Technische Analyse lernen -
Grundlagen und Strategien anschaulich erklärt

Technische AnalyseDie Technische Analyse hat ihren Ursprung in der Dow-Theorie Ende des 19. Jahrhunderts. Einfach ausgedrückt besteht das Ziel darin, aus den Kursverläufen der Vergangenheit Kursprognosen für die Zukunft herzuleiten. Dieses Unterfangen birgt jedoch eine Fülle von Fallstricken, da natürlich kein Mensch in die Zukunft schauen kann. So kann die Technische Analyse allenfalls Regeln aufstellen, anhand derer sich Wahrscheinlichkeiten über mögliche Kursverläufe ableiten lassen. Im Fokus der Betrachtungen stehen auch nicht Kursprognosen, sondern vielmehr Fehlervermeidungsstrategien.


Die Technische Analyse fragt nicht nach dem Warum

Ebenfalls unwichtig ist die Frage nach dem Warum. Warum Anleger eine Aktie kaufen oder verkaufen, ist deshalb völlig egal, weil die psychische Konstellation von Millionen von Börsianern, die sich zum Kaufen oder Verkaufen entscheiden, sowieso nie herauszufinden ist. Kein Mensch kann in das Hirn eines einzelnen Anlegers schauen. Dennoch haben natürlich externe Faktoren wie politische Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Ereignisse, Naturkatastrophen oder Kriege Einfluss auf den Kurs. Doch wie genau Anleger sich dadurch zum Handeln veranlasst sehen, lässt sich nicht exakt herleiten.


Wie kommt ein Kurs zustande?

Um zu verstehen, wie die Börse funktioniert, muss zunächst die Frage geklärt werden, wie ein Kurs überhaupt zustande kommt. Die Antwort ist relativ simpel: Durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Wenn mehr Menschen eine Aktie kaufen als verkaufen, steigt der Kurs, wenn mehr Verkäufer als Käufer am Markt sind, sinkt er.

Der Technische Analyst blickt einzig und allein auf diesen „nackten“ Kursverlauf. Ihn interessiert ausschließlich, dass ein Kurs steigt oder fällt und eben nie, warum.

Da jedes Unternehmen aber immer nur eine beschränkte Anzahl von Aktien an die Börse bringt, entsteht ein Engpass, wenn die Nachfrage das Angebot um ein Mehrfaches übersteigt. Das Resultat: Der Kurs schießt in die Höhe. Trader, die kurz vor so einem Boom einsteigen, machen enorme Gewinne – vorausgesetzt sie können ihre Aktien auf dem Höhepunkt der Blase rechtzeitig wieder abstoßen; sprich einen Käufer finden, der es akzeptiert, ihnen zu irgendeinem Mondpreis die Aktie auch tatsächlich wieder abzunehmen. Ist dies nicht mehr der Fall, wenn also potentielle Käufer nicht mehr dazu bereit sind, für eine bestimmte Aktie astronomische Summen hinzublättern, sinkt die Nachfrage, das Angebot steigt und der Kurs stürzt ab - oft rasant.

Jetzt wird auch klar, dass das Irrationale am Börsengeschehen ursächlich nur im Verhalten der Akteure zu suchen ist. Der daraus folgenden Kursbestimmung wohnt dann freilich gar nichts Irrationales mehr inne. Denn ein Aktienkurs spiegelt immer das Verhältnis von Angebot und Nachfrage objektiv wieder.


Technische Analyse - Abgrenzung zur Fundamentalanalyse

Zunächst muss man wissen, was die Technische Analyse nicht leistet: Es geht nie darum, einen fairen Wert einer Aktie zu bestimmen. Der Technische Analyst schaut sich auch nie die Bilanzen eines Unternehmens an. Ihn interessieren keine Geschäftsberichte oder Prognosen, keine Gewinnerwartungen oder gar welcher Manager eine Firma leitet. Das ist die Arbeit des Fundamentalanalysten. Der Technische Analyst weiß, dass die Börse irrationalen Kriterien folgt und höchst subjektiv ausgerichtet ist.

Dennoch wäre es ein Fehler, alle Fundamentalanalysten pauschal zu verteufeln, die auf die Bilanzen und sonstige Daten eines Unternehmens schauen und so etwas wie Nachvollziehbarkeit in das Börsenchaos zu bringen versuchen. Beim Betrachten der Kennzahlen, sowie den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen geht es in der Fundamentalanalyse primär auch gar nicht um das exakte bestimmen eines „Fairen Wertes“. Viel wichtiger ist es herauszufinden, ob eine Aktie über- oder unterbewertet ist, ob eine Firma, z.B. innovative Mitarbeiter und Manager hat, denen man es zutrauen kann, Produkte auf den Weltmarkt zu bringen, die wie eine Bombe einschlagen. Das bekannteste Beispiel für so eine innovative Firma ist Apple. Und auch der drittreichste Mann der Welt, Warren Buffet, hat die Basis für sein Vermögen mit der akribischen Suche nach unterbewerteten Aktien gelegt.

Es hängt sicherlich von der Mentalität eines jeden Anleger ab, ob er sich nun der Technischen- oder der Fundamental-Analyse zuwendet. Viele Investoren berücksichtigen heute bei ihren Entscheidungen beide Aspekte.


Wie genau funktioniert die Technische Analyse?

Um einen Kurs zu interpretieren, stehen dem Technischen Analysten eine Reihe von Hilfsmitteln zur Verfügung.

Hierzu muss man wissen: Börsenphasen bewegen sich immer in Trends. Bei der Technischen Analyse geht es darum, zu erkennen, ob ein Trend sich wahrscheinlich weiter fortsetzt, es sich also lohnt, noch einzusteigen, oder ob ein Trend bereits am Kippen ist und man den Verkaufsknopf drücken sollte. Für diese Trendbestimmung, also dem Ablesen zukünftiger Kursentwicklungen aus dem aktuellen Chart, gibt es Hunderte verschiedene Hilfsmittel, am bekanntesten sind sicherlich Indikatoren und Oszillatoren und die Markttechnik.

Doch wie immer, wenn Menschen unterschiedliche Methoden zum Finden einer „Wahrheit“ zur Verfügung stehen, gibt es auch in der Zunft der Technischen Analysten heftigen Streit darüber, welche dieser Hilfsmittel dafür taugen, das Primärziel zu erreichen: an der Börse Geld zu verdienen.

Unbestritten besteht die Vorgehensweise aller Analysten darin, die Kurse der Vergangenheit anzuschauen - den sog. Chart. Hierbei gilt es, verschiedene Zeitebenen unter die Lupe zu nehmen: Man kann die Entwicklung der letzten Stunden, des letzten Tages, der vorherigen Monate oder vergangener Jahre betrachten. Börsianer können auch schauen, was in den letzten 5 Minuten passiert ist, vor einer Minute, oder gar einer Sekunde. Jeder Anleger sollte immer mehrere Zeitebenen im Blick haben, bevor er sich dann auf die jeweils interessante Periode fokussiert. So kann man erkennen, wo und wann die institutionellen Investoren, die am Markt mit bombastischen Volumina agieren - und daher einen Kurs in eine gewünschte Richtung schieben können - im Chart ein Kauf-Signal entdecken und dann zuschlagen. Genau dies ist für Privatanleger dann der Zeitpunkt einzusteigen, um von der einsetzenden Bewegung zu partizipieren.


Technische Analyse Beispiel

Aber wie erkennt man so ein signifikantes Signal? Im Chart gilt es bestimmte Punkte zu finden, die ein solches Signal auslösen könnten. Ein beliebiger Chart sagt zunächst noch wenig darüber aus, ob sich ein Kauf lohnt oder nicht.

Technische Analyse Chart

Die einzige Information, die zunächst ins Auge fällt besteht darin, dass der Kurs Anfang 2010 bei 104 Euro notierte und es anschließend in Schüben sukzessiv bis auf ca. 14 Euro bergab ging. Um mehr Klarheit zu bekommen, ist es sinnvoll die Zeitebene zu wechseln und auf den Jahreschart zu blicken:

Technische Analyse Jahreschart

Jetzt wird das Bild schon deutlicher. Was ist hier zu sehen? – Offenbar gab es Ende Januar 2015 einen Tiefpunkt und seitdem steigt die Aktie leicht aber kontinuierlich. Was fällt noch auf? Bis Ende März pendelte der Wert in der Range zwischen 11 und 13 Euro, bevor er im April hoch bis auf über 14 Euro schoss. Betrachtet man nun den Zeitraum von Dezember 2014 bis Ende April 2015, wird deutlich, dass bei 15 Euro ein massiver Widerstand wartet, an dem die Aktie jetzt ein paarmal abgeprallt ist.

Aus diesem Chartbild können Analysten nun mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ableiten, dass die Aktie, falls sie die 15 Euro-Barriere knackt, bis zum nächsten markanten Widerstand bei ca. 21,50 Euro klettern kann. Schafft sie hingegen den Durchbruch bei 15 Euro nicht, besteht die Gefahr, dass sie rasch in die Unterstützungszone um 11,50 Euro zurückfallen wird.

Daraus erschließt sich, wann ein Kauf sinnvoll (bei ca. 15 Euro) und wo das Kursziel angesiedelt ist. (21,50 Euro). Außerdem lässt sich ableiten, wo Investoren die Reißleine ziehen, also verkaufen müssen, wenn sich der Kurs in die „falsche“ Richtung bewegt. (11,50 Euro) Dies ist ein Schutz vor weiteren, womöglich sehr hohen Verlusten. Diese Verkaufsorder, den sog. Stop Loss, sollte jeder Anleger sofort nach dem Kauf in den Markt geben.

Nun kann man ruhig abwarten. Denn bei diesem Trade steht ein möglicher Gewinn von 6,50 Euro einem Verlustrisiko von 3,50 Euro gegenüber. Somit entscheiden also allein die Anleger selbst über die Höhe des Verlustes. Dies ist eine ganz wichtige Börsenerkenntnis: Beim Befolgen dieser Regel kann jeder Investor selbst entscheiden, wie hoch sein Verlust ist! Nur mit dem rechtzeitigen Festlegen von Ausstiegsszenarien können selbst bei einem Super-Gau Totalverluste vermieden werden.

Dieses Beispiel zeigt, was eine Variante der Technische Analyse leisten kann:  Wahrscheinlichkeiten aufzeigen. Eine Erfolgsgarantie gibt es dabei natürlich nicht. Denn als Trader muss man sich stets vor Augen halten: Es kann immer alles auch ganz anders kommen!

Schon gewusst? Von den Privatinvestoren schaffen es übrigens laut verschiedenen Studien nur ungefähr 10 Prozent, dauerhaft an der Börse Gewinne zu erzielen. Das sind Menschen, die diszipliniert ihre Strategie durchziehen und sich nicht von Emotionen leiten lassen.


Der Ursprung der Technischen Analyse: Die DOW-Theorie

Die frühen Ursprünge der technischen Analyse gehen zwar auf Gold- und Reishändler im Japan des im 17. Jahrhundert zurück, denn die Geschäftsleute suchten eine Methode zur Berechnung von Preisprognosen. Die erste systematische Ausarbeitung der Technischen Analyse stammt jedoch von Charles Dow, der am 3. Juli 1884 in den USA einen Aktienindex kreierte, in dem 11 Aktien enthalten waren - hauptsächlich Eisenbahngesellschaften.
In 255 Artikeln des von ihm gegründeten Wall Street Journals hat Dow in den folgenden Jahren seine Untersuchungen über die Bewegungen am Aktienmarkt niedergeschrieben. Ein zusammenhängendes Buch übrigens, hat er nie verfasst.


Kernaussagen der Dow-Theorie

Die Dow-Theorie basiert auf folgenden Annahmen:

1. Im Index sind bereits alle Informationen enthalten

Im Index – oder eben auch im jeweiligen Aktienkurs - sind bereits alle Informationen enthalten, diskontiert, die es an Meldungen über den betreffenden Basiswert gegeben hat. Selbst die Einschätzungen der Akteure bezüglich der Zukunft, finden sich in den Kursen wieder.
Von entscheidender Wichtigkeit sind dabei die Trends, die in jedem Chart zu erkennen sind. Kurse bewegen sich immer in Trends. Wobei ein Aufwärtstrend sich durch steigende Hochs und steigende Tiefs auszeichnet, ein Abwärtstrend durch fallende Tiefs und fallende Hochs.

2. Der Markt weist stets drei Haupttrends auf

Der Markt weist drei Haupttrends auf. Der primäre Trend, der sekundäre Trend und der tertiäre Trend.

Der primäre Trend dauert mehrere Jahre. Dieser primäre Trend galt dem besonderen Interesse von Dow. Die folgende Graphik illustriert dies:

Grafik Primäre Trend

Der sekundäre Trend zeigt Korrekturen im Haupttrend auf. Die grundsätzliche Trendrichtung ist zwar nicht gebrochen, aber für 1 bis 3 Monate sind Gegenbewegungen möglich. Im Grunde handelt es sich hierbei um Zacken in der Trendrichtung. Bei diesen Zwischenkorrekturen kann es zu Einbrüchen von bis zu 66 % kommen.

Der tertiäre Trend schließlich hält nur wenige Tage an. Hier dominieren kurzfristige, untergeordnete Bewegungen, wie sie z.B. nach erhöhten Ordervolumina einsetzen. Oft besteht ein Sekundär-Trend aus mehreren kleinen Tertiär-Trends. Dow hat diese kleinen Trends als unbedeutend eingestuft und nicht weiter beachtet.
Zusätzlich zu diesen Überlegungen zur Trendrichtung hat Charles Dow weitere Kriterien hinzugefügt, um die Bewegungen in den Aktienmärkten zu beschreiben.

3. Der primäre Trend ist in drei Phasen aufgeteilt

Nun ist dieser primäre Trend seinerseits in drei unterschiedliche Phasen aufgeteilt.

Akkumulationsphase

Die erste Phase bildet die Akkumulationsphase, in der, nach einem wirtschaftlichen Abschwung, wieder die ersten Käufer in den Markt strömen. Clevere Investoren, das „smart Money“, bauen erste Positionen auf.

Partizipationsphase

In der Partizipationsphase haben sich bereits viele Anleger mit Aktien eingedeckt, aber noch geht die Kaufwelle weiter. Die Kurse steigen weiter, und immer mehr Trendfolger strömen in den Markt, weshalb die Kurse rasant nach oben schießen.

Distributionsphase

Die Distributionsphase markiert die Trendwende. Die ersten, cleveren Anleger nehmen ihre Gewinne mit und es kommt zu einer Seitwärtsbewegung, bevor die Kurse dann einbrechen. Die breite Masse hingegen kauft immer noch, obwohl die Rekordgewinne bei den Unternehmen den Höhepunkt überschritten haben und es mit der Wirtschaft wieder bergab geht. Die „zittrigen Hände“ gewinnen die Oberhand.

Dow Theorie - Drei Phasen einer Kursbewegung

4. Bei den Indizes gilt Das Prinzip der Bestätigung

Dow war er der Ansicht, dass nicht nur ein einziger Index die oben erwähnten Phasen durchlaufen muss, um aussagekräftig zu sein, sondern mehrere gelichzeitig. Hierzu sollte man wissen, dass es zu Dows Zeiten nur sehr wenige Aktien und noch weniger Indizes gab. Dow selbst hat 1897 seinen ersten Index aufgelöst und die heute noch existierenden Indizes, den Dow-Jones Industrial-Index sowie den Dow-Jones Transport-Index, der 20 Eisenbahn-Aktien enthielt, geschaffen. Nur wenn diese beiden Indizes in ihrem Kursverhalten annähernd gleich liefen, galt dies als Trendbestätigung.

5. Der Trend muss vom Volumen bestätigt werden

Doch all das reicht immer noch nicht aus, um einen Trend wirklich als nachhaltig einzustufen. Dazu bedarf es zusätzlich eines erhöhtes Ordervolumens. An der Börse ist es ja prinzipiell möglich, dass an ruhigen Tagen ein paar Käufer ausreichen, um eine Aktie nach oben zu hieven. Das geschieht, wenn z.B. keine Verkaufsorders und nur wenige Kauforders in die Orderbücher eingehen. Diese Phasen mit geringem Handel hat Dow nicht beachtet. Trends haben für ihn nur dann Substanz, wenn auch der Ordervolumen exorbitant ansteigt, denn das bestätigt, dass sehr viele Marktteilnehmer den Trend auslösen sowie anschließend bestätigen und eben nicht nur ein paar Spekulanten.

Im Prinzip soll dabei der Umsatz in Richtung des momentanen Trends ansteigen. D.h. In einem Aufwärtstrend steigt das Volumen bei steigenden Kursen. Bei fallenden Kursen innerhalb dieses Bullenmarktes, also z.B. im Zuge der oben beschriebenen sekundären Phase, verringert sich das Volumen. Andersherum verhält es sich in einem intakten Bärenmarkt. In diesem Abwärtstrend soll der Umsatz bei fallenden Kursen steigen und bei steigenden Kursen zurückgehen.

Kernaussagen der Dow-Theorie auf einen Blick

  • Alle Informationen sind bereits im Index enthalten
  • Der Markt weist drei Trends auf
  • Primäre Trends sind in drei Phasen aufgeteilt
  • Die Indizes müssen sich gegenseitig bestätigen
  • Das Ordervolumen muss den Trend bestätigen

Kritik an der Dow-Theorie

Zwar war die Dow-Theorie erste Untersuchung ihrer Art, doch sie konnte natürlich keine umfassende und bis ins Detail endgültige Fassung liefern. Denn Dow hat in seinen beiden Indizes lediglich 32 Aktien untersucht (12 im Industrie- und 20 im Eisenbahn-Index). Und aus den Bewegungen dieser wenigen Aktien allgemein gültige Aussagen über das Verhalten der Märkte mit den heute weltweit hundertausenden Aktien abzuleiten, ist unmöglich. Da Dow sich außerdem nur für Tagesschlusskurse interessiert hat, fielen die Beobachtungen von Tagesschwankungen völlig aus dem Raster seiner Überlegungen. Heutige Daytrader können mit Dows Theorie also kaum etwas anfangen. Denn Intraday Trendeinbrüche und Umkehrformationen sind nach der Dow-Theorie nicht erkennbar. Scalper hätten schlichtweg kein Instrument in der Hand, wonach sie ihr Traden ausrichten könnten. Aber auch Swing-Trader müssten passen, denn eine Trendumkehr erkennt man oft erst viel zu spät. Es werden zwar entscheidende Signale generiert, wenn vorherige Hochs bzw. Tiefs unter- bzw. überschritten werden, doch zu diesem Zeitpunkt, das zeigen empirische Forschungen, sind schon gut 25 % der Gesamtbewegung vorbei. Somit fehlen klare Regeln, unter welchen Bedingungen konkrete Käufe und Verkäufe zu tätigen sind. Bei komplexen Marktsituationen bleibt einfach viel zu viel im Vagen. Der Interpretationsspielraum ist viel zu groß. Doch man darf Charles Dow auch kein Unrecht tun. Es mag vielleicht überraschend klingen, aber Dow hatte gar nicht den Anspruch, exakte Prognosen über den Aktienmarkt abzuliefern. Er wollte eher einen Maßstab entwickeln, an Hand dessen sich ablesen lässt, wohin sich die Wirtschaft künftig entwickelt. Somit hat er im Grunde einen ökonomischen Frühindikator entworfen. Und das ist seine außergewöhnliche Leistung.

Dennoch dürfte für langfristig orientierte Fondsmanager die Dow-Theorie ein interessantes Hilfsmittel darstellen. Es gibt empirische Untersuchungen, die zeigen, dass die Theorie zwischen 1920 und 1975 68 % der Signale des Dow-Jones und Dow-Jones-Transport-Index sowie 67 % des S&P erfasst hat.


Technische Analyse mit Candlesticks

CANDLESTICK-CHARTS

Candlestick-Charts stammen aus Japan und wurden im 18. Jahrhundert vom legendären Muneshia Homma entwickelt, einer der ersten und wahrscheinlich der berühmteste aller Japaner, der die Kerzenformationen für Preisvorhersagen nutzte. Ursprünglich wurden Candlestick-Diagramme (bzw. Kerzendiagramme) bei der Analyse der Preisentwicklung von Reis benutzt. Mit diesen japanischen Kerzen können Kursmuster erkannt werden und dienen auch der Konstruktion von Trendlinien. Steve Nison stellte diese japanischen Kerzenmuster dem westlichen Publikum vor.

candlestick-chart

Für eine Kerze ist der Eröffnungs-, Hoch-, Tief- und Schlusskurs einer Zeiteinheit, wie z.B. Stunde, Tag oder auch Woche, notwendig. Diese Vorgehensweise der Kursdarstellung ähnelt der von Balkencharts. Balkencharts werden als vertikale Linien mit einem linken und rechten Strich dargestellt, der den Eröffnungs- bzw. Schlusskurs repräsentiert. Japanische Kerzen hingegen werden als vertikale Rechtecke dargestellt, die den Eröffnungs- mit dem Schlusskurs verbinden und dünnen Linien ober- und unterhalb des Körpers, dem sogenannten oberen bzw. unteren Schatten oder Docht (engl. shadows oder wicks).

Bullische Kerze

Der eigentliche Körper stellt den Kursabstand zwischen dem Eröffnungs- und Schlusskurs dar. Ist der Schlusskurs oberhalb des Eröffnungskurses einer Handelsperiode, dann haben wir eine bullische Kerze. Diese wird mit einem leeren oder weißen Körper dargestellt.

Bearische Kerze

Wenn der Schlusskurs unterhalb des Eröffnungskurses einer Handelsperiode notiert, handelt es sich um eine bearische Kerze. Ihr Körper wird dann ausgefüllt oder schwarz dargestellt.

Kauf und Verkaufsdruck

Lange leere (weiße) Kerzen symbolisieren starken Kaufdruck, lange ausgefüllte (schwarze) Kerzen starken Verkausfdruck.

Farben der KerzenJapanische Candlesticks mit großem Körper

Im täglichen Gebrauch hat sich die Farbe Grün für steigende und die Farbe Rot für fallende Kurse etabliert. Somit ist alleine durch einen Blick auf Größe und Farbe einer Kerze erkennbar, ob die Bullen oder Bären die Oberhand im Marktgeschehen haben. Durch diese Eigenschaft gestalten die japanischen Kerzen die Marktanalyse effizienter und einfacher.

Candlesticks mit kleinem KörperCandlestick Charts mit kleinem Körper

Die Größe des Körpers ist ein nützliches Anzeichen für das Ausmaß der Marktdynamik. Aber auch die Schatten einer Kerze geben Aufschluß über die momentane Marktlage. Finden wir eine Kerze mit kleinem Körper und langem Schatten vor, könnte diese auf eine gewisse Unentschlossenheit bei den Marktakteuren hindeuten oder größer gewordene einseitige Druckverhältnisse anzeigen.

Die japanische Bezeichnung für eine Kerze mit einem kleinem Körper und relativ großen Schatten ist "Spinning Top" (bullisch wie auch bearisch).

"Shaven Head" und "Shaven Bottom"

Kerzen ohne oberen Schatten werden "Shaven Head" ("rasierter Kopf") und Kerzen ohne unteren Schatten "Shaven Bottom" ("rasierte Basis") genannt.

Doji-Kerzen

Es gibt auch Kerzen mit einem sehr kleinen bzw. ganz ohne einen Körper. Diese werden "Doji"-Kerzen genannt und deuten darauf hin, dass der Eröffnungs- mit dem Schlusskurs übereinstimmt. Bei einer Doji-Kerze kann man davon ausgehen, dass das Angebot der Nachfrage für diese Handelsperiode gleicht, mit anderen Worten, dass beim Tauziehen zwischen den Bullen und den Bären ein Kräftegleichgewicht herrscht. Im Folgenden wird auf diese Kerze noch näher eingegangen. Das absolute Hoch und Tief des Kursverlaufs wird mithilfe zweier Schatten, die oben und unten aus dem Kerzenkörper heraus ragen, abgebildet. Diese Schatten werden auch Dochte, Lunte oder Antennen genannt und kennzeichnen die gesamte Volatilität über den Zeitrahmen.

Drei verschiedene Varianten der Doji-Kerze werden unterscheiden:

Doji Kerze Varianten

Japanischen Kerzenformationen geben in Verbindung mit westlichen Indikatoren, wie dem RSI, Stochastic Oscillator oder Trendlinien, gute bis sehr gute Umkehr- und Fortsetzungssignale. Beispiele für Umkehrsignale sind der "Hammer", "Hanging Man" oder "Engulfing Pattern". Diese gewinnen an Bedeutung, wenn sie an signifikanten Widerständen oder Unterstützungen entstehen. Bekannte Fortsetzungsmuster sind "Rising und Falling Three Methods" oder "Separating Lines", um nur einige der vielen Kerzenmuster zu nennen. Fortsetzungsmuster bilden sich innerhalb eines Trends.

Je höher die Zeiteinheit auf der Kerzenmuster entstehen, desto größer ist ihre Aussagekraft. Kerzenmuster bis zu einer Zeiteinheit von 15 Minuten und kürzer haben keinen Einfluß auf die Vorhersage von Kursentwicklungen beim Börsenhandel. Im Folgenden ist der EURUSD-Chart auf H4 aufgeführt, der verschiedene Kerzenformationen aufzeigt.

EURUSD Dollar Chart

Wichtige Informationen einer Kerze

Ist man an der Börse tätig sollte man sich vor Augen führen, dass einige Kerzen zwar identisch sind, andere aufgrund der Zeitverschiebung in anderen Ländern jedoch variieren können. In jedem Fall umfasst eine Kerze immer vier wichtige Informationen:

  • den Eröffnungskurs (Kurs zu Beginn des Zeitrahmens),
  • den Schlusskurs (Kurs am Ende des Zeitrahmens),
  • den höchsten Kurs innerhalb des Zeitrahmens,
  • den niedrigsten Kurs innerhalb des Zeitrahmens.

Japanische Candlesticks - Bullische und bärische Formationen

Ein Rechteck, dass Eröffnungs- und Schlusskurs markiert, bildet den so genannten Körper der Kerze. Wenn der Kurs oberhalb des Eröffnungskurses schließt, handelt es sich um eine bullische Kerze (in den meisten Plattformen eine weißte Kerze). Bei einer bärischen Kerze notiert der Schlusskurs unterhalb des Eröffnungskurses und ihr Körper ist schwarz (wieder abhängig von der Chartsoftware).

Japanische Candlesticks

Einzelkerzen

In der Regel sind Kerzenformationen aus mehreren Kerzen aussagekräftiger als Einzelkerzen. Dennoch ist es wichtig den psychologischen Aspekt hinter jeder Einzelnen zu verstehen um diese Informationen in Relation zu setzen und darüber hinaus auch komplexere Formationen und deren Bedeutung interpretieren zu können. Es ist ratsam bei Einzelkerzen, die eine Umkehr signalisieren, immer auf eine Bestätigung zu warten.

Die wichtigsten Einzelkerzen sind im Folgenden aufgeführt:

„Long days“

Als „long days“ werden Kerzen bezeichnet, die verglichen mit der vorangegangenen Kursbewegung eine überdurchschnittlichte Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs zurückgelegt haben. Es muss sich jedoch nicht zwangsläufig um eine Tageskerze handeln. Die Schatten werden dabei meist weniger gewichtet. Auf besondere Ausnahmen bei einzelnen Formationen wird später separat eingegangen. Bei „Long days“ ist der Ausgang der Schlacht zwischen Bullen und Bären klar ersichtlich. Diese Kerzen sind bedeutender als „Kurze Tage“.

Lange Tage - Candlestick Grundform

„Short days“

Als „Short days“ bezeichnet man Kerzen, bei denen die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlussnotierung nah beieinander liegen. Die übliche Volatilität ist auffällig gering. Bei solchen Kerzen belauern sich Bullen und Bären ohne eine Entscheidung herbeizuführen. Wenn „kurze“ Kerzen in klaren Trends in Folge einiger „langer“ Kerzen auftauchen, ist Vorsicht geboten.

Kurze Tage - Candlestick Grundform

„black marubozu“

Die „black marubozu“ ist eine bärische Kerze mit wenig Bedeutung als Einzelkerze. Sie kennzeichnet eine Periode, die vollständig an die Bären verloren wurde. Das Hoch liegt sehr nah am Eröffnungskurs und der Schlusskurs ebenso dicht am Tief. Diese Kerze kann einen abschließenden „sell-off“ darstellen und einen Abwärtstrend beenden. Die klare Aussage: dieser Zeitraum war bärisch!

Candlestick - Black Marubozu

„white marubozu“

Die „white marubozu“ ist das Gegenstück zum „black marubozu“ zu Gunsten der Bullen. Diese Kerze sollte ebenfalls keine Schatten oder nur sehr Kleine in Relation zum Körper der Kerze besitzen. Klare Aussage ist auch hier: dieser Zeitraum war bullisch!

Candlestick - White Marubozu

„black closing marubozu“

Die „black closing marubozu“ unterscheidet sich von reinen „black marubozu“ nur darin, dass nach der Eröffnung ein neues Hoch generiert wurde, der Trend anschließend drehte und klar Richtung Süden läuft. Der Schlusskurs dieser langen Kerze liegt am Tief. Es ist ein Warnsignal in einem Aufwärtstrend und kann das Ende des Trends signalisieren.

Black Closing Marubozu

„white closing marubozu“

Die „white closing marubozu“ ist fast identisch der „white marubozu“. Nach Eröffnung gab der Kurs kurzfristig nach, tendierte anschließend klar in Richtung Norden und schließt nah am Tageshoch.

Candlestick Charts - White Closing Marubozu

„black opening marubozu“

Die „black opening marubozu“ konnte sich am Tief noch leicht erholen, bedeutet aber einen klaren Sieg der Bären. Der Eröffnungskurs dieser langen Kerze liegt sehr nah am Hoch.

Candlestick Charts - Black Opening Marubozu

„white opening marubozu“

Die „white opening marubozu“ konnte das Hoch nicht halten und fiel leicht zurück, allerdings ist trotzdem ein klarer Sieg der Bullen erkennbar. Der Eröffnungskurs dieser langen Kerze liegt sehr nah am Tagestief.

Candlestick Charts - White Opening Marubozu

„spinning top“

Das „spinning top“ kennzeichnet ein Unentschieden. Eröffnungs- und Schlusskurs liegen nah beieinander. Lange Schatten nach oben und unten sind charakteristisch.

Spinning Tops

 „long legged doji“

Eine besondere Form eines „spinning tops“ ist der „long legged doji“. Die extreme Unentschlossenheit wird sichtbar. Bullen und Bären können im Handelsverlauf klar punkten, geben anschließend aber Gewinne wieder her und der Kurs schließt mit langen Schatten nach oben und unten am Eröffnungskurs. Nach einer solchen Kerze wird klar, dass die Karten neu gemischt werden. Diese Kerze ist, wie viele Kerzen, die eine Unentschlossenheit signalisieren, oft am Hoch oder am Tief eines Trends zu sehen.

Long Legged Doji

„Shooting star“ und „hammer“

„Shooting star“ und „hammer“ gehören zu den bekanntesten Einzelkerzen und stehen oft für eine Trendumkehr. Der „shooting star“ signalisiert die mögliche Umkehr in einem Bullentrend und der „hammer“ dieselbe im Bärentrend. Beide Kerzen besitzen einen sehr langen Schatten und einen kleinen Körper. Sie ähneln den folgenden „dojis“ (gravestone und dragonfly).

Candlestick: Hammer

Candlestick: Shooting Star

„gravestone doji“

Der „gravestone doji“ ähnelt einem „shooting star“, nur hat diese Einzelkerze keinen Körper. Nach einem starken Anstieg gibt der Kurs im folgenden Handelsverlauf wieder den gesamten Kursgewinn ab und schließt am Eröffnungskurs. Tritt eine solche Kerze in einem bullischen Trend auf beendet sie diesen sehr oft. Es liegt ein starkes Trendumkehrsignal vor!

Candlestick Gravestone Doji

„dragonfly doji“

Der „dragonfly doji“ ähnelt einem „hammer“ ohne Kerzenkörper und ist das Gegenstück zum „gravestone doji“. Nach deutlichem Kursverlust im Handelsverlauf dreht der Markt und schließt am Eröffnungskurs. Die Bären wurden zurückgedrängt. Diese Kerze leitet in einem Abwärtstrend sehr oft die Trendumkehr ein. Unter hohen Umsätzen nimmt die Bedeutung dieser Einzelkerze noch zu.

Candlestick Dragonfly Doji

„hanging man“

Der „hanging man“ ist ähnlich einem „hammer“ nur das er sich im Aufwärtstrend befindet. Er sollte mit einem „gap“ (Kurslücke) eingeleitet werden. Während des Handelsverlaufs kommt es zu einem starken Kursrutsch, anschließend kommt der Kurs stark zurück und schließt über dem Eröffnungskurs nahe dem Höchstkurs. Ein „hanging man“ hat für sich allein keine gute Prognosequalität, aber mit einer darauf folgenden Bärenkerze erhöht sich diese.

Psychologisch bedeutet diese Kerze, dass die Bullen anfangs stark eröffnen („gap“), ihnen dann jedoch die Kraft fehlt den Trend fortzusetzen. Die Bären gewinnen die Oberhand. Nach einem deutlichen Kursverfall können die Bullen den Kurs wieder für sich gewinnen und heben den Schlusskurs über den Eröffnungskurs. Da die Bullen im Handelsverlauf eine Trendumkehr geschaffen haben und am Tageshoch schließen, ist es ebenso gut möglich, dass die nächste Kerze eine Trendfortsetzende wird.

Candlestick: Hanging Man

Formationen aus zwei Kerzen

Sehr viele Formationen setzen sich aus zwei aufeinander folgenden Einzelkerzen zusammen. Man sollte sich dabei immer vor Augen führen, wie diese Formation zusammengefasst in einer Kerze aussehen würde und welche Bedeutung sie hätte. Bei der Zusammenfassung mehrerer Kerzen wird im nachfolgenden Text von „Verdichtung“ gesprochen.

Einige der wichtigsten Zweikerzenformationen werden nun zusammengefasst.

„engulfing“

Das „engulfing“ ist eine der bekanntesten Formationen. Man unterscheidet zwischen dem „bullish“ und „bearish engulfing“. Diese Formationen tauchen oft als Umkehrsignale in einem Trend auf. Bei „bullish“ und „bearish engulfing“ muss die zweite Kerze die Vorherige  komplett einschließen. Dabei ist der Kerzenkörper entscheidend, die Schatten sind zu vernachlässigen. Diese Formationen treten meist an markanten Punkten auf, beispielsweise an Unterstützungen, Widerständen, wichtigen EMAs oder Trendkanälen. An diesen Punkten versuchen die Gegenspieler beim kleinsten Anzeichen eine Trendumkehr zu vollziehen und erreichen in der zweiten Kerze eine deutliche Richtungsänderung des Kurses.

Mit einer dritten Bestätigungskerze, die das Hoch der Formation überschreitet ist die Trendumkehr beim „bullish engulfing“ perfekt. Verdichtet würde diese Kerze einen „hammer“ ergeben.

Candlestick Bullish Engulfing

Beim „bearish engulfing“ sieht die Lage nach der ersten bullischen Kerze noch harmlos aus, der Aufwärtstrend ist intakt. Vorstellbar ist, dass der Kurs an einen Widerstand gelaufen ist, an dem neues Short-Momentum entsteht. In untergeordneter Zeiteinheit bricht der Trend, der Kurs dreht und die zweite Kerze schließt unter dem Eröffnungskurs der Ersten. Die Bestätigung dieser Formation erfolgt ebenfalls bei Unterschreiten des Formationstiefs. Verdichtet würde diese Kerze einen „shooting star“ ergeben.

Candlestick: Bearish Engulfing

„harami“

Der „harami“ ist ähnlich dem „engulfing“, nur dass hier die zweite Kerze von der Ersten eingeschossen wird. Diese Formation ist nicht sehr aussagekräftig, gewinnt jedoch mit hohen Umsätzen der zweiten Kerze an Bedeutung. Eine Bestätigung ist unbedingt erforderlich.

Die Verdichtung des „bullish harami“ ergibt einen „hammer“ bei dem der Schlusskurs unter dem Eröffnungskurs liegt.


Candlestick: Bullish Harami

Beim „bearish harami“ ergibt die Verdichtung einen „shooting star“ mit höherem Schluss- als Eröffnungskurs.

Candlestick: Bearish Harami

„piercing line“

Eine bullische „piercing line“ kann die Trendumkehr bringen. Nach einer langen bärischen Kerze kommt es in der Zweiten zum negativen „gap“. Das „gap“ kann geschlossen werden und der Kurs läuft weit in die erste Kerze hinein und sollt mit dem Schlusskurs mindestens 50 % des Kursverlustes der ersten Kerze gutmachen.

Piercing Line

„dark cloud cover“

Das bärische „dark cloud cover“ ist das Pendant zur „piercing line“. Hierbei ist wieder darauf zu achten, dass der Schlusskurs der zweiten Kerze mindestens 50 % der Vorherigen unterschreitet.

Dark Cloud Cover

Formationen aus drei Kerzen

Die aussagekräftigsten Formationen bestehen aus drei aufeinander folgenden Kerzen. Oft sind darin Formationen aus zwei Kerzen zu finden, die um eine abgeschlossene dritte Bestätigungskerze erweitert werden. Diese Formationen bauen sich langsam auf. Man erkennt beispielsweise beim „three inside up“ oder „three inside down“ einen „harami“. Die dritte Kerze ist die Bestätigung, die mit einer sehr viel höheren Wahrscheinlichkeit auf eine Trendumkehr schließen lässt

„morning star“

Ein bullischer „morning star“ beendet oft einen Abwärtstrend. Nach einer langen bärischen Kerze („long day“) entsteht ein „gap“. Die Bären hoffen auf einen weiteren starken Kurverfall, können den Kurs aber nicht viel tiefer drücken. Die Schlacht zwischen Bullen und Bären endet fast unentschieden mit einer geringen Kursspanne („short day“), wobei die Kerzenfarbe nicht ausschlaggebend ist. Meist entsteht der „short day“ an einer Unterstützung. Die dritte Kerze eröffnet mit einem positiven „gap“. Sie entwickelt plötzlich bullisches Momentum, übersteigt das Hoch der Zweiten, schließt das „gap“ wischen der ersten und zweiten Kerze, läuft weit in die erste Kerze hinein und endet dort. Dieser Anstieg hat vielen Bären den Stopp gekostet, weitere Shortpositionen werden geschlossen und es sollte zu Anschlusskäufen kommen, die den Kurs weiter festigen.

Formationen aus drei Kerzen: Morning Star

„evening star“

Der bärische „evening star“ stellt oft die Beendigung des Aufwärtstrends dar und ist das Gegenstück des beschriebenen „morning stars“.

Formationen aus drei Kerzen: Evening Star

„morning doji star“

Die Besonderheit des „morning doji stars“ liegt in der zweiten Kerze. Sie besteht aus einem „doji“ mit einer sehr geringen Handelsspanne (kurze Schatten). Diese Formation beendet oft den Abwärtstrend und ist dem „morning star“ sonst identisch.

Formationen aus drei Kerzen: Morning Doji Star

„evening doji star“

Wie auch schon beim „morning doji star“ liegt der Unterschied zwischen „evening doji star“ und „evening star“ erneut in der zweiten „doji“ Kerze. Diese Formation ist sonst als kongruent zu sehen und beendet oft den Aufwärtstrend.

Formationen aus drei Kerzen: Evening Doji Star

„tri stars“

Diese bullische oder bärische Formation setzt dem einhaltenden Trend sehr oft ein Ende. Drei durch „gaps“ aufeinander folgende „doji“ mit einer geringen Handelsspanne signalisieren die Unentschlossenheit der Marktteilnehmer.

Bullish Tri Star

Bearish Tri Star

„three white soldiers“

Die drei weißen Soldaten „three white soldiers“ schlagen die Schlacht zu Gunsten der Bullen und beenden den Abwärtstrend fast immer. Es folgen drei bullische „long days“ aufeinander. Der Eröffnungskurs der zweiten und dritten Kerze sollte sich deutlich innerhalb der vorherigen Kerze befinden. Das Hoch der Kerzen zwei und drei sollte nah am Schlusskurs liegen und eindeutig über dem Schlusskurs der vorherigen Kerze. Durch die Entstehenden „gaps“ ist Skepsis am Markt erkennbar, die aber kein Problem für den bullischen Aufwärtsschub darstellt. Skeptiker werden sehr schnell aus dem Weg geräumt und neue Hochs generiert.

Three White Soldiers

„three black crows“

Die „three black crows“ schneiden den Bullen oft den Weg ab und drängen sie zum Rückzug. Entgegengesetzt zu den „three white soldiers“ ist diese Formation bärisch. Die Bullen starten mit einem „up-gap“ in die zweite und dritte Kerze. Nach nur kurzer Zeit fällt der Kurs unter das Tief der vorherigen Kerze und Stopps der Bullen fallen. Neue Tiefstände sind gut zu erkennen und sollten nah dem Schlusskurs liegen.

Three Black Crows

Fazit

Die bedeutendste Stärke der Analyse von Candlesticks und deren Formationen besteht in den umfangreichen Informationen, die dem geübten Trader auf einen Blick präsentiert werden. Eine Schwäche besteht jedoch in der Gefahr vor Fehlinterpretationen und voreiligem Handeln. Die Erfolgswahrscheinlichkeiten für bestimmte Umkehrformationen liegen jedoch überdurchschnittlich hoch. Auf dem Markt sind zahlreiche Bücher zu finden, in denen viele Einzelkerzen und Formationen auf ihre Signalwahrscheinlichkeit über zahlreiche Jahre zurückgetestet wurden. Die unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten sind in der Lektüre meist mit angegeben. Es ist dennoch sinnvoll sich nicht immer blind auf diese zu verlassen, sondern die Umkehrsignale an markanten Punkten im Chartbild zu suchen.

Man kann resümieren, dass die Kerzenanalyse ein unverzichtbares Timing-Werkzeug darstellt um die richtige Entscheidung am Markt treffen zu können. Wie andere technische Instrumente hilft es die Psychologie der Marktteilnehmer zu studieren.


Elliot-Wellen - Ein Instrument der technischen Analyse

Elliott-Wellen sind ein Instrument der technischen Analyse. Sie dienen der Trendprognose in Finanzmärkten.

Das Konzept

In den 30er Jahren entwickelte Ralph Nelson Elliott (1871 - 1948) die Elliot-Wellen-Theorie. Seine Theorie basiert auf zyklischen und sich selbst ähnlichen (fraktalen) Mustern, welche durch wiederkehrende emotionale Reaktionen der Marktteilnehmer entstehen. Diese Muster stellen sich laut Elliot in fünf- und dreiwelligen Kursverläufen dar.

Ein Trendverlauf besteht laut der Theorie aus 5 Wellen, welche sich ihrerseits wiederum in 5-wellige Impulswellen und 3-wellige Korrekturwellen aufteilen lassen.

Grundlagen der Theorie

Die Elliot-Wellen-Theorie ist die Annahme, dass sich kollektive Emotionen in wiederkehrenden Kursschwankungsmustern, den sogenannten Wellen niederschlagen. Vergangene Beobachtungen von Wellenbewegungen wurden in einem technisch-mathematischen Regelwerk festgehalten und sollen mit Hilfe von Fibonacci-Verhältnissen Aufschluss über zukünftige Kursbewegungen geben.

Die Grundlage für die Anwendung der Elliot-Wellen-Theorie ist die Identifizierung und Zählung der erwähnten Wellen unter Beachtung des Regelwerks.

Die Grundregeln lauten wie folgt:

  1. Der Kurs der zweiten Welle unterschreitet nicht den Anfangskurs der ersten Welle
  2. Die dritte Welle ist niemals die kürzeste Welle
  3. Die vierte Welle schneidet nicht das Hoch der ersten Welle
  4. Auf einen 5-welligen Impuls folgt eine 3-wellige Korrektur (Ausnahme: Dreiecke)

Elliot Wellen Grundmuster

Wie in der schematischen Darstellung erkennbar ist, besteht der Kursverlauf aus Aufwärts und Abwärts gerichteten Bewegungen. Die wechselnden Bewegungen werden laut Elliot-Wellen-Theorie Impuls- und Korrektur-Wellen genannt und können sich wiederum selbst in 5-und 3-wellige Muster aufspalten lassen. Die beschriebene Aufspaltung ist auch der Grund für den fraktalen Charakter der Elliot-Wellen.

Ziel

Die Elliot-Wellen-Theorie zielt darauf ab, die Verfassung und die Richtung eines aktuellen Trends festzustellen um mit dem Ergebnis der Analyse Schlüsse für den möglichen weiteren Verlauf zu ziehen. Lässt sich ein Trend mit dem Regelwerk der Elliot-Wellen-Theorie einem bestimmten Zustand zuordnen, dann lässt sich die weitere Trendentwicklung mit größerer Wahrscheinlichkeit vorausahnen.

Impulswellen

Impulswellen sind 5-wellige Gebilde, welche in die Richtung des aktuellen Trends auftreten und nach der Elliot-Wellen-Theorie mit Zahlen beschriftet bzw. gezählt werden. Die ersten 3 Grundregeln der Theorie beziehen sich auf den Verlauf und die Identifizierung der Impulswellen.

Elliot Wellen Impulswellen

Korrekturwellen

Korrekturen sind wichtiger Bestandteil eines intakten Trends und so spielen sie auch bei der Elliot-Wellen-Theorie eine wichtige Rolle.

Korrekturen sind immer Kursbewegungen entgegen dem vorherrschenden Trend. Korrekturwellen sind im Gegensatz zu den Impulswellen jedoch weniger deutlich zu erkennen und bestehen nur aus 3-welligen Kursgebilden. Beschriftet bzw. gezählt werden die Korrekturwellen der Elliot-Wellen-Theorie in Buchstaben.

Es gibt eine Reihe verschiedener Korrekturewellen-Formationen, welche Zick-Zacks, Flats und Dreiecke genannt werden. Diese werden wir noch genauer Betrachten.

Zunächst einmal ist die einfachste Art einer Korrekturwelle in der folgenden Grafik dargestellt:

Elliot Wellen Korrekturwellen

Zick-Zacks

Zick-Zacks sind wie bereits erwähnt eine Bezeichnung für eine bestimmte Art von Korrekturwellen in der Elliot-Wellen-Theorie. Zick-Zacks bestehen aus 2 Impulswellen und 1 Korrekturwelle gegen den übergeordneten Trend. Sie stellen eine relativ starke Bewegung gegen den Trand dar.

Durch die Beschaffenheit eines Zick-Zack Gebildes ergibt sich eine 5-3-5-Sequenz, wobei wiederum einige Regeln zu beachten sind:

  1. Die „Welle b“ darf sich nicht über den Anfangskurs von „Welle a“ bewegen (Die „Welle b“ korrigiert nie weiter als 61.8% (Fibonacci) der „Welle a“).
  2. Die „Welle c“ muss unter der „Welle a“ schließen.

Elliot Wellen - Zick-Zacks

Es kann auch vorkommen, dass sich zwei Zick-Zacks hintereinander bilden, diese werden dann als Doppel-Zick-Zack bezeichnet.

Flats

Eine weitere Variante einer Korrekturbewegung in der Elliot-Wellen-Theorie sind Flats. Im Gegensatz zu einem Zick-Zack besteht ein Flat aus 2 Korrekturwellen und nur einer Impulswelle. Das sich ergebene Gebilde ist eine 3-3-5-Sequenz, welche sich schwächer gegen den Trend bewegt als eine Zick-Zack-Korrektur.

Die 3 Standardformen von Flats sind normale Flats, erweiterte Flats und verkürzte Flats wobei der Unterschied in der Ausprägung der „Welle c“ liegt. Diese muss im Vergleich zu einem Zick-Zack nicht unbedingt unterhalb der „Welle a“ schließen, bestimmt jedoch mit ihrer Reichweite die Bezeichnung der Flat.

Elliot Wellen - Flats

Normale Flat:

Bei einer normalen Flat endet die „Welle c“ auf Höhe des Schlusskurses der „Welle a“.

Erweiterte Flat:

Bei einer erweiterten Flat reicht der Schlusskurs von „Welle c“ über den von „Welle a“ hinaus.

Verkürzte Flat:

Bei einer verkürzten Flat liegt der Schlusskurs von „Welle c“ oberhalb des Schlusskurses der „Welle a“.

Neben den 3 Typen der normalen Flats gibt es auch noch einige Sonderformen des Flats, wie zum Beispiel „irregular Flats“ und „running Flats“, welche hier der Vollständigkeit halber angeführt werden sollen, jedoch nicht weiter erläutert werden.

Dreiecke

Keine Regel ohne Ausnahme – und so reihen sich die Dreiecke, trotz ihres fünf-welligen Musters in die Korrekturformationen der Elliot-Wellen-Theorie ein.

Um jedoch nicht vollkommen aus der Reihe zu tanzen, bestehen die fünf Wellen der Dreiecke aus jeweils drei-welligen Unterwellen. Es ergibt sich also eine 3-3-3-3-3-Sequenz, welche in zwei Grundvarianten auftreten kann.

Bei den beiden Grundvarianten sind die kontrahierenden Dreiecke, welche sich in ihrem Verlauf zusammenziehen und die wesentlich seltener auftretenden expandierenden Dreiecke, welche sich in ihrem Verlauf ausdehnen, zu unterscheiden. Weiter betrachtet gibt es drei Arten von kontrahierenden Dreiecken, die aufsteigenden, die absteigenden und die symmetrischen Dreiecke. Hingegen gibt es nur eine Art der expandierenden Dreiecke, welche sich in Form von umgekehrt symmetrischen Dreiecken darstellen.

Dreiecke können die Fortführung eines bestehenden Trends einleiten oder aber den Höhepunkt einer Bewegung signalisieren und somit eine Trendwende bedeuten.

Kontrahierende Dreiecke:

Elliot-Wellen - Kontrahierende Dreiecke
Expandierendes Dreieck:

Elliot-Wellen - Expandierendes Dreieck

Fibonacci-Zahlen

Fibonacci Zahlen und der von ihnen ausgehende Goldene Schnitt bilden die mathematische Grundlage der Elliot-Wellen-Theorie.

Fibonacci Zahlen beginnen bei 1 und werden anschließend durch die Addition der vorhergehenden Zahl gebildet. Es ergibt sich also die folgende Zahlenfolge: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144 usw. Betrachtet man nun das Verhältnis zwei aufeinander folgenden Zahlen der Reihe, dann nähert man sich der Zahl Phi (0,6180339), welche zugleich eines der wichtigsten Fibonacci-Retracements darstellt. Das Verhältnis einer Fibonacci Zahl zu der Übernächsten der Reihe nähert sich der Zahl 1-Phi (0,382) und stellt wiederum eine bedeutende Retracement-Marke dar. Natürlich lassen sich auch alle weiteren Fibonacci-Retracements durch Verhältnisse der Fibonacci-Zahlen herleiten.

Angewandt werden die Fibonacci-Retracements in der Elliot-Wellen-Theorie um Kursziele vor allem für die Korrekturen zu bestimmen. Die sich ergebenden Unterstützungs- und Widerstandszonen liegen im Bereich der 38,2%, 50% und 61,8% Marken. Je nach stärke des vorliegenden Trends sollte der Kurs maximal bis zu dem Retracement von 62% Korrigieren und anschließend seine Trendrichtung vortsetzen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Elliot-Wellen-Theorie auf einer ganzen Reihe von Regeln und Variationen beruht, welche bei der Anwendung in der technischen Analyse allesamt Beachtung finden müssen. Neben dem Grundsatz der 5-3-5-Sequenz, die sich in Impulswelle-Korrekturwelle-Impulswelle aufteilt, gibt es viele weitere Aspekte ohne dessen Beachtung schnell eine fehlerhafte Schlussfolgerung gezogen werden kann.

Ein großes Problem bei der Elliot-Wellen-Theorie stellt die Subjektivität der Chartbetrachtung dar. So viele Trader es gibt, so viele verschiedene Zählweisen und Erwartungen an den weiteren Kursverlauf gibt es. Eindeutig zählen lassen sich die Wellen also leider erst Rückwirkend und somit ist eine praktikable Anwendung für die Prognose der zukünftigen Kursentwicklung fraglich.


Technische Indikatoren

Im Rahmen der technischen Analyse unterscheidet man grob zwei Grundtypen:
1. Trendfolger und 2. Oszillatoren

1. Trendfolger

Trendfolger sind Indikatoren, die einen vorherrschenden Trend, also die Kurs-Richtung
(long oder short) bestimmen und bestätigen.

Trendfolger haben die Eigenschaft, dass sie den Trend stets hinterherlaufen, d.h. Kauf- bzw. Verkaufssignale erst generiert werden, wenn sich der Trend bereits etabliert hat. Trendfolger können dementsprechend keinen Trendwechsel anzeigen. Da Trends meistens sehr langfristig sind, sich über Monate und Jahre hinziehen können, sind solche Trendfolger oder besser: Trendbestätiger bei steigenden oder fallenden Märkten ein sehr nützliches Instrument beim Traden. In Seitwärtsphasen hingegen liefern sie Fehlsignale. Trendfolger definieren also die Richtung eines Trends, wobei Übertreibungsphasen, egal nach oben oder nach unten, nicht immer erkennbar sind.

2. Oszillatoren

Oszillatoren hingegen dienen als Analysewerkzeug bei Märkten, die seitwärts laufen. Der Begriff kommt aus der Physik und bedeutet „Schwingung“. Oszillatoren pendeln zwischen einer oberen und unteren Begrenzung. Ist die obere Begrenzung erreicht, kippt die Oszillatorkurve wieder nach ab. Entsprechendes passiert, wenn die untere Begrenzung erreicht wird. Somit können Oszillatoren zeigen, ob sich Märkte in Überhitzungsphasen befinden oder in einer überverkauften Phase. Die obere Begrenzung signalisiert den Boom (überkauft), die untere die Bodenbildung (überverkauft). Somit eigen sich Oszillatoren hervorragend zur Signalerkennung.

Nähert sich der Oszillator der oberen Begrenzung und dreht dann ein, so gilt dies als Verkaufssignal. Ebenso verhält es sich seitenverkehrt beim Berühren der unteren Begrenzung.

Oszillatoren müssen aber nicht immer die gesamte Amplitude der Schwingung ausschöpfen. Oft drehen sie schon, bevor ein Rand erreicht ist. Für die weitere Differenzierung, werden in Oszillatorengrafiken Mittelpunktlinien eingezeichnet, die die obere und untere Begrenzungslinie in zwei gleiche Hälften teilt. Durchbricht der Oszillator solch eine Mittellinie, gilt dies als Trendbestätigung bis er den jeweiligen Rand erreicht hat.

Der Vorteil der Oszillatoren liegt also in der Signalfunktion. Sie liefern Kauf- bzw. Verkaufssignale, bevor dies im Kurz ersichtlich wird.

Oft dreht der Oszillator also schon, bevor dies am reinen Kursverlauf abzusehen ist. Dies kann man dann als einen vorauslaufenden Indikator bezeichnen. Doch natürlich gewährleistet ein Oszillator keine Garantie für zukünftige Entwicklungen. Fehlsignale lassen sich nie vermeiden, denn als Berechnungsgrundlage dient ja stets der Kursverlauf der Vergangenheit.

Die Signale beziehen sich aber immer auf seitwärts verlaufende Märkte, die in einer festgelegten Bandbreite pendeln. Hört eine Pendelbewegung auf und bricht ein Kurs z. B. steil nach oben aus, verlieren Oszillatoren ihre Relevanz. In so einem Fall würde der Oszillator ein Berühren der oberen Begrenzung und somit ein baldiges Drehen mit dem entsprechendem Verkaufssignal generieren. Das wäre dann ein klassisches Fehlsignal, denn der Kurs steigt ja weiter, weshalb der Trader jetzt erst recht long gehen müsste.

Beim Ausbruch aus einer Seitwärtsrange und der daraus folgenden Etablierung eines neuen Trends versagen Oszillatoren ihren Dienst und werden unbrauchbar.

Die wichtigsten Technischen Indikatoren im Überblick: