Ichimoku Trading

Ichimoku ist die Kurzform von Ichimoku Kinko Hyo. Aus dem Japanischen übersetzt bedeutet dies etwa „Alles auf einen Blick“. Der Indikator wurde bereits vor dem Zweiten Weltkrieg genutzt und später durch den Journalisten Goichi Hosoda alias Ichimoku Sanjin entdeckt und populär gemacht.

Der Indikator besteht aus insgesamt fünf Linien und ist in der Abbildung unten auf den DAX angewandt zu sehen. In den meisten Chartingprogrammen (z. B. Guidants in der Abbildung unten) ist der Indikator unter dem Kürzel IKH enthalten.

Der IKH ist mit auf gleitenden Durchschnitten basierenden Handelssystemen (z. B. MACD) verwandt. Der Indikator erzeugt konkrete Handelssignale und liefert darüber hinaus Informationen zu Unterstützungs- und Widerstandszonen und der Aussagekraft der Signale.

Screenshot: IKH auf den DAX bei Guidants

Screenshot: IKH auf den DAX bei Guidants


Ichimoku: Berechnung des Indikators

Die gelbe Linie im obigen Chart ist die Kijun-Sen Linie und wird auch als Standardlinie bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen gleitenden Durchschnitt, der jeweils den Mittelwert aus dem höchsten und dem niedrigsten Kurs der vergangenen 26 Perioden anzeigt.

Die blaue Linie ist die Tenkan-Sen Linie und wird auch als drehende Linie bezeichnet. Sie wird genauso berechnet wie die Standardlinie, bezieht sich dabei aber auf die letzten neun Perioden.

Die dunkelblaue Linie ist die Senkou Span A Linie und wird auch als vorauslaufende Linie bezeichnet. Sie ist der um 26 Tage in die Zukunft verschobene Mittelwert aus Standard- und drehender Linie.

Die violette Linie (die zumeist niedrigste Linie im Chart oben) ist die Senkou Span B Linie und wird auch als zweite vorauslaufende Linie bezeichnet. Sie wird als der um 26 Tage in die Zukunft verschobene Mittelwert aus dem höchsten und tiefsten Kurs der letzten 52 Perioden berechnet.

Die grüne Linie ist die Chikou Span Linie und wird auch als verzögerte Linie bezeichnet. Es handelt sich um eine Rückwärtsprojektion des Kurses um 26 Perioden. Die Linie endet 26 Perioden vor dem letzten Kurs.


Interpretation des Ichimoku

Der Ichimoku liefert verschiedene Handelssignale. Schneidet die drehende Linie die Standardlinie von unten nach oben, gilt dies als Kaufsignal.

Bei einem Durchkreuzen von oben nach unten liegt ein Verkaufssignal vor. In der einschlägigen Literatur wird zumeist empfohlen, nur Signale in Trendrichtung zu handeln.

Die beiden vorauslaufenden Linien liefern Signale als Gesamtheit. Liegen die Kurse über beiden Linien, fungiert der Bereich zwischen den beiden Linien als Unterstützungszone. Notiert der Markt unter den beiden Linien, wird der Raum dazwischen als Widerstand interpretiert. Kurse über dem Bereich der beiden Linien deuten einen Aufwärtstrend an und können als Filter für die Überkreuzungssignale verwendet werden.

Marktbewegungen von unten oder oben durch die Wolke hindurch werden als Ausbruch interpretiert.