Brexit: Was bedeutet Boris Johnsons Wahlsieg für die Anleger und Trader?

Laut einer Untersuchung hat die britische konservative Partei („Tories“) in 88 % der Wahlkampfwerbung auf Facebook Lügen verbreitet. Auch dies dürfte dazu beigetragen haben, dass der britische Premierminister Boris Johnson die Parlamentswahlen am vergangenen Donnerstag haushoch gewinnen konnte.

Wie dem auch sei, nunmehr scheinen zumindest die Machtverhältnisse geklärt zu sein: Boris Johnson wird mit den Tories dafür sorgen, dass das Vereinigte Königreich die EU zum 31. Januar 2020 verlassen wird. Interessanter ist in diesem Zusammenhang allerdings ein anderes Datum, nämlich der 31. Dezember 2020: Denn bis zu diesem Termin müssen sich die EU und das Vereinigte Königreich auf einen Handelsvertrag geeinigt haben. Ansonsten kommt es zum viel gefürchteten „Harten Brexit“. Was dies alles für den Anleger und Trader bedeutet, werden wir im Folgenden erörtern.

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Der klare Wahlsieg von Boris Johnson wird auch von der deutschen Politik überwiegend positiv bewertet

Insgesamt scheinen die Reaktionen der Politik in Bezug auf den Wahlsieg von Boris Johnson überwiegend positiv zu sein. So bedauert man zwar auch in Deutschland nach wie vor das Ausscheiden der Briten aus der Europäischen Union. Allerdings begrüßt zum Beispiel Bundeskanzlerin Angela Merkel die Tatsache, dass durch den Wahlausgang klare Verhältnisse geschaffen wurden. Diese sollen dabei helfen, dass die Brexit Verhandlungen nun sehr zügig fortgesetzt und abgeschlossen werden können. Insgesamt gibt man sich betont optimistisch, was eine Einigung mit dem Vereinigten Königreich anbelangt. Dies erscheint allerdings recht blauäugig. Denn bei Boris Johnson handelt es sich um alles andere als einen verlässlichen Verhandlungspartner. Dies wird sich auch an den folgenden Beispielen zeigen.

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Boris Johnson hat den Wahlkampf auch dank seiner vielen Lügen gewonnen

Wie eingangs angesprochen, kann man durchaus die These aufstellen, dass Boris Johnson die Parlamentswahlen vor allem auch dank seiner zahlreichen Lügen gewonnen hat. Dazu ein Beispiel: So versprach er seinen Wählern immer wieder, dass nach dem Brexit sehr viel Geld für das marode britische Gesundheitssystem zur Verfügung stehen würde. Schließlich sei das Vereinigte Königreich dann nicht mehr gezwungen, „Unsummen“ an den Haushalt der Europäischen Union abzuführen. So wurde zum Beispiel angekündigt, dass 40 neue Krankenhäuser gebaut werden sollten. Allein dieses Wahlversprechen wurde 5.000 mal von den Tories verbreitet.

Das Problem dabei: Diese Aussagen haben leider nur wenig mit der Realität zu tun. Geplant ist bislang lediglich, sechs (bereits bestehende!) Krankenhäuser zu sanieren. Außerdem hat der britische Premierminister vollmundig versprochen, 50.000 neue Pflegekräfte einzustellen. Dabei hat er allerdings „vergessen“, zu erwähnen, dass bei dieser Zahl bereits 18.500 Pflegekräfte eingerechnet sind, die bereits aktuell im britischen Gesundheitswesen beschäftigt sind. Diese sollen lediglich dazu aufgefordert werden, auch weiterhin dort zu arbeiten.

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Kommt es zu einer weiteren Verschiebung des Brexits?

Diese Beispiele zeigen, dass es Boris Johnson mit der Wahrheit mitunter nicht so genau nimmt. Außerdem muss man bei ihm jederzeit damit rechnen, dass er seine Meinung um 180 Grad ändern kann. So hatte er zum Beispiel im Herbst angekündigt, er wolle lieber „tot im Grabe“ liegen, als die Europäischen Union um eine weitere Verlängerung des Brexits zu bitten. Nur wenig später bat er dann bei der EU darum, den Termin vom 31. Oktober 2019 auf den 31. Januar 2020 zu verschieben.

Es ist daher möglich, dass der aktuelle Termin nochmals verschoben wird. Allerdings ist ein anderes Szenario wahrscheinlicher: Das vereinigte Königreich wird die EU wie geplant Ende Januar 2020 verlassen. Allerdings beginnt im Anschluss daran eine neue Hängepartie. Nunmehr gilt es, so schnell möglich eine Einigung mit der EU über die künftige Zusammenarbeit zu erzielen. So ist das Vereinigte Königreich im Moment und bis Ende 2020 de facto weiterhin ein EU Mitglied, allerdings ohne Stimmrecht.

Sollte allerdings keine Einigung erzielt werden, droht am 1. Januar 2021 ein harter Brexit. Wenn man bedenkt, dass Handelsabkommen normalerweise über Jahre hinweg verhandelt werden, so ist es sehr ambitioniert, wenn man nunmehr davon ausgeht, dass es in diesem Fall erheblich schneller gehen soll. Vielleicht wird Boris Johnson daher einmal mehr seine Meinung ändern und um einen weiteren Aufschub bitten.

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Es gilt einen harten Brexit zu vermeiden

Ein harter Brexit wäre nach wie vor die denkbar schlechteste Lösung für alle Beteiligten: Denn sowohl das Vereinigte Königreich, als auch die Europäischen Union würden in diesem Fall wirtschaftlich großen Schaden nehmen. Besonders schlecht wäre dieses Szenario auch für Deutschland, da in diesem Fall mit einem Einbruch der Exporte zu rechnen ist. Daher ist davon auszugehen, dass sowohl Boris Johnson, als auch die EU alles versuchen werden, um einen solchen harten Brexit zu vermeiden.

Wahrscheinlicher ist es daher, dass über kurz oder lang eine Einigung erzielt werden wird. Problematisch ist hierbei vor allem Folgendes: Boris Johnson wird nach dem Brexit versuchen, die Wirtschaft zu stimulieren. Denn er hatte ja seinen Wählern vollmundig versprochen, dass nach dem Austritt aus der EU praktisch „alles“ besser werden wird. Welche Möglichkeiten hat er daher, die britische Wirtschaft zu unterstützen?

Am liebsten würde er wahrscheinlich dem Beispiel von Donald Trump folgen: Dieser hatte nach seinem Wahlsieg massiv die Steuern gesenkt. Außerdem drängt er die amerikanische Notenbank Fed immer wieder dazu, seine Politik durch niedrige Zinsen und Anleihekaufprogramme zu unterstützen. Insgesamt war dieses Vorgehen in den letzten Jahren auch sehr erfolgreich: So haben die Aktienmärkte seit dem Amtsantritt von Trump eine fast nie dagewesene Rallye hingelegt.

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Kann Boris Johnson mit den gleichen Rezepten wie Donald Trump punkten?

Sollte man daher als Anleger und Trader nunmehr auf eine „Johnson“ Rallye an den britischen Aktienmärkten spekulieren? So werden niedrigere Steuern zweifellos dazu führen, dass die britischen Unternehmen höhere Gewinne erzielen können. Dies dürfte sich dann auch in höheren Aktienkursen widerspiegeln. Dazu kommt, dass die Tories beabsichtigen, das britische Sozialsystem noch weiter einzudampfen. Niedrigere Sozialabgaben sollten daher den Effekt der niedrigen Steuern noch weiter verstärken.

Allerdings gibt es an dieser Stelle ein großes „aber“: Denn das Vereinigte Königreich möchte mit der EU einen Handelsvertrag schließen. Das ist auch sehr vernünftig, da die Europäischen Union für das Vereinigte Königreich der größte Markt ist. Allerdings wird die EU einem solchen Vertrag nur zustimmen, wenn es im Vereinigten Königreich zu keinem „Sozialdumping“ kommt. Außerdem wird die EU es aller Voraussicht nach auch nicht erlauben, dass Boris Johnson aus „seiner Insel“ eine Steueroase macht.

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Die britische Notenbank dürfte für steigende Aktienkurse sorgen

Im Hinblick auf die Steuer- und Sozialpolitik dürfte die EU den Briten daher Grenzen setzen. Man darf gespannt sein, wie die Brexit Wähler auf diesen Punkt reagieren werden. Denn im Wahlkampf wurde darauf natürlich nicht eingegangen.

Trotzdem kann es Boris Johnson schaffen, der Wirtschaft und damit auch den Aktienmärkten zu helfen: Dabei wird er aller Voraussicht nach Unterstützung von der Bank of England erhalten. Diese kann die Zinsen senken und durch das „Drucken“ von Geld das Pfund abwerten. Ein Großteil des „billigen Geldes“ wird dabei in die Aktienmärkte fließen. Genauso ist es in den vergangenen Jahren in den USA geschehen. Daher kann man als Anleger und Trader durchaus auf steigende Notierungen bei den britischen Aktien setzen.

Aufpassen sollte man allerdings, wenn es im Endeffekt – wider Erwarten – doch zu einem harten Brexit kommen sollte. Denn in diesem Fall dürften vor allem die britischen Unternehmen stark leiden. In diesem Szenario wäre Boris Johnson dann allerdings in Zukunft viel freier, was seine Politik anbelangt. So konnte er in diesem Fall aus dem Vereinigten Königreich tatsächlich eine Steueroase mit sehr niedrigen sozialen Standards machen. Über kurz oder lang wäre dies dann auch wieder für Unternehmen und Investoren attraktiv. Kurzfristig ist aber bei einem harten Brexit, wie gesagt, eher mit fallenden Kursen zu rechnen.

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Das Gute an der Börse ist, dass man sowohl von steigenden, als auch von fallenden Kursen profitieren kann. So hat man beim Handel mit CFD die Möglichkeit, sowohl Long (kaufen), als auch Short (verkaufen) zu gehen. Gleichgültig, wie sich die Situation in Großbritannien daher entwickelt: Als Trader kann man in jedem Fall von den Kursbewegungen profitieren.

Um das Trading mit CFD einmal ohne Risiko auszuprobieren, bietet es sich an, ein kostenloses Demokonto bei einem CFD Broker zu eröffnen. Bereits auf diesem Konto erhält man als Trader echte Kurse zur Verfügung gestellt. Damit lässt sich das Trading sehr gut simulieren. Jedoch handelt man auf dem Demokonto nicht mit echtem Kapital. Vielmehr erhält man durch den Broker ein virtuelles Guthaben zur Verfügung gestellt. Dieses kann man nutzen, um das CFD Trading kennen zu lernen. Häufig steht einem hierfür erfahrungsgemäß ein Betrag zwischen 10.000 € und 100.000 € zur Verfügung.

Ein Demokonto ist auch sehr gut dafür geeignet, um verschiedene Strategien und Märkte ausprobieren. Im Zusammenhang mit dem Brexit spielen vor allem der britische Aktienindex FTSE 100 und die Währungspaare Euro / Britisches Pfund (EUR / GBP) und Britisches Pfund / US Dollar (GBP / USD) eine wichtige Rolle.

Außerdem bietet sich die Demophase dafür an, sich in die Handelsplattform des Brokers einzuarbeiten. Unterstützt wird man hierbei bei vielen Anbietern durch Schulungsangebote. Diese können sich allerdings in Bezug auf ihre Qualität teils erheblich voneinander unterscheiden. Daher ist es sinnvoll, sich vorab gründlich über den entsprechenden Broker zu informieren. Dafür bietet es sich an, unseren großen Broker Vergleich zu nutzen. Denn darin vergleichen wir die einzelnen Anbieter gewissenhaft miteinander. Auf diese Weise fällt es auch leicht, einen Broker zu finden, der einem für den CFD Handel sehr gute Konditionen anbietet.

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