachrichten werden im Moment vor allem durch den Handelskrieg zwischen den USA und China dominiert. Um den Bitcoin ist es dagegen in den vergangenen Wochen wieder etwas ruhiger geworden. Erfahrungsgemäß bieten gerade solche Phasen besonders gute Chancen für einen Anleger bzw. Trader. So sollte man es sich angewöhnen, möglichst antizyklisch zu denken und zu handeln. Daher befassen wir uns im Folgenden mit der Frage, wie groß das Potenzial des Bitcoins ist - einige Experten sehen die Kryptowährung in Zukunft sogar bei über 200.000 US Dollar.

Antizyklisch denken und handeln

Wie wichtig es ist, antizyklisch zu denken zu handeln, zeigt sich gut am Kursverlauf des Bitcoins (BTC). So stand die Kryptowährung zu Beginn des Jahres 2017 noch bei rund 1.000 US Dollar. In den folgenden Monaten gelang es dem BTC, sehr dynamisch anzusteigen und immer weitere Hochs zu erklimmen. So konnte bereits im November 2017 die psychologisch wichtige Marke von 10.000 US Dollar durchbrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt herrschte eine absolute Euphorie unter den Anlegern und man konnte an vielen Stellen lesen, dass der Bitcoin immer weiter steigen werden. Tatsächlich gelang es der Kryptowährung, sich innerhalb nur eines Monats (Dezember 2017) auf knapp 20.000 US Dollar zu verdoppeln. Zu diesem Zeitpunkt gab es auch in den großen Medien kein anderes Thema mehr als den Bitcoin. Dabei meldeten sich auch immer mehr Experten zu Wort, die den Bitcoin in nur wenigen Wochen oder Monaten bei 100.000 US Dollar sahen. Bei solchen Aussagen sollte man als Anleger und Trader immer sehr hellhörig werden. Denn in der Regel kommt es nach so einer Euphorie im Folgenden zu einer Korrektur.

Viele Experten ändern ihre Meinung je nach Marktlage

Beim Bitcoin ließ die Korrektur tatsächlich nicht lange auf sich warten und begann bereits im Januar 2018. Nach den steilen Kursanstiegen des vergangenen Jahres war es auch nicht wirklich überraschend, dass auch die Korrektur sehr stark ausfiel. So konnte man das ganze Jahr über fallende Notierungen beobachten und im Endeffekt gelang es dem BTC erst, sich im Bereich von rund 3.000 US Dollar zu stabilisieren. Zu diesem Zeitpunkt war es in den Medien sehr ruhig um die Kryptowährung geworden. Wenn überhaupt, wurde sehr pessimistisch über den Bitcoin berichtet. Einige prophezeiten sogar das baldige Ende des BTC. Darunter befanden sich auch wieder viele Experten, welche zuvor das Ziel von 100.000 US Dollar ausgegeben hatten… Wie man sieht, kann es daher sehr gefährlich sein, auf solche Aussagen zu vertrauen.

Korrekturen nutzen, um günstig in den Bitcoin einzusteigen

Vielmehr boten gerade die niedrigen Bewertungen des Bitcoins sehr gute Einstiegsmöglichkeiten für Long Trades. Alsbald war dann auch die Korrektur beendet und es kann wiederum zu sehr starken Kursanstiegen. Diese führten den Bitcoin auf knapp 14.000 US Dollar (Juni 2019). Wie man sich vorstellen kann, hatten mittlerweile auch die „Experten“ ihre Meinung wieder geändert: Nunmehr sollte es beim Bitcoin nur noch nach oben gehen. Wie man sieht, wiederholen sich an der Börse bestimmte Muster immer wieder. Daher kam es, wie es kommen musste: Anstelle weiter zu steigen, ging die Kryptowährung zunächst in eine kleinere Korrekturphase über. Daher bieten sich auch Moment wieder gute Einstiege für antizyklisch denkende Anleger und Trader. Allerdings ist es durchaus möglich, dass die Korrektur sich noch weiter fortsetzen wird.

Jedoch hat der Bitcoin zweifellos das Potenzial, in Zukunft noch viel weiter anzusteigen. Allerdings wird dies aller Voraussicht nach nicht dann passieren, wenn die breite Öffentlichkeit und die genannten Experten davon ausgehen. Außerdem sollte man immer wieder damit rechnen, dass es nach steilen Kursanstiegen zu Korrekturen kommen wird.

Menge an Bitcoin ist begrenzt

Im Folgenden werden wir darauf eingehen, welche fundamentalen Faktoren für langfristig steigende Bitcoin Kurse sprechen. Bekanntermaßen bildet sich der Preis an den Börsen durch Angebot und Nachfrage. Daher betrachten wir zunächst das Angebot an Bitcoin: Viele Menschen wissen nicht, dass die Menge der Kryptowährung bzw. der Coins begrenzt ist. So war es den Entwicklern des Bitcoins von Anfang an wichtig gewesen, ihre digitale Währung vor Inflation zu schützen. Daher ist der Algorithmus der Crypto Coin so ausgelegt, dass es im Endeffekt nur rund 20 Millionen Coins geben wird. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, die Menge an BTC im Nachhinein zu vergrößern.

Bislang wurden durch den Mining Prozess bereits rund 16 Millionen Coins geschaffen. Nach dem Erreichen der endgültigen Menge wird dann allerdings das Angebot an Bitcoin konstant bleiben. Aus diesem Grund handelt es sich bei der Kryptowährung um ein knappes Gut.

Starke Inflationsgefahr bei herkömmlichen Währungen

Ganz anders sieht dies dagegen bei herkömmlichen Währungen aus. So steht es den Zentralbanken frei, die Geldmenge immer weiter auszuweiten. So hat zum Beispiel die Europäische Zentralbank (EZB) ganz offiziell das Ziel, eine jährliche Inflationsrate von 2 % zu erreichen. Auf den ersten Blick klingt dies nicht nach sonderlich viel. Jedoch hat eine solche Inflationsrate zur Folge, dass der Euro bereits nach nur zehn Jahren 20 % seines Werts verliert. Schon nach 25 Jahren ist die Gemeinschaftswährung dann nur noch 50 Cent wert. Verschlimmert wird dieses Szenario noch dadurch, dass die tatsächliche Inflationsrate in der Regel noch weitaus höher liegt und zwischen 3 und 5 % beträgt. Dadurch wird die Geldentwertung noch beschleunigt und es findet insgesamt eine schleichende Enteignung statt. Wer daher vorhat, sein Geld sicher anzulegen, wird diese Zahlen mit Schrecken zur Kenntnis nehmen und sich auf die Suche nach alternativen Anlagemöglichkeiten begeben.

Viele Menschen landen dabei erfahrungsgemäß bei Gold, um sich vor Inflation zu schützen. So hat das Edelmetall eindeutig den Vorteil, dass es nicht durch eine Zentralbank in beliebiger Menge vervielfältigt werden kann. Jedoch sollte man auch berücksichtigen, dass es sich bei Gold um einen Rohstoff handelt, der abgebaut wird. Zwar ist es nicht so häufig vorhanden wie Kohle oder Sand, allerdings erhöht sich die weltweite Goldmenge dennoch jedes Jahr weiter. Somit besteht auch bei dem Edelmetall das Risiko der Inflation.

Nachfrage nach Bitcoin wird sich in Zukunft weiter erhöhen

Wie gezeigt, wird das Angebot an Bitcoin in Zukunft konstant bleiben und sich nicht weiter erhöhen. Ganz anders verhält es sich dagegen mit der Nachfrage: So kann man den weltweiten Trend beobachten, dass viele Menschen am liebsten nur noch bargeldlos bezahlen. Immer mehr Geschäfte und Online Shops bieten dabei auch die Möglichkeit, Kryptowährungen wie den Bitcoin zu nutzen. Insgesamt gelingt es somit den Kryptowährungen, sich immer weiter zu verbreiten. Dies wird im Endeffekt auch zu einer höheren Nachfrage nach Bitcoin führen.

Dazu kommt, dass auch immer mehr Anleger die Kryptowährung als Investment entdecken. So nutzen mittlerweile auch professionelle Fondsmanager dem Bitcoin, um ihre vorhandenen Depots zu diversifizieren. Damit gelingt es ihnen, sich breiter aufzustellen. Einen weiteren Schub dürfte die Kryptowährung dadurch erhalten, dass es in Zukunft auch Bitcoin ETFs (exchange traded funds) geben wird. Auf diese Weise wird es dann noch einfacher werden, mit dem Bitcoin zu spekulieren und ihn auch als längerfristige Anlage zu nutzen. Wie man sich vorstellen kann, wird auch dies die Nachfrage nach der Kryptowährung stark erhöhen. Daher ist es in der Tat nicht unwahrscheinlich, dass der Bitcoin in Zukunft bei 100.000 oder 200.000 US Dollar stehen wird.

Auch technische Analyse spricht für steigende Bitcoin Kurse

Die Ergebnisse der fundamentalen Analyse werden auch aus technischer Sicht unterstützt. So kann man an der Börse häufig das folgende Phänomen beobachten: Nachdem sich der Kurs über einen längeren Zeitraum in einem bestimmten Bereich (Range) bewegt hat, wird es früher oder später zu einem Ausbruch aus dieser Range kommen. Betrachtet man den längerfristigen Chart des Bitcoins, so erkennt man, dass dieser Bereich zwischen 0 und 20.000 US Dollar liegt. Sobald es daher dem Bitcoin gelingt, die Marke von 20.000 US Dollar nachhaltig zu durchbrechen, sind weitere dynamische Kursanstiege sehr wahrscheinlich. Denn häufig wird eine solche Range nach oben „gespiegelt“. Daher würde das nächste größere Ziel bei rund 40.000 US Dollar liegen. Auch dann wird sich wieder eine Range ausbilden und man erkennt, dass sich die Kursziele auf diese Weise immer weiter nach oben verschieben.

Langfristig ist mit weiter steigenden Bitcoin Kursen zu rechnen

Wie gesagt, sollte man dabei allerdings immer mit möglichen Korrekturen rechnen. Der langfristige Trend zeigt beim Bitcoin allerdings eindeutig nach oben. Die Korrektur kann man dagegen als Anleger und Trader sehr gut dazu nutzen, um zu günstigeren Kursen in den BTC einzusteigen. Wer zum Beispiel letztes Jahr bei 3.000 oder 4.000 US Dollar in den Bitcoin eingestiegen ist, konnte sich dieses Jahr über ein Plus von rund 10.000 US Dollar freuen.

Wer das Trading mit dem Bitcoin einmal selbst ausprobieren möchte, kann dazu ein kostenloses Demokonto bei einem CFD Broker eröffnen. Denn mittlerweile besteht bei vielen Brokern die Möglichkeit, auch mit Kryptowährungen zu handeln. Da es bei Crypto Coins zu starken Kursschwankungen kommen kann, ist es sinnvoll, sich zunächst auf dem Demokonto an den Bitcoin zu gewöhnen. Dort handelt man mit virtuellem Kapital und kann auf diese Weise das Trading ohne Risiko trainieren.

Außerdem bietet ein Demokonto den Vorteil, dass man gefahrlos verschiedene Strategien für den Handel ausprobieren kann. Um einen guten Broker zu finden, kann man beispielsweise auch unseren großen Broker Vergleich nutzen. Dabei sollte man vor allem darauf achten, dass einem der Anbieter eine gute Handelsplattform zur Verfügung stellt. Außerdem ist es wichtig, dass die Kosten und Gebühren möglichst gering sind. Insgesamt ist ein Demokonto eine sehr gute Möglichkeit, einen Broker besser kennen zu lernen, bevor man sich endgültig für einen bestimmten Anbieter entscheidet. Die Eröffnung eines solchen Kontos dauert in der Regel nur wenige Minuten.

Über den Autor

Christian Habeck

Christian Habeck

Nachdem Christian Habeck jahrelang an der Börse handelte, entschied er sich im Laufe der Zeit, das angeeignete Wissen mit seiner Leidenschaft, dem Schreiben, zu verbinden. Als Autor deckt er sämtliche Themen aus dem Finanzbereich und der Wirtschaft ab.

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