Testbericht zum ATT Copy Trading

05.02.2018 - 4 Minuten Lesezeit

Neben den vorzüglich bewerteten Ausbildungen von ATT haben die Jungs aus Wien auch einen Signaldienst und ein Copy Trading ins Leben gerufen. Eines unserer Mitglieder hat sein Konto dabei automatisch die Vorgaben von ATT Signals umsetzen lassen. Was dabei herauskam schildert er in diesem Testbericht.

Der anonyme Tester

Nennt mich Werner. Ich trade mittlerweile seit sieben Jahren selbst. Eher weniger erfolgreich um ehrlich zu sein. Ich verfolge so nebenbei die Szene, und darf behaupten auf dem Laufenden zu sein auch was Ausbildungen und Börsenbriefe betrifft. Bisher hatte ich jedoch noch keine Alternative zum Eigenhandel wie Copy Trading wahrgenommen und war somit noch neu auf diesem Gebiet.

Erwartungen

Mein primäres Ziel beim Copy Trading Angebot von ATT war es schlicht und einfach, ein positives Endergebnis bei geringem bis keinem Zeitaufwand zu erzielen. Um so neben meinen Vollzeitjob trotzdem am Trading im kurzfristigen Zeitfenster teilnehmen zu könne.

Ablauf

Der Ablauf erfolgte ohne weiteres Zutun meinerseits vollautomatisch. Trades wurden direkt auf meinem bei JFD Brokers eingerichteten Tradingkonto sowohl eröffnet, als auch geschlossen. Jede eingegangene Position wurde direkt zu Beginn mit einem Stop Loss zwecks Risikoabsicherung gesetzt. Was mir schon mal sehr zugesagt hat, gibts ja nichts Übleres als Anbieter die mit >90% Trefferquote und aalglatten Performancekurven werben. Bloß weil Verluste einfach nie realisiert werden und als tickende Zeitbomben im Depot vor sich hin schlummern bis der große Knall kommt.

Take Profits wurden nur in sehr wenigen Fällen gesetzt und laufende Positionen überwiegend manuell geschlossen im Gewinn. Oder sie landeten eben im Stopp.

Auf der Seite des Anbieters ATT las ich vor Beginn, dass Gebühren in Höhe von 39 € monatlich anfallen, wenn der Einzahlungsbetrag auf dem Handelskonto geringer als 10.000 sei. Aus diesem Grund hatte ich eine Einzahlung in Höhe von 10.802,12 USD vorgenommen.

Eine Kommunikation über ausgeführte Trades fand nicht statt, man muss sich die Historie bei Interesse einfach in Form des Kontoauszugs holen.

Zielgruppe

Meiner Meinung nach eignet sich der Trading Service für all diejenigen, welche nicht das Privileg haben den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen zu können, um aktiv am Handel teilzunehmen. Oder natürlich auch als Diversifikation im Sinne eines breit aufgestellten persönlichen Finanzportfolios.

Vorkenntnisse sind keine notwendig, man zahlt ja lediglich ein und überlässt die Entscheidung dann anderen.

Know-How Transfer

Eine klar nachvollziehbare Strategie wird weder erklärt, noch findet sich ein roter Faden bei allen Trades. Jedoch kann man schon die ein oder andere Handelsidee nachvollziehen mit etwas Erfahrung. Dazu muss man sich natürlich die Mühe machen und die Orders aus der Kontohistorie in Charts übertragen.

Fairerweise muss ich auch klar festhalten, dass die Frage nach dem Know How-Transfer etwas unfair ist bei so einem Service wie Copy-Trading. Schließlich wird hier im Gegensatz zu diversen Coachings keine Strategie etc. versprochen. Sondern man kauft ja die Katze im Sack und lässt die Profis machen.

Stärken und Schwächen

Also natürlich hätte ich gerne Gewinn erzielt mit dem Projekt. Aber trotz Drawdown gab es am Risiko- bzw. Moneymanagement nichts zu meckern. Der Kapitalschutz wurde wirklich groß geschrieben, da wird nichts ausgesessen.

Sehr angenehm ist natürlich auch, dass ich null Aufwand hatte. Man eröffnet ein Konto bei JFD Brokers, befüllt es mit Kapital, und lässt es mit dem Copy Trading von ATT verknüpfen. Ab dann kann man sich entweder zurücklehnen. Oder man kümmert sich auch selbst um den Exit aus kopierten Entries. Denn Orders können jederzeit bearbeitet bzw. offene Positionen manuell geschlossen werden. D.h. man gibt nie die Kontrolle gänzlich ab. Sogar ganz eigene Trades können weiterhin eröffnet werden auf diesem Konto. Wiewohl mein persönlicher Rat wäre, auf diesem Konto gänzlich die Finger von eigenen Trades zu lassen, alleine schon um die Übersicht nicht zu verlieren.

Für wankelmütige Genossen könnte darin auch die Schwäche liegen. Gewinne manuell rasch mitzunehmen, oder Stopps zu löschen...

Fazit

Meine Echtgelderfahrung habe ich von Februar bis September 2017 gemacht. In dieser Zeit wurden insgesamt 640 Trades kopiert. Unter dem Strich lag das Endergebnis leider mit einem Entstand von 9.407,25 $ mit -1.394,87 € im Verlust. Was mir dabei besonders auffiel waren die in Zahlen absolut überwiegenden Shorttrades in klaren Aufwärtstrends. Deren Minus wurde immerhin immer rasch begrenzt, Hut ab vor dem konsequenten Risikomanagement. Aber der nächste Trade im selben Basiswert und im selben übergeordneten Aufwärtstrend war dann meist wieder ein Shorttrade. Kann natürlich funktionieren, antizyklisches Trading. Hatte mir aber nach meinen Recherchen zu ATT eigentlich Trendfolgestrategien erwartet.

Einen Lerneffekt für meine Tradingpersönlichkeit gibt es natürlich keinen, aber das hatte ich auch nicht vorausgesetzt, es heißt ja schon "Copy Trading", und nicht "Learn Trading" oder so ähnlich.

Beendet habe ich die Sache logischerweise wegen der negativen Performance, positiv hingegen war, dass ich absolut keinen zeitlichen Aufwand hatte nach Inbetriebnahme, und die unkomplizierte Kontoeröffnung bzw. dessen Verknüpfung mit dem Service.

Über den Autor

BrokerDeal

Als Trader steht man vor der schier unmöglichen Aufgabe, seriöse Angebote von unseriösen zu trennen. BrokerDeal hat sich das Ziel gesetzt Broker, Börsenbriefe, Coachings und andere Services auf Herz und Nieren zu prüfen und die Spreu vom Weizen zu trennen. Willst auch du zu diesem Team gehören nutze das Kontaktformular.

Kommentare

  • Stefan Koblitz von ATT kommentierte am 25.02.2018 um 08:37 Uhr

    Wir bei ATT sind nicht für Zensur, daher ist der Testbericht von Werner vollkommen legitim.

    Trotzdem sind einige Mutmaßungen der hier aufgeführten Kommentare nicht korrekt und unpassend.

    Ja wir sind im Drawdown in unserem CopyTrading. Aber 20% sind nicht korrekt und ich weiß auch nicht wo diese Zahl immer herkommt. Der Start im CopyTrading war mangelhaft - aktuell geht es bergauf und wir arbeiten mit Hochdruck daran das wir bis Ende 2018 alle Kundenkonten im Gewinn haben.

    Was oft vergessen wird ist, dass Ergebnisse im Trading veränderlich sind. Als unser Signaldienst gestartet ist hatten wir ebenso eine Durststrecke, wozu dann immer wieder ebenso sehr unkonstruktive Kommentare zu lesen waren. Diese bleiben stehen, obwohl unser Signaldienst mittlerweile fast jeden Monat ein neues Performance-All-Time-High erreicht.

    Kosten im CopyTrading fallen bei unseren Kunden aktuell nur in Form der eigenen Handelskosten an. Wir haben seit Beginn noch nicht einmal die Abogebühr eingezogen, da bei ATT gilt, erst muss der Kunde verdienen, dann wir. So handhaben wir es ebenso in unserer Vermögensverwaltung.

    Zu den Gerüchten ein Ausbilder hätte sich Aufgrund des CopyTradings von ATT distanziert, kann man ganz klar sagen, dass das ebenso falsch ist. Dieser hatte ATT verlassen lange bevor es das CopyTrading gab. Der Grund für sein Scheiden von ATT ist zweitrangig.

    Kritik ist absolut wichtig und in dem Business hinzunehmen. Üble Nachrede ist dahingehend ein Problem.

    Das Team von ATT ist immer offen für Fragen und Antworten.

  • Marcus kommentierte am 03.03.2018 um 08:02 Uhr

    Üble Nachrede ist tatsächlich ein Problem. Allerdings darf man nicht vergessen, dass ATT jederzeit einen Trackrecord veröffentlichen kann, um den umherschwirrenden falschen Zahlen mit einer korrekten Angabe aus erster Hand entegegen zu treten.
    Eine vorliegende Perfomancekurve ist ja eigentlich sogar der Grundgedanke des Copytradings. Aufgrund einer solchen Equity-Kurve können überdurchschnittlich starke Trader Follower erhalten und zusätzlich zu ihrer eigenen Perfomance an den Gebühren verdienen. Das ist legitim. Dazu kann man auf dieser Basis verglichen werden. Dieser Transparenz unterwerfen sich ja unzählige Einzeltrader bei Wikifolio, Etoro, usw...
    Das sollte im Segment des COPY-Tradings, für ein Team aus professionellen Tradern, selbstverständlicher Standard sein. Performanceangaben sind bei Geldanlagen ja auch durchaus als üblich zu bezeichnen.

    Bleibt die Frage: Warum veröffentlicht ATT keine aussagekräftigen Performancezahlen? Das ATT-Copytrading besteht jetzt über 12 Monate. Das ist ja schon aussagekräftiger Zeitraum.

  • Interessierter123 kommentierte am 14.03.2018 um 15:05 Uhr

    Super formuliert lieber Marcus, so schaut es aus. Texte hin und her fördern nur das stochern im Nebel, Trackrecord veröffentlichen und fertig. In erster Linie als Eigenschutz für ATT, somit wird der "üble Nachrede" bzw. den kritischen Stimmen Einhalt geboten und im Keim erstickt.

  • Andy Triebel kommentierte am 14.02.2018 um 11:23 Uhr

    Meines Erachtens ist das eben reines Marketing. Werner hat wenig oder nichts verdient, die ATT-Jungs aber neben der JFD-Fee auf jeden Fall die Monatsgebühr von 39 Euro. Da sich bereits einige ehemalige "Ausbilder" distanziert haben, siehe Herr LIPKE Trading School, und das Buch letztlich eher als Grundgedanken zum Trading zu werten ist, halte ich dies für reines Marketing.

    Vielen Dank für die offenen Worte zum Test. Diesen hatte ich mir bisher aus o.g. Gründen und nach Gesprächen erspart.

    Andy Triebel

  • Karl kommentierte am 10.02.2018 um 11:37 Uhr

    Auch von meiner Seite ein großes Dank und Lob an Brokerdeal für diesen Bericht.
    Wenn man sich die Kundenmeinungen unter ATT Signals durchließt, ist anscheinend der Verlust mittlerweile noch größer geworden. Ein Kunde spricht von -20% Verlust.
    Ich kann mich da nur den vorherigen Kommentar anschließen. Dies passt nicht zur Außendarstellung von ATT. In den Webinaren und in der Facebookgruppe werden immer nur die aller besten Gewinntrades gezeigt und in Wahrheit macht man 20% Verlust. Wenn die so weiter machen, werden die bald die miserable Performance von Schäfermeier und Born/Gabel eingeholt haben. Vielen Dank nochmal an Brokerdeal für diese transparenten Berichte. Damit helfen Sie vielen Lesern weiter!

  • Interessierter123 kommentierte am 14.02.2018 um 16:09 Uhr

    Hallo Karl, Du wo hast Du die Kundenmeinungen bei ATT Signal gelesen? Auf der Facebook-Seite oder auf der Homepage von ATT? Ich kann diese gerade nicht finden. Ich habe nun den Signal-Dienst für die kostenlose 2wöchige Testphase abonniert. Ich versuche die Trades 1:1 nachzuhandeln, mal schauen was da raus kommt. Aber wie Du schreibst wird ab und zu ein perfekter Trade auf Facebook dargestellt und sich dafür gegenseitig gelobt. Hr. Taghikhan lobt die Schüler weil diese so gut aufgepasst haben und das Wissen verinnerlichen konnten (Turtle Trader 2.0) und die Schüler loben den guten Lehrer. Letztendlich möchte ich einfach den Kontoauszug von 2017 sehen, aber der wird wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Wahrscheinlich ist es wieder mal wie immer, es soll das Buch sowie die Seminare beworben werden. Mittlerweile glaube ich, dass es ohnehin auf längere Sicht keine Trader gibt die im kurzfristigen Bereich profitabel sind, jeder versucht über oben genanntes Zubrot (Seminare, Publikationen) überhaupt am Leben zu bleiben. Die bekanntesten werden noch von Brokern wie Admiral Markets, JFD usw. gesponsert damit möglichst viele Neukunden gewonnen werden.

  • Karl kommentierte am 19.02.2018 um 13:09 Uhr

    Hey Interessierter123,

    auf der Brokerdeal-Seite von ATT Signals findest du einige aktuelle Kundenmeinungen zum Copytrading:
    https://www.brokerdeal.de/att-signals#Erfahrungen

    Da berichten einige von Minus 20% im Jahre 2017. Einfach nur eine Katastrophe. Dabei wurde mit einer möglichen Rendite von +20% geworben.

    Denke schon das es profitable Trader gibt. Inveus hat eine Real Money Challenge ins Leben gerufen, die seit wenigen Wochen läuft. Da können sich Coaches anmelden, die Seminare anbieten und müssen jeden Monat Ihre Kontoauszüge von einem 10K Konto offen legen. Das finde ich eine ziemlich transparente Geschichte:
    http://www.inveus.com/real-money-challenge.html

    Mal schauen, was da am Ende des Jahres raus kommt.

  • Interessierter123 kommentierte am 22.02.2018 um 15:51 Uhr

    Vielen Dank für die Infos lieber Karl, ich schaue mir die Sachen an. Viele Grüße

  • Interessierter123 kommentierte am 08.02.2018 um 14:19 Uhr

    Vielen Dank für den interessanten Bericht. Ich verfolge die Arbeit von ATT auch schon einige Zeit (Webinare, Facebook usw.) und stand kurz davor das Copy Trading zu abonnieren. Wäre schön von ATT zu erfahren wieso der ständig propagierte Trendhandel beim Copy Trading nicht umgesetzt wurde, obwohl bei nahezu allen Veröffentlichungen erklärt wird dass "der Trend aus einer Korrektur 50-80 %) heraus gehandelt wird. ?? Die hier veröffentlichte Performance ist wohl der Grund wieso ich für 2017 keinen Track Record bekommen habe. Schade den die Außendarstellung, vor allem die Webinare schauen ziemlich professionell aus. Bin gespannt ob es dazu noch Neuigkeiten oder andere Kundenstimmen gibt. Ansonsten ein großes Lob an Brokerdeal, super Arbeit.

Kommentieren

(wird nicht angezeigt, Sie erhalten aber eine Bestätigungsmail auf diese E-Mail-Adresse, welche Voraussetzung für eine Freischaltung ist)

Anhang (max. 5 MB): (Dateiendungen: jpg, png, gif, pdf)
Wird geladen...