Neue Steuervorgaben für CFD-Trader

Ab 2021 gelten neue steuerliche Vorgaben für Termingeschäfte. Verluste aus diesen sollen nur noch bis zu einer Höhe von 10.000 verrechnet werden können. Dabei kann es auch zu einer Steuerlast kommen, wenn mehr Verluste als Gewinne erzielt wurden. Die Steueränderungen sollten unter anderem für CFDs und Zertifikate gelten und eine unterjährige Verlustanrechnung mit der Abgeltungssteuer ist nicht mehr möglich. Broker und Trader werden sich damit ab dem 1. Januar umstellen müssen.

Verluste und Gewinne nur noch bis 10.000 Euro verrechnen

Klar ist, dass Gewinne aus Termingeschäften steuerpflichtig sind und der Abgeltungssteuer unterliegen. Bisher konnten Verluste in voller Höhe mit Gewinnen verrechnet werden. Dabei war die Höhe der Gewinne und Verluste unerheblich. Waren die Verluste höher als die Gewinne, konnten Trader dies bisher über einen Verlustvortrag geltend machen und ins Folgejahr übertragen.

Die neuen Regelungen, die nun auf Trader und Broker kommen, sind sehr umstritten. Geplant ist, dass Verluste aus Termingeschäften nur noch bis zu 10.000 Euro mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden können. Macht ein Trader beispielsweise einen Gewinn von 20.000 Euro im Jahr, allerdings auch einen Verlust von 30.000 Euro, muss der Trader in Zukunft 10.000 Euro versteuern, da hier die Verlustbegrenzung von maximal 10.000 Euro greift.

Die neuen Regeln wirken auf den ersten Blick recht kompliziert. Bei der sogenannten unterjährigen Versteuerung werden Gewinne auf Bankenebene direkt mit der Abgeltungssteuer belegt. Verluste können erst über die Steuererklärung geltend gemacht werden. Dies ist damit quasi eine Vorleistung gegenüber dem Finanzamt. Diese unterjährige Versteuerung ist unabhängig von der Höhe der Verluste.

Jetzt beim CFD Broker Testsieger XTB anmelden!

Neue Regeln für Trader bei deutschen Brokern

Die neuen Regeln gelten in erster Linie für Trader, die bei deutschen Brokern handeln. Bei ausländischen Brokern ändert sich nichts. Hier ist es ohnehin üblich, Verluste erst über die Steuererklärung geltend zu machen. Dies hat den Hintergrund, dass ausländische Broker die Abgeltungssteuer nicht direkt abführen. Allerdings gilt die Verlustbegrenzung auch für ausländische Broker.

Da die neuen Regeln auch für CFDs gelten, könnten diese in Zukunft für Trader weniger attraktiv werden. Dies wäre nach den ESMA-Regeln 2018 der zweite große Rückschlag für CFD-Broker, die in diesem Jahr teilweise deutlich von der Corona-Krise profitiert hatten. Insbesondere zu Beginn der Krise waren neben Aktien auch CFDs gefragt, um an den Schwankungen an den Märkten teilzuhaben.

Nun könnten CFDs aber durch die neuen steuerlichen Vorgaben erneut geschwächt werden. Darauf werden sich auch Broker einstellen müssen und beispielsweise neue Anlageprodukte vorstellen. Allerdings fallen unter Termingeschäfte auch weitere Anlageformen. Letztendlich sind per Gesetz alle Geschäfte mit einem Fälligkeitsdatum als Termingeschäfte definiert. Damit fallen unter dieser Definition neben CFDs auf Zertifikate, die oft auch von eher konservativeren Anlegern gehandelt werden.

Rechtmäßigkeit der Regeln unklar

Fraglich ist bisher auch, ob die Steueränderungen eigentlich rechtmäßig sind. Bei Investitionen am Kapitalmarkt werden in der Regel Verluste in dieser Form besteuert. Denkbar ist, dass sich Anlegerschutzvereinigungen gegen die Steueränderungen wehren und gegen diese klagen. Womöglich entscheiden früher oder später Gerichte über die Rechtmäßigkeit der Steueränderungen.

Die Diskussionen um die Steueränderungen reißen seit Monaten nicht ab. Kritiker sehen in den Gesetzesänderungen einen Verstoß gegen steuerliche Grundsätze, insbesondere gegen mehrere Prinzipien der fairen Besteuerung. Unter anderem stellen sie einen Verstoß gegen das Leistungsprinzip fest. Dieses besagt, dass jeder anhand seiner persönlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zur Finanzierung staatlicher Leistungen beitragen soll. Auch gegen das objektive Nettoprinzip verstoßen die neuen Regeln aus Sicht von Kritikern. Dieses sieht vor, dass lediglich Nettoeinnahmen über die Einkommensteuer versteuert werden. Werbungskosten oder Betriebsausgaben werden vor der Besteuerung abgezogen.

Neue Steuervorgaben für CFD-Trader

Übergangsregelung für 2021 im Gespräch

Laut aktuellen Ankündigungen, beispielsweise von der Consorsbank, ist nun vom Bundesfinanzministerium wohl eine Übergangsregelung für 2021 geplant. Zudem sollen Optionsscheine und Zertifikate nicht als Termingeschäfte eingestuft werden und damit aus dem allgemeinen Verlusttop herausfallen. CFDs fallen demnach aber weiter unter die neuen Vorgaben. Wie mit anderen Hebelprodukten verfahren wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Futures fallen ebenfalls unter die neuen Steuervorgaben.

Denkbar ist derzeit auch, dass das Gesetz noch in diesem Jahr vollständig gekippt wird. Dies hat wohl der Bundesrat vorgeschlagen. Vor allem sollen die Änderungen bei der Verlustrechnung rückgängig gemacht werden. Stimmen der Bundestag und die Bundesregierung dem Vorschlag des Bundesrats zu, könnte es noch vor dem Jahreswechsel zu einer Entscheidung kommen und es bleibt womöglich alles wie zuvor.

Verunsicherung bei Tradern

Derzeit führt die Situation wohl zu Verunsicherung bei vielen Tradern. Eine Entscheidung könnte Ende 2020 quasi in letzter Minute fallen. Wichtig ist es daher, die aktuellen Entwicklungen zu verfolgen und sich rechtzeitig zu informieren. Dabei sind wohl nicht nur Broker, sondern im Zweifelsfall auch Steuerberater die Ansprechpartner. Broker dürfen Trader nicht in Steuerfragen beraten.

Schon seit Monaten hoffen Trader und Broker, dass der Gesetzgeber die selbst erkennt, was womöglich beim Bundesrat zwischenzeitlich der Fall war. Damit besteht weiter die Hoffnung, dass es nicht zu einer Umsetzung der neuen Regeln kommt. Der juristische Weg gegen das Gesetz mit Klagen vor Anlegervereinigungen und Tradern kann dagegen Jahre dauern.

Jetzt beim CFD Broker Testsieger XTB anmelden!

Neue Vorgaben kein Handelsverbot

Einem Handelsverbot für CFDs kommen die neuen Vorgaben nicht gleich. Zudem werden Trader wohl unterschiedlich stark betroffen sein, wenn die neuen Vorgaben denn umgesetzt werden. Handelsschwerpunkte, die Tradingfrequenz und das Handelsvolumen werden wohl Auswirkungen darauf haben, wie stark ein Trader betroffen ist. Trader, die ohnehin vergleichsweise selten handeln und weniger als 10.000 Euro Verluste einfahren, werden wohl nicht betroffen sein. Wer aber sehr häufig tradet, könnte die Grenze von 10.000 Euro schnell erreichen.

Schon nach den ersten Ankündigungen zu den geplanten Steueränderungen wurden Bedenken und Kritik laut. Daraufhin hatte das Finanzministerium Konkretisierungen und Verbesserungen vorgeschlagen. Falls die Veränderungen so umgesetzt werden wie geplant, müssen Trader ab dem kommenden Jahr noch genauer auf die Höhe ihrer Verluste achten. Bis zu einer Summe von 10.000 Euro ist alles in Ordnung. Diese werden weiter verrechnet wie bisher. Denkbar ist, dass Broker auf diese Veränderung reagieren und beispielsweise Tools anbieten, die Trader warnen, wenn die Grenze von 10.000 Euro näher rückt.

Strategieänderungen bei Tradern

Ähnliches gilt auch für den Handel mit Futures und Optionen. Trader, die sehr aktiv am Markt sind, können auch prüfen, ob sich für sie die Gründung einer UG oder GmbH lohnt, denn für diese Unternehmensformen gelten die neuen Regeln nicht. Dafür ist die Gründung eines Unternehmens aber mit mehr Aufwand verbunden und die Steuerlast ist höher als bei der Abgeltungssteuer. Trader, die mit diesem Gedanken spielen, sollten sich daher ihrer eigene Situation genau anschauen und sich umfassend informieren.

Bei Optionsscheinen sollten Trader darauf achten, keinen Totalverlust zu erleiden. Auf einige Trader werden auch Veränderungen bei der eigenen Strategie zukommen. Beispielsweise könnten sie bei Hebelzertifikaten auf mehr Abstand von der Basis achten. Darüber hinaus sollten Trader die Entwicklungen bei ihrem Broker verfolgen. Im Dezember oder zu Jahresbeginn könnten neue Tools oder Handelsprodukte eingeführt werden. Im Gespräch war bereits, CFDs so zu verändern, dass sie nicht mehr unter die Definition von Termingeschäften fallen. CFDs werden dann weiter handelbar sein, womöglich aber unter einem neuen Namen.

Strategieänderungen bei Tradern

Regelmäßig Abrechnungen prüfen

Darüber hinaus sollten Trader noch genauer und regelmäßig ihrer Abrechnungen überprüfen. Insbesondere die korrekte Abführung der Abgeltungssteuer sollten sie nochmals selbst checken. Darüber hinaus wird die Steuererklärung noch wichtiger als zuvor. Sie sollte jedes Jahr gemacht werden und Tradern sollten darin, wenn nötig, Gewinne und Verluste verrechnen. Dies sind jedoch nur vorläufige Empfehlungen, denn in den nächsten Wochen kann es noch zu Veränderungen bei den Steuervorgaben für Termingeschäfte kommen. Auf Dauer könnten auch der Bundesfinanzhof oder das Bundesverfassungsgericht die neuen Vorgaben für ungültig erklären. Ursprünglich war geplant, dass die neuen Vorgaben ohnehin nach zwei Jahren nochmals geprüft werden sollen.

Für Broker besteht ähnlich wie schon 2018 nach den Regeln der ESMA die Gefahr, dass Anleger zu ausländischen Brokern abwandern. Allerdings ist hier die Seriosität nicht immer gegeben. Die Broker in der EU unterliegen den Vorgaben der jeweiligen Finanzaufsichtsbehörden und werden von diesen reguliert. In der Folge der 2018-er Regeln wurden damit CFDs auch für private Anleger interessanter, da die Sicherheit stieg.

Etoro kam gut durch die Krise

Ein Broker, der oftmals recht gut auf neue Entwicklungen reagiert und damit auch gut durch die Corona-Krise kam, ist eToro. Der Broker stellt zudem sein Handelsangebot oft sehr zügig auf neue Entwicklungen um. Beispielsweise sind bei eToro schon seit 2013 Bitcoin-CFDs handelbar und in diesem Jahr reagierte man die der Einführung eines CopyPortfolios auf die steigende Bedeutung von Cloud-Anwendungen.

Der Broker ist seit 2007 am Markt und will seine Erfahrungen der letzten Jahre weiter nutzen. Zuletzt konnte sich eToro auch in den USA etablieren. Der Broker wird dort mittlerweile durch die Financial Industry Regulatory Authority, Inc. (FINRA) reguliert. Seit Sommer 2020 können US-Kunden provisionsfrei bei eToro Aktien handeln.

Etoro ist mittlerweile international sehr vernetzt und bietet seinen Tradern in aller Welt den Handel mit Aktien, ETFs, CFDs oder Kryptowährungen an. So kommen über 1.500 Anlageklassen und Märkte zusammen, die die mehr als 13 Millionen Kunden aus aller Welt handeln könnten. Dies ist selbstständig oder über das Social Trading möglich.

Jetzt beim CFD Broker Testsieger XTB anmelden!

Etoro bei CFDs breit aufgestellt

Im CFD-Handel ist eToro sehr breit aufgestellt. Beispielsweise können Trader Aktienindizes wie den DAX oder den Dow Jones handeln. Im Aktienhandel sind die Papiere großer Unternehmen wie Apple oder Tesla beliebt. Mit Blick auf Währungen finden Trader nicht nur Hauptwährung wie Euro oder Dollar, sondern auch einige Nebenwährungen und exotische Währungspaare. Darüber hinaus gehören Rohstoff-CFDs, beispielsweise auf Gold oder Öl, zum Angebot. ETFs und Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum können ebenfalls über CFDs gehandelt werden.

Das Demokonto des Brokers ist dauerhaft nutzbar. Auf diesem Weg können Trader alle Angebote testen und neue Märkte ausprobieren. Möchten Trader ein Live-Konto eröffnen, ist dies mit einer Mindesteinzahlung von 200 Dollar verbunden. Alle weiteren Einzahlungen sind ab 50 Dollar möglich und in der Regel kostenlos. Auszahlungen sind jedoch mit geringen Gebühren verbunden. Als Einzahlungswege bietet eToro unter anderem Kreditkarten und Zahlungsdienstleister an. Überweisungen lohnen sich oft erst ab einer höheren Summe.

Handel über eigene Plattform

Der Handel ist bei eToro über eine selbst entwickelte Multi-Asset-Plattform möglich, die auf alle Handelsinstrumente und das Social Trading ausgelegt ist. Hier finden Trader auch professionelle Tools und Indikatoren. Der Kundenservice des Brokers ist per Live-Chat oder Ticketerstellung rund um die Uhr zu erreichen. Viele Fragen werden aber auch im FAQ-Bereich beantwortet. Der Broker wird von mehreren Aufsichtsbehörden, darunter der CySEC, reguliert, verfügt aber auch über eine Lizenz der BaFin. Als Broker mit Sitz in der EU beachtet eToro alle Vorgaben zum Datenschutz und der Einlagensicherung.

Neue Steuerregeln sehr umstritten

Fazit: Neue Steuerregeln sehr umstritten

CFD-Trader müssen sich wohl ab Januar auf neue Steuervorgaben einstellen, bei denen Gewinne und Verluste ab einer Grenze von 10.000 Euro nicht mehr verrechnet werden können. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Denkbar ist, dass die neuen Steuergesetze noch vor dem Jahreswechsel in letzter Minute fallengelassen werden. Der Handel mit CFDs wird jedoch weiter möglich sein und Broker werden sich auf die neuen Vorgaben einstellen.

Ein Broker, der oft gut auf neue Entwicklungen reagieren kann, ist eToro. Dies hat der Broker auch in den Krisenmonaten 2020 gezeigt. Während der Corona-Pandemie konnte der Broker alle Angebote wie gewohnt anbieten. Im CFD-Handel bietet eToro eine breite Auswahl an Basiswerten von Aktien bis Rohstoffen.

UNSERE CFD BROKER EMPFEHLUNG
Die Highlights des Testsiegers:
  • Sehr guter Kundenservice (auch deutsche Hotline verfügbar)
  • Gute Handelskonditionen (niedrige Spreads)
  • Sehr umfangreiches Schulungsangebot (Trading Academy)
Den Broker jetzt mit kostenlosem Demokonto testen!Investitionen bergen das Risiko von Verlusten