Wann kommt endlich der Bitcoin ETF?

29.10.2019 - 8 Minuten Lesezeit

Viele Anleger lauern schon seit einiger Zeit auf die Einführung eines Bitcoin ETF. Dies ist nicht wirklich erstaunlich: Denn zum einen erfreuen sich ETF einer immer größer werdenden Beliebtheit. Zum anderen liegt auch das Investieren in Kryptowährungen im Trend. Was liegt daher näher, als diese beiden Produkte miteinander zu verbinden? Welche Vorteile hieraus für den Anleger entstehen können, werden wir im Folgenden analysieren. Außerdem kommen wir darauf zu sprechen, welche Auswirkungen ein Bitcoin ETF auf den Kurs der Crypto Coin haben wird.

Auch Kryptowährungen werden in Zukunft stärker reguliert werden

Bislang werden Kryptowährungen nur sehr wenig reguliert. Dies traf bis vor kurzem auch auf Unternehmen und Betreiber von Crypto Börsen zu. Allerdings sollen solche Crypto Unternehmen in Deutschland ab dem nächsten Jahr durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reguliert und beaufsichtigt werden. In Zukunft benötigt ein Unternehmen daher für die Verwahrung und den Handel von Kryptowährungen eine spezielle Lizenz durch die BaFin. Die Situation ist dabei vergleichbar mit dem Betreiben einer Bank: Auch hier kann nicht jedes x-beliebige Unternehmen Bankdienstleistungen anbieten. Vielmehr müssen hierfür bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden und es muss eine Banklizenz bei der BaFin beantragt werden. Die künftige Regulierung der Crypto Coins ist dabei bei weitem kein rein deutsches Phänomen. Vielmehr sind alle Staaten der Europäischen Union verpflichtet, entsprechende Richtlinien in nationalen Gesetzen umzusetzen.

Die Regulierung bedeutet für Anleger und Investoren vor allem Rechtssicherheit. Daher sind die Schritte der Politik in dieser Hinsicht zu begrüßen.

In den USA wurden bereits mehrere Anträge auf die Zulassung von Bitcoin ETF gestellt

Zur stärkeren Regulierung von Kryptowährungen passt es auch, dass es in Zukunft ebenfalls Crypto Coin ETF geben soll. Zu diesem Zweck haben verschiedene Anbieter bereits mehrere Anträge auf die Zulassung entsprechender ETF bei der zuständigen amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC (United States Securities and Exchange Commission) gestellt. Diese wurden allerdings allesamt abgelehnt, was sich auch in fallenden Bitcoin Kursen niederschlug. Auch der letzte Antrag - gestellt durch die beiden Firmen Bitwise/NYSE Arca - wurde von der Börsenaufsicht nicht akzeptiert und im Oktober 2019 zurückgewiesen. Allerdings kam es diesmal nicht zu Kursverlusten bei der Kryptowährung.

Bei der NYSE Arca handelt es sich um ein Tochterunternehmen der New York Stock Exchange („Wall Street“). Dort werden allerdings keine Aktien, sondern schwerpunktmäßig ETF gehandelt. Bitwise Asset Management war bei der Kooperation hingegen dafür zuständig, das Produkt (Bitcoin ETF) bereitzustellen. Das Ziel bestand dabei darin, ein Bitcoin Produkt für Privatanleger anbieten zu können, welches reguliert ist. Die Kritik der SEC betraf dabei weniger das Bitcoin ETF. Vielmehr wurde bemängelt, dass die NYSE Arca stärker gegen mögliche Marktmanipulationen vorgehen müssen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Bedenken der SEC früher oder später ausgeräumt werden können. Daher ist es wahrscheinlich, dass Bitcoin ETF mittel- bis langfristig zugelassen werden.

Welche Vorteile bieten ETF?

Damit stellt sich die Frage, welche Vorteile überhaupt mit einem Bitcoin ETF verbunden wären. Die Abkürzung ETF steht für exchange traded funds, was auf Deutsch normalerweise mit börsengehandelte Indexfonds übersetzt wird. Ein ETF hat dabei in der Regel das Ziel, einen bestimmten Index abzubilden. Beliebt sind hier beispielsweise Aktienindices wie der DAX oder der amerikanische Dow Jones Index. Der Fonds wird dabei nicht aktiv von einem Manager verwaltet. Auch die Zusammensetzung und die Gewichtung ergibt sich allein durch den abgebildeten Index. Daher spricht man auch von passiven börsengehandelten Indexfonds.

Durch ein ETF wird das Investieren sehr stark vereinfacht. Wer zum Beispiel die Wertentwicklung des DAX abbilden möchte, müsste hierzu Aktien der 30 im Index enthaltenen Unternehmen erwerben. Auch dann würde allerdings noch immer nicht die Gewichtung stimmen. Kauft man hingegen ein DAX ETF, so kann man auf einfache Art und Weise von der Wertentwicklung des deutschen Leitindex profitieren. Da der Manager nicht aktiv tätig werden muss, sind auch die Gebühren viel niedriger, als bei einem „normalen“ Fonds. Aus diesem Grund werden ETF bei den Anlegern auch hierzulande immer beliebter. Dies gilt umso mehr, als dass ETF häufig eine bessere Performance erzielen, als ein aktiv verwalteter Fonds.

Außerdem besteht bei einem ETF die Besonderheit, dass man den Fonds direkt über die Börse wie eine Aktie erwerben kann. Man muss daher nicht den Umweg gehen und den Fonds von der Gesellschaft kaufen, welche ihn aufgelegt hat.

 Ein ETF kann das Investieren in den Bitcoin erheblich vereinfachen

Die genannten Gesichtspunkte vereinfachen auch das Investieren in den Bitcoin. So hat man als Anleger im Moment zwei Möglichkeiten, um mit der Kryptowährung zu handeln: Entweder man nutzt einen digitalen Marktplatz für Kryptowährungen oder man verwendet eine Crypto Börse. Wer weniger technikaffin ist, wird in der Regel keine dieser Optionen einsetzen. So vertrauen nach wie vor viele Menschen bei ihren Geldangelegenheiten auf ihren Bankberater. In einer Bank oder Sparkasse kann man allerdings derzeit nur sehr schwer in Kryptowährungen investieren. Genau hier besteht der Reiz von ETF: Denn vielen Menschen sind ETF mittlerweile ein Begriff. Zwar werden diese hauptsächlich dazu benutzt, um in Aktienindices zu investieren. Allerdings kann man sich sehr gut vorstellen, dass viele Anleger in Zukunft auch bereit sein werden, in Bitcoin ETF zu investieren, sobald diese verfügbar sind.

Bitcoin ETF werden die Nachfrage nach der Kryptowährung weiter anheizen

Insgesamt ist davon auszugehen, dass Bitcoin ETF die Nachfrage nach der Crypto Coin weiter vergrößern werden. Denn aufgrund der Niedrigzinspolitik fällt es einem zunehmend schwerer, sein Geld gewinnbringend anzulegen. So war es früher ohne weiteres möglich, mit Hilfe von Festgeldkonten oder Lebensversicherungen langfristig Vermögen aufzubauen. Heutzutage muss man allerdings fast schon froh sein, wenn einem die eigene Bank keine „Negativzinsen“ in Rechnung stellt. Viele Anleger haben daher in den letzten Jahren in Immobilien investiert. Allerdings sind die Preise mittlerweile an vielen Orten so hoch, dass es nicht mehr empfehlenswert ist, sein Geld in „Betongold“ anzulegen. Daher werden immer mehr Menschen dazu „gezwungen“, ihr Vermögen auch in Aktien zu investieren. Dieser Trend wird sich in Zukunft noch verstärken, da es nicht danach aussieht, als ob sich an der Zinspolitik der Zentralbanken in absehbarer Zeit etwas ändern würde. Es gibt somit sehr viel Kapital, welches angelegt werden möchte. Aufgrund der Beliebtheit von ETF ist es daher wahrscheinlich, dass auch die Nachfrage nach den künftigen Bitcoin ETF sehr groß sein wird.

Beim Bitcoin sind weitere Kurssteigerungen wahrscheinlich

Bekanntlich entstehen die Kurse an der Börse durch Angebot und Nachfrage. Diese beiden Punkte sind vor allem beim Bitcoin äußerst relevant. Betrachten wir zunächst die Nachfrage: Bitcoin ETF werden das Geld der Anleger dazu verwenden, um Bitcoins zu erwerben. Je beliebter die Bitcoin ETF daher werden, umso mehr Bitcoins werden im Endeffekt auch nachgefragt werden. Die steigende Nachfrage führt hierbei tendenziell zu steigenden Kursen der Kryptowährung.

Dazu kommt, dass das Angebot an Bitcoin begrenzt ist. Damit unterscheidet sich die Kryptowährung von „herkömmlichen“ Währungen wie dem Euro oder dem US Dollar. Denn bei diesen können die Notenbanken, sei es die Europäische Zentralbank oder die amerikanische Federal Reserve, die Geldmenge immer weiter ausweiten. So strebt zum Beispiel die Europäische Zentralbank eine jährliche Inflation von rund 2 % an. Alleine dadurch verliert das Ersparte daher jedes Jahr rund 2 % an Wert. Genau aus diesem Grund haben die Entwickler des Bitcoin auch darauf geachtet, dass es bei der Kryptowährung zu keiner Inflation kommen kann. Dies wird dadurch erreicht, dass in dem Bitcoin Algorithmus von vornherein festgelegt wurde, dass es im Endeffekt nur eine bestimmte Anzahl der Crypto Währung geben kann. Dies führt dazu, dass es sich beim Bitcoin um ein knappes Gut handelt das Angebot damit begrenzt ist.

Mit Hilfe von ETF langfristig Vermögen aufbauen

Ein knappes Angebot und eine steigende Nachfrage führen daher letztendlich dazu, dass der Kurs des Bitcoin immer weiter ansteigt. Aus diesem Grund ist die Kryptowährung auch für diejenigen Anleger sehr interessant, welche sich auf diese Weise langfristig Vermögen aufbauen möchten. Allerdings ist es empfehlenswert, sein Depot möglichst breit aufzustellen. So macht es zum Beispiel Sinn, sowohl in Aktienindices ETF, als auch zukünftig in Crypto ETF zu investieren. Dabei sollte man auch bedenken, dass die Kurse an den Börsen innerhalb von Korrekturen auch fallen können. Häufig bieten sich allerdings genau in diesen Phasen gute Chancen, um zu günstigen Preisen in den Markt einzusteigen bzw. um in weitere ETF zu investieren.

Bei einem CFD Broker mit Kryptowährungen handeln

Wer nicht mehr auf die Einführung des Bitcoin ETF warten möchte, kann auch bereits jetzt sehr einfach mit der Kryptowährung handeln. Dazu bietet es sich an, bei einem CFD Broker ein Handelskonto zu eröffnen. Denn heutzutage bieten einem viele dieser Anbieter auch den Handel mit Kryptowährungen an. Wer möchte, kann hierzu auch ein kostenloses Demokonto eröffnen. Darauf handelt man mit virtuellem Geld und kann auf diese Weise das Trading mit Bitcoin und Ethereum CFD ohne Risiko kennen lernen. Häufig steht einem hierzu ein virtuelles Guthaben in Höhe von 10.000 € zur Verfügung. Der Vorteil von CFD Brokern besteht darin, dass man bei diesen die Möglichkeit hat, mit vielen unterschiedlichen Finanzprodukten innerhalb einer Handelsplattform zu traden. Beliebt sind hier beispielsweise Aktienindices wie der DAX, Währungspaare wie der Euro / US Dollar oder auch Edelmetalle wie Gold und Silber.

Um einen guten Anbieter zu finden, kann man auch unseren großen Broker Vergleich nutzen. Bei diesem hat man auch die Möglichkeit, danach zu selektieren, welche Kryptowährungen einem bei dem Broker für den CFD Handel zur Verfügung stehen.

 

Über den Autor

Christian Habeck

Christian Habeck

Nachdem Christian Habeck jahrelang an der Börse handelte, entschied er sich im Laufe der Zeit, das angeeignete Wissen mit seiner Leidenschaft, dem Schreiben, zu verbinden. Als Autor deckt er sämtliche Themen aus dem Finanzbereich und der Wirtschaft ab.

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