Spezialreport: Investieren in Gaming

18.09.2019 - 10 Minuten Lesezeit

Was wäre, wenn Sie frühzeitig in den Open World Schlager Grand Theft Auto V (GTA V) investiert hätten? Das Computerspiel hat sich mehr als 100 Millionen mal verkauft und bringt dem Hersteller dank der Onlineversion laufend neue Umsätze. Gegen die Einnahmen von GTA V verblasst der Kinokassenschlager „Avatar“ regelrecht. Investieren in Gaming und E-Sports verspricht großes Potenzial. Dieser Beitrag erklärt, wie Anleger an dem Milliardenmarkt partizipieren können.

Investieren in GTA VI und Co: Warum ist Gaming attraktiv?

GTA V ist ein prominentes Beispiel für das Potenzial des Spielemarktes. Es lohnt sich deshalb, einen besonders genauen Blick auf das im Jahr 2013 erschiene Spiel zu werfen. Es dürfte die Stoßrichtung für zukünftige Entwicklungen vorgeben.

GTA

Quelle: GTA V Trailer https://www.rockstargames.com/de/videos/video/8021

GTA V handelt in der fiktiven Stadt Los Santos, die Los Angeles stark ähnelt. Im Story Modus des Spiels steuern Spieler drei unterschiedliche Charaktere, die verschiedene Herausforderungen zu bewältigen haben. Charakteristisch für GTA V ist der Open World Modus. In der fiktiven Stadt Los Santos und einer weitläufigen, detailliert gestalteten Umgebung können sich Spieler frei bewegen. Spieler können zum Beispiel Autos, Schiffe, Hubschrauber und Flugzeuge nutzen und sich auf der Landkarte des Spiels zu beliebigen Punkten bewegen. Es gibt eine Vielzahl von Orten, die außerhalb des Story Modus aufgesucht werden können. All dies macht das Spiel unglaublich abwechslungsreich.

Das Herzstück von GTA V ist jedoch GTA Online. Hier bewegen sich Spieler über das Playstation Netzwerk frei in der Stadt. Spieler können aufeinandertreffen und sich verbünden oder bekämpfen. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Missionen wie Verfolgungsjagden, Duelle und Raubüberfälle.

Der Open World Modus wird laufend weiterentwickelt. Deshalb ist das Spiel auch rund sechs Jahre nach seiner Veröffentlichung noch ausgesprochen beliebt. Dem Entwickler Rockstar Games, der zu Take-2-Interactive gehört, bietet GTA online erhebliche zusätzliche Verdienstmöglichkeiten über den initialen Verkauf des Spiels hinaus. Spieler können im Spiel verschiedene Gegenstände wie zum Beispiel Waffen oder Casino Chips erwerben.

Bereits am Tag der Veröffentlichung, den 17. September 2013, spielte das Spiel 800 Millionen USD Umsatz in die Kassen von Take-2-Interactive. Die Milliardenmarke wurde nach drei Tagen geknackt. Zum Vergleich: Dem Kassenschlager Call of duty: Black Ops 2 gelang diese Marke erst nach 15 Verkaufstagen. Schon am 30. Oktober 2013 teilte Rockstar Games mit, dass mehr als 29 Millionen Exemplare verkauft seien. In den Folgejahren stiegen die Verkäufe immer weiter an. Im Mai 2019 waren mehr als 110 Millionen Exemplare verkauft worden.

Damit hat GTA V bis heute ca. 7,5 Milliarden USD Umsatz eingespielt. Kein anderes audiovisuelles Unterhaltungsprodukt hat eine solche Größenordnung erreicht. Zum Vergleich: Der legendäre Film Avatar – Aufbruch nach Pandora spiele weniger als 3 Mrd. USD ein.

Digitalisierung erhöht die Gewinnspannen

Durch die Kombination aus Story Modus und Onlinespielewelt ergeben sich für Entwickler sehr viel längere Produktzyklen. Die Onlinespielewelt wurde laufend durch neue Features erweitert – zuletzt etwa um ein Casino. In dem Casino können Spieler mit virtuellem Geld wetten, das zunächst für echtes Geld gekauft werden muss.

Der Verkauf dynamischer Gamingprodukte über Plattformen wie das Playstation Netzwerk ist letztlich ein Produkt der Digitalisierung. Diese ist maßgeblich für die Margensteigerungen in der Branche verantwortlich. Der Verkauf von Datenträgern über den Einzelhandel verliert zunehmend an Bedeutung. Branchenbeobachter vergleichen dies immer wieder mit dem untergegangenen Geschäftsmodell der Videotheken. Diese wurden durch digitale Videoanbieter wie Netflix verdrängt.

Spieleentwickler können den Handel umgehen und dadurch Ihre Gewinnmargen erhöhen. Außerdem ermöglicht die Digitalisierung neue Geschäftsmodelle mit wiederkehrenden Einnahmen. Dazu gehören zum Beispiel Abonnements. Von besonderer Bedeutung in dieser Hinsicht sind Mikrotransaktionen. Fans von GTA V können sich zum Beispiel die Währung des Spiels mit echtem Geld kaufen. Dann steigt der virtuelle Kontostand und damit die Einkaufsmöglichkeiten: Autos, Flugzeuge, Panzer, Waffen, Schiffe, Immobilien – es gibt fast nichts, was sich in GTA V nicht käuflich erwerben ließe.

Viele übergeordnete Trends sprechen für den Gamingmarkt

Es gibt eine Reihe von Trends, die für eine weiterhin positive Entwicklung des Spielemarkts sprechen. Computerspiele werden weltweit gespielt. Dadurch wächst das Potenzial auch in Ländern mit starker Demographie.

Auch die Nutzung des Internets durch die Zielgruppe spricht für eine Zunahme der Penetrationsrate. Ein Blick auf YouTube genügt: Dort gibt es zahllose Kanäle, die sich ausschließlich dem Gameplay von GTA V widmen. Die Betreiber der Kanäle können sich über hohe Zugriffszahlen freuen. Die große Reichweite wirkt wie ein zusätzlicher Multiplikator.

Während GTA V ein klassisches Konsolenspiel ist (obwohl es auch eine PC Version gibt), werden viele Spiele am Smartphone gespielt. Auch hier ist Wachstum nahezu vorprogrammiert. Der Markt an Smartphonenutzern ist riesig, die Qualität der Geräte und damit das Potenzial für unterhaltsame Spiele am Mobiltelefon nimmt zu.

Ein weiterer gesellschaftlicher Trend betrifft die Akzeptanz von Computerspielen. Diese ist heute weitaus größer als noch vor 20 Jahren. Dies führt dazu, dass aktive Spieler immer älter werden – und immer kaufkräftiger.

Für Ende 2020 bzw. Anfang 2021 rechnen viele Branchenbeobachter mit dem Launch der Playstation 5. Auch dieser dürfte ein neuer Meilenstein für die Spieleindustrie sein. Mit etwas zeitlicher Verzögerung dürften neue Spiele auf den Markt kommen, die qualitativ neue Maßstäbe setzen und dadurch eine noch größere Fangemeinde für sich vereinnahmen können. Weitere technische Entwicklungen wie zum Beispiel 3D Brillen deuten ebenfalls in diese Richtung.

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E Sport ist ein dynamischer Trend

Neben klassischen Videospielen spielt auch E Sport eine immer größere Rolle. Beim E Sport treten Spieler eines Computerspiels im Wettbewerb gegeneinander an. Das Segment wird immer häufiger mit traditionellem Profisport verglichen und hat in den vergangenen Jahren erheblich an Professionalität gewonnen.

Laut einer Studie der Schweizer Investmentbank Vontobel wurden im Jahr 2018 mehr als 900 Millionen USD in dem Segment umgesetzt. Dazu tragen z. B. Sponsorenverträge mit großen Unternehmen wie Intel, Daimler und DHL bei. Mehr als ein Drittel der Umsätze im E Sport stammt aus solchen Sponsorenverträgen. Es gibt mittlerweile Fußballvereine, die ein eigenes E Sportteam entwickeln. Auch der FC Bayern erwägt den Einstieg in das Segment.

Dort lässt sich durchaus Geld verdienen. Ein Beispiel dafür ist der Preispool bei der Fortnite WM. Dieser beträgt 100 Millionen USD liegt damit deutlich höher als bei vielen Tennis- oder Golfturnieren.

Daten, Zahlen und Fakten zum weltweiten Gaming Markt

Ein paar Daten, Zahlen und Fakten zum weltweiten Markt für Videospiele und E Sport.

Der weltweite Markt für Videospiele erreicht dem Statistikportal Statista zufolge im Jahr 2019 einen Gesamtumsatz im Bereich von 73,65 Milliarden EUR. Für das Jahr 2023 wird ein Gesamtumsatz in Höhe von 83,970 Milliarden EUR geschätzt. Mitunter finden sich abweichende Statistiken. Diese beziehen sich häufig jedoch auf umfassendere Marktbetrachtungen und beziehen zum Beispiel Hardware mit ein.

Deutlich sichtbar wird, dass es auf dem Spielemarkt einige Verschiebungen gibt. Vor allem die Zahl der Nutzer in Gaming Networks ist stark gestiegen. 2019 wächst diese Zahl auf 81,4 Millionen im Vergleich zu 53,3 Millionen im Jahr 2017. Bis zum Jahr 2023 soll die Zahl auf 105 Millionen ansteigen. Die Zahl der Nutzer von Online Games wird bis 2023 auf 821,4 Millionen ansteigen – gegenüber 609 Millionen im Jahr 2017. Einen erheblichen Zuwachs gibt es auch bei Mobile Games. Diese werden 2023 den aktuellen Marktprognosen zufolge von rund 1,24 Milliarden Menschen gespielt. Eine sehr flache Marktentwicklung zeigt sich dagegen bei Download Games.

Der weltweite Markt für E Sports wird durch Statista.de im Jahr 2019 auf ein Gesamtvolumen von knapp 1,1 Milliarden USD geschätzt. Bereits für das Jahr 2022 sagen die Schätzungen einen Gesamtumsatz in Höhe von knapp 1,8 Milliarden USD voraus. Damit verzeichnet das Segment erhebliche Wachstumsraten.

Geld wird im E-Sport-Sportbereich durch Merchandising, Sponsoring, Ticketverkäufe, Medienrechte sowie Werbung und Publishergebühren verdient. Wie groß das Interesse an E Sports ist, zeigt ein Blick auf die Zuschauerzahlen. Studien zufolge sahen sich im Jahr 2018 400 Millionen Menschen weltweit mindestens gelegentlich E Sports an. Mit dem Interesse der Zuschauer steigen auch die Preisgelder bei wichtigen Turnieren. Diese liegen mittlerweile sehr häufig im siebenstelligen Bereich. Damit einher geht eine Professionalisierung des Segments.

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Investieren in den nächsten Kassenschlager: So geht es

Wer wäre nicht gern dabei, wenn das nächste Game abhebt und zum weltweiten Kassenschlager wird? Anleger können sich an der Entwicklung von Computerspielen beteiligen. Dies ist über einzelne Aktien, ETFs und CFDs möglich.

Einzelaktien im Gaming Markt

Wer über Einzelaktien in den Gamingmarkt investiert, kann zum Beispiel direkt in Spielehersteller investieren. Die vier bekanntesten sind Electronic Arts, Activision Blizzard, Take-2- Interactive und Ubisoft. Auch Hersteller von Spielkonsolen (zum Beispiel Sony) und Virtual Reality Brillen (Nintendo, Microsoft, Facebook) können einen Blick wert sein.

Die Investition in einige wenige Aktien macht vor allem dann Sinn, wenn deren Titeln besonders viel zugetraut wird. Ein Beispiel: Take-2 Interactive dürfte in den kommenden Jahren GTA VI herausbringen. Sofern das Spiel nur ansatzweise die Erwartungen erfüllt, dürfte es den Vorgänger bei den Umsätzen massiv übertreffen.

Je mehr von seinem Umsatz ein Unternehmen im Spielemarkt verdient, desto direkter ist das Investment. Wer z. B. in Microsoft oder Facebook investiert, kauft weitaus mehr als einen Akteur aus der Gaming Wertschöpfungskette.

Gibt es einen Gaming ETF?

Alternativ zu Einzelaktien kommen börsengehandelte Indexfonds (ETFs) für eine Investition in den Gaming Markt in Betracht.

Ein Beispiel dafür, wie ein solcher ETF aussehen kann, ist der VanEck Vectors Video Gaming and eSports ETF. Dieser basiert auf dem MVIS Global Video Gaming & eSports Index (MVESPO). In dem Index befinden sich 25 Konstituenten. Diese Unternehmen erzielen mindestens 50 % ihres Umsatzes im Bereich Video Gaming und/oder E Sports.

Die Marktkapitalisierung eines Konstituenten muss mindestens 150 Millionen USD betragen. Außerdem muss der tägliche Handelsumsatz der Aktien im Dreimonatsdurchschnitt 1 Mio. USD überschritten haben. In den ETF werden somit nur große und liquide Unternehmen aus dem Gaming und E Sportbereich aufgenommen. Der ETF kann (zum Beispiel an der Londoner Börse) in US-Dollar gehandelt werden.

Zu den Schwergewichten im Index zählen zum Beispiel NVIDIA (8,87 %), Tencent Holdings (7,35 %), Advanced Micro Devices (6,64 %), Activision Blizzard (6,58 %), Electronic Arts (6,34 %), Nintendo (5,76 %) und Take-2-Interactive (5,32 %). Der geographische Schwerpunkt des Fonds liegt auf den Vereinigten Staaten (37,7 %), Japan (25,4 %) und China (14,8 %).

Die jährlichen Kosten belaufen sich auf (brutto) 0,60 %. Die Abbildung unten zeigt einen Ausschnitt aus dem Factsheet des Fonds.

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CFDs auf Aktien

Eine Alternative zum Kauf von Aktien oder ETFs sind CFDs. Differenzkontrakte eignen sich insbesondere zur kurzfristigen Spekulation auf die Entwicklung des Segments. Mittlerweile gibt es CFD Portfolios, die in zahlreiche verschiedene Werte aus dem Gaming- und E Sportbereich investieren. Die Portfolios ähneln auf dem ersten Blick einen ETF. Anders als ein ETF werden CFD Portfolios jedoch nicht an der Börse gehandelt. Außerdem handelt es sich rechtlich betrachtet nicht um ein Sondervermögen des Emittenten, sondern um eine vertragliche Forderung gegen den CFD Broker. CFD Portfolios sind dadurch mit höheren unsystematischen Risiken verbunden.

CFD Portfolios – Beispiel: eToro InTheGame Portfolio

Ein Beispiel für CFD Portfolios auf das Gaming Segment ist das InTheGame Portfolio des CFD Brokers eToro. eToro ist ein international aufgestellter CFD Broker mit Sitz in Zypern. Über ein Tochterunternehmen der Commerzbank, dass an eToro beteiligt ist, bestehen jedoch enge Verbindungen nach Deutschland.

In dem Portfolio sind unter anderem NVIDIA, Sony, Activision Blizzard und Nintendo vertreten. Auch Electronic Arts und AMD sind mit relativ großen Anteilen vertreten. Nach einem Rücksetze im Jahr 2018 konnte das Portfolio in diesem Jahr wieder sichtbar zu legen (siehe Grafik unten).

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