Mini-FDax kommt!

28.09.2015 - 4 Minuten Lesezeit

Der FDax ist der unangefochtene König unter den Heavytradern und Institutionellen in Deutschland. Allerdings nicht für Normalsterbliche, denn ein sechsstelliges Konto aufwärts sind Voraussetzung bei fünfstelliger Margin für einen einzigen Kontrakt, der 25€ pro Punkt bewegt. Das wird sich aber bald ändern. Noch heuer soll ein neuer Mini-Kontrakt eingeführt werden, der mit Sicherheit Fans finden wird. Unter Futures-Tradern natürlich, aber auch unter jenen CFD- und Zertifikatetradern, die schon jetzt mit höheren Stückzahlen arbeiten.

Eine offizielle Bestätigung der EUREX steht zwar noch aus, doch die Indizien verdichten sich. Wie heißt es so schön: Eine Schwalbe macht noch keinen Herbst. Doch wenn eine zweite Quelle ins selbe Horn stößt, ist es in der Regel wert der Sache nachzugehen.

Einen genauen Zeitplan können wir noch nicht bestätigen, in einigen Tagen dürfte dieser allerdings fixiert werden. Wir werden an dieser Stelle dann so rasch wie möglich über die finalen Details informieren.

Spezifikationen

Wenn der Mini-FDax kommt, sieht er ziemlich fix so aus:

  • 5€ pro Punkt statt 25€ pro Punkt
  • entsprechend muss nur ein Fünftel der Margin des vollen Kontraktes hinterlegt werden
  • Tick-Size = 1 Punkt. D.h. die Kursstellung findet nicht wie beim vollen FDax in halben, sondern nur noch in ganzen Punkten statt.

Chancen und Risiken

Die Chancen für dieses neue Instrument sind sicher gegeben. Viele Futures-Trader sind nun in der Lage, die Positionsgröße und damit das Risiko flexibler zu gestalten als bisher. Das wirkliche Ziel der EUREX sind aber natürlich mehr Umsätze in Summe, sprich, das anlocken neuer Zielgruppen.

Im Visier sind dabei sicherlich auch die aktiven Zertifikate- und CFD-Trader, sprich Daytrader mit hohen Volumina. Der Dax ist schließlich neben dem EUR/USD das beliebteste Tradingvehikel im deutschsprachigen Raum, der FDax selbst für ein Gros der privaten Trader aber in der Skalierung zu teuer gewesen.

Ob es realistisch ist, dass jene Trader die bisher schon mindestens 5 CFDs oder 500 Zertifikate pro Trade (=5€ pro Punkt) gehandelt haben, sich tatsächlich die Mühe eines Broker- und Instrumentenwechsels machen werden, haben wir verschiedene Anbieter gefragt.

Zertifikate-Emittenten

Einer der größten Emittenten von Zertifikaten und Optionsscheinen, HSBC Trinkhaus, beschreibt die zu erwartenden Auswirkungen auf die eigenen Umsätze als, Zitat, "seismisch wohl nicht messbar". Gleichwohl wird eingeräumt, dass die Ausschaltung der Zwischenhändler in Form der Emittenten sicherlich nicht unattraktiv sei für den ein oder anderen. Man konzentriere sich weiterhin auf das eigene Geschäft und wolle auf dieses geplante neue Konkurrenzprodukt nicht aktiv reagieren.

CFD-Broker

Jens Chrzanowski für Admiral Markets UK (Rabatte für Mitglieder von BrokerDeal):

"Alle Verbesserungen an der Börse begrüßen wir! Aber für unser CFD Geschäft rechnen wir mit keinerlei Auswirkungen - im Gegenteil: je mehr Trader sich für den DAX interessieren, desto besser", sagt Jens Chrzanowski vom Brokerhaus Admiral Markets UK. "Ende September haben wir die DAX30 Ausführungszeit nochmals optimiert, wir liegen nun bei konstant 1 Punkt Spread typisch bei 0,3 bis 0,5 Sekunden auch für CFDs. Keine Kommissionen dabei und viel geringere Margin als der neue Mini-Future - möge jeder Kunde frei wählen, welches Instrument er traden möchte!"

Lars Gottwik für JFD Brokers (Rabatte für Mitglieder von BrokerDeal):

"Sollte sich dieses Gerücht bestätigen, werden wir selbstverständlich umgehend reagieren. Diese Neueinführung halten wir für eine sehr sinnvolle Innovation. JFD Brokers wird den Mini-FDax wie gewohnt als CFD, mit geringeren Kapitalanforderungen als der Future selbst, abbilden. Natürlich mit 100% DMA/STP-Ausführung und voller Post-Trade Transparenz. Viele professionelle Händler setzen bewusst auf unser innovatives Agenturmodell, und wären sicher sehr erfreut über ein neues Produkt auf den DAX mit geringeren Marginanforderungen."

Futures-Broker

Rafael Neustadt für Captrader (Rabatte für Mitglieder von BrokerDeal):

"Wir finden das sehr positiv, und freuen uns darauf unseren Futures-Kunden dieses neue Produkt zu den üblichen Top-Konditionen zur Verfügung stellen zu können!"

Dominic Schorle für WH SelfInvest (Rabatte für Mitglieder von BrokerDeal):

"Die Gerüchte um einen Mini Dax gab es in der Vergangenheit schön öfters. Dass dies nun konkret wird, ist für WH SelfInvest als Deutschlands Futures Broker #1 natürlich ideal."

Fazit

Alles in allem wirken die Nicht-Futures-Broker unberührt, während sich die Futures-Broker natürlich über diese Innovation freuen würden. BrokerDeal wird die Entwicklung natürlich genauestens im Auge behalten, um unseren Mitgliedern sofort ab Einführung ein attraktives Angebot machen zu können für den Handel des Mini-FDax über unsere Partner WH SelfInvest und CapTrader.

Entscheidend für den Erfolg wird genügend Interesse bzw. Handelsvolumen von Beginn des Handels an sein. Dazu gehören auch einmal durch die EUREX kommunizierte Zeitpläne einzuhalten. Damit ein PR-Flop wie bei den FX-Futures vermieden wird, wo durch wiederholte Verzögerungen das Image des an sich vernünftigen Instrumentes schon vor Start enorm beschädigt wurde.

Update 30.09.

Da haben sich unsere Quellen nicht geirrt: die EUREX hat heute den geplanten Start des Mini-Dax-Futures am 28.Oktober bestätigt! Interessant ist in der Pressemitteilung vor allem die Aussage, dass sich dieses Angebot an semiprofessionelle Trader richten soll, die aufgrund der bisherigen Größe des FDax-Kontrakts auf CFDs ausgewichten sind. Den genauen Wortlaut können Sie in auf der Seite der Eurex nachlesen.

Update 04.11.

Rund eine Woche nach dem Start kann man durchaus schon als kleines Fazit sagen, dass der Launch erfolgreich war. Der Mini-Future wird fleißig gehandelt, Volumen ist genügend vorhanden. Nur mit dem Spread hapert es noch ein wenig:

Kerndaten Mini-Dax-Future:

* eigenes Produkt mit eigener Preisfindung
* 1 Tick = 1 Punkt
* Spread somit bei mind. 1
* Wert pro Punkt = 5 EUR
* Marge intraday = 1750 EUR

Viel Erfolg beim Trading
Michael Hinterleitner

 

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

Kommentare

  • Peter kommentierte am 09.10.2015 um 12:51 Uhr

    Guten Tag.
    Ich bin neu in der Welt der Online Broker und Heavy Trader.
    Ein Bekannter von mir hat mir die www.sino.de sehr ans Herz gelegt. Taugt das was?
    Ich hoffe, Sie können mir diesbezüglich weiterhelfen.

    MfG
    Peter

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 09.10.2015 um 13:06 Uhr

    Hallo. Mir fehlen noch eigene Erfahrungen mit Sino, aber man hört wenig Gutes über die Plattform/Software. Da kann ich nur dazu raten, sich um eine Demo zu bemühen, um zu sehen ob man damit zurecht kommt.
    Und sonst werden WH SelfInvest und CapTrader sicher schöne Pakete schnüren für den Mini-FDax, WHS war ja sogar selbst stark eingebunden im Entwicklungsprozess. Wenn Sie weitere Unterstützung brauchen gerne per Mail an mich wenden!

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