Simples Trading mit Zeitfenstern KW 39

22.09.2014 - 3 Minuten Lesezeit

Vor wenigen Wochen habe ich eine simple Tradingstrategie von mir vorgestellt, die meinen Intentionen zu Gute kommt: wenig Zeitaufwand, minimalste Voraussetzungen, simpel und reproduzierbar. Werfen wir einen Blick auf die möglichen Signale für den heutigen Handelstag (22.09.14), und auf Beispiele die sich zuletzt ergeben haben.

Methodik

Das Zustandekommen dieser Strategie und die genauen Details können Sie im ersten Artikel zu dieser Strategie nachlesen. Nur kurz zusammengefasst:

Ich suche mir am Wochenende mit Hilfe des Wochencharts klare Out- und Underperformer aus dem CAC40 und dem Dax30. Es müssen klare Trends und Dynamiken vorliegen, die schönsten Kandidaten werden meine Basiswerte für die fünf folgenden Handelstage. Da stellt sich vielleicht mancher die Frage, ob nicht der Tages- statt dem Wochenchart näher am Geschehen wäre. Mir geht es hier vorerst aber nur um eine Vereinfachung, eine Filterung der in Frage kommenden Aktien. Mittels dieses Scans am Wochenende grenze ich den Pool an Basiswerten nämlich in der Regel auf 3-5 pro Seite ein. Der Tageschart wird dann nur noch selten herangezogen, um bei knappen Entscheidungen den Ausschlag zu geben bzw. klare Seitwärtsphasen auszuschließen.

Die konkreten Einstiegssignale werden sodann auf Schlusskursbasis im 60min-Chart gesucht. Gekauft werden kleine bullische Stundenkerzen auf günstigem Niveau, geshortet werden kleine bearische Kerzen. Die Stop-Entry Orders werden dabei über das Stundenhoch bzw. unter das Stundentief gelegt.

Gewinne sollen an vorigen Hochs bzw. Tiefs realisiert werden. Oder, wenn keine in der Nähe sind, ziehe ich die Stopps auf lokale Extrempunkte nach. Der Stop-Loss wird eng gewählt, denn die erfolgreichen Signale ziehen in der Regel von Beginn an in die gewünschte Richtung, und enge Stopps erlauben eine höhere Stückzahl bzw. ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis. Ich halte Positionen kaum über Nacht, denn die Entries ergeben sich in der Regel in den ersten 1-3 Stundenkerzen.

Longkandidaten KW 34

Der visuelle Scan im Mix aus Wochen- und Tageschart wirft mir folgende fünf Longkandidaten für diese Woche aus: Allianz, Bayer, Merck, Essilor und Sanofi Aventis.

Shortkandidaten KW 34

Für Leerverkäufe kommen in Frage: Adidas, Heidelbergcement, Lufthansa, Volkswagen, Publicis Group SA und Vinci.

Beispiele

Wie das Ganze zuletzt ausgesehen hat sehen wir uns am Beispiel vom letzten Handelstag an, Freitag dem 19. September. Publicis Group SA befand sich auch letzte Woche bei den Shortfavoriten, und brachte gleich mit der 10 Uhr Kerze eine wunderbare bearische Umkehrkerze. Das ist der Idealfall, da nehme ich sogar längere Kerzenkörper in Kauf.

Simples Trading mit Zeitfenstern am Beispiel Publicis Groupe SA

Der Trend im Stundenchart wird völlig ignoriert. Der interessiert mich nicht, der Trend wird durch den Wochen- und Monatschart vorgegeben, das macht den Kopf frei damit ich mich auf das Einstiegssetup konzentrieren kann. Unter die Umkehrkerze von 10 Uhr wurde die Stop-Sell Order gelegt auf 57,65€. Der Stopp kam auf 57,92€ zu liegen, mein Ziel war der hart umkämpfte Bereich um 57€. Ergibt ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,4. War ein wunderschöner Shorttrade, ich hätte ihn spätestens kurz vor 17:30 manuell beendet.

Ebenso wie in dieser Woche gehörte Sanofi Aventis zu den Longfavoriten am Freitag. Hier hatte ich weniger Glück. Das Setup an sich war schon bescheiden. Aber ich nehme chronologisch immer das erste sich bietende, dann ist der Arbeitstag zügig erledigt. Jedenfalls bot Sanofi am Freitag eine kleine bullische Stundenkerze um 11 Uhr. Im Vergleich zum Gap Up an diesem Tag auch auf günstigem Niveau. Die Stop-Buy Order über dem Stundenhoch wurde prompt ausgelöst, der Trade lief aber in den Stop-Loss bei 88,2€. Mein Ziel wäre nicht das lokale Hoch gewesen, da viel zu nahe. Habe auf einen Ausbruch in Richtung 90€ spekuliert, den Stopp hätte ich dann nachgezogen knapp unter 88,8€.

Simples Trading mit Zeitfenstern am Beispiel Sanofi Aventis

Blieben +1,4 R an diesem Handelstag. Weitere Trade suche ich nicht, sobald ich in jeder Richtung einen laufen habe. Das kann man jetzt als Faulheit bezeichnen, oder als Effizienz. Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte.

Viel Erfolg beim Trading!
Michael Hinterleitner

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

Kommentare

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 22.09.2014 um 19:18 Uhr

    Ist schön aufgegangen heute wieder: Long in Bayer gleich nach der 10 Uhr Kerze zu 112,67€, Ziel erreicht bei 113,95€. Und Short in VW nach der 13 Uhr Kerze mit Einstieg 174,8€, Ziel erreicht bei 173,8€.

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