Brexit: Welche Wettbewerbsvorteile wird das Vereinigte Königreich in Zukunft haben?

Viele Briten haben durch den Wahlsieg von Boris Johnson ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk erhalten. Denn nunmehr steht fest, dass das Land die Europäische Union Ende Januar 2020 verlassen wird. Allerdings ist damit noch lange nicht geklärt, wie das zukünftige Verhältnis zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU aussehen wird.

Außerdem wird es interessant sein, zu beobachten, wie Boris Johnson und seine konservative Partei („Tories“) das Land in den nächsten Monaten und Jahren nach ihren Vorstellungen umbauen werden. So ist damit zu rechnen, dass die Steuern und Sozialstandards gesenkt werden. Außerdem dürfte sich das Land zukünftig einen Wettbewerbsvorteil dadurch verschaffen, dass es beim Klimaschutz auf die Bremse tritt. Im Folgenden werden wir klären, wie man als Anleger und Trader mit dieser neuen Situation umgehen sollte.

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EU Regierungschefs sind wegen Boris Johnsons Wahlerfolg erleichtert

Als die Briten am 12. Dezember über die neue Zusammensetzung des Parlaments abstimmten, trafen sich parallel dazu die Regierungschefs der EU Staaten in Brüssel. Gerade, als man beim Abendessen über den Klimawandel diskutierte, wurde gegen 23:00 Uhr das vorläufige Ergebnis bekannt gegeben: Boris Johnson und seine konservative Partei hatten einen triumphalen Wahlsieg erringen können. Diese Nachricht ist für die EU die größte Niederlage seit ihrem Bestehen.

Denn bis dato konnte sich die Union immer weiter vergrößern. Nunmehr wird ihr aber zum 31. Januar 2020 eines ihrer wichtigsten Mitglieder abhandenkommen. Gleichwohl war die erste Reaktion der EU Regierungschefs keine Trauer, vielmehr machte sich große Erleichterung in den Gesichtern breit. Dies ist auch nachvollziehbar, denn nach dem Hin und Her in den vergangenen zwölf Monaten herrscht nun endlich Gewissheit, dass die Briten die EU wirklich verlassen werden. Regierungschef Boris Johnson hat hierfür von den Wählern ein klares Mandat erhalten.

Brexit Wettbewerbsvorteile

Wie lange wird die Geschlossenheit der EU anhalten?

Erstaunlich war in den vergangenen Monaten vor allem die Geschlossenheit der EU Mitgliedstaaten, wenn es um das Thema Brexit ging. So ist es dem Vereinigten Königreich nicht gelungen, die einzelnen Staaten gegeneinander auszuspielen. Allerdings dürfte sich dies ab dem nächsten Jahr ändern: Zwar steht der Austrittstermin mit dem 31. Januar nun endgültig fest. Allerdings muss nunmehr ein Handelsvertrag zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union ausgehandelt werden. Dafür haben die Beteiligten allerdings nur bis Ende 2020 Zeit. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden, droht ein harter Brexit. Zwar bestünde theoretisch die Möglichkeit, dass diese Frist auf Antrag der Briten verlängert wird. Allerdings haben Boris Johnson bzw. das britische Parlament dies nunmehr sogar per Gesetz ausgeschlossen.

Für die Einigung auf einen Handelsvertrag bleibt daher nicht viel Zeit. Es ist damit zu rechnen, dass bei den Verhandlungen wieder jedes Land für sich selbst kämpfen wird. Dazu ein Beispiel: Für die deutsche Automobilindustrie ist das Vereinigte Königreich in Europa der wichtigste Absatzmarkt. Daher wird Deutschland mit allen Mitteln versuchen, dass beispielsweise in Zukunft keine Zölle auf Pkw erhoben werden. Da Frankreich um die Bedeutung der Autobranche für Deutschland weiß, könnte das Land gezielt versuchen, Zölle zu fordern, um damit „durch die Hintertür“ den Konkurrenten Deutschland zu schädigen. Das gleiche „Spielchen“ funktioniert aber auch andersherum: So ist in Frankreich die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Paris wird daher bestrebt sein, dass gerade auf landwirtschaftliche Produkte keine Zölle erhoben werden.

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Der Brexit ist gerade für Deutschland sehr nachteilig

Die Chancen stehen also recht gut, dass es den Briten gelingen wird, die einzelnen Mitgliedstaaten der EU beim Thema Handelsvertrag gegeneinander auszuspielen. Überhaupt stellt der Brexit gerade für Deutschland ein sehr negatives Ereignis sein. Denn bisher waren die Machtverhältnisse in der Europäischen Union sehr gut austariert: So hatten die „Nordländer“ und die „Südländer“ in etwa gleich viel Macht (zum Beispiel was das Stimmverhältnis und die Sitzverteilung in den europäischen Institutionen anbelangt).

Durch den Wegfall des Vereinigten Königreichs ist der Norden in Zukunft allerdings in der Unterzahl. Daher ist damit zu rechnen, dass Frankreich, Italien und Spanien zukünftig den Ton angeben werden, wenn es um die Finanzen geht. Denn in diesen Ländern wurde traditionell schon immer stärker auf Staatsverschuldung gesetzt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Man kann daher davon ausgehen, dass die Zinsen auch zukünftig sehr niedrig bleiben werden. Gerade für die deutschen Sparer sind dies sehr schlechte Nachrichten.

Dazu passt auch, dass an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) als neue Chefin mit Christine Lagarde nicht etwa eine Deutsche, sondern eine Französin sitzt.

Brexit Wettbewerbsvorteile

Boris Johnson wird versuchen, die britische Wirtschaft durch Steuersenkungen zu stimulieren

Boris Johnsons erste Priorität dürfte es sein, einen Handelsvertrag mit der EU auszuhandeln. Denn für das Vereinigte Königreich ist die Europäischen Union der wichtigste Absatzmarkt. Gleichzeitig dürfte der britische Premierminister allerdings versuchen, die neue Unabhängigkeit seines Landes zu nutzen, um sich für die Zukunft gut aufzustellen.

So wird er aller Voraussicht nach versuchen, das Vereinigte Königreich als Standort dadurch attraktiver zu machen, dass die Steuern gesenkt werden. Manche Beobachter hoffen hier sogar auf eine Absenkung der Körperschaftssteuer auf 12,5 %. Experten gehen allerdings davon aus, dass die EU nur eine Absenkung auf ca. 15 % akzeptieren wird. Ansonsten würde aller Voraussicht nach kein Handelsvertrag zustande kommen. Auch in Deutschland beträgt die Körperschaftssteuer 15 %. Jedoch kommen hierzu nochmals rund 15 % Gewerbesteuer. Dadurch erhöht sich die Steuerlast für Unternehmen auf über 30 %. Durch die angepeilten 15 % könnte sich das Vereinigte Königreich daher einen sehr großen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

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Weitere Maßnahmen, um dem Vereinigten Königreich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen

Außerdem ist damit zu rechnen, dass Boris Johnson und seine konservative Partei die Arbeitnehmerrechte beschneiden werden. So galt das Vereinigte Königreich schon seit jeher als sehr arbeitgeberfreundlich. Allerdings wurde diese Politik in den vergangenen Jahren durch die Europäische Union teilweise „verwässert“. Nunmehr hat Boris Johnson allerdings freie Hand, um das Sozialniveau abzusenken. Auch hier muss er allerdings gewisse Grenzen durch die EU beachten. Eine weitere Möglichkeit, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, besteht darin, beim Klimaschutz weniger ambitioniert vorzugehen.

Insgesamt dürften all diese Punkte dazu führen, dass die britische Wirtschaft angekurbelt wird. Die britische Politik dürfte dabei auch weiterhin auf die Londoner City als das Weltfinanzzentrum setzen. Zwar haben bereits einige Banken aufgrund des Brexits damit begonnen, Mitarbeiter aus der britischen Hauptstadt abzuziehen. Allerdings möchte die Mehrheit der Banker nicht in Paris oder Frankfurt leben. Überdies dürfte Boris Johnson mit einer weiteren Bankenderegulierung dafür sorgen, dass London auch in Zukunft das Maß aller Dinge sein wird, wenn es um Finanzen geht. Dies gilt umso mehr, als dass man in der EU genau das gegenteilige Ziel verfolgt: So „träumen“ auch in Deutschland sehr viele Politiker davon, die Banken und die Finanzmärkte noch weiter zu regulieren.

Brexit Wettbewerbsvorteile

Brexit könnte für das für Vereinigte Königreich zum Erfolg werden

Alles in allem könnte es daher Boris Johnson durchaus gelingen, den Brexit in einen Erfolg zu verwandeln. Dazu muss er aber unbedingt einen Handelsvertrag mit der EU schließen. Denn ein harter Brexit hätte kurz- und mittelfristig sehr negative Konsequenzen für die britische Wirtschaft.

Auch für viele Brexit Befürworter dürfte die neue Situation jedoch Nachteile mit sich bringen: Denn durch die Beschneidung von Arbeitnehmerrechten dürfte die „hire and fire“ Mentalität auf der Insel noch weiter zunehmen. Außerdem hat das „Geschachere“ um den Brexit in den vergangenen Jahren zu einer tiefen Spaltung des Landes geführt. Dabei ist auch ein zunehmender Rassismus erkennbar. Da auch das Vereinigte Königreich auf Einwanderung angewiesen ist, könnte sich dieser Punkt in Zukunft zu einem großen Problem entwickeln. Dazu kommt, dass der Brexit nur in England eine absolute Mehrheit fand. In Ländern wie Schottland und Nordirland möchte die Bevölkerung dagegen lieber in der Europäischen Union verbleiben. In den nächsten Jahren wird daher die permanente Gefahr bestehen, dass das Vereinigte Königreich zerfällt – allerdings wird es im Endeffekt wohl nicht dazu kommen.

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Als Anleger und Trader vom Brexit profitieren

Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass es Boris Johnson und der EU gelingen wird, einen Handelsvertrag zu schließen. Denn ein solcher Vertrag ist im Interesse aller Beteiligten. Zudem ist damit zu rechnen, dass die konservative Partei das Land mit den angesprochenen Maßnahmen als Wirtschaftsstandort attraktiver machen wird. Dies wird den britischen Unternehmen zugutekommen und dürfte sich auch in den entsprechenden Aktiennotierungen niederschlagen. Als Anleger und Trader sollte man daher in nächster Zeit beispielsweise den Londoner Aktienindex FTSE 100 genauer im Blick haben.

Außerdem wird die Kursentwicklung des Britischen Pfunds interessant sein. Denn zum einen könnte die britische Währung dadurch steigen, dass die Unternehmen durch die angesprochenen Maßnahmen in Zukunft höhere Umsätze erzielen können. Durch eine steigende Nachfrage nach britischen Produkten erhöht sich automatisch auch die Nachfrage nach dem Britischen Pfund. Dies spricht für eine stärkere Währung. Im Gegenzug könnte Boris Johnson die Bank of England aber auch dazu anhalten, die britische Währung zu schwächen. Denn dadurch können die Unternehmen ihre Produkte im Ausland günstiger verkaufen, was wiederum die Nachfrage erhöht. Wie man sieht, sind daher beide Szenarien denkbar. Als Anleger und Trader kann man daher abwarten, wie sich das Gros der Marktteilnehmer für eine Richtung entscheiden wird. Sodann kann man auf den entstandenen Trend aufspringen und damit von den Kursbewegungen profitieren.

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