Trading mit Bitcoin & Co: Wie es geht und was es kostet

21.03.2018 - 15 Minuten Lesezeit

Kryptowährungen sind für aktive Trader schon allein aufgrund der täglichen Schwankungsbreite, also der hohen Volatilität interessant. Doch welcher Weg eignet sich am besten? Direktinvestition über Wallets und Bitcoin Börsen, CFDs, Zertifikate? Welche Kosten fallen dabei an? Und welche Krypto-Börsen sind für Händler aus Deutschland am besten geeignet? Wir haben aktuelle Fakten zum Trading mit Bitcoins & Co zusammengetragen.

Bitcoin Handel über Börsen vs. Bitcoin CFDs

Es gibt mehrere Wege für den Handel mit Bitcoin. Für Trader sind insbesondere der Handel über Bitcoin Börsen und der Handel mit CFDs auf BTC relevant.

Die Qualität einer Bitcoin Börse bestimmt sich über ihre Liquidität.

Es gibt nur relativ wenige Handelsplätze mit hohem Umsatzvolumen, das bei virtuellen Währungen genauso wie bei anderen Assets Voraussetzung für faire Kurse ist.

Bitcoin Börsen unterscheiden sich in einigen „technischen“ Punkten. So gibt es Börsen, die den Geldtransfer den beiden Parteien eines Trades überlassen. Typischerweise muss der Verkäufer bei diesen Börsen seine Bitcoins in einer Wallet verwahren. Nach dem Kauf werden die BTC gesperrt, bis der Verkäufer den Zahlungseingang bestätigt hat – dann erfolgt die Gutschrift auf der Wallet des Käufers.

Viele solcher Börsen sind eher Marktplätze, auf denen sich Käufer und Verkäufer „persönlich“ begegnen. Eine Transaktion kommt zustande, wenn auf ein konkretes Angebot reagiert wird. Ein solcher Marktplatz ist z. B. Bitcoin.de.

Im Unterschied dazu ähneln Börsen wie Kraken.com oder GDAX eher einer Wertpapierbörse mit Orderbuch und Matching Regelwerk. Steht eine Order im Orderbuch, wird sie bei Eintreffen einer geeigneten Gegenorder automatisch ausgeführt. Solche Börsen betreiben zumeist auch Clearing und Settlement und wickeln die Zahlungen für die Kontrahenten ab.

Unabhängig von der Beschaffenheit der Börse handelt es sich um Handel mit echten Bitcoins:

Diese stehen dem Käufer nach Abschluss der Transaktion in seiner Wallet zur Verfügung und können z.B. zu Onlinekäufen eingesetzt werden.

Bei CFDs verhält es sich anders. Hier besteht kein Anspruch auf die Lieferung von echten Bitcoins. Stattdessen schließen Trader und Broker mit dem Klick auf „Position eröffnen“ einen Vertrag über den Differenzausgleich. Im Fall einer Longposition muss der Broker an den Trader zahlen, wenn der Kurs steigt.

Im zeitlichen Kontext der Hausse am Bitcoin Markt ist die Zahl der CFD Broker mit der Kryptowährung im Basiswertekatalog deutlich gewachsen.

Spreads und Gebühren bei Bitcoin Börsen und CFD Brokern

Unabhängig davon ob echte Bitcoin oder Bitcoin CFDs gehandelt werden, fallen Kosten an. Diese setzen sich aus Spreads, Kommissionen und Finanzierungskosten zusammen. Die Spreads an Bitcoin Börsen können erheblich schwanken. Börsenplätze wie bitcoin.de, Kraken.com und GDAX veröffentlichen aktuelle und historische Spreads. Bei bitcoin.de ergaben sich für einen sehr kurzen Beobachtungszeitraum Spreads von 1 bis 3 EUR pro Bitcoin, in seltenen Fällen bis zu 10 EUR. Dies erscheint im Verhältnis zum Kurswert vertretbar, zumal Trader sich mit Limit Orders gegen allzu große Slippage schützen können.

Dazu kommen die Gebühren beim Handel an Bitcoin Börsen. Kraken.com verlangt von „Takern“ z. B. 0,26 %, GDAX 0,25 %. Bei Bitcoin.de fallen für jede Transaktion 0,80-1,00 % an, wobei diese Entgelte jeweils zur Hälfte von Käufer und Verkäufer getragen werden. Bei einem Kurs von 10.000 USD entspricht das 25 bis 100 USD Gebühren.

Welche Entgelte belasten CFD Broker?
Kommissionen sind bei CFD-Brokern eher die Ausnahme, siehe nachfolgende Tabelle.

Bei den Finanzierungskosten sind die Unterschiede auch massiv, sowohl zwischen den CFD-Brokern als auch im Vergleich mit den Bitcoin-Börsen. Wer bei Kraken.com Margin Trading in Anspruch nimmt, muss mit einer recht ungewöhnlichen Belastung von 0,01 % alle vier Stunden kalkulieren, also 0,06% auf Tagesbasis. Das wären 6 USD im Falle von BTC bei einem Stand von 10.000 USD. Bei den CFD-Brokern fallen aktuell im Worst Case 30 USD pro Nacht an, es können allerdings auch 10 USD verdient werden bei einer Shortpositionierung bei Admiral Markets.

Wo allerdings nun die Marge für die CFDs liegt ist der Spread. Dieser ist in der Regel schon spürbar ausgeweitet und schwankt zwischen 60 und 150 USD je nach Anbieter. Die tatsächlichen Kosten pro Trade werden in Kürze in unseren Brokervergleich integriert, der aktuelle Stand Bitcoin betreffend:

BrokerBTC-Merkmale
 xtb_80x80
  • Spread 1-1,5%
  • Swap -10 bei Short, -30 bei Long
  • handelbar 24/7
  • Hebel 1:5
  • 4 weitere Kryptos aktuell
jfd-brokers_80x80
  • Spread ca. 65 USD
  • 0,275 EUR Gebühr
  • Swap 15% p.a. = ca. 4 USD pro Nacht
  • handelbar 24/5
  • Hebel 2
admiral-markets_80x80
  • Spread 1%
  • Swap +10 bei Short, -30 bei Long
  • handelbar 24/5
  • Hebel 1:5
  • 7 weitere Kryptos aktuell
  • Exposure darf 10.000 EUR nicht überschreiten
 fxflat_80x80
  • Spread 1,5%
  • Swap 50% p.a. = ca. 13 USD pro Nacht
  • handelbar 24/5
  • Hebel 1:3

Was natürlich nicht unerwähnt bleiben darf: der große Vorteil von CFDs liegt in der unkomplizierten Handhabung, sowohl Long- als auch Shorttrades sind in sekundenschnelle platziert und umgesetzt.

Für Bitcoin gibt es keinen Referenzkurs

Ein generelles Problem im Handel mit Bitcoin ist das Fehlen eines verbindlichen oder zumindest maßgeblichen Referenzkurses. Es gibt keine amtlich regulierte Börse, an der Bitcoin gehandelt wird. Stattdessen existieren viele dezentrale Marktplätze. Die Kurse an verschiedenen Handelsplätzen können sich durchaus unterscheiden. Zwar werden im Internet diverse Arbitrage Bots feilgeboten – bislang scheint es jedoch keinen verlässlichen Arbitragehandel zu geben.

Eine mögliche Quelle für inoffizielle Referenzkurse ist das Portal www.bitcoinaverage.com. Das Angebot wird durch die Blockchain Data Limited betrieben. Diese berechnet seit 2013 einen Global Bitcoin Index. Dieser soll den Bitcoin Kurs im Verhältnis zu verschiedenen Währungen anzeigen.

Tatsächlich ist das Wägungsschema des Indexes allerdings etwas unausgewogen: Rund 95 % der Gewichtung des Korbes entfallen auf EUR und USD.

Die Abbildung unten zeigt die Zusammensetzung.

Screenshot: Der Global Bitcoin Index ist USD-lastig

Screenshot: Der Global Bitcoin Index ist USD-lastig

Quelle: https://bitcoinaverage.com/en/bitcoin-price/btc-to-eur

Nützlicher als der Bitcoin Index erscheint die Statistik des Portals zum durchschnittlichen Börsenkurs. Dieser wird anhand der übermittelten Kursdaten verschiedener Handelsplätze ermittelt. Insgesamt fließen Kursdaten von mehr als einem Dutzend Bitcoin Börsen in die Berechnung ein.

Mit knapp 70 % entfällt allerdings der Löwenanteil der Gewichtung auf Kraken.com, auf Bitstamp entfallen ca. 15 % und auf GDAX ca. 10 %.

Interessant ist die Auflistung der Kurse an verschiedenen Plätzen, die in der Abbildung unten zu sehen ist.

Screenshot: Zwischen verschiedenen Bitcoin Börsen gibt es Kursdifferenzen

Screenshot: Zwischen verschiedenen Bitcoin Börsen gibt es Kursdifferenzen

Quelle: https://bitcoinaverage.com/en/currency-markets/btc-to-eur

Die Spanne der gemeldeten letzten Kurse reicht von 3.251 bis 3.733 EUR, so dass der höchste Kurs rund 15 % über dem niedrigsten Kurs notiert. Die Gewichtung des durchschnittlichen Preises basiert im Wesentlichen auf drei Börsenplätzen, weil nur diese eine hinreichende Liquidität aufweisen.

Die Umsätze an den kleineren Börsen sind für eine Orientierung zu gering. Es spricht aus Sicht von Tradern nichts dagegen, auch an kleineren Börsen zu handeln, solange dabei konsequent mit Limits gearbeitet wird. Die beste Chance auf faire Preise besteht jedoch bei den großen Bitcoin Börsen.

Drei wichtige Kryptobörsen für Deutsche im Kurzportrait

Bitcoin.de

Hinter Bitcoin.de steht die Bitcoin Deutschland AG mit Sitz im ostwestfälischen Herford. Das Unternehmen ist als vertraglich gebundener Vermittler der in München ansässigen Fidor Bank AG tätig.

Screenshot: Bitcoin.de agiert als Vermittler für die Fidor Bank AG

Screenshot: Bitcoin.de agiert als Vermittler für die Fidor Bank AG

Quelle: https://www.bitcoin.de/de/btceur/market

Bitcoin.de funktioniert wie ein Marktplatz: Käufer und Verkäufer können Gebote mit Limits abgeben, die daraufhin in einem öffentlichen Orderbuch erscheinen. Die Abwicklung der Zahlung erfolgt jedoch nicht über Bitcoin, sondern unter den Handelspartnern selbst.

Käufer müssen nach einem bestätigten Kauf kurzfristig Geld zugunsten des Kontos des Verkäufers anweisen. Erst wenn dieser den Zahlungseingang bestätigt, erfolgt die Gutschrift der Bitcoins. Käufer können über Filter auswählen, welchen Trust Rang Verkäufer aufweisen müssen und wo sich die Bank des Zahlungsempfängers befindet.

Verkäufer müssen Bitcoins auf Wallets bei Bitcoin.de einzahlen, bevor ein Verkauf getätigt werden kann. Nach einem Kauf werden diese Bitcoins durch die Börse reserviert, bis der Zahlungsvorgang abgeschlossen ist.

Im Unterschied zu einer Börse gibt es bei Bitcoin.de kein automatisches Matching Verfahren.

Eine Kauforder wird nicht automatisch ausgeführt, wenn es eine geeignete Verkaufsorder gibt. Deals kommen nur zustande, wenn die Handelspartner sich direkt kontaktieren.

Beim Handel über Bitcoin.de fällt eine „Marktplatzgebühr in Höhe von 0,80-1,00 % des Transaktionswertes ab, die jeweils zur Hälfte von Käufer und Verkäufer getragen werden muss. Zusätzlich stellt Bitcoin.de die Auszahlungsgebühr in Rechnung, die durch das Bitcoin Netzwerk erhoben wird und dem Miner zukommt, der die Transaktion verarbeitet und an die Blockchain anhängt.

Darüber hinaus können Bankentgelte anfallen. Die Spreads lagen zum Zeitpunkt unserer Stichprobe zumeist unter 5,00 EUR pro BTC.

Kraken.com

Kraken.com ist eine in San Francisco ansässige Börse für Bitcoin und andere Kryptowährungen und zählt in diesem Bereich zu den liquiditätsstärksten Handelsplätzen der Welt. In den Bedingungen eines Vontobel Partizipationszertifikates auf Bitcoin ist Kraken.com zusammen mit Coinbase als Referenzstelle für den Kurs der Kryptowährung definiert. Das Angebot ist nicht in deutscher Sprache verfügbar.

Screenshot: Kraken.com ist eine der wichtigsten Bitcoin Börsen weltweit

Screenshot: Kraken.com ist eine der wichtigsten Bitcoin Börsen weltweit

Quelle: https://www.kraken.com/charts

Anders als im Fall von Bitcoin.de handelt es sich bei Kraken um einen Börsenplatz mit Matching System. Orders werden nach einem festgelegten Regelwerk ausgeführt und durch Marktteilnehmer über eine Ordermaske platziert. Es besteht die Möglichkeit zu Limitorders sowie Take Profit und Stopp Loss.

Die Ordermaske ist in der Abbildung unten zu sehen und dürfte Trader mit Handelserfahrungen nicht vor allzu große Herausforderungen stellen.

Screenshot: Die Ordermaske bei Kraken.com

Screenshot: Die Ordermaske bei Kraken.com

Quelle: https://www.kraken.com/u/trade#tab=new-order

Das Anlegen eines Accounts bei Kraken.com ist kostenlos und erfordert keine persönlichen Angaben. Um aber tatsächlich handeln zu können, müssen Kunden die Know-your-Customer Anforderungen erfüllen und sich legitimieren. Es gibt insgesamt fünf Verifikationsstufen (Tier 0 bis Tier 4).

Von der erreichten Stufe hängt ab, welche Währungen gehandelt, eingezahlt und ausgezahlt werden können. Zudem richten sich Einzahlungs- und Auszahlungslimits nach der erreichten Verifikationsstufe.

Kraken.com nimmt sowohl Kryptowährungen als auch etablierte Währungen entgegen und wickelt Transaktionen für Marktteilnehmer ab. Die Ordergebühren sind degressiv in Abhängigkeit des Handelsvolumens der letzten 30 Tage gestaffelt. Neukunden müssen 0,16 % des Transaktionsvolumens für Maker und 0,26 % für Taker Orders bezahlen. Maker Orders sind Limit Orders, die nicht sofort ausgeführt werden und dem Orderbuch damit Liquidität zuführen.

Über Kraken.com können Trader mit einem Hebel handeln – im Fall von BTC/EUR mit dem bis zu fünffachen des Einsatzes. Dafür fällt eine Gebühr in Höhe von 0,01 % des Positionswertes pro vier Stunden an. Der Margin Call Level liegt bei 80 %, der Close Out Level bei 40 %.

Die europäischen Entwicklungen zur Nachschusspflicht gelten für das US-Unternehmen nicht:

In den Geschäftsbedingungen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Verluste die Einlage übersteigen können.

Coinbase/GDAX

Coinbase und GDAX werden durch dasselbe in San Francisco ansässige Unternehmen betrieben. Coinbase steht auch in deutscher Sprache zur Verfügung, GDAX nur in Englisch. Coinbase ist eine Wallet- und Marktplatzlösung und adressiert (auch) Einsteiger, GDAX ist eine Kryptobörse mit weitaus mehr Funktionen für Trader im engeren Sinne.

Ein Plus für Nutzer beider Plattformen: Es gibt einen Versicherungsschutz, der auch digitale Währungen bis 250.000 USD pro Person schützt. Dieser Schutz gilt allerdings nur für Angriffe und Ereignisse auf Coinbase bzw. GDAX (und nicht etwa beim Verlust des Passwortes) und nur für die ca. 2 % des Bitcoin Bestands, die online gehalten werden.

Die restlichen 98 % werden nach Angaben des Unternehmens offline verwahrt.

Im Handel über GDAX fallen 0,25 % des Transaktionsvolumens als Ordergebühr an, wenn die Order sofort ausgeführt wird (Taker Fee). Wird die Order nicht sofort ausgeführt und stattdessen ins Orderbuch eingestellt, fallen keine Gebühren an (Maker Fee).

Rabatte auf die ausgewiesenen Entgelte sind erst bei sehr hohen Umsätze vorgesehen.

Screenshot: GDAX unterscheidet zwischen Maker und Taker Fee

Screenshot: GDAX unterscheidet zwischen Maker und Taker Fee

Quelle: https://www.gdax.com/fees/BTC-USD

Die Rabattstaffel orientiert sich nicht allein an den absoluten Umsätzen eines Traders, sondern am Anteil des individuellen Handelsvolumens am Gesamtumsatz. Um die erste Rabattstufe zu erreichen, müssen mehr als 1 % des in den zurückliegenden 30 Tagen über GDAX gehandelten Volumens durch einen einzelnen Trader gehandelt worden sein.

Das Orderbuch von GDAX ist sehr detailliert.

Die Abbildung unten zeigt die grafische Darstellung von offenen Kauf- und Verkaufsorders. Es gibt eine Transaktionshistorie mit Volumen und Ausführungspreis.

Screenshot: Kurs und Orders bei GDAX

Screenshot: Kurs und Orders bei GDAX

Quelle: https://www.gdax.com/trade/BTC-USD

Marginanforderungen bei Bitcoin CFDs und Bitcoin Börsen

Für Trader spielen die Marginanforderungen eine Rolle:

Je größer der verfügbare Hebel, desto weniger Kapital muss eingesetzt werden.

Die Marginanforderungen fallen bei CFD Brokern insgesamt deutlich geringer aus als bei Bitcoin Börsen. So kann bei Kraken.com maximal mit dem 5-fachen, bei GDAX maximal mit dem 3-fachen des Einsatzes gehandelt werden.

Bei CFD-Brokern hingegen kann mit Hebeln zwischen 1 und 30 gehandelt werden.


CFD Broker haben die besseren Handelsplattformen und kundenfreundlichere AGBs

Ein Aspekt darf im Vergleich von CFDs mit echten Bitcoins nicht unter den Tisch fallen: CFD Broker bieten ihren Kunden fast durchweg bessere Handelsplattformen und kundenfreundlichere Geschäftsbedingungen. Der Handel mit MetaTrader 4, MetaTrader 5 und/oder eigenen Handelsplattformen und die zugehörigen mobilen Lösungen ist Standard. Die Handelsoberfläche von Kraken.com beschränkt sich dagegen auf eine Ordermaske, Charts müssen separat aufgerufen werden.

Auch im Hinblick auf das maximale Verlustrisiko erscheint CFD Trading bei den meisten Brokern günstiger. Die meisten europäischen CFD Broker verzichten mittlerweile auf Nachschusspflichten über das Kontoguthaben hinaus und sichern ihre Kunden damit gegen existenzielle Risiken ab. Vor dem Hintergrund der erheblichen Kursschwankungen bei Bitcoins stellt dies einen wesentlichen Aspekt dar.

Echte Bitcoin vs. CFDs: Vorteile und Nachteile im Überblick

Die Vor- und Nachteile im Handel mit echten Bitcoins und CFDs im Überblick:

Vorteile CFDsNachteile CFDs
  • Geringere Marginanforderungen
  • Niedrigere Kommissionen und Finanzierungskosten
  • Sekundenschneller Handel möglich – keine Wartezeit
  • Kein Hackerrisiko – lediglich indirekt über die Kursentwicklung
  • Mehr Auswahl bei Handelsplattformen
  • unkompliziert auch auf fallende Kurse setzen
  • Kein Anspruch auf Lieferung echter Bitcoins
  • höhere Spreads in der Regel
Vorteile echte BitcoinsNachteile echte Bitcoins
  • Kein Verlust bei einer Pleite des CFD Brokers
  • Handel zu echten Börsenkursen
  • Unkomplizierter, weltweiter Transfer
  • Verlust durch Hackerangriff möglich
  • Verlust des Private Keys führt zum Totalverlust
  • Hohe Gebühren und Finanzierungskosten bei Bitcoin Börsen
  • Transaktionen sind mit Wartezeiten verbunden

Zertifikate, Trusts und ETNs: Bitcoin auf Umwegen handeln

Neben Direktinvestments über Wallets und Börsen gibt es weitere Möglichkeiten, Bitcoin zu handeln. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang insbesondere Zertifikate, ETNs und Trusts. ETFs und Futures werden womöglich in näherer Zukunft zur Verfügung stehen (siehe nächster Abschnitt).

Bitcoin Indexzertifikat

Ein Partizipationszertifikat wurde Ende 2016 durch Vontobel aufgelegt. Es sieht eine 1:1 Abbildung des Bitcoin Kurses bei einem Bezugsverhältnis von 1:10 vor. Als Kursreferenz dienen Kraken und Coinbase. Eine detaillierte Formel zur Herleitung des Abrechnungskurses gibt es nicht; Vontobel räumt sich in den Bedingungen zudem das Recht ein, weitere Börsen als Bezugsquelle zu nutzen.

Wie in der Abbildung unten ersichtlich, fällt der Spread des Zertifikats abhängig von den Marktbedingungen recht breit aus.

Screenshot vontobel bietet ein Indexzertifikat auf Bitcoin an

Screenshot vontobel bietet ein Indexzertifikat auf Bitcoin an

Quelle: https://derinet.vontobel.ch/PDF_BAFIN/DE000VN5MJG9d.pdf

Neben dem Spread fallen beim Zertifikat Order- und Depotentgelte an. Zertifikate können eine Alternative zum Kauf von echten Bitcoins sein, wenn keine Hebelwirkung benötigt wird.

Ein Vorteil des Zertifikats:
Abgesehen von möglichen Kursverlusten sollte das Papier von Hackerangriffen nicht betroffen sein. Stabilisiert sich nach einem solchen Vorfall der Kurs, gilt dies auch für das Zertifikat. Wie bei allen Inhaberschuldverschreibungen gilt auch hier das Emittentenrisiko.

Bitcoin Exchange Traded Note

Das schwedische Unternehmen XBT Provider AB hat im Jahr 2015 einen Exchange Traded Note (ETN) auf Bitcoin aufgelegt. Dabei handelt es sich um eine Anleihe. Das Unternehmen hält eigener Aussage nach so viele Bitcoins im Bestand, wie durch emittierte Anleihen abgebildet werden. Eine Anleihe entspricht 0,005 Bitcoin. Ein Bitcoin ETN dieser Bauart unterliegt einem gewissen Risiko für Hackerangriffe: Gehen die Bitcoins in den Depots des Unternehmens verloren, dürften auch Anleger in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Anleihe kann in Deutschland über Tradegate gehandelt werden. Als Referenzkurs dient ein gewichteter Wert von mehreren Börsenplätzen.

Screenshot: Video von XBT Provider

Screenshot: Video von XBT Provider

Quelle: https://xbtprovider.com/

Bitcoin Trust

Die amerikanische Grayscale Investments LLC betreibt einen Bitcoin Trust.

Das Prinzip des Trusts: Das Unternehmensvermögen besteht im Wesentlichen aus Bitcoin, an denen sich Investoren über den Kauf von Aktien des Trusts beteiligen können.

Neben Transaktionsentgelten fällt eine jährliche Verwaltungsgebühr in Höhe von 2 % an. Verliert der Trust sein Betriebsvermögen, verlieren auch die Anleger.

Screenshot: Grayscale steht hinter einem Bitcoin Trust

Screenshot: Grayscale steht hinter einem Bitcoin Trust

Quelle: https://grayscale.co/bitcoin-investment-trust/#market-performance

ETFs und Futures auf Bitcoin: Wie ist der Stand der Dinge?

Einen börsengehandelten Indexfonds auf Bitcoin gibt es bislang noch nicht - weder dies - noch jenseits des Atlantiks. In den USA könnte allerdings bald der erste ETF auf die Kryptowährung an den Start gehen. In der Vergangenheit wurde die Zulassung von Bitcoin ETFs von verschiedenen Quellen bereits mehrfach fälschlich gemeldet – bei den zugelassenen Produkten handelte es sich um Zertifikate oder ETNs. Die US-Aufsichtsbehörde SEC stand der Zulassung eines Bitcoin ETFs bislang ablehnend gegenüber. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete Ende August allerdings über Hinweise auf eine geänderte Haltung. Als Anwärter auf den ersten ETF wird ein Produkt der Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss gehandelt.

Terminkontrakte auf Bitcoin gibt es womöglich schon sehr viel schneller. Die Chicago Board Options Exchange kündigte Anfang August an, derlei Produkte noch im Laufe des vierten Quartals an den Start bringen zu wollen. Basis dafür soll eine Kooperation mit dem Datenspezialist und Börsenbetreiber Gemini sein.


Fazit

Es gibt verschiedene Wege, in Bitcoin zu investieren. Wer den Weg über eine Bitcoin Börse wählt, handelt zu den Originalkursen und ist im Besitz der echten Digitalwährung mit allen Vorteilen und Risiken. Die Orderentgelte und besonders die Finanzierungskosten fallen bei den Börsen recht hoch aus, so dass sich kurzfristiges Trading und Margin Trading hier eher nicht bezahlt machen.

Für Trader eignen sich CFDs aufgrund der Hebelwirkung und der Möglichkeit auch auf fallende Kurse zu setzen besser. CFD-Broker können zudem mit besseren Handelsplattformen punkten. Zertifikate, Trusts und ETNs können die richtige Wahl für längerfristig orientierte Investoren sein, die sich nicht mit den Börsen und Wallets auseinandersetzen möchten.

Über den Autor

Team BrokerDeal

Team BrokerDeal

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Kommentare

  • Klaus-Jürgen Hahndorf kommentierte am 05.04.2018 um 10:41 Uhr

    Wasn dette fürn Artikel?
    Datiert 31.03.18 und auf dem Stand vom letzten Jahr was Futures angeht.
    Gibt ja mittlerweile Futures. Da wär mal ein Update interessant.
    Welche Broker bieten den Handel mit BTC-Futures an, wo kann man auch short gehen, wie ist der momentane Stand dazu bei Interactive Broker, etc.

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