Moving Average Strategie

Moving Averages (MA, gleitende Durchschnitte) sind in jeder Chartingsoftware enthalten und zählen zu den am häufigsten eingesetzten Indikatoren. Ein einfacher gleitender Durchschnitt mit einer Periodenlänge von 26 gibt am Tag t das arithmetische Mittel aus den Kursen der Tage t-25 bis t an (im Laufe des Tages t dient der jeweils letzte Kurs als Schlusskurs).

Ein MA fungiert damit als eine Art geglättete Trendlinie, die sich anders als grafische Trendlinien sehr einfach durch Software in den Chart einzeichnen lässt und dadurch abgesehen von der Bestimmung der Periodenlänge absolut neutral ist.

Gleitende Durchschnitte sind trendfolgende Indikatoren.

Die Interpretation:

  • Kreuzt der Markt seinen MA von unten nach oben, liegt ein Kaufsignal vor
  • Kreuzt der Markt seinen MA von oben nach unten, liegt ein Verkaufssignal vor
Je länger ein MA zurückreicht, desto träger reagiert er auf Kursveränderungen.

Das hat Auswirkungen auf die Handelssignale. Kurze MA´s generieren häufig Signale, produzieren dabei aber auch viele Fehlsignale. Lange MA´s generieren erst im fortgeschrittenen Stadium Signale, die dann aber auch eine höhere Aussagekraft aufweisen.

Eine Moving Average Strategie kann die Verwendung von zwei gleitenden Durchschnitten vorsehen – z.B. einem 9-Tage und einem 26-Tage-MA. Ein Handelssignal wird dann erzeugt, wenn der kurze Durchschnitt den langen Durchschnitt kreuzt.

Die Abbildung unten zeigt den DAX mit zwei Durchschnitten. Die blaue Linie zeigt einen Simple Moving Average, bei dem jeder zur Berechnung herangezogene Kurs mit demselben Gewicht bewertet wird. Die gelbe Linie zeigt einen Exponential Weighted Moving Average. Hier kommt jüngeren Kursen ein höheres Gewicht zu als älteren Kursen, was den Durchschnitt reaktionsfreudiger macht.

Die erhöhte Sensitivität ist auch in der Abbildung zu sehen: Die gelbe Linie kreuzt die blaue Linie im dargestellten Zeitraum mehrfach. Hier handelt es sich um 200-Tage-Durchschnitte. Diese spielen für Investmententscheidungen institutioneller Investoren eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Bruch der 200-Tage-Linie ist deshalb ein wichtiges Ereignis.

Der Chart zeigt deutlich, dass das es nach dem Durchbruch unter bzw. über den 200 Tage SMA mehrfach zu signifikanten Kursbewegungen in Richtung des Durchbruchs kam. Sichtbar ist aber auch, dass die Zuverlässigkeit der generierten Handelssignale in ausgeprägten Seitwärtsphasen deutlich abnahm.

Moving Average Strategie

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