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Trading

Online Trading - Schnelles Geld oder harte Arbeit?

Trader am Telefon mit BildschirmVon der Couch aus an den internationalen Finanzmärkten handeln und mit geringem Aufwand viel Geld verdienen: Die Erwartungen an den „Traumjob Trader“ könnten nicht höher sein. Tatsächlich lässt sich mit Online Trading Geld verdienen – allerdings nur, wenn einige Grundregeln befolgt und die Erwartungen an die Realität angepasst werden.

Was ist unter „Online Trading“ zu verstehen, welche Abläufe spielen sich im Hintergrund ab und welche Erträge sind realistisch? Was macht Anleger zu erfolgreichen Tradern, welche Werkzeuge versprechen Erfolg und welche neueren Entwicklungen gibt es? Auf diese und weitere Fragen sollen an dieser Stelle Antworten gegeben werden.


Was ist Online Trading?

Im Englischen steht „Trading“ für „Handel“ und differenziert dabei nicht weiter zwischen Transaktionen auf einem Markt für lokale Raritäten, einer beliebigen Großmarkthalle und an einer vollelektronischen Wertpapierbörse.

Im deutschsprachigen Raum wird „Trading“ auch als Oberbegriff für den aktiven Handel an den Finanzmärkten mit Aktien, Devisen, Terminkontrakten, Derivaten, ETFs oder Anleihen genutzt. Gemeint sind tendenziell Handelsansätze mit einem kurzen Zeithorizont von maximal einigen Monaten und recht vielen Transaktionen.

Langfristige Strategien wie z. B. Dividendenstrategien fallen dagegen begrifflich eher in die Kategorie „Kapitalanlage“. Dementsprechend zielt Trading primär auf das Erzielen von Kursgewinnen durch das Ausnutzen kurz- und mittelfristiger Marktschwankungen ab. Die langfristige realwirtschaftliche Entwicklung ist dabei weniger von Bedeutung als Marktpsychologie- und Technik.

Trading Prinzip - HandelWollen Sie beispielsweise mit Aktien handeln, dann setzen Sie Geld ein, um Anteile eines Unternehmens zu erwerben. Steigt anschließend der Wert dieser Anteile, können Sie sie wieder verkaufen und somit einen Gewinn erzielen. Das ist auch schon die Definition von Trading: Sie kaufen ein Instrument zu einem bestimmten Preis (bzw. Kurs) und verkaufen es zu einem anderen. Im Optimalfall ist der Verkaufskurs höher und der Trader erzielt seine Rendite aus der Differenz der beiden Kurse.

„Online Trading“ zielt auf die Abwicklung von Transaktionen über das Internet ab. Privatanleger können über geeignete Broker Orders via Internet platzieren. Das ist von jedem Rechner der Welt aus mit geringem Zeitaufwand und zu geringen Transaktionskosten möglich. Doch nicht nur die Transaktionen, sondern auch die Beschaffung und Auswertung marktrelevanter Informationen ist via Internet möglich.

„Online Trading“ ist mittlerweile ein Synonym für „Trading“, da Ordererteilung und Informationsbeschaffung ohnehin weitgehend über das Internet erfolgen.

Wie funktioniert eine Börse und wie werden Trader mit ihr verbunden?

Doch wie lassen sich mit kurzfristigen Kursschwankungen Gewinne erzielen? Um das zu verstehen ist zunächst ein Blick auf die Funktionsweise einer Wertpapierbörse notwendig. Börsen sind zentrale Handelsplätze, auf denen Angebot und Nachfrage nach Wertpapieren zusammentreffen.

Börsenteilnehmer als Vermittler

Sie selbst können als Privatanleger keine Order direkt in das Handelssystem einer Börse einstellen. Möglich ist das nur über Börsenteilnehmer – also Banken und Broker. Diese stellen ihren Kunden (zu denen neben Privatanlegern auch Fondsgesellschaften und andere institutionelle Anleger gehören können) Ordermasken zur Verfügung und nehmen darüber via Internet Aufträge entgegen. Bei Kaufaufträgen prüfen die Börsenteilnehmer zugleich, ob die Liquidität auf Ihrem Depot/Verrechnungskonto ausreicht.

Xetra - Wichtigster Handelsplatz 

Nachdem Sie Ihrem Broker eine Order erteilt haben, wird diese an den durch Sie gewählten Börsenplatz weitergeleitet. Der für den Handel mit deutschen Aktien wichtigste Handelsplatz ist die elektronische Handelsplattform Xetra, die durch die Frankfurter Wertpapierbörse betrieben wird und mehr als 95 % des Handelsvolumens abdeckt. Eingehende Orders werden nach festgelegten Regeln (Matching Rules) ausgeführt, Limits werden dabei berücksichtigt.

Transaktionskosten werden vom Broker einbehalten

Der Broker wird über die Ausführung der Order informiert und schreibt Ihrem Verrechnungskonto daraufhin den Verkaufserlös abzüglich Transaktionskosten gut (Verkaufsorder) bzw. belastet den Kaufpreis zzgl. Ordergebühren und bucht die erworbenen Wertpapiere in Ihr Depot ein.

Geringe Hürden für den Einstieg ins Online Trading

Privatanleger können via Internet eine große Anzahl an Orders pro Tag aufgeben. Auch der Kauf und Verkauf eines Wertpapiers innerhalb eines Handelstages (Intraday Trading bzw. Daytrading) ist - sofern der Broker dies in seinen Bestimmungen nicht ausschließt – problemlos möglich. Online Trading setzt somit neben etwas Geld nicht mehr voraus als einen Dienstleistungsvertrag mit einem Broker, der mit der Eröffnung eines Depots abgeschlossen wird.

Wann wird Online Trading profitabel?

Geld verdienen lässt sich mit dem aktiven Börsenhandel, wenn ein hinreichend großer Teil der Transaktionen mit einem Gewinn abgeschlossen wird. Mit diesen Gewinnen müssen zunächst die „Betriebskosten“ des Online Trading gedeckt werden: Die zwangsläufig eintretenden Verluste und die Transaktionskosten. Erst wenn die Gewinne deutlich darüber hinaus gehen, wird Online Trading zum profitablen Unterfangen.


Ist Online Trading Kunst, Handwerk oder Illusion?

RouletteKritiker des aktiven Handels behaupten häufig, die Kursentwicklung an den Finanzmärkten unterliege entweder dem Zufall oder basiere auf extrem komplizierten und nicht berechenbaren Mechanismen, so dass jeder Versuch, mit den Schwankungen Kursgewinne zu erzielen, zum Scheitern verurteilt sei.

Träfe das zu, wäre Online Trading nichts als ein Geschäftsmodell von Brokern für Kunden, die sich genauso gut im Glücksspiel versuchen könnten. Das Gegenteil wird jedoch seit Jahrzehnten bewiesen: Es ist möglich, mit der gezielten Spekulation auf Kursveränderungen dauerhaft und systematisch Gewinne zu erzielen. Diese Möglichkeit besteht, weil sich Kurse nicht zufällig, sondern im Rahmen erkennbarer Gesetzmäßigkeiten des Marktes bewegen.

Diese in Mustern ablaufenden Marktbewegungen treten zusammen mit plötzlichen und unspezifischen Bewegungen auf. Im Online Trading geht es darum, aussagekräftige Konstellationen zu identifizieren und für profitable Trades auszunutzen. Dafür ist weniger eine künstlerische Begabung als vielmehr analytisches Denken erforderlich. Sie müssen das Rad aber nicht zum zweiten Mal erfinden: Um Kursbewegungen einschätzen und antizipieren zu können sind dagegen Kenntnisse im Bereich der Technischen Marktanalyse hilfreich. Die meisten strategischen Ansätze mit kurz- und mittelfristigem Zeithorizont basieren auf dieser Disziplin.


Die Technische Analyse und ihre Bedeutung für Privatanleger

Für die Technische Analyse (TA) werTechnische Analyseden weder Unternehmensgewinne noch Wirtschaftswachstum betrachtet, sondern einzig und allein der Kursverlauf eines Wertpapiers. Die TA wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts angewandt und geht davon aus, dass alle relevanten Informationen im Kurs bereits enthalten sind. Zudem unterstellt sie, dass Kurse sich in Trends und Mustern bewegen und dass Trends beständig, d.h. nicht dem bloßen Zufall unterworfen sind.

Die drei größten Vorteile der Technischen Analyse

  1. Sie ist leicht zu erlernen.
  2. Die Technische Analyse funktioniert für jeden Markt gleich.
  3. Die TA erfordert nur sehr geringe Ressourcen, die meistens frei zugänglich sind.

Mithilfe der TA lässt sich der Zustand eines Marktes und seine wahrscheinliche Bewegungsrichtung relativ leicht ermitteln.

Ein einfaches Beispiel:
Befindet sich der Markt im unteren Bereich eines intakten Aufwärtstrendkanals, ist ein Kursanstieg wahrscheinlich. Schon allein die Betrachtung von Trends, Widerständen und Unterstützungen sowie einfachen Kursinformationen erlauben oft genug eine Einschätzung des Marktes. Viele Broker stellen Privatanlegern Chartingsoftware zur Verfügung, mit der die meisten Werkzeuge der TA angewandt werden können.

Basiswissen wird häufig im Rahmen von kostenlosen oder preisgünstigen Webinaren vermittelt, in denen im besten Fall mit engem Praxisbezug die aktuelle technische Verfassung wichtiger Märkte analysiert wird. Einsteiger sollten, einen entsprechenden persönlichen Einsatz vorausgesetzt, innerhalb weniger Monate die grundlegenden Fertigkeiten der TA erlernen können.

Online Trading lernen - Was ist erforderlich?

Ein PC mit Internetanschluss bzw. ein entsprechendes Mobilgerät reichen deshalb sowohl zur Übermittlung von Orders als auch zur Analyse des Marktes aus. Online Trading erfordert weder ein Studium der Betriebswirtschaft noch eine Bankausbildung. Auch umfangreiches Equipment wie z. B. PCs mit mehreren Bildschirmen ist für Einsteiger und Fortgeschrittene nicht erforderlich.

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Wie lässt sich mit Online Trading Geld verdienen?

Geschäftmann schaut zu den Wolken mit herunterhängenden Geldscheinen

Eine Handelsstrategie ist ein klar definiertes Regelwerk, das Ein- und Ausstiegssignale produziert.

Geld wird im Online Trading durch die konsequente Umsetzung von Handelsstrategien erzielt. Solche Strategien können in Eigenregie entwickelt oder aus einem großen Bestand frei verfügbarer Ansätze übernommen werden. Einsteiger und Fortgeschrittene ohne Erfahrung in der Entwicklung und Validierung von Strategien sind mit fertig entwickelten Ansätzen in der Regel besser bedient; erfolgreiche Trader entwickeln im Laufe der Zeit meistens den Ehrgeiz, eigene Strategien zu entwickeln.

Eine Handelsstrategie ist nichts anderes als ein klar definiertes Regelwerk, das Ein- und Ausstiegssignale produziert. Die Regelwerke basieren auf Beobachtungen von Marktsituationen, denen eine hinreichend große Prognosekraft bzgl. der weiteren Marktentwicklung zugesprochen wird. Ein sehr einfaches umzusetzendes Beispiel sind Ausbruchsstrategien. Durchbricht ein Markt einen Widerstand oder eine Unterstützung oder kommt es zu einem Ausbruch aus einer Chartformation (z. B. Kopf-Schulter-Formation), wird eine Position in Richtung der erwarteten Marktentwicklung eröffnet.


Bewährte Handelsstrategien sind nicht kompliziert

Für die Umsetzung von Ausbruchsstrategien ist zunächst ein Screening erforderlich, das sich auf einen Markt oder eine größere Anzahl verschiedener Märkte beziehen kann. Dabei sind Märkte bereits relevant, wenn sich die Hinweise auf einen bevorstehenden Ausbruch verdichten. Das ist z. B. der Fall wenn ein Markt sich in Richtung eines signifikanten Widerstands bewegt.

Im zweiten Schritt greift die Strategie: Sie legt fest, unter welchen Umständen eine Position eröffnet wird. Das kann etwa der Fall sein, wenn der Tagesschlusskurs eines Marktes mindestens 1,0 % über einem signifikanten Widerstand notiert. Diese Festlegung ist mehr als nur ein Detail: Die exakte Definition entscheidet maßgeblich über die „Trefferquote“.

Wird eine Position zu früh nach dem vermeintlichen Durchbruch durch einen charttechnischen Widerstand eröffnet, ist das Risiko eines „Fehlalarms“ und eines letztlich nicht nachhaltig vollzogenen Ausbruchs groß. Erfolgt der Einstieg zu spät, schmälert dies dagegen das Potenzial jeder einzelnen Position.


Handelsstrategie legt Ein- und Ausstieg im Online Trading fest

Die Optimierung dieser Parameter erfolgt – nicht nur im Hinblick auf Ausbruchsstrategien – auf der Grundlage empirischer Erkenntnisse. Diese können mit geeigneter Software (die z. B. im Fall von MetaTrader kostenlos sein kann) im Rahmen von Backtests angewandt werden.

Dabei wird die detaillierte Umsetzung einer Strategie anhand historischer Kursverläufe simuliert und die hypothetische Performance gemessen. Anhand marginaler Änderungen an den Parametern lässt sich mit dieser Vorgehensweise ermitteln, welche Einstellungen in der Vergangenheit den höchsten Ertrag erzielt hätten. Daraus lassen sich konkrete Rückschlüsse für künftige Anwendungen ziehen.

Handelsstrategien definieren nicht nur den geeigneten Zeitpunkt für den Einstieg in den Markt, sondern legen auch den Ausstieg fest.

Bei der Eröffnung einer Position ergibt sich der initiale Exit-Kurs zunächst aus den Festlegungen zur Verlustbegrenzung: Üblicherweise wird der maximale Verlust pro Position durch ein Stop-Loss begrenzt, das automatisch ausgelöst wird, wenn ein festgelegtes Kursniveau erreicht wird.

Ein Beispiel: Sie kaufen eine Aktie zum Briefkurs von 103,50 € und platzieren gleichzeitig ein Stop-Loss bei 98,00 €. Sobald der Geldkurs (!) dieses Niveau erreicht, wird automatisch eine Verkaufsorder ausgelöst.


Auf steigende und fallende Kurse setzen – ohne ständige Präsenz am Bildschirm

Steigt der Kurs nach dem Aktienkauf an, kann das Stop-Loss-Niveau sukzessive angehoben werden. Dadurch werden bereits angelaufene, aber noch nicht realisierte Gewinne gegen Kursrücksetzer geschützt.

Alternativ zur manuellen Anpassung kann ein Trailing-Stop-Loss installiert werden. Das ist eine Stop-Loss-Order, deren auslösender Kurs in festgelegten Intervallen an steigende Marktkurse angepasst wird. Auch der Einstieg in einen Markt kann ohne ständige Beobachtung automatisch erfolgen, indem eine Stop-Buy-Order erteilt wird: Diese löst bei Erreichen eines festgelegten Kursniveaus eine Kauforder aus.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Kapitalanlage und aktivem Trading besteht in der Möglichkeit, auch auf fallende Kurse zu setzen. Privatanlegern stehen dazu diverse Instrumente und Wertpapiere zur Verfügung, etwa Leerverkäufe, Short-Zertifikate, Put-Optionsscheine und CFDs.


Analyse, Kosten, Kursversorgung: Das Internet hat die Zutrittshürden verringert

InternetErfolgreiche Trader benötigen kein (in der Anwendung ohnehin verbotenes) Insiderwissen und können relevante Märkte ohne hohen Kosten- und Zeitaufwand beobachten, analysieren und handeln.

Die Kombination aus Chartingsoftware, intelligenten Ordertypen und mobilen Zugriffsmöglichkeiten auf Wertpapierdepots hat die Zutrittshürden zum aktiven Handel verringert. Online Trading ist für nahezu jeden möglich, der einige Stunden pro Woche investieren kann – abhängig von der gewählten Strategie ist sogar noch weniger notwendig.

Ein erheblicher Teil der Broker stellt seinen Kunden eine Komplettlösung für Online Trading zur Verfügung: Die Handelsplattformen beinhalten neben den eigenen Handels- und Verwaltungsfunktionen (Ordererteilung, Performance-Statistiken usw.) auch Anwendungen im Bereich Charting und Analyse inklusive Kursdatenversorgung und vielfach sogar Möglichkeiten zur Entwicklung und zum Einsatz automatisierter Handelssysteme.

Das Internet hat zudem preisgünstigen Brokern den Weg geebnet, so dass die Transaktionskosten im börslichen und außerbörslichen Handel seit der Jahrtausendwende deutlich zurückgegangen sind. Das gilt auch für den Handel an ausländischen Börsenplätzen. Auch CFD und FX Broker haben zur Verringerung der Zutrittshürden zum Online Trading beigetragen.

Privatanleger können über diese Broker sehr viele einstmals schwer zugängliche Märkte (Rohstoffe, Edelmetalle usw.) handeln - aufgrund der Hebelwirkung reichen vierstellige Einlagen dafür aus. Auch das stark gewachsene Angebot an ETPs (Exchange Traded Products – darunter fallen z. B. börsengehandelte Indexfonds und abgesicherte Rohstoffzertifikate) hat den Bewegungsradius von Privatanlegern auch für kurzfristige Engagements erweitert.


Daytrading, Positionstrading, Scalping: Diese Stile gibt es beim Online Trading

Online Trading grenzt sich in seiner engeren Definition durch einen kürzeren Zeithorizont von Kapitalanlage ab. Doch auch innerhalb der kurzen Zeithorizonte gibt es gravierende Unterschiede zwischen verschiedenen Stilen.

Daytrading

Daytrading ist begrifflich am bekanntesten: Hier werden Positionen in der Regel am selben Tag eröffnet und wieder geschlossen.

Positionstrading

Beim Positionstrading sind Zeithorizonte von Tagen, Wochen und sogar Monaten üblich.

Scalping

Besonders kurz ist die Zeitspanne beim Scalping: Bei dieser Methode werden Preisdifferenzen im Orderbuch einer Börse ausgenutzt, die oft nur wenige Sekunden lang bestehen. Vor allem die Abgrenzung zwischen Daytrading und Positionstrading ist nicht als absolut zu verstehen.


Online Trading mit Autopilot: Automatisierter Handel

Automatisierter HandelDer Trend zur Automatisierung betrifft auch Online Trading: Automatisierte Handelssysteme ermöglichen die vollautomatische Umsetzung von Handelsstrategien, ohne dass dafür ein Login ins Depot oder auch nur das Einschalten des Rechners notwendig sind.

Handelsstrategien können über Programmiersprachen formalisiert werden. Das Ergebnis sind Skripte, die durch geeignete Handelsplattformen automatisch in konkrete Trades umgesetzt werden – inklusive Verlustbegrenzung, dynamischer Positionsgrößenbestimmung usw.

Ein (sehr) einfaches automatisiertes Handelssystem ist z.B. die MACD-Handelsmethode, die überdies in nahezu jeder gängigen Analysesoftware als einfacher Indikator zur Verfügung steht und das Prinzip des automatisierten Handels nach Plan an dieser Stelle verdeutlichen soll. Der Indikator besteht aus insgesamt drei gleitenden Durchschnitten, die jeweils in etwa mit geglätteten Trendlinien vergleichbar sind, sich aber sehr viel leichter als diese in einer Programmiersprache definieren lassen.

Aus zwei Durchschnitten wird eine Differenz gebildet, der dritte Durchschnitt dient als Signal: Überkreuzt der dritte („beweglichste“) Durchschnitt die Differenz der beiden (trägeren) Durchschnitte, liegt ein Kaufsignal vor und es wird eine Longposition eröffnet. In der Praxis sind die meisten automatisierten Handelssysteme wesentlich komplizierter.

Programmierkenntnisse sind für die Nutzung automatisierter Handelssysteme nicht zwingend notwendig.

Erstens stellen einige Broker (vor allem FX- und CFD Broker) ihren Kunden vollumfängliche Plattformen zur Verfügung, auf denen lediglich die zur Umsetzung gewünschten Strategien ausgewählt werden müssen. Zweitens findet sich insbesondere im Umfeld weit verbreiteter Handelsplattformen wie MetaTrader eine große Zahl frei umlaufender Skripte.


Social Trading: Handeln wie die anderen

Der neueste Trend im Online Trading ist Social Trading. Dabei sind alle Nutzer einer Plattform zugleich Nutzer einer Community. Die Trades aller Nutzer werden dabei – anonym bzw. mit Nickname – veröffentlicht und sind für alle anderen Mitglieder einsehbar.

Es ist möglich, die Trades anderer Nutzer mit einem Mausklick entweder jeweils einzeln oder bis auf Widerruf automatisiert auf das eigene Handelskonto zu kopieren – die gewünschte Positionsgröße kann dabei individuell festgelegt werden.

Nutzer können auf derlei Plattformen gezielt die Trades der erfolgreichsten Mitglieder kopieren und sich ein Portfolio zusammenstellen. Auch das Kopieren der erfolgreichsten Follower ist möglich.


Durch welche Skills zeichnen sich erfolgreiche Trader aus?

Trader Skills - GehirnDie Zutrittshürden zum Online Trading sind so niedrig wie nie, seit es Finanzmärkte gibt. Dennoch: Ein PC mit Internetanschluss und eine aktuelle Analysesoftware allein machen keinen erfolgreichen Trader aus Ihnen.

Als solcher verfolgen Sie im Wesentlichen ein Ziel: Sie versuchen, eine deutlich höhere Rendite zu erwirtschaften als sie mit einer simplen Buy & Hold-Aktienstrategie zu erwarten wäre. Gelingt Ihnen das dauerhaft, sind Sie bereits ein erfolgreicher Trader. Doch welche Eigenschaften und Skills benötigen Sie, um zu einem erfolgreichen Trader zu werden?

Lern- und Erfahrungsbereitschaft

Online Trading erfordert kein wissenschaftliches Studium. Dennoch ist ein profundes Basiswissen hilfreich. Notwendig sind insbesondere vertiefte Grundkenntnisse zu Aktien und Derivaten und hinreichende Kenntnisse und Praxisfähigkeiten im Bereich der Technischen Analyse. Sie sollten darüber hinaus wissen, warum sich ein Optionsschein mitunter „seltsam“ entwickelt und in der Lage sein, den in einem Markt vorherrschenden Trend sowie signifikante Widerstands- und Unterstützungszonen sowie Kursformationen zu erkennen.

Letzteres wird in der visuell oft sehr viel weniger eindeutigen Praxis und nicht in der Lehrbuch-Theorie unter Beweis gestellt. Sie sollten zudem alle taktisch wichtigen Ordertypen und ihre Einsatzmöglichkeiten kennen. Mindestens ebenso wichtig wie die Bereitschaft zum Lernen ist Ihre Bereitschaft, eine neue Rolle einzunehmen. Als Trader sind Sie nicht mehr nur Konsument von Finanznachrichten in TV, Zeitschriften und Internet, der das Geschehen aus der persönlichen Komfortzone heraus im Wesentlichen sich selbst gegenüber kommentiert. Sie sind als Trader mittendrin und von vielen Ereignissen direkt betroffen.

Mentale Stärke und Ausdauer

Silhouette GehirnNicht wenige Einsteiger sind im Online Trading erstmals in ihrem Leben mit eigenverantwortlichen Entscheidungen im Hinblick auf Finanzanlagen konfrontiert – von der Entscheidung zwischen Sparbuch und Festgeld einmal abgesehen.

Wird ein wesentlicher Teil des privaten Vermögens eingesetzt, baut sich unvermeidlich mentaler Druck auf, dem Sie früher oder später gewachsen sein müssen. Versuchen Sie, sich die folgenden Fragen so ehrlich wie möglich zu beantworten.

  • Wie reagieren Sie, wenn Ihre Handelsstrategie eine längere Verlustserie produziert?
  • Werfen Sie alle Überzeugungen zu Handelsstrategien und langfristigem Erfolg hin, wenn ein Arbeitskollege mit einem „Geheimtipp“ 70 % in einer Woche „verdient“?
  • Könnten Sie ein Vermeidungsverhalten gegenüber Ihrem Rechner entwickeln, weil Sie die Realität erlittener Verluste oder wieder entwichener Gewinne instinktiv ausblenden möchten?
  • Sind Ihnen Ranglisten im Freundes- und Kollegenkreis wichtiger als Ihre persönlichen Ziele?
  • Setzen Sie Ihre Anstrengungen im Hinblick auf Fachwissen und Weiterentwicklung auch noch fort, wenn das erste Jahr im Online Trading nur mittelmäßige Ergebnisse produziert hat?
  • Und nicht zuletzt: Erhoffen Sie sich vom Online Trading Nervenkitzel wie in Hollywood-Filmen zum Thema „Wall Street“?

Ob Sie das Zeug zu einem erfolgreichen Trader haben, hängt auch von Ihren Antworten auf diese Fragen ab. Erfolgreiche Trader können in nahezu jeder Marktlage beträchtliche Gewinne erzielen und konventionelle Aktienanlagen usw. weit hinter sich lassen.

Die Basis dieses Erfolgs bilden jedoch weder angeborenes Talent noch herausragende kognitive Fähigkeiten, sondern vielmehr Leidensfähigkeit (Lehrgeld!) und Durchhaltevermögen. Online Trading ist in der Praxis eine recht nüchterne Angelegenheit, die viel mit Disziplin und kühler Analyse/Auswertung und wenig mit Dramatik zu tun hat.


Erfolg im Trading: Vier „Geheimnisse“ erfolgreicher Händler

Nachfolgend sollen die im vorangegangenen Abschnitt genannten Eigenschaften in konkrete Erfolgsfaktoren und Handlungsanleitungen umgesetzt werden. Werden erfolgreiche Händler nach ihren „Geheimnissen“ gefragt, stellt sich bei den Fragenden rasch Ernüchterung ein: Auf die vermeintlichen Super-Strategien hätte jeder auch von selbst kommen können.

Halten Sie an Ihrer Strategie fest

Eine konzeptionell sinnvolle Handelsstrategie mit konkreten Maßnahmen zur Verlustbegrenzung ist durch nichts zu ersetzen – allenfalls durch ein Portfolio mit mehr als einer solchen Strategie. Führen Sie sich vor Augen, dass kein Anlass es wert sein kann, von der mit kühlem Kopf bewerteten Strategie abzuweichen.

Aussichtsreiche Marktkonstellationen werden durch eine gute Strategie früh genug erkannt, gefährliche Situationen durch Exit früh genug verlassen. Online Trading basiert auf analytischen Überlegungen, die im Eifer des Gefechts nie besser bewerkstelligt werden als nach Handelsschluss.

Wer ohne Strategie handelt, begibt sich in die Hände des Zufalls.

Kapitalerhalt ist das oberste Gebot

Vor allem Einsteiger glauben häufig, dass die erfolgreichsten Trader sich durch eine möglichst hohe Rendite auszeichnen.

Das ist nur die halbe Wahrheit: Die im Sinne einer Professionalität besten Trader erzielen hohe, aber dauerhaft realistische Renditen und begrenzen dabei das eingegangene Risiko.

Lernen Sie zu denken wie die „starken Hände“: Das oberste Gebot ist der Kapitalerhalt. Für durchschnittliche Privatvermögen ist dieses Gebot im sehr bildhaften Recovery-Effekt sichtbar: Gehen 10 % des Einsatzes verloren, ist zur Neutralisierung des Verlustes ein Gewinn von knapp über 11 % erforderlich.

Bei 20 % Verlust sind es bereits 25 % Gewinn, bei 50 % Einbuße 100 % und bei 90 % 1.000 %. Anders formuliert: Wenn Sie langfristig erfolgreich sein möchten, müssen Sie zunächst langfristig (noch) dabei sein!

Nutzen Sie nur die besten Instrumente u. Hilfsmittel – und davon so viele wie möglich

Es ist erstaunlich, auf wie viel Performance durch die Wahl eines ungeeigneten Brokers verzichtet wird. Fallen die durchschnittlichen Kosten pro Trade durch Ordergebühren, Spreads und Finanzierungskosten nur um 5,00 € höher aus als notwendig, neutralisiert dies bei 100 Trades pro Monat und 100.000 € Kontovolumen eine jährliche Rendite von 6 %.

Suchen Sie deshalb in Ruhe nach einem möglichst günstigen Broker und berücksichtigen Sie dabei die absehbare Handelsaktivität ihrer individuellen Strategie. Nutzen Sie außerdem alle Hilfsmittel, die zur Verfügung stehen und nützlich sein könnten.

Das betrifft vermeintlich exotische und verzichtbare Ordertypen wie Stop-Buy-Limit ebenso wie garantierte Stop-Loss-Orders, mobile Zugriffsmöglichkeiten usw.

Üben Sie sich in Geduld - und Ehrfurcht

Schwächen Sie Ihre Erfolgsaussichten nicht durch zu hohe Erwartungen. Wenn Sie das erste Jahr im Online Trading ohne größere Verluste überstehen, ist die Basis für eine erfolgreiche Zukunft wahrscheinlich schon gelegt – allein durch das Vermeiden jeglicher Anfängerfehler, bessere analytische Fähigkeiten und sorgfältiger sortierte Informationsquellen stehen die Chancen auf einen deutlichen Performance-Zuwachs im zweiten Jahr gut.

Die ersten (sehr) großen Gewinne sind eine Bewährungsprobe. Heben Sie jetzt nicht ab und seien Sie sich bewusst, dass der Gewinn nicht Ihnen, sondern Ihrer Strategie zuzuschreiben ist und dass diese auch weiterhin die Basis Ihres Erfolgs bilden wird.


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