Vom Demokonto zum Echtgeldkonto wechseln: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

31.05.2016 - 4 Minuten Lesezeit

Einsteiger im CFD und FX-Handel nutzen Demokonten, um sich mit den Usancen des außerbörslichen Handels vertraut zu machen und Strategien zu testen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wechsel zum Echtgeldkonto? Dieser Beitrag thematisiert einige Überlegungen dazu.

Worin unterscheiden sich Demokonten verschiedener Broker?

Die meisten CFD und FX Broker bieten Demokonten an. Leider eignen sich längst nicht alle zu Test- und Übungszwecken und zum hintergründigen Erlernen des Umgangs mit der Plattform.

Insbesondere zwei Einschränkungen sind weit verbreitet:

  • Demokonten werden nur für einen kurzen Zeitraum freigeschaltet
  • Die Kurse sind „geschönt“ und erlauben keinen realistischen Test

Gute Demokonten werden ohne Laufzeitbegrenzung zur Verfügung gestellt. Zwar ließe sich prinzipiell laufend ein neues Demokonto (ggf. bei einem anderen Broker) eröffnen. In diesem Fall geht mit der Löschung des ersten Kontos jedoch auch jegliche Dokumentation verloren.

Handel zu ECN Spreads ohne Kommissionen und das sogar in exotischen Währungspaaren und zu sämtlichen Uhrzeiten? Wo das zutrifft, handelt es sich um ein Demokonto mit Schaufenster-Kursversorgung. Im Idealfall versorgt ein Broker auch Übungskonten mit Live-Kursen.


Wie Einsteiger und Fortgeschrittene Demokonten nutzen sollten

Einsteiger benötigen Demokonten als „Simulator“ für den Handel mit allem, was dazugehört: Konfiguration der Handelsoberfläche, Ordertypen, Ablauf eines Trades von der Order bis zur Glattstellung, Einzeichnen von Trendlinien, Einsatz von Indikatoren, Expert Advisors und Backtests – all das muss zunächst in einem realistischen Umfeld erprobt werden.

Fortgeschrittene nutzen Demokonten zumeist für den Test von Handelsstrategien, die bei entsprechender Eignung später im Live-Handel eingesetzt werden. Die Versorgung mit realistischen Kursen (und Kurshistorien!) ohne Laufzeitbegrenzung ist hier deshalb besonders wichtig.


Wann ist die Zeit reif für den Wechsel vom Demo- zum Livekonto?

Die Zeit für den Wechsel vom Demo- zum Echtgeldkonto ist reif, wenn sich mit der alleinigen Nutzung des Demokontos keine Fortschritte mehr erzielen lassen, die nicht auch auf dem Live-Konto garantiert sind. Der Übergang sollte möglichst nahtlos erfolgen.

Dazu ist folgende Vorgehensweise denkbar:

  • Suche nach einer Handelsstrategie
  • Umsetzung der Strategie zunächst ausschließlich auf dem Demokonto
  • Beobachtung und Optimierung der Strategie
  • Verständnis für alle Details der Plattform und des Handels entwickeln
  • Sobald die Strategie erfolgreich ist: Live-Konto kapitalisieren
  • Strategie anschließend parallel auf Echtgeld- und Demokonto handeln
  • Die Einsätze im Echtgeldhandel können dabei sukzessive auf das anvisierte Niveau angehoben werden

Zwei der sieben Punkte bedürfen einer genaueren Erläuterung. Ein fundiertes Verständnis für die Plattform und den Handel ist dringend empfehlenswert, stellt sich aber nicht allein durch den Besuch eines Webinars und einige Wochen Demo-Handel ein.

Trader sollten jeden einzelnen Vorgang auf der Plattform beobachten und in seinem Gesamtzusammenhang nachvollziehen können.

Beispiele:

  • Zu welchen Zeitpunkten werden Finanzierungskosten belastet, Kontrakte gerollt und Marginanforderungen (turnusgemäß) erhöht?
  • Wie wirkt sich die Profitabilität einer offenen Position auf das frei verfügbare Kapital aus?

Warum sollte die für gut befundene Handelsstrategie nicht sofort mit den vollen Planeinsätzen auch auf dem Echtgeldkonto gehandelt werden? Es gibt zumindest Gründe, die dafür sprechen. Diese betreffen insbesondere mentale Aspekte. Jeder Trader muss für sich selbst Toleranzgrenzen im Hinblick auf Verluste etc. herausfinden. Möglicherweise erweist sich der anfänglich kalkulierte Positionsverlust als zu hoch – dann ist es besser, die Toleranzgrenze von unten anstatt von oben zu erreichen.


Mentalen Druck aufbauJunger Mann Stressen mit einem Demokonto?

Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Handel über ein Demokonto und dem Handel mit Echtgeldkonten betrifft die mentale Situation des Traders, die bekanntlich ein entscheidender Faktor für den Erfolg ist.

Mentaler Druck verleitet zu Fehlentscheidungen, wenn der Umgang mit stressigen Situationen nicht beherrscht wird.

Klassische Beispiele für Fehlentscheidungen dieser Art sind willkürliche Trades außerhalb der festgelegten Strategie, die Aufgabe der Verlustbegrenzung und sogar (unterbewusste) Manipulationen an der Analyse wie z. B. das Verschieben von Trendlinien in die mental bequemste Richtung.

Es wäre grundsätzlich zu begrüßen, ließe sich dieser mentale Druck auch auf Demokonten erzeugen und damit trainieren. Das wird allerdings nie vollständig gelingen, weil der Verlust von virtuellem Kapital keinesfalls so bedrohlich wirken kann wie reale Vermögensverluste.

Dennoch bietet es sich an, zumindest teilweise einen gewissen Druck aufzubauen. Das gelingt am besten durch Interaktion mit anderen – etwa im Rahmen von Trading-Contests oder innerhalb einer Social Trading Plattform. Mitunter können schon Platzierungen des eigenen Profils eine gewisse Spannung erzeugen.

Voraussetzung ist, dass es „etwas zu verlieren gibt“ – also z. B. eine gute Platzierung.


Fazit

Der Wechsel zum Echtgeldkonto ist sinnvoll, wenn die Lernkurve des Demokontos massiv abflacht und die Nutzung keinen substanziellen Mehrwert mehr verspricht. Der Übergang kann fließend durch den sukzessiven Aufbau der Positionsgrößen im Echtgeldkonto erfolgen. Fortgeschrittene nutzen Demokonten dauerhaft parallel zu Live-Konten und testen Strategien. Dazu bieten sich Demokonten mit Live-Kursen und ohne Laufzeitbegrenzung an. Der Faktor Mentalität spielt aber eine so enorme Rolle im Trading, dass dies mit Demokonten gar nicht wirklich simuliert werden kann. Hier empfiehlt es sich rasch das Angebot der Micro- und Minikonten zu nutzen, um sich mit realen Kleinstpositionen langsam an das Haifischbecken Börse heranzutasten.

 

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Team BrokerDeal

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