Der Wirecard-Skandal geht in die nächste Runde

Der Wirecard-Skandal geht in die nächste Runde. Über mehrere Jahre hinweg sollen Mitarbeiter des Unternehmens Bargeld im Wert von bis zu 100 Millionen Euro aus der Münchner Filiale entwendet haben. Was das Ganze fast schon komisch macht, ist, dass sie das Geld in Plastikbeuteln vom Supermarkt trugen.

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Wirecard-Skandal – Was ist passiert?

Als würde es nicht schon genug skurrile Wirecard News geben, kommen nun noch mehr pikante Details ans Licht. Laut der Financial Times (FT) haben mehrere ehemalige Angestellte des insolventen Unternehmens vor der Münchner Polizei ausgesagt, dass Mitarbeiter über Jahre hinweg Bargeld aus der Zentrale trugen.

Ein besonderes Detail: Das Geld wurde von den Wirecard Mitarbeitern in Plastikbeutel vom Supermarkt aus dem Gebäude getragen. Teilweise wurden sogar Beträge bis zu 700.000 Euro in bar in diesen Beuteln getragen – manchmal sogar mehrfach die Woche.

Wirecard Skandal

Im Zuge des Wirecard-Skandal wird das Logo an der Zentrale in München abmontiert.

Hierbei handelt es sich aber nicht um einen Diebstahl in dem Sinne, dass die Mitarbeiter das Unternehmen heimlich bestohlen haben. Im Gegenteil, es handelte sich um gängige Praxis. Laut Berechnungen der FT konnten so in den Jahren zwischen 2012 und 2018 bis zu 100 Millionen Euro aus der Zentrale in München entnommen worden sein.

Unklar ist jedoch, zu welchem Zweck das Geld benötigt wurde. Und es ist eben auch nicht sicher, wie viel Geld insgesamt aus dem Gebäude getragen wurde.

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Wohin eigentlich mit dem Geld?

Zwar konnte die Polizei bisher nicht vollständig aufklären, wie viel Geld aus dem Gebäude getragen wurde und vor allem nicht zu welchem Zweck. Allerdings gibt es zumindest einige Anhaltspunkte.

Wirecard News

So ähnlich könnte die Bargeldtransaktion ausgesehen haben.

Die Assistentin eines hochrangigen Wirecard Managers hat wohl mehrfach Bargeldabhebungen vorgenommen. In zumindest einem Fall wurde das Geld dann zum Flughafen in München gebracht. Eine weitere Transaktion sei wohl für den in Manila ansässigen Ex-Wirecard Mitarbeiter Christopher Bauer bestimmt gewesen sein. Für ihn wurde ein sechsstelliger Bargeldbetrag abgehoben. Kurz nach dem Zusammenbruch im Zuge des Wirecard-Skandals ist Bauer gestorben.

Die FT berichtete, dass insgesamt bis zu 100 Millionen Euro in bar aus der Wirecard Zentrale in München abgehoben worden seien. Die Unterlagen, die dazu vorhanden sind, bestätigen jedoch lediglich Abhebungen um die 6 Millionen Euro.

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Untersuchungsausschuss sorgt für fortlaufende Wirecard News

Parallel zu den Ermittlungen der Polizei läuft auch ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss. Es soll herausgefunden werden, inwieweit Politiker in den Wirecard-Skandal verstrickt gewesen sind. Befragt wurden unter anderem Finanzminister Olaf Scholz und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Selbstverständlich wiesen die Befragten ihre Mitschuld am Wirecard-Skandal weit von sich.

Im Rahmen dieses Untersuchungsausschusses kam und kommt es mit Sicherheit zu weiteren Wirecard News. Kritik wird auch an der Finanzaufsicht BaFin laut, deren Strukturen viel zu unprofessionell seien, um es mit einem solchen Kaliber aufzunehmen.

Kritisiert wurde zum Beispiel auch das Leerverkaufsverbot der Wirecard Aktie durch die BaFin. Diese hatte Mitte Februar 2019 Leerverkäufe verboten, und das zu einem Zeitpunkt, als es bereits deutliche Hinweise auf Betrugsfälle bei Wirecard gab.

Leerverkäufe sind unter anderem ein wichtiges Instrument, um sich gegen fallende Kurse zu schützen. Die Wirecard Aktie sackte Mitte Juni 2020 innerhalb von nur einer Woche von rund 100 Euro auf nahezu 0 Euro ab.

Wirecard Aktie

Kurs der Wirecard Aktie im Langfrist-Chart

Problematisch ist der Skandal auch deshalb, weil viele Privatanleger in der Wirecard Aktie investiert waren. Die Investition, sofern der Anleger nicht vorher verkauft hat, ist unwiederbringlich verloren. Zwar gibt es Klagen und Gerichtsverfahren gegen Wirecard. Aber es wäre unrealistisch anzunehmen, dass die Alt-Aktionäre hier je wieder nur einen Cent sehen werden.

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Weiteres Argument für die Abschaffung von Bargeld?

Ist der Vorfall mit dem Bargeld aus dem Wirecard-Skandal nun ein weiterer Grund dafür, das Bargeld abzuschaffen? Möglich wäre es, dass dieses Ereignis von den Befürwortern eines komplett bargeldlosen Systems genutzt wird. Vergessen darf man dabei jedoch nicht, dass Wirecard nun nicht nur Bargeldgeschäfte getätigt hatte.

Die Wirecard-Aktie stürzte nicht allein deshalb ab, weil Mitarbeiter Bargeld aus der Münchner Zentrale getragen haben. In erster Linie stürzte die Wirecard Aktie ab, weil das Unternehmen Insolvenz beantragen musste. Die Gründe dafür waren Bilanzfälschung, Geldwäsche, Betrug und Marktmanipulation.

Auch auf digitaler Basis lassen sich kriminelle Geschäfte tätigen. Selbst wenn alles digitalisiert ist, können nicht immer alle Vorgänge restlos aufgeklärt werden. Das zeigen schon allein die Aussagen und Dokumentationen in Verbindung mit dem Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal.

Normalerweise müsste man doch annehmen, dass sämtlicher Schriftverkehr, Anrufe, Transaktionen usw. gut dokumentiert sein müssten. Dem ist aber nicht so. Wer will, der kann auch digital seine Fährten verschleiern.

Wirecard Skandal

Der Wirecard-Skandal im Fernsehen

Weil die ganze Geschichte nicht nur dreist, sondern auch tatsächlich wie aus einem spannenden Agenten-Film ablief, wurde bereits eine Dokumentation über den Wirecard-Skandal veröffentlicht. Sie heißt: „Der große Fake: Die Wirecard Story”.

Sie läuft seit dem 31. März 2021 auf TVNOW, dem Streaming-Dienst von RTL und feierte am 22. April 2021 die Free-TV-Premiere bei RTL.

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3 Lektionen, die Anleger aus dem Wirecard-Skandal ziehen können

Welche Lehren können Anleger aus dem Wirecard-Skandal ziehen? Es geht nicht darum, dass ein Anleger mehr Wirecard News hätte lesen oder sich besser mit der Bilanz des Unternehmens beschäftigen sollen.

Abgesehen vom Zeiteinsatz wäre es absolut utopisch anzunehmen, als Privatanleger würde man nicht auf die Tricks und den Betrug hereinfallen. Niemand kann einen Betrug kategorisch von vornherein ausschließen.

Aber es gibt drei Dinge, die einem Anleger helfen, diesen im Vorfeld so gut es geht zu vermeiden oder das zumindest der Verlust für das Wertpapierdepot nicht bedrohlich wird.

Wirecard Skandal

Lektion 1: Ausreichend Diversifizieren

Der erste wichtige Gedanke ist, und der gilt nicht erst seit Bekanntwerden der skandalösen Wirecard News, dass Anleger diversifizieren müssen. Nicht sollten, sondern müssen!

So wird im Doku-Thriller „Der große Fake: Die Wirecard-Story” unter anderem von Privatanleger Eberhard Schuler gesprochen, der mit einer Investition in Wirecard Aktien eine halbe Million Euro verlor. Hier muss man sich als Anleger die Frage gefallen lassen, warum man so viel Geld in nur eine einzige Aktie investierte?!

Fairerweise muss in diesem Zusammenhang das Gesamtportfolio sowie das Gesamtvermögen betrachtet werden. Bei einem Gesamtvermögen von einer Milliarde Euro wären 0,5 Millionen Euro verschwindend gering, aber die meisten Privatanleger handeln nicht in diesen Größenordnungen.

Wer ausreichend diversifiziert, kann auch den Totalausfall einer Aktie überstehen, ohne dass das gesamte Wertpapierdepot zusammenbricht. Eine Möglichkeit der Diversifizierung wäre der Kauf von ETFs.

  • Diversifizierung sorgt für eine Streuung des Risikos
  • Anleger sollten dabei auf eine ausgewogene und sinnvolle Risikostreuung achten
  • Wer sich nicht groß mit Börse beschäftigen will, kauft einfach ETFs
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Lektion 2: Gehirn einschalten

Ganz schützen können sich Anleger, wie bereits erwähnt, natürlich nicht vor solch einem Betrug. Aber neben einer ausreichenden Diversifizierung spielt auch der gesunde Menschenverstand eine Rolle.

So sollten Anleger zum Beispiel das Geschäftsmodell des Unternehmens verstehen, in das sie investieren. Wenn sie es selbst nicht erklären können und auch so mancher Experte damit seine Probleme hat, dann wäre es vielleicht besser, nicht in dieses Unternehmen zu investieren.

Natürlich bedeutet es nicht, dass nur, weil man selbst etwas nicht versteht, alles gleich Betrug wäre. Das wäre ein Zeichen maßloser Selbstüberschätzung. Aber bei Wirecard hatten selbst Experten Probleme damit zu erklären, wie der enorme Gewinn in so kurzer Zeit zustande kam.

Wirecard Skandal

Selbstverständlich gab es ein zugrundeliegendes Geschäftsmodell. Wirecard bot unter anderem Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr sowie bei der Herausgabe und Akzeptanz von Kreditkarten an.

Doch das erklärte nicht den extrem starken Anstieg der Geschäftsgewinne und damit einhergehend den starken Anstieg der Wirecard Aktie.

  • Anleger sollten wissen, in welches Unternehmen sie investieren
  • Wenn weder sie noch Experten das Geschäftsmodell richtig erklären können, dann besser nicht investieren
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Lektion 3: Gesundes Verhältnis zur Geldanlage entwickeln

Wahrscheinlich würde so gut wie jeder von sich behaupten, dass er ein gesundes Verhältnis zu Geld, zum Geldausgeben sowie zur Geldanlage hat. Das muss jedoch nicht unbedingt der Fall sein und eine ehrliche Selbsteinschätzung könnte bares Geld wert sein.

Zum Beispiel spielen die beiden Emotionen Angst und Gier bei der Geldanlage eine wichtige Rolle. Mehr Hintergrundinformationen dazu liefert der Artikel: Bitcoin Fear and Greed Index (Bitcoin Angst und Gier Index).

Wirecard News

Geld-Gier macht einen blind.

Gier könnte einen dazu veranlassen, zu viel Kapital in nur eine Aktie zu investieren. Oder eben, wie im Fall von Wirecard, in die falsche Aktie. Das pausenlose Bombardement von positiven Wirecard News in den vergangenen Jahren hätte einen Anleger in die Irre geführt.

Auch darf man das Geldanlegen an der Börse nicht als Zeitvertreib betrachten. Langeweile, kaum Herausforderung im Job, wenig Anerkennung im beruflichen oder familiären Umfeld, Abenteuerlust, die Freude am Nervenkitzel – all das sind Gründe, warum Menschen an der Börse spekulieren.

Aber das sind genau die Gründe, warum man nicht an der Börse investieren sollte. Emotionen müssen weitestgehend außen vor bleiben, sonst ist der Verlust vorprogrammiert.

Bereits André Kostolany sagte, dass Geld einen nicht beherrschen darf, sondern es genau andersherum sein muss. Allerdings ist das bei vielen Menschen eben nicht der Fall und sich das einzugestehen ist ebenfalls äußerst schwierig.

  • Emotionen müssen bei der Geldanlage weitestgehend außen vor bleiben
  • Gier darf nicht dazu führen, zu viel Geld in eine einzige Aktie zu investieren
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Fazit: Wirecard-Skandal wird nicht der letzte Betrug sein

Der Wirecard-Skandal war bisher einzigartig in der deutschen Finanzgeschichte, aber Bechtle und die Adler Group bringt nun auch die Anleger in Aufregung. Einst das Flaggschiff im DAX-30, brach der Kurs der Wirecard Aktie innerhalb von nur einer Woche von 100 Euro auf nahezu 0 ein.

Immer wieder werden pikante Wirecard News bekannt. So zum Beispiel die jüngste Nachricht, dass Mitarbeiter Woche für Woche Bargeld in Supermarkttüten aus der Filiale in München trugen. Was sie mit dem Geld getan haben? Wofür es gedacht war? Welche schmutzigen Details gibt es wohl noch?

Eine vollständige Aufklärung wird es vermutlich nie geben. Aber eins ist sicher: Es wird nicht der letzte Betrug gewesen sein. Deshalb sollten Anleger bereits jetzt Strategien überlegen, um dennoch an der Börse erfolgreich zu sein.

Übrigens: Die Schlussfolgerung, dann doch lieber vielleicht gar nicht an der Börse aktiv zu sein, wäre auch verkehrt!

Bilderquelle:

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  • tradingview.com
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