Trading Signale: Wie gut funktioniert Handeln auf Kommando?

17.10.2016 - 5 Minuten Lesezeit

Trading Signale sind im besten Fall die leicht zugängliche und konkret umsetzbare Quintessenz aufwändiger Forschungsarbeiten und führen rasch zum Erfolg. Doch welche Quellen für hochwertige Signale gibt es? Ist ein hoher Bezugspreis Bedingung für Qualität? Und wie werden Signale am besten umgesetzt? Diese und andere Fragen rund um Trading Signale behandelt dieser Beitrag.

Was sind Trading Signale?

Trading Signale sind ganz allgemein definiert konkrete und in der Regel mit empfehlendem Charakter dargelegte Einstiegsszenarien.

Ein Trading Signal wird üblicherweise in der folgenden Form dargeboten:

„EUR/USD long bei 1,1220 mit Stop Buy, Stop Loss bei 1,1205“, Take Profit bei 1,1260“.

Handelssignale können im Rahmen eines festgelegten Regelwerkes generiert werden – dann liegt ein mechanisches Handelssystem vor, dessen Signale wahlweise manuell oder automatisch in Trades umgesetzt werden können. Anbieter, die Handelssignale Dritten zur Verfügung stellen, könnten diese auch „auf Sicht“, d.h. ohne festes Regelwerk aussprechen. Diese Variante ist allerdings recht selten. Zumeist kommen auf der Technische Analyse basierende Regelwerke zur Anwendung.

Der Handel auf der Grundlage eines festgelegten Regelwerkes bietet mehrere Vorteile: Entscheidungen werden nicht unter Druck getroffen und stets in ein zweites Regelwerk zur Verlustbegrenzung eingebettet.


Anbieter von Handelssignalen und ihre Motive

Handelssignale können bei verschiedenen Anbietern bezogen werden. Abonnenten werden über neue Handelssignale zumeist per E-Mail und/oder SMS oder über eine spezielle Plattform informiert. Einige Anbieter teilen an jedem Handelstag zu einer festgelegten Uhrzeit die Signale für den jeweiligen Tag mit, andere veröffentlichen Signale in Abhängigkeit von der Marktentwicklung.

  • Signalverkäufer (Abo-Gebühr für Bezug von Handelssignalen)
  • Introducing Broker (z. B. ZuluTrade) – Kosten in den Spreads enthalten
  • Broker mit Social Trading – z. B. eToro und ayondo
  • Kostenlose Handelssignale als Zusatzleistung von Brokern

Grundsätzlich lassen sich vier Typen von Signalanbietern anhand ihres Geschäftsmodells unterscheiden.

Erstens gibt es klassische Signalverkäufer: Diese senden ihren Abonnenten gegen eine monatliche Gebühr Handelssignale.

Zweitens können Signalanbieter als Introducing Broker auftreten. Die Kunden können die Signale dann über Konten bei Brokern umsetzen, die eine Kooperation mit dem IB unterhalten. Der IB wird durch Provisionen auf die Handelsumsätze seiner Kunden vergütet und stellt diesen zumeist keine weiteren Entgelte in Rechnung.

Drittens sind Trading Signale bei Brokern mit angebundener/integrierter Social Trading Plattform wie z. B. eToro oder ayondo erhältlich. Die Umsetzung der Signale erfolgt dann über den hauseigenen Handel – Follower zahlen die Vergütung an die Urheber der Strategien über die Spreads und Kommissionen.

Viertens sind Handelssignale bei vielen Brokern als Zusatzleistung Bestandteil des Angebots. Die Signale sind dann entweder für Kunden mit Live Handelskonto oder für alle Interessenten frei zugänglich. Häufig entwickeln Broker diese Handelssignale nicht selbst, sondern beziehen sie von Drittanbietern, die im Direktgeschäft mit Endkunden Gebühren verlangen.

Die wichtigsten Handelssignale im Vergleich


Die Preise von Trading Signalen und ihre Aussagekraft

Je teurer, desto besser? Eine pauschale Aussage über den Zusammenhang zwischen dem Preis für Handelssignale und ihre Qualität ist ausgesprochen schwierig.

Erstens erforderte eine solche Aussage sehr umfassende Feldstudien mit validierten Zahlen.

Zweitens lässt sich „Qualität“ bei Handelsstrategien bekanntlich nicht allein anhand der Rendite messen – auch das Risiko muss berücksichtigt werden.

Vor allem bei Angeboten von Signalverkäufern mit Abonnementgebühren lässt sich nicht immer im Vorfeld feststellen, ob die beworbenen Renditen tatsächlich erzielt wurden.

Kostenlose Probeabonnements werden von den meisten Anbietern mit dem nicht ganz unberechtigten Hinweis auf Missbrauchsmöglichkeiten nicht angeboten.


Wie aber lassen sich seriöse Signalverkäufer erkennen?

Mögliche Anhaltspunkte sind die nachweisbare Historie des Angebots (Seit wann ist ein Anbieter vertreten?) und die sonstigen Angebote der Betreiber. Wird ausschließlich der Bezug von FX Signalen über eine Seite angeboten, deren Impressum zufällig Übereinstimmungen mit einem Reinigungsservice aufweist, ist Vorsicht geboten. Haben die Betreiber dagegen einen Namen zu verlieren, spricht das für die Seriosität.

Für alle Trading Signale gilt, dass vor einer Umsetzung mit echtem Geld verschiedene Prüfungen vorgenommen werden müssen. Erstens muss die Strategie anhand der üblichen Kennzahlen (Payoff Ratio, Trade Ratio mit und ohne Ausreißer, max. Drawdown, längste Gewinn- und Verlustserie, Sharpe Ratio usw.) bewertet werden. Zweitens sollten die Signale zunächst für einige Wochen auf einem Demokonto umgesetzt werden.


Handelssignale automatisiert oder diskretionär umsetzen?

Handelssignale von Signalverkäufern werden zumeist diskretionär umgesetzt – d.h. nach dem Empfang der E-Mail platzieren Abonnenten einen Trade bei ihrem Broker.

In allen anderen Varianten ist prinzipiell auch die automatisierte Umsetzung möglich bzw. bei Social Trading und Signalen von Introducing Brokern sogar die Regel.

Gegen die automatisierte Umsetzung spricht nichts, sofern der Algorithmus an die eigenen Vorgaben zu Positionsgrößen und Verlustbegrenzung angepasst wird. Die automatisierte Umsetzung garantiert die vollständige Partizipation an einer Strategie ohne dass dafür eine ständige Anwesenheit am Bildschirm erforderlich ist.


Ideen mit Expert Advisors selbst in Signale umsetzen

Expert Advisors sind automatisierte Handelssysteme auf Basis der Programmiersprache MQL, die den Handelsplattformen MetaTrader4 und MetaTrader5 zugrunde liegt. Die Handelssysteme können als bestehende Skripte fertig in die Plattform importiert oder in Eigenregie (ggf. unter Zuhilfenahme eines Programmierservices) entwickelt werden.

Mit dem Besitz eines Expert Advisors erübrigt sich der Kauf weiterer Handelssignale: Diese werden automatisch auf Basis des Skriptes generiert und können direkt im MT umgesetzt werden. In einschlägigen Communities läuft eine kaum überschaubare Zahl von Expert Advisors um. Viele sind kostenfrei, andere werden für einige hundert Euro, einzelne auch für Beträge im mittleren fünfstelligen Bereich angeboten.

Die Anschaffung von EAs zu derartigen Preisen ist nicht empfehlenswert. Zu groß ist die Gefahr einer Übervorteilung des Käufers, der keinerlei Gewährleistung, sondern eine „Katze im Sack“ erwirbt. Ist der Urheber einer erfolgreichen Handelsstrategie willens, diese zu teilen, ist dies über Social Trading mit einem weniger asymmetrischen Finanzierungsmodell möglich.

Für ambitionierte Trader scheint die Investition von Zeit in das Erlernen der Programmiersprache MQL sinnvoller – schon nach relativ kurzer Zeit können dann eigene Ideen in konkrete Handelssysteme umgesetzt werden, mit denen Signale generiert werden können.


Fazit

Trading Signale sind bei klassischen Signalverkäufern, über Social Trading mit und ohne Introducing Brokerage und als kostenlose Zusatzleistung bei Brokern erhältlich. Der Preis von Handelssignalen sagt nicht zwingend etwas über die Qualität aus. Besser als „Signale aus der Black Box“ sind für ambitionierte Trader komplette Skripte für mechanische Handelssysteme, die im besten Fall nicht erworben, sondern in eigener Forschungsarbeit entwickelt werden.

Über den Autor

Team BrokerDeal

Team BrokerDeal

BrokerDeal kümmert sich neben den Brokervergleichen und den Vorteilen für Mitglieder auch um die Aus- und Weiterbildung der Mitglieder und Leser. Dafür mitverantwortlich sind eine Handvoll talentierter und erfahrener Trader, die Ihr Wissen gerne weitergeben. Wer ebenfalls Interesse daran hätte für BrokerDeal zu schreiben, kann jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen.

Kommentieren

(wird nicht angezeigt und nur für eine Bestätigungsmail verwendet,
um Fakebewertungen zu erschweren)

Anhang (max. 5 MB): (Dateiendungen: jpg, png, gif, pdf)
Wird geladen...