Der britische Finanzkonzern Barclays hat das Kursziel für die Aktien des deutschen Industriekonzerns Thyssenkrupp angehoben, signalisiert jedoch weiterhin Vorsicht hinsichtlich der künftigen Entwicklung des Unternehmens. Analyst Amos Fletcher erhöhte das Kursziel von 9,00 Euro auf 9,50 Euro, behielt jedoch die Einstufung „Underweight“ bei. Die Anpassung deutet auf eine leicht verbesserte Bewertung hin, unterstreicht aber gleichzeitig die anhaltenden Bedenken bezüglich der Performance des Konzerns.
Die Aktie von Thyssenkrupp steht derzeit im Fokus zahlreicher Analystenbewertungen, die ein breites Spektrum an Perspektiven auf die finanzielle Gesundheit und strategische Ausrichtung des Unternehmens widerspiegeln. Während Barclays eine zurückhaltende Haltung einnimmt, haben andere Investmenthäuser deutlich optimistischere Einschätzungen abgegeben.
Jefferies hat beispielsweise die Einstufung für Thyssenkrupp von „Hold“ auf „Buy“ angehoben und das Kursziel auf 13,00 Euro von zuvor 12,50 Euro erhöht. Diese Aufwertung wird den erfolgreichen Restrukturierungsbemühungen des Unternehmens zugeschrieben. Jefferies prognostiziert nun einen Anstieg des bereinigten EBIT um 5 Prozent für 2026 auf 846 Millionen Euro, was 6 Prozent über dem Marktkonsens liegt. Für 2027 erwartet die Bank sogar einen Anstieg um 10 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Auch JPMorgan zeigte sich konstruktiver und erhöhte das Kursziel von 7,60 Euro auf 11,10 Euro bei einer „Neutral“-Einstufung. Analyst Dominic O'Kane verwies darauf, dass europäische Stahlaktien seit Oktober den Gesamtmarkt übertroffen haben, getrieben durch EU-Pläne zur Reduzierung von Stahlimporten. Er rechnet mit steigenden Stahlpreisen in der EU und geht davon aus, dass die Gewinnentwicklung im vierten Quartal 2025 ihren Tiefpunkt erreicht haben könnte.
Citi-Analyst Ephrem Ravi erhöhte das Kursziel auf 11,00 Euro von 8,50 Euro und bekräftigte sein „Buy“-Rating. Ravi hebt insbesondere das Potenzial der Marine-Sparte hervor, die einen Auftragsbestand von über 16 Milliarden Euro aufweist und ihr bereinigtes EBIT zwei Jahre in Folge verdoppelt hat. Die erwartete Abspaltung dieser Division wird als bedeutendes Ereignis gesehen, das 2025 Wert für Aktionäre freisetzen könnte.
Deutsche Bank nahm die Coverage mit einer „Hold“-Einstufung und einem Kursziel von 10,00 Euro wieder auf. Analyst Bastian Synagowitz beobachtete, dass sich die Aktien nach dem Erreichen ihrer niedrigsten Stände seit über zwanzig Jahren deutlich erholt haben, was auf robuste Auftragseingänge und Vorauszahlungen in der Marine-Division zurückzuführen ist.
Kepler Cheuvreux erhöhte das Kursziel auf 11,70 Euro von 10,50 Euro bei einem „Buy“-Rating. Die Analysten erwarten ein bereinigtes EBIT von 148 Millionen Euro im dritten Quartal und bevorzugen weiterhin die Portfolio-Restrukturierungsstrategie des Unternehmens.
Die unterschiedlichen Analystenmeinungen unterstreichen die Komplexität der aktuellen Situation bei Thyssenkrupp. Während die Restrukturierungsbemühungen und die starke Performance der Marine-Sparte Optimismus wecken, bleiben Bewertungsbedenken und operative Herausforderungen bestehen. Die verhaltene Einschätzung von Barclays trotz des angehobenen Kurziels spiegelt diese Ambivalenz wider und deutet darauf hin, dass die Märkte die weitere Entwicklung des Konzerns aufmerksam beobachten werden.
- Mobiler Handel per App
- Unbegrenzt nutzbares Demokonto
- Günstige Konditionen



