Simples Trading mit Zeitfenstern KW 41

06.10.2014 - 3 Minuten Lesezeit

Vor wenigen Ausgaben habe ich eine simple Tradingstrategie von mir vorgestellt, die meinen Intentionen zu Gute kommt: wenig Zeitaufwand, minimalste Voraussetzungen, simpel und reproduzierbar. Werfen wir einen Blick auf die möglichen Signale für den heutigen Handelstag bzw. die ganze Woche.

Methodik

Das Zustandekommen dieser Strategie und die genauen Details können Sie im ersten Artikel dieser Serie nachlesen. Nur kurz zusammengefasst:

Ich suche mir am Wochenende mit Hilfe des Wochencharts klare Out- und Underperformer aus dem CAC40 und dem Dax30. Es müssen klare Trends und Dynamiken vorliegen, die schönsten Kandidaten werden meine Basiswerte für die fünf folgenden Handelstage. Da stellt sich vielleicht mancher die Frage, ob nicht der Tages- statt dem Wochenchart näher am Geschehen wäre. Mir geht es hier vorerst aber nur um eine Vereinfachung, eine Filterung der in Frage kommenden Aktien. Mittels dieses Scans am Wochenende grenze ich den Pool an Basiswerten nämlich in der Regel auf 3-5 pro Seite ein. Der Tageschart wird dann nur noch selten herangezogen, um bei knappen Entscheidungen den Ausschlag zu geben bzw. klare Seitwärtsphasen auszuschließen.

Die konkreten Einstiegssignale werden sodann auf Schlusskursbasis im 60min-Chart gesucht. Gekauft werden kleine bullische Stundenkerzen auf günstigem Niveau, geshortet werden kleine bearische Kerzen. Die Stop-Entry Orders werden dabei über das Stundenhoch bzw. unter das Stundentief gelegt.

Gewinne sollen an vorigen Hochs bzw. Tiefs realisiert werden. Oder, wenn keine in der Nähe sind, ziehe ich die Stopps auf lokale Extrempunkte nach. Der Stop-Loss wird eng gewählt, denn die erfolgreichen Signale ziehen in der Regel von Beginn an in die gewünschte Richtung, und enge Stopps erlauben eine höhere Stückzahl bzw. ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis. Ich halte Positionen kaum über Nacht, denn die Entries ergeben sich in der Regel in den ersten 1-3 Stundenkerzen.

Longkandidaten KW 41

Der visuelle Scan im Mix aus Wochen- und Tageschart wirft mir in dieser Woche nur vier Longkandidaten aus, die Börsen sind großteils charttechnisch wieder schwer angeschlagen:

  • Merck
  • Bayer
  • Essilor
  • Sanofi Aventis

Shortkandidaten KW 41

Für Leerverkäufe kommen in Frage:

  • K+S
  • Lufthansa
  • Infineon
  • VW
  • Michelin
  • Saint Gobain

Live-Trading 06.10.14

Die wenigen Longkandidaten sind in den ersten beiden Handelsstunden dieser neue Woche sofort kräftig gen Norden gesprungen, da hat sich mit der 10 Uhr Kerze noch keine günstige Einstiegsmöglichkeit ergeben. Bis 11 Uhr sieht die Sache aber schon wieder anders aus, formt Sanofi Aventis doch bisher eine schöne kleine bullische Stundenkerze aus. Bleibt es bis Stundenschluss so ähnlich, werde ich beim Stundenhoch kaufen mit einem Stop-Loss auf 86,95€. Mein Ziel wäre fast das Donnerstagshoch, konkret ziehe ich bei 89€ die Reißleine. Oder kurz vor 17:30, wenn sich der Trade bis dahin günstig entwickelt hat.

sanofi

Bei den Shortkandidaten hatte ich um 10 Uhr bereits K+S auf dem Kieker. Die Stop-Sell Order unter dem Stundentief wurde aber bisher nicht ausgelöst, und für 11 Uhr erscheinen sich neue, bessere Möglichkeiten zu ergeben. Bisher favorisiere ich dabei Michelin, wegen der exzellenten Korrektur im Vergleich zum Tief von Freitag. Wir haben also heute zur Eröffnung einen schönen Upswing gesehen, und nun arbeitet die Aktie an einer kleinen bearischen Stundenkerze.

michelin

Mein Ziel wäre das Tief des letzten Swings bei 72€, der Stopp käme aktuell auf 73,9€ zu liegen.

In den verbleibenden dreißig Minuten bis 11 Uhr kann sich natürlich noch Einiges ändern, die aktuell schönste Alternative für einen Short bietet Volkswagen.

Wenn nur einer der beiden Trades wie geplant aufgeht, bin ich schon zufrieden, letzte Woche konnten mit dieser Methode „nur“ +1,5R erzielt werden.

Viel Erfolg beim Trading!
Michael Hinterleitner

 

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

Kommentare

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 06.10.2014 um 10:55 Uhr

    Kurz vor 11 gefällt mir aktuell VW am besten was einen Shortversuch betrifft.

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