Spezialreport: Investieren in Drohnen

12.09.2019 - 10 Minuten Lesezeit

Drohnen sind immer wieder ein Thema: Die unbemannten Flugobjekte gelten als potenzielle Gefahr für den Luftverkehr, aber auch als verheißungsvolle Zukunftstechnologie. Als solche sind Drohnen auch für Anleger interessant. Doch welche Möglichkeiten für ein Investment in Drohnen gibt es? Dieser Beitrag zeigt einige Optionen auf.

Warum sind Drohnen-Investments interessant?

Drohnen sind eine reizvolle Technologie mit viel Potenzial. Dies gilt für den militärischen Bereich ebenso wie für zivile Drohnen. Im militärischen Bereich ist der Nutzen offenkundig: Aufklärungs- oder Kampfdrohnen können ihren Auftrag erledigen, ohne dass menschliche Soldaten in kritische Gebiete entsandt werden müssen.

Dieses Grundprinzip lässt sich auch auf den zivilen Bereich übertragen. Drohnen können Aufgaben löse, die sich anders entweder gar nicht oder mit einem ungleich höheren Aufwand lösen ließen. Die Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers hat das Potenzial der Drohnentechnologie für verschiedene Branchen in mehreren Studien beleuchtet.

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Drohnen im Energiesektor

Für den Energiesektor konstatiert das Beratungshaus etwa ein weltweites Marktpotenzial von 8 Mrd. EUR. Der Grund: Der globale Energiesektor verliert laut PWC jedes Jahr 143 Mrd. EUR durch Leitungsausfälle und damit verbundene Abschaltungen von Kraftwerken. Dabei wachsen die Zahl der Kraftwerke und die Länge der Stromleitungen global immer weiter an. Mit dem Einsatz von Drohnen könne Energiekonzerne Ausfälle schneller beheben und durch vorausschauendes Handeln im besten Fall sogar unterbinden.

Drohnen und die Telekommunikationsbranche

Auch in der Telekommunikationsbranche spielt Drohnentechnologie eine wachsende Rolle. So unterstützen die unbemannten, mit Kameras ausgestatteten Objekte z. B. bei der Wartung von Mobilfunkmasten. Wartungsprozesse können dadurch beschleunigt und die Kosten gesenkt werden. Telekommunikationsunternehmen können mit Drohnen erbrachte Leistungen dabei auch Wettbewerbern und Unternehmen aus anderen Branchen anbieten. Für den Sektor ergeben sich daraus neue Verdienstmöglichkeiten. PWC schätzt das Marktpotenzial für routinemäßige Wartungsarbeiten auf sechs Mrd. USD pro Jahr.

Telekommunikationsunternehmen spielen in der Wertschöpfungskette rund um die Drohnentechnologie eine wichtige Rolle. Ein anschauliches Beispiel dafür sind Ölplattformen, die mit Drohnen beobachtet werden. Hier sind hochauflösende Bilddaten in Echtzeit erforderlich. Dabei werden große Datenvolumina generiert – und deren Übertragung gehört zum Geschäftsfeld der Telekommunikation.

Drohnen in der Landwirtschaft

Ein weiteres Einsatzfeld für Drohnentechnologie ist die Landwirtschaft. Das Schlüsselwort lautet: Precision Farming. Landwirte können mit hochauflösenden Daten unbemannter Drohnen wertvolle Informationen über den Zustand ihrer Felder und Pflanzen gewinnen. Aus der Vogelperspektive lassen sich z. B. Krankheiten, Trockenheit, Reifezustand etc. sehr gut erkennen. Dadurch werden Ernteausfälle verringert und der Aufwand durch Düngung und Bewässerung optimiert.

Die Drohnen in der Landwirtschaft sind dabei mit verschiedenen Sensoren ausgestattet. Diese messen z. B. den Nährstoff- und Feuchtigkeitsgehalt, erkennen Unkraut und Wassermangel und erlauben Rückschlüsse auf die zu erwartenden Ernteerträge. Mit den Daten können Analysen erstellt werden, die vorausschauendes Handeln ermöglichen. Bei diesen Analysen kann auch Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz kommen.

Drohnen in der Logistik

Der Stellenwert der Drohnentechnologie in der Logistik wächst. Drohnen dienen zur Beschleunigung und Effizienzsteigerung. Einerseits kommen Drohnen in der Intralogistik (z. B. in einem Logistikzentrum) zum Einsatz. Drohnen können Gegenstände mittels Bildverarbeitung identifizieren und befördern. Dadurch lassen sich zahlreiche Prozesse beschleunigen. Andererseits können Drohnen auch zur direkten Belieferung von Endkunden dienen. Möglich wären z. B. Medikamentenlieferungen oder der Transport anderer Gegenstände von geringem Gewicht. Solche Drohnen sind häufig auch mit Möglichkeiten zur Fortbewegung am Boden ausgestattet.

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Daten, Zahlen und Fakten zu Drohnen

Der Drohnenmarkt hat mittlerweile eine gewisse Größe erreicht. Pro Jahr werden weltweit ca. 700 Millionen USD in die Industrie investiert. Jedes Jahr werden 148.000 Lieferdrohnen ausgeliefert. Diese Zahlen liefert der Dienst Statista.

Allein in Deutschland gibt es laut dem Verband Unbemannte Raumfahrt fast 500.000 Drohnen. 455.000 davon werden privat und 19.000 kommerziell genutzt. Professionelle Anwender setzen Drohnen z. B. zur Kartierung und Vermessung sowie für Film- und Fotoaufnahmen ein. Deutschlandweit gibt 400 Unternehmen mit Bezug zu Drohnen. Rund 10.000 Menschen in Deutschland beschäftigen sich hauptberuflich mit Drohnen.

Der Verband Unbemannte Luftfahrt beziffert den deutschen Drohnenmarkt auf eine Größe von 574 Millionen Euro. Damit belegt Deutschland nach den USA, China und Frankreich den vierten Platz. Für die kommenden Jahr wird mit einem erheblichen Wachstum des deutschen Marktes für Drohnen gerechnet. Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Drohnen in Deutschland auf 850.000.

Investieren in Drohnen: So geht es

Investieren in Drohnen ist auf verschiedenen Wegen möglich. Jeder Weg hat seine Schwächen. Das Segment ist insgesamt von überschaubarer Größe und lässt sich nicht immer gut von anderen Segmenten abgrenzen. Viele Unternehmen aus dem Bereich sind auch in ganz anderen Segmenten aktiv. Wer breiter gestreut investiert, kauft meistens ebenfalls überschaubare Portfolios.

Einzelaktien

Der größte Drohnenhersteller ist das chinesische Unternehmen DJI. In dieses Unternehmen können private Anleger aus Deutschland jedoch nicht investieren: DJI ist nicht börsennotiert. Zudem zählt die Drohnentechnologie zu den Märkten, bei denen China den Zugang ausländischer Investoren nach wie vor beschränkt.

Die wichtigsten Informationen zu DJI: Das Unternehmen mit Sitz in Shenzen wurde im Jahr 2006 gegründet. Im Jahr 2017 wurde ein Umsatz in Höhe von 2,83 Mrd. USD erzielt. Dabei beschäftigte DJI rund 6.000 Mitarbeiter. Es gibt Niederlassungen in verschiedenen Ländern, darunter auch in Europa und Nordamerika. Zu den bekanntesten Drohnenmodellen des Unternehmens gehören z. B. Phantom, Mavic und Flame Wheel.

Anleger können gezielt in Aktien von Unternehmen investieren, die mit Drohnen zu tun haben. Eine wesentliche Problemstellung dabei: Es gibt nur sehr wenige genuine Drohnen Aktien. Die meisten Unternehmen aus dem Bereich sind auch in vielen anderen Sparten aktiv. Dadurch wird das strategische Investment verwässert. Wer sich auf die wenigen echten Drohnen Aktien konzentriert, lässt jedoch zwangsläufig die Diversifikation links liegen.

Ein Beispiel für Großunternehmen mit Bezug zu Drohnen ist der US-Flugzeughersteller Boeing. Boeing ist Dow Jones Mitglied und ca. 200 Mrd. USD wert. Im Segment Boeing Defense Space & Security werden auch unbemannte Drohnen für den militärischen Bereich entwickelt.

Auch Northrop Grumman ist im Bereich der Herstellung von Drohnen für den militärischen Bereich aktiv. Die Marktkapitalisierung liegt bei ca. 50 Mrd. USD. Im Segment Autonomous Systems werden die US-Streitkräfte bereits mit der Drohne X-47B ausgestattet. Diese kann autonom nachtanken - ein klarer Beweis für die technologische Reife des Unternehmens in diesem Bereich.

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Eine ganz andere Hausnummer ist das französische Unternehmen Parrot. Mit weniger als 1.000 Mitarbeitern und einer Marktkapitalisierung von unter 100 Millionen Euro gehört es zu den Small Caps. Das Unternehmen produziert seit 1994 Drohnen für den zivilen Bereich – und hier ganz besonders für Hobbyflieger. Das Segment ist für mehr als ein Fünftel des Umsatzes verantwortlich. Die Aktienkursentwicklung der vergangenen Jahre war jedoch katastrophal. Von Kursen knapp unter 40 EUR im Jahr 2015 rauschte das Papier auf Werte knapp über 3,00 EUR aktuell.

Das US-Unternehmen AreoVironment produziert Drohnen für den zivilen und den militärischen Bereich. Zu den Kunden des Unternehmens zählt neben den US Streitkräften z. B. der Ölkonzern BP. Dieser lässt mit den Drohnen u.a. Pipelines beobachten. Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 1,3 Mrd. USD ist das an der NASDAQ gelistete Unternehmen eher klein. Der Kurs notierte im Jahr 2018 zwischenzeitlich bei 100 EUR. Von diesem Niveau aus hat die Aktie fast 50 % eingebüßt.

Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 1,90 Mrd. EUR gehört auch das französische Unternehmen Ambarella eher zu den kleineren Unternehmen. Spezialgebiet des Unternehmens sind Chips zur hochauflösenden Bildverarbeitung mit niedrigem Energieverbrauch. Diese Technik ist für Drohnen naturgemäß von entscheidender Bedeutung. Aktuell notiert die Aktie bei 58 EUR. Dies entspricht deutlichen Zugewinnen auf Jahressicht, aber auch einem Verlust von rund 50 % gegenüber dem Hoch im Jahr 2015.

Wie schwierig die Abgrenzung von Drohnen Aktien im Einzelfall sein kann, zeigt das Beispiel des französischen Unternehmens Azorean Aquatic. Das Unternehmen entwickelt Unterwasserdrohnen. Mit diesen sollen Bereiche in der Tiefsee erkundet werden können, die bislang noch nicht zugänglich sind. Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Drohnen und Tauchrobotern. Die Aktie wird kaum gehandelt und ist eher zu den Penny Stocks zu zählen.

Investieren in einen Drohnen Index

Mit börsengehandelten Indexfonds können Anleger breiter diversifiziert als mit Einzelaktien in Drohnen investieren. Der Teufel steckt hier jedoch im Detail. Es kommt darauf an, den richtigen Index zu finden und diesen mit einem günstigen ETF oder Zertifikat abzubilden. In der Praxis sind dabei Zugeständnisse unvermeidlich. Es gibt bislang keinen Index, der allein Unternehmen mit starkem Bezug zu Drohnentechnologie abbildet. In Kombination mit Robotertechnologie ergeben sich jedoch einige Möglichkeiten.

Ein Beispiel für solche Investments ist der ROBO Global® Robotics and Automation GO UCITS ETF der Fondsgesellschaft L&G. Das Fondsvolumen beträgt ca. 850 Millionen USD, die laufenden Kosten lagen zuletzt bei 0,80 %. Der größte Teil des Fondsvolumens entfällt auf Aktien aus den USA und Japan. Schwergewichte im ETF sind z. B. NVIDIA, YASKAWA, Nabtesco und Ambarella.

Die Wertentwicklung des ETFs ist in der Abbildung unten zu sehen:

Morningstar-01

Quelle: Morningstar

http://www.morningstar.de/de/etf/snapshot/snapshot.aspx?id=0P000157DT&tab=13&InvestmentType=FE

Ein weiteres Beispiel für diversifizierte Investments in Drohnen und Robotik ist der Solactive Robotics and Drones Index. Dieser Index bildet die Wertentwicklung von Unternehmen aus den Bereichen Robotik und unbemannte Luftfahrt ab. Der Index basiert ebenfalls schwerpunktmäßig auf Aktien aus Japan und den USA. Seit der Auflegung beträgt das Plus ca. 120 %. Einen ETF auf den Index gibt es bislang nicht. Als Alternative steht jedoch ein Indexzertifikat der Schweizer Großbank UBS zur Wahl.

CFDs auf Einzelaktien

Viele Drohnen Aktien sind auch bei CFD Brokern gelistet. Ein CFD bildet die Wertentwicklung der Aktie nahezu 1:1 ab, wenn kein Hebel verwendet wird. CFDs eignen sich für kurz- bis mittelfristige Engagements, bei denen es eher um Kursspekulation als um ein strategisches Investment geht. Besonders reizvoll ist dann die Hebelwirkung, die allerdings aus regulatorischen Gründen nicht mehr so hoch ausfällt wie früher. Dafür gibt es bei CFDs -genauso wie schon immer bei echten Aktien – keine Nachschusspflichten mehr.

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CFD Portfolios: Beispiel eToro DroneTech

Mittlerweile besteht bei verschiedenen CFD Brokern die Möglichkeit zur Investition in ein CFD Portfolio. Die Portfolios bestehen aus CFDs auf zahlreiche Aktien eines bestimmten Segments – z. B. Drohnen. Ein Beispiel für solche Portfolios ist das DroneTech Portfolio des CFD Brokers eToro. Dieser ist in Zypern ansässig, weist jedoch durch eine Beteiligung einer Commerzbanktochter enge Verbindungen nach Deutschland auf.

Das DronTech Portfolio will Anlegern Investitionen in Drohnen ermöglichen. Gegenstand der Anlage sind dabei Unternehmen, deren Produkte irgendwo in der Wertschöpfungskette des Segments zum Einsatz kommen. Dazu zählen Drohnenbauer, Hersteller von Teilen und Peripherie und Unternehmen, die Drohnentechnologie einsetzen.

Im Portfolio befinden sich z. B. Sony, Spirit Aero Systems, Trans Digm und viele weitere. Das Portfolio ist relativ breit gestreut. Zum Zeitpunkt dieses Testberichts entfielen maximal 3,52 % des gesamten Portfolios auf eine einzelne Aktie. eToro verlangt eine Mindestinvestition in Höhe von 2.000 USD.

Wie hat sich das eToro DroneTech Portfolio zuletzt entwickelt? Die Wertentwicklung ist im Chart unten zu sehen. Dieser wurde dem eToro Handelskonto entnommen. Ein Tipp: Der Broker bietet unbefristete Demokonten an, mit denen sich die Wertentwicklung der Portfolios leicht beobachten lässt. Neben Drohnen gibt es eine Reihe weiterer Investmentthemen wie z. B. Kryptowährungen und Mobile Payment.

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