Erstaunliche Aufgelder bei Knock Outs

13.04.2014 - 1 Minute Lesezeit

Citigroup veröffentlicht am Montag vorbörslich Zahlen, da wollte ich mich am Freitag spontan mit einem KO-Call positionieren. Knock Outs haben hierbei den theoretischen Vorteil der Verlustbegrenzung falls man auf das falsche Pferd setzt, weil sie ja einen garantierten Stopp eingebaut haben mit der KO-Schwelle.  Ich sage theoretisch, denn wenn man nachrechnet, sieht die Sache unschön aus:

Ich möchte auf ein Aufwärtsgap spekulieren. Zu einem Schlusskurs von 45,69$ finde ich als KO mit dem geringsten Abstand den US38ZJ mit der KO-Schwelle von 45$. Den hätte ich kurz vor Börsenschluss zu einem Kurs von 0,085/0,11€ erstehen können. Wegen dem Bezugsverhältnis von 1:10 ergibt das einen homogenisierten Spread von 25 €-Cent. Das sind ja schon mal satte Kosten, entspricht das doch umgerechnet in Dollar einem Spread von 0,76% des Basiswertes! Dazu kommt dann noch die Gebühr des Brokers, die wollen wir hier einmal rauslassen.

Wenn wir den Kaufkurs des KO-Calls von 1,1€ auch noch in USD umrechnen, heißt das konkret, dass ich 1,53$ zahlen soll für einen Schein, der nur noch 0,69$ vom KO entfernt ist.

Das entspricht einem Aufgeld von 121,7%. Da vergeht einem doch die Lust, mit engen KOs zu arbeiten um seinen potentiellen Verlust zu begrenzen. Und wir sprechen hier von keinem illiquiden Nebenwert, sondern von einem Bluechip!
Stattdessen nehme ich dann doch lieber z.B. den VZ2PNR mit der KO-Schwelle bei 44$. Der Spread beträgt umgerechnet nur 10 €-Cent, und der Briefkurs von 0,16€ bedeutet ein Aufgeld von nur 31%.

Ich könnte jetzt im schlimmsten Fall zwar 0,16€ für diesen Schein in den Sand setzen anstatt 0,11€ für den UBS-Call. Habe allerdings weitaus mehr Spielraum zum KO, der mir die Möglichkeit gibt das Aufgeld eben NICHT zu verlieren. Ich kann den Schein, sollte ich falsch liegen mit der Longspekulation, dann hoffentlich irgendwo zwischen 44 und 45$ noch um ein paar Cent verscherbeln.

Wem das alles zu mühsam und intransparent ist, der nutzt halt einfach Aktien oder CFDs.

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Lesen Sie passend zum Thema auch die Artikel Kursstellung von Knock Outs verstehen sowie Asynchrone Kursstellung von Zertifikaten.

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

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