Social Trading von ayondo im Echtgeldtest, Teil 1

04.09.2014 - 8 Minuten Lesezeit

Der Social-Trading-Anbieter ayondo ist bereits seit 2009 aktiv, der überwiegende Anteil der mittlerweile über 60.000 Nutzer entfällt dabei auf den deutschen Markt. Die Abwicklung der Transaktionen übernimmt dabei der in London sitzende CFD-Broker ayondo markets. Mit einer Mindesteinlage von nur 100€ richtet sich ayondo klar an die breite Masse, will jedem ohne Hürden Social Trading näher bringen. Ob und wie gut oder schlecht das gelingt, sieht sich BrokerDeal wieder anhand knallharter Echtgeldtests an.

Alles andere ist nur Zugabe, wenn die Trader nichts taugen oder die Umsetzung auf dem Konto der Follower mangelhaft ist, hilft auch die beste Software und ein perfekter Kundenservice nicht mehr.

Erster Eindruck

Wir starten mit einem Besuch der Webseite, die wir als aufgeräumt und informativ bewerten. Die Registrierung bei ayondo ist rasch und unkompliziert erledigt. Man kann in diesem Prozess wählen ob man Follower sein, als Top-Trader selbst Tradingsignale zur Verfügung stellen, oder in Eigenregie CFD-Trading betreiben möchte.

Neben der Registrierung als Mitglied bei ayondo muss man im selben Prozess auch gleich ein Live-Konto bei ayondo markets beantragen. Und kann damit in Folge sogar nicht nur Tradern folgen und deren Signale auf seinem Konto ausführen lassen. Sondern selbst Positionen eröffnen und damit eigene Strategien ausüben. Das ist schon mal eine angenehme Kombination und senkt die Hemmschwelle, möchten viele Neugierige doch ihr eigenes Trading und Social Trading in einer Plattform konzentriert haben.

Ein absoluts Verkaufsargument ist jedenfalls, dass die gesamte Produktpalette von den Top-Tradern genutzt werden. D.h. die Portfolios bestehen nicht nur aus Devisen-Trades. Sondern ich stoße beim Durchblättern auf viele DE30-, Gold- oder US30-Positionen. Manche wagen sich sogar an die Aktien-Bluechips aus Deutschland, USA und UK. Damit hebt sich ayondo angenehm von der Masse der „Forex-only“-Social Trading Plattformen ab.

Weiter ist ein großes Plus das mir sofort ins Auge sticht die Demo-Version. Denn diese ist vollfunktional, d.h. man kann dort tatsächlich Toptradern virtuell folgen um deren Tun und Abschneiden 14 Tage lang einschätzen zu können. Bei der Konkurrenz hingegen muss man sofort ins kalte Wasser springen. Ich lege sofort los mit einem Live-Konto, parallel beantrage ich gleich auch einen Zugang zum Demo-Konto. Weil wir ja auch sehen wollen welche Unterschiede hier auftreten könnten. Ein böser Schelm könnte ja vermuten, dass die Ausführungen in der Demo geschönt werden, um Lust auf mehr zu machen. Dem Ergebnis will ich hier natürlich noch nicht vorgreifen, wo bleibt denn dann die Spannung.


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Qualität der Trader

Was mir aus Sicht eines renditeorientierten Traders am meisten unter den Nägeln brennt, ist natürlich die Frage, welche Qualität von Tradern zur Verfügung steht. Dazu bietet ayondo nicht nur eine umfangreiche Rangliste mit zahlreichen Filtermethoden an. Sondern auch die Möglichkeit, sich Portfolios anderer Follower anzusehen. Denen es ja möglicherweise gelungen ist, durch sorgfältige Diversifikation Risiko und Ertrag gut auszutarieren. Diese Option steht Anfang September aber immer noch nicht zur Verfügung, es wird wie schon im Mai auf „in Kürze“ vertröstet. Werden wir uns wohl später noch einmal vorknüpfen, diese Option.

Zurück zur Auswahl der Top-Trader. Standardmäßig wird nach der prozentuellen Performance sortiert, daran gibt es im Grunde nichts auszusetzen. Man sollte dann aber auf einen Zeitraum von 6 oder 12 Monaten einschränken, um eine direktere Vergleichbarkeit zu haben. Viele Portfolios sind ja erst weitaus kürzer dabei als die Veteranen. Im Vergleich zu ein paar Monaten zuvor sind auch standardmäßig nicht mehr die beiden untersten Karrierelevel deaktiviert. Eine Erklärung des Karrierestatus wird nicht geliefert, die muss man sich auf der Seite erst suchen. Darauf gehen wir später noch ein.

Sinnvoll ist auch die grafische Anzeige der jüngsten Performance, so können bereits optisch diverse Trader aussortiert werden. Ins Auge sticht sofort die Option, nur „Real Money Trader“ zeigen zu lassen. Nehme ich positiv zur Kenntnis, bevorzuge ich doch solche Trader, die auch eigenes Kapital aufs Spiel setzen. Auch noch nicht so lange der Fall, ist diese Filteroption jetzt standardmäßig aktiv. Und zeigt mir 40 Real Money Trader an. Davon weisen 18 eine positive Performance auf. Das ist jetzt keine große Masse, aber wichtiger ist ja, dass solide Trader darunter sind. Lasse ich mir auch die virtuellen Konten anzeigen, höre ich bei über 200 Portfolios mit positiver Performance auf zu scrollen. Mich interessiert jetzt primär was die Trader zu bieten haben, dazu muss ich mit dem Filter etwas mehr ins Detail gehen. rangliste

Über den gesamten Zeitraum gesehen kann der Trader „secura“ sagenhafte 854% Gewinn vorweisen. Der Crux an der Sache ist aber der maximale Drawdown, der bei satten 63% liegt. Daher hat er sich bisher auch noch nicht über den ersten Karrierelevel hinaus arbeiten können.

Es folgen zwei Trader mit über 200% Performance, darunter als positive Überraschung „dontworry“ mit seinem Echtgelddepot. Da er aber ebenfalls mit 53% Drawdown zu kämpfen hatte in der Vergangenheit, rangiert er noch auf der ersten Karrierestufe. Diese Schwankungen sind nichts für schwache Nerven, diese Aufsteiger sind aber vielversprechende Kandidaten für eine zukünftige Entwicklung.

Unter den Echtgeldtradern gefiel mir „Phillippson_Forex“ ganz gut. Mit 20% Performance bei 10% maximalem Drawdown zum Zeitpunkt des früheren Echtgeldtests ist das aufgrund seiner hohen Tradeanzahl ein guter Kandidat für unser Portfolio. Um nach wenigen Tagen bereits sehen zu können, wie qualitativ seine Trade in meinem Live-Konto kopiert werden.

Unter den virtuellen Tradern sticht aufgrund der schieren Anzahl von 846 Followern der User „Patternicus“ heraus, den ich mir ebenfalls ins Portfolio hole. Die Kennzahlen sind solide, die Ertragskurve stabil, wofür er auch mit der höchsten Karrierestufe „Institutional“ belohnt wurde. Für die zockende Ergänzung soll „ZipZap“ sorgen, der zum Zeitpunkt der Echtgeldtests vor dem Sommer in nur drei Monaten 215% Ertrag erzielte. Seitdem aber ziemlich unsanft gelandet ist, was wenig überrascht bei seinem Handelsstil. Sie finden ihn mittlerweile nur noch weit hinten im Ranking. Es gibt auch eine sinnvolle Detailsuche mit zahlreichen Kennzahlen, die für unsere Zwecke jetzt aber nicht notwendig ist.

Diese drei Trader hole ich mir ins Portfolio, und ließ Demo versus Live einige Tage lang parallel laufen. Zu den Ergebnissen kommen wir im nächsten Teil dieser Serie.

Karrierelevel

Ein netter Ansatz zur Qualitätssicherung sind die fünf Karrierestufen bei ayondo. Nur wer ein solides Risiko-/Rendite-Profil vorweisen kann, steigt auf. Was zu höherer Vergütung und mehr Followern führt, heißbegehrt also. Die höchste Auszeichnung „Institutional“ etwa verdient man sich nur, wenn man einen Drawdown von maximal 15% nie überschreitet. Gleichzeitig muss die jährliche Performance mindestens 8% betragen, und es sind 150 Trades im Jahr Voraussetzung. Die Anmerkung „In Zukunft werden Finanzprodukte aus diesem Level gebaut“ lässt vermuten, dass wikifolio-ähnliche Pläne in der Schublade liegen. karriere

Vergütung & Kosten

Die Trader erhalten standardmäßig 1 USD pro generiertes Lot. D.h. Umso häufiger ich handle und umso mehr Follower ich habe, desto größer fällt meine Entlohnung aus. Das ist natürlich problematisch. Denn die Versuchung ist groß, Orders nur zur massiven Erhöhung des Volumens einzugehen.

Auf der anderen Seite wird das langfristig natürlich nicht klappen. Weil man ja erfolgreich sein muss, um überhaupt Interesse zu wecken. Dazu kommt, dass jede der fünf Karrierestufen 1 US-Dollar mehr Vergütung bringt. D.h. als „Institutional“ erhalten die Trader bereits 5 USD pro generiertes Lot. Der ein oder andere Trade wird wohl schon dabei sein, der nicht so im ursprünglichen Sinn der Strategie entsteht, aber dauerhafte schwarze Schafe disqualifizieren sich langfristig selbst durch schwächelnde Performance.

Finanzieren lässt sich ayondo das Ganze über ausgeweitete Spreads, weitere Kosten entstehen nicht. So weist der DAX30-CFD in ayondo etwa 2,5 Punkte Spread auf, mit im Vergleich 1 Punkt zu Selbsttradern. Oder der EUR/USD, weist im Social Trading 3 Pip Spread auf im Vergleich zu 1 Pip im Eigenhandel. Von diesen 2 Pip Aufschlag gehen 0,5 Pip an den Institutional Trader, und 1,5 an ayondo. Bei Street Tradern, die letzten in der Hierarchie, geht das Verhältnis sogar 1,9 : 0,1 aus.

Fazit Teil 1

Die Karrierelevels sind eine gelungene Innovation. Man sieht so einerseits sofort auf einen Blick, wie der Top-Trader aktuell einzustufen ist. Andererseits haben die Top-Trader die unbedingte Motivation Draw Downs einzuschränken und sich zu verbessern. Da ja  die volumenabhängige Vergütung für jede erklommene Leiterstufe enorm steigt.

Eine performanceabhängige Vergütung ist grundsätzlich zu bevorzugen ehrlich gesagt. Aber solange die Performance der gewählten Trader stimmt, macht das keinen wirklichen Unterschied. Der Nachteil der volumenabhängigen Vergütung kommt dafür voll im Drawdown zum Tragen, da man hier trotz Erfolglosigkeit bei jedem Trade den höheren Spread mitschleppt.

Echtgeldkonten sind genug vorhanden, wenn man virtuellen Konten kein Vertrauen entgegen bringt. Die geringe Mindesteinlage von 100 Euro erlaubt wirklich jedem, Social Trading auszuprobieren. Vor allem da eine echte Demo-Funktion zur Verfügung steht, mit der 14 Tage lang den Tradern auf die Finger gesehen werden kann.

Dass nicht nur Devisen zur Verfügung stehen, sondern die gesamte Produktpalette (bei Aktien-CFDs natürlich nur die Bluechips, sonst kann eine vernünftige Ausführung für die Follower nicht gewährt werden) ist ein angenehmer Anblick. Ich habe mir jedenfalls die ersten drei Trader ins Portfolio geholt, in der nächsten Ausgabe sehen wir uns die Ergebnisse an und wie gelungen oder eben misslungen die Orderausführungen und das Management laufender Positionen ist.

Zum Steckbrief von ayondo

Viel Erfolg beim Trading!
Michael Hinterleitner

PS: mittlerweile ist auch schon Teil 2 zu lesen, mit den Echtgeldauswertungen!

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

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