Werden Sparer aufgrund der negativen Zinsen zum Aktien-Kaufen „genötigt“?

Diese Woche konnte man in den Schlagzeilen lesen, dass nunmehr auch die ersten VR Banken und Sparkassen dazu übergehen, die negativen Zinsen ab dem ersten Cent an all ihre Kunden weiterzugeben. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Bericht der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Finanzstabilität. Dieser Bericht wurde ebenfalls in der vergangenen Woche veröffentlicht. Hierin sieht die EZB ihre eigene Niedrigzinspolitik als mögliches Risiko für einen Crash an. Im Folgenden werden wir analysieren, welche Folgen die Niedrigzinspolitik tatsächlich hat und wie man als Anleger und Trader darauf am besten reagieren sollte.

Die Banken und Sparkassen müssen einen Großteil der Kundengelder über Nacht bei der Bundesbank parken

Bekanntermaßen liegt der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank bereits seit einigen Jahren bei 0 %. So wurde der Zinssatz erstmals im Jahr 2014 auf diesen historischen Tiefstwert gesenkt. In den USA wurde dieses Niveau sogar schon deutlich früher, nämlich im Ende 2008 erreicht. Zwischenzeitlich hatte die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) die Leitzinsen allerdings schon wieder angehoben. Seit diesem Jahr befinden sich allerdings auch die USA wieder im Abwärtsmodus.

Warum sprechen aber überhaupt alle von negativen Zinsen, wenn der Leitzinssatz in der Eurozone doch bei 0 % liegt. Der Grund dafür liegt darin, dass es neben dem Leitzinssatz auch noch den sogenannten Einlagenzinssatz gibt. Diesen Zinssatz müssen Banken und Sparkassen bezahlen, wenn sie Gelder bei der Deutschen Bundesbank „parken“. Die Bundesbank hat hierbei keine andere Möglichkeit, als den von der EZB festgesetzten Einlagenzinssatz zu fordern. Dieser beträgt -0,5 % und ist daher tatsächlich negativ. Die Kreditinstitute sind dabei sogar gesetzlich dazu verpflichtet, einen Großteil der Kundengelder über Nacht bei der Bundesbank zu parken. Daher gibt es für die Banken und Sparkassen „kein Entrinnen“.

Jetzt beim CFD Broker Testsieger XTB anmelden!

Nunmehr werden die negativen Zinsen auch an die „kleinen Leute“ weitergegeben

Aus diesem Grund versuchen die Kreditinstitute schon seit längerem, diese negativen Zinsen an ihre Kunden weiterzugeben. Bislang geschah dies allerdings vor allem bei „wohlhabenden“ Kunden. So wurden beispielsweise auf Beträge bis zu 100.000 € keine negativen Zinsen erhoben. Dieses Modell scheint aber nunmehr zu kippen: So kündigte zum Beispiel die VR Bank Fürstenfeldbruck an, in Zukunft ab dem ersten Cent negative Zinsen in Rechnung zu stellen. Damit betrifft die Geldpolitik der EZB nunmehr auch die „kleinen Leute“. Wer daher am Anfang des Jahres 1.000 € auf dem Girokonto hat, wird sich am Jahresende über den geschrumpften Kontostand von 995 € ärgern. Es ist davon auszugehen, dass in Zukunft noch weitere Geldinstitute diesem Beispiel folgen werden. Auch der beliebte Broker flatex erhebt bereits seit längeren negative Zinsen.

Alte Sparverträge mit hohen Verzinsungen werden durch die Kreditinstitute gekündigt

Die niedrigen Zinsen führen außerdem dazu, dass viele Geldinstitute dazu übergegangen sind, alte Sparverträge – mit hohen Verzinsungen – zu kündigen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist dieses Verhalten nachvollziehbar: Erhält der Kunde zum Beispiel bei einem Sparvertrag 3 oder 4 % Zinsen, so stellt dies für die Bank heutzutage ein großes Minusgeschäft dar. Allerdings verärgert man durch diese Geschäftspraxis sehr viele Kunden.

Überhaupt kann man sich als Kunde durchaus auf den Standpunkt stellen: pacta sunt servanda (lateinsich „Verträge sind einzuhalten“). Denn sich verändernde Rahmenbedingungen zählen zum Geschäftsrisiko jedes Unternehmens, somit auch bei den Banken. Interessant ist es in diesem Zusammenhang auch, sich ein umgekehrtes Szenario vorzustellen: Angenommen, die Europäische Zentralbank hätte die Leitzinsen auf 10 % erhöht. In diesem Fall wären die 3 oder 4 % Zinsen für den Sparvertrag aus dem obigen Beispiel geradezu „mickrig“. Wenn man nunmehr seine Bank dazu auffordern würde, die Zinsen nach oben anzupassen (aufgrund der stark veränderten Rahmenbedingungen!), so würde diese wahrscheinlich nur mit dem Kopf schütteln und vehement auf die Einhaltung des Vertrages pochen.

Die EZB sieht die eigene Zinspolitik als mögliche Ursache für einen erneuten Crash

Die niedrigen Zinsen beschäftigen auch die EZB: Wie bereits eingangs erwähnt, hat die Europäische Zentralbank einen Bericht über die Finanzstabilität veröffentlicht. Darin werden die Auswirkungen der niedrigen Zinsen analysiert: Das „billige Geld“ stützt nach wie vor die Wirtschaft und hilft dabei, die Konjunktur anzukurbeln. Genau dies wollte die EZB mit ihrer Niedrigzinspolitik auch erreichen. Allerdings wird die bisherige Geldpolitik nunmehr auch durchaus kritisch gesehen: So führen die niedrigen Zinsen dazu, dass vermehrt Risiken eingegangen werden. Dies kann man zum Beispiel bei den großen Vermögensverwaltern (Versicherungen, Investment- und Pensionsfonds) beobachten: Früher haben diese vor allem in Staatsanleihen investiert, um möglichst risikoarm (moderate, dafür konstante) Renditen erzielen zu können. Allerdings ist es auch bei den Staatsanleihen mittlerweile so, dass man dadurch kein Geld mehr verdienen kann. Wer zum Beispiel vorhat, dem deutschen Staat Geld zu leihen, muss dafür sogar Zinsen bezahlen. Aufgrund dieser absurden Situation ist es nicht verwunderlich, dass das Kapital auf andere Art und Weise investiert werden muss. Beliebt sind zum Beispiel Aktien.

Nicht umsonst fließt seit Jahren immer mehr Geld in die Aktienmärkte. Auf diese Weise lassen sich auch die Kurssprünge beim DAX und Dow Jones Index erklären. Jedoch können Aktien bekanntermaßen nicht nur steigen, sondern auch fallen. Sollte es daher zu einer größeren Kurskorrektur kommen, so würden auch die Vermögensverwalter sehr stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies wiederum könnte einen erneuten Crash an den Finanzmärkten auslösen.

Jetzt beim CFD Broker Testsieger XTB anmelden!

 Auch für die Privatanleger wird es immer schwieriger, ihr Geld gewinnbringend anzulegen

Die schwierige Situation bezüglich der Geldanlage betrifft allerdings nicht nur die großen Vermögensverwalter, sondern auch die Privatanleger. Wie gezeigt, macht es heutzutage keinen Sinn mehr, sein Geld auf dem „Sparbuch“ zu haben. Allerdings haben die niedrigen Zinsen durchaus auch ihre Vorteile: Wer zum Beispiel in eine Immobilie investieren möchte, erhält hierzu heutzutage historisch niedrige Zinsen. So kann man beobachten, dass die Bauzinsen sich sehr stark am Leitzinssatz der EZB orientieren:

  • 2006: Leitzinssatz 2 %, Bauzinsen rund 3,3 %
  • 2009: Leitzinssatz 2 %, Bauzinsen rund 3,5 %
  • 2012: Leitzinssatz 1 %, Bauzinsen rund 2,2 %
  • 2015: Leitzinssatz 0 %, Bauzinsen rund 0,9 %
  • 2018: Leitzinssatz 0 %, Bauzinsen rund 0,6 %

Aufgrund der niedrigen Bauzinsen ist es daher nicht verwunderlich, dass viele Menschen in den vergangenen Jahren in Immobilien investiert haben. Auch am Immobilienmarkt gilt jedoch die Regel, dass die Preise sich durch Angebot und Nachfrage bestimmen. Die immense Nachfrage nach Immobilien hat daher dazu geführt, dass die Preise immer weiter in die Höhe geschnellt sind. Man erhält daher heutzutage als „Häuslebauer“ zwar sehr niedrige Zinsen, um seine Immobilien zu finanzieren. Dafür sind dann aber auch die Preise der Häuser und Wohnungen viel höher, als früher. Aus diesem Grund kann man mittlerweile eigentlich nur noch davon abraten, in eine Immobilie zu investieren. Dies gilt zumindest dann, wenn man vorhat, diese als Geldanlage zu nutzen und dadurch eine gute Rendite zu erzielen.

Mittlerweile sind auch die Aktienmärkte überhitzt

Aufgrund des überhitzten Immobilienmarktes bleiben dann allerdings nur noch wenige Anlagemöglichkeiten übrig. Früher oder später wird man daher auch als Privatanleger bei den Aktien landen. Man kann daher durchaus sagen, dass die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken dazu führt, dass immer mehr Menschen ihr Geld in Aktien anlegen (müssen).

An sich ist diese Entwicklung sehr begrüßenswert: Denn mit Investments in den DAX oder den amerikanischen Dow Jones Index kann man eine durchschnittliche jährliche Rendite in Höhe von knapp 7 % erzielen. Dazu kommen dann nochmals rund 2 % an Dividenden. Jedoch handelt es sich hier nur um einen Durchschnittswert. Beim Investieren in Aktien sollte man daher einen möglichst langen Atem haben. Denn dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man im Endeffekt mit dem Investment auch eine gute Rendite erzielt.

Da die Kurse bei den Aktien in den letzten Jahren so stark angestiegen sind, ist auch hier der Markt mittlerweile als überhitzt anzusehen. Früher oder später ist daher mit einer größeren Korrektur zu rechnen. Als langfristig orientierter Anleger kann man solche Korrekturen gut nutzen, um günstig in den Markt einzusteigen oder um seine Positionen auszubauen.

Jetzt beim CFD Broker Testsieger XTB anmelden!

Mit Hilfe von CFD auch von fallenden Kursen an den Börsen profitieren

Wer dagegen lieber kurzfristig handeln möchte, kann hierzu zum Beispiel einen CFD Broker nutzen. Denn beim Trading mit CFD kann man nicht nur von steigenden, sondern auch von fallenden Kursen profitieren. Außerdem haben CFD den Vorteil, dass man beim Handel einen Hebel nutzen kann: Wer zum Beispiel mit dem DAX traden möchte, benötigt hierfür nur relativ wenig Kapital. Dazu ein Beispiel: Notiert der DAX bei 12.000 Punkten, so benötigt man beim Trading ohne Hebel auf seinem Handelskonto 12.000 €. Beim Handel mit Aktienindices kann man allerdings bei einem CFD Broker auch einen Hebel von 1 : 20 nutzen. In diesem Fall verringert sich das benötigte Kapital auf nur noch 600 €. Mit Hilfe von CFD kann man allerdings nicht nur mit Aktienindices, sondern zum Beispiel auch mit Währungen (zum Beispiel Euro / Schweizer Franken), Rohstoffen (zum Beispiel Öl) und Kryptowährungen (zum Beispiel Bitcoin) handeln.

Um eine guten Broker für den CFD Handel zu finden, kann man unseren großen Broker Vergleich nutzen. Wir bewerten dabei die einzelnen Anbieter gewissenhaft und unabhängig. Auf diese Weise kann man einen für sich passenden Broker finden, der einem gute Handelskonditionen bietet. Bei den meisten Anbietern hat man dabei die Möglichkeit, ein kostenloses Demokonto zu eröffnen. Auf diese Weise kann man den Handel mit CFD ohne Risiko kennen lernen. Häufig steht einem hierfür ein virtuelles Guthaben in Höhe von 10.000 € zur Verfügung.

UNSERE CFD BROKER EMPFEHLUNG
Die Highlights des Testsiegers:
  • Handelsplattformen xStation 5 und MetaTrader 4
  • Gute Handelskonditionen - Niedrige Spreads
  • Sehr guter Kundenservice
xtbJetzt weiter zu XTB: www.xtb.com/de