Social Trading von ayondo im Echtgeldtest, Teil 2

10.09.2014 - 7 Minuten Lesezeit

In Teil 1 haben wir das Social Trading Angebot von ayondo erst einmal aus der Distanz beschnüffelt und die ersten Schritte als interessierter Kunde getätigt. Den Abschluss bildete die erste Portfoliozusammenstellung dreier Top-Trader. Heute ist die Stunde des Urteils: weniger wichtig ist dabei, wie diese Trader abgeschnitten haben. Sondern vielmehr wie ist die Qualität der Orderausführung bzw. ist die zu erwartende Slippage verkraftbar.

Echtgeldtest Tag 1

Exemplarisch und um meine Vorgehensweise näher zu bringen möchte ich im Detail kurz auf den ersten Testtag eingehen. „Patternicus“ und „Philippson_Forex“ waren schon in den ersten Stunden recht aktiv mit in Summe 9 geschlossenen und noch 7 laufenden Positionen. Der erste Screenshot zeigt diese Action auf dem Demo-Konto:

ayondo-Testergebnis nach Tag 1 im Demokonto

Beim Blick in das Live-Konto sehen wir die gleiche Tradeanzahl, allerdings stechen sofort kleinere Unterschiede in den Ausführungskursen ins Auge. Wir beginnen mit den geschlossenen Positionen, und starten gleich mit einer positiven Überraschung: der AUD/USD Trade schnitt live um 3 Pips besser ab als in der Demo. Ähnliches lässt sich bei zwei weiteren Trades feststellen. Bei den sechs anderen jedoch schneidet die Demoversion besser ab.

Versöhnlich stimmt uns dann die Tatsache, dass bei den noch laufenden Positionen das Livekonto deutlich besser abschnitt.

Ergebnis im Livekonto an Tag 1

Jetzt ist es natürlich noch zu früh, bereits Rückschlüsse zu ziehen aus dieser kleinen Testgruppe. Doch schon nach Tag 1 kann festgestellt werden: die Demo ist kein Lockangebot mit falschen Versprechungen, sondern bildet die Spiegelung der Trader ziemlich realistisch ab.


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Slippage an Tag 1

Wie sieht es aber generell mit der Slippage zwischen Trader und Follower aus, in diesem Fall unserem Live-Konto? Dazu nutzen wir die lobenswerte Möglichkeit, sich die Tradehistorie der Top-Trader ansehen zu können. Also zu welchen Kursen wurden die Trades im Konto von z.B. Philippson_Forex in die Tat umgesetzt, er ist ja schließlich der Echtgeld-Trader in unserem Portfolio. Diese Transaktionshistorie erlaubt auch einen näheren Blick auf die Strategie des Traders, werden dort doch auch Stop Loss und Take Profit erwähnt.

Bei den beiden noch laufenden Positionen bin ich jeweils 0,1 Pip schlechter ausgeführt worden. Das ist absolut in Ordnung. Beim abgeschlossenen AUD/USD-Trade erhalte ich beim Exit sogar 0,3 Pip positive Slippage. Der EUR/USD-Trade hingegen enttäuscht mit 2 Pips negativer Slippage. Wichtig jedenfalls für mich schon mal die Feststellung: ja, positive Slippage kommt vor.

Die gleiche Erfahrungen mache ich bei den laufenden und abgeschlossenen German30-Trades von Patternicus: ich erziele sowohl bessere als auch schlechtere Einstiege, in Summe hält sich das annähernd die Waage.

Das macht definitiv Lust auf mehr, da hätte ich weitaus ernüchternde Slippage erwartet. Natürlich ist diese kleine Stichprobe noch viel zu klein um ein aussagekräftiges Fazit ziehen zu können. Aber Sie kriegten so hoffentlich einen Eindruck meiner Arbeitsweise. Dieser Echtgeldtest lief jedenfalls so lange wie die Demo, also 14 Tage lang. Dabei kamen 159 abgeschlossene Trades zustande, mit dieser Zahl lässt sich schon ordentlich arbeiten. Damit kommen wir bereits zur finalen Auswertung. Der dritte Trader in unserem Portfolio, „ZipZap“, kann dabei ignoriert werden, da er nur vier Trades beisteuerte.

Ausführungsqualität & Slippage Patternicus

Der primäre Markt für jenen Top-Trader mit den meisten Followern bei ayondo ist der DAX30-Index. Wir haben uns auf diesen konzentriert und die wenigen Trades in anderen Märkten ausgeklammert.

Fangen wir doch mit der guten Nachricht an: die Aufmerksamkeit als Zugpferd scheint uns absolut berechtigt, in 89 Trades konnten Patternicus auf seinem eigenen Konto großartige 739 Daxpunkte Gewinn erzielen! Dabei haben wir gleich zu Beginn einen Drawdown erwischt, danach ging es aber nur noch steil gen Norden.

Dann folgt der Blick in das eigene Follower-Konto und damit etwas Ernüchterung: +662 Punkte sind zwar für sich betrachtet sensationell, erzielt in nur 7(!) Handelstagen. Doch ich schnitt damit um 77 Punkte schlechter ab als Patternicus. Was verzögerter Orderausführung und Slippage geschuldet ist. Zwar verzeichnete ich wenigstens 5x eine positive Slippage von 2 Punkten oder mehr zu meinen Gunsten. Doch dem gegenüber stehen 24 Fälle von negativer Slippage von 2 Punkten oder mehr. 4x beträgt der Unterschied sogar mehr als 5 Punkte gegen mich.

Wenn das Demokonto ähnlich abgeschnitten hat, dann ist das eher verkraftbar. Doch das Demokonto weist ein Plus von 725 Punkten auf. Damit zwar weniger als Patternicus selbst. Doch mit wesentlich weniger Slippage als ich Follower.

Performance Patternicus im DE30-CFD

Die Gründe dafür sind rasch gefunden: vor mir folgten diesem Top-Trader bereits mehr als 800 andere Anleger. Diese Unmenge an kopierten Orders wird nicht zeitgleich für alle ausgeführt werden, sondern nach dem first come first serve Prinzip. D.h. umso früher man auf einen Top-Trader aufmerksam wird, desto zeitnäher werden die Orders kopiert. Und so beliebt der DE30 sein mag unter deutschen Tradern, die Liquidität ist begrenzt. Mal sehen wie das Ganze bei den hochvolatilen Devisenmärkten aussieht.

Ausführungsqualität & Slippage Philippson_Forex

Mit 66 Devisentrades in den zwei Wochen war dieser Echtgeldtrader auch sehr fleißig. Nach gutem Start waren wir Zeuge eines heftigen Drawdowns von 160 Pips. Das hat Philippson_Forex aber bemerkenswert rasch wieder aufgeholt, und beendete unsere Testphase in der Nähe des Höchststands mit +133 Pip Gewinn. Diesmal zuerst der Blick in das Demokonto: mit +132 Pips hat dieses praktisch ident abgeschnitten. Erfreulicherweise wieder nicht besser als der Top-Trader selbst. Das überzeugt uns endgültig von der transparenten Brauchbarkeit der Demo-Funktion bei ayondo.

Nun viel wichtiger, was blieb bei mir Follower hängen. +124 Pip sind es am Ende, damit bin ich schon viel eher zufrieden. Nur in 3 Fällen hatte ich überhaupt eine negative Slippage von mehr als 1 Pip, die in Summe nicht ganz aufgeholt werden konnte durch eine positive Slippage in einem Fall.

Performance Philippson_Forex am Devisenmarkt

Ich bin eigentlich sogar auf meinem Konto noch besser ausgestiegen. Allerdings habe ich zwei Trades aus der Auswertung gestrichen. Diese wurden nämlich mysteriöserweise 31 Minuten früher geschlossen als bei Philippson_Forex selbst. Und das mit fast keinem Verlust, während diese beiden Trades beim Top-Trader in den Stop-Loss liefen. Ich muss zu meiner Schande als Tester gestehen, dass ich meine Aufzeichnung über das folgende Telefonat nicht mehr auffinde. Kann mich nur noch erinnern, dass dem Fehler nachgegangen wurde, aber da ich ja ohnehin besser ausgestiegen bin, blieb der Ausgang dieses Ereignisses nicht in der Erinnerung haften.

Tabellarische Auswertung

Wer sich für die Fakten und Zahlen interessiert, für den hänge ich gerne auch das zugehörige Excel-File an. Grüner Hintergrund steht für Longtrades, Rot für Shorts. In Spalte J habe ich in meinem Follower-Konto die größten positiven und negativen Abweichungen markiert.

Fazit der Echtgeldtests

Also über die Qualität meiner gewählten Trader ließ sich nicht meckern, ich konnte schöne Gewinne verzeichnen. Ich muss an dieser Stelle allerdings anmerken, dass die Daten des Echtgeldtests schon etwas älter sind. Ich habe nach Ablauf des Demokontos mein Livekonto noch etwas weiterlaufen lassen, um daraus einen Langzeittest zu machen. Bei ZipZap ging das gehörig in die Hose, bin aktuell nur noch einer von vier verbliebenen Followern. Der hat sich mit ein paar großen Positionen in Gold und EUR/USD ziemlich zerschossen, und damit auch mich geschädigt. Die Beständigkeit von Philippson_Forex ging auch in größere Schwankungen über. Nur Patternicus zeigt weiter Selbstsicherheit und Beständigkeit.

Sehe ich in die aktuelle Rangliste, finde ich jetzt im September weitaus mehr Echtgeldtrader, eine erfreuliche Entwicklung. Auch spannende Performancekurven sind darunter. Ich werde mir heute also mal ein neues Portfolio zusammenstellen, und bei Gelegenheit erneut darüber berichten. Eventuell besserte sich mittlerweile ja auch die Slippage bei Index-CFDs, der einzige Kritikpunkt bei der Ausführungsqualität. Während sich die Forex-Strategien bedenkenlos mit hoher Qualität kopieren lassen.

Die bisher behandelten Aspekte und noch viel mehr Details fließen in die kommende finale Bewertung ein, diese folgt in wenigen Tagen!

Zum Steckbrief von ayondo

Viel Erfolg beim Trading!
Michael Hinterleitner

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

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