Futures

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RaketeFutures sind Terminkontrakte – so weit, so gut. Doch wo und wie werden Futures gehandelt? Was genau beinhalten die Kontraktspezifikationen? Werden Basiswerte tatsächlich geliefert? Welcher Kapitaleinsatz und welche Transaktionskosten sind realistisch und welche Chancen und Risiken bringt das Trading mit diesen Handelsinstrumenten mit sich? Die wichtigsten Fragen rund um Futures werden hier beantwortet.

Was genau sind Futures?

Bei Futures handelt es sich um sogenannte derivate Finanzprodukte. Das bedeutet, dass der Wert eines Futures von einem anderen zugrundeliegenden Wert abhängt, dem Basiswert.

Je nachdem, welche Handelsentscheidung der Trader getroffen hat und abhängig davon, ob sich der Kurs des Basiswerts in die richtige Richtung entwickelt, steigt und fällt der Wert des Futures-Kontraktes.


Wie werden Futures gehandelt?

Zielscheibe Futures-Kontrakte sind standardisiert und werden an Terminbörsen wie z. B. der Eurex gehandelt und sind sogenannte unbedingte Termingeschäfte:

Der Käufer eines Kontraktes verpflichtet sich, eine festgelegte Menge des Basiswertes zu einem bestimmten Termin in der Zukunft zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Der Verkäufer begibt sich in die Gegenposition.

Sowohl Käufer als auch Verkäufer sind – anders als etwa bei Optionen – an ihre Entscheidung gebunden und besitzen kein Wahl- bzw. Optionsrecht. Dennoch gibt es eine Möglichkeit, eine Position „glattzustellen“: Der Inhaber einer Longposition (Käufer des Futures) kann seine Investition durch die Eröffnung einer Shortposition mit derselben Kontraktanzahl neutralisieren.

Bei Futures wird zwischen Finanztermingeschäften und Warentermingeschäften unterschieden. Bei der erstgenannten Variante liegen Werte wie Aktien, Indizes oder Devisen zugrunde und bei Warentermingeschäften sind es beispielsweise Rohstoffe wie Öl, oder Edelmetalle wie Gold und Silber.


Wozu eignen sich Futures?

Futures eignen sich zu Spekulations- und Absicherungszwecken. In beiden Fällen sind der niedrige Kapitaleinsatz und die Kursfeststellung an einer regulierten Börse vorteilhaft.

Hedging mit Futures ermöglicht die vollständige Neutralisierung von Marktrisiken ohne Optionsprämie. Dabei wird allerdings auch auf die Chancen auf Kursgewinne verzichtet.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Optionen, mit denen Risiken gegen eine Prämie neutralisiert, Chancen auf Kursgewinne aber gewahrt werden.


Der Zusammenhang zwischen Termin- und Kassamarkt

Die Preisentwicklung eines Futures hängt maßgeblich mit der Preisentwicklung des Kassamarktes zusammen. Bei Financial Futures beschränkt sich die Kursdifferenz auf einen rechnerischen Zinsvorteil durch Arbitrage, den Terminhändler theoretisch erlangen könnten.

Der Zinsvorteil geht auf das Margin Prinzip zurück: Für den Kauf eines Futures muss lediglich ein Bruchteil des Kontraktwertes als Sicherheitsleistung hinterlegt werden. Der Inhaber partizipiert jedoch vollumfänglich an Kursbewegungen des Basiswertes.

Arbitrageure könnten Positionen am Kassamarkt verkaufen, eine Longposition im Future eröffnen und den nicht als Margin benötigten Teil des Kapitals zum sicheren Zinssatz anlegen. Deshalb notiert ein Financial Future minimal über dem Basiswert am Kassamarkt.

Der Kursaufschlag verringert sich mit der verbleibenden Restlaufzeit und hängt der Höhe nach stark vom Zinsniveau am Markt ab.


Future-Kontrakt

Ein Future stellt im Grunde einen Vertrag dar, der zwischen zwei Marktteilnehmern abgeschlossen wird und in der Zukunft von beiden Parteien erfüllt werden muss. Dabei gelten feste Regeln, die im Vorfeld bestimmt werden und auf die sich beide Parteien einigen. Jeder Future-Kontrakt zeichnet sich durch bestimmte Merkmale aus:

Basiswerte

Hierbei handelt es sich um die Werte, die den Futures zugrundeliegen. Ein solches Underlyning können Aktien darstellen, Devisen, Anleihen oder Zinsen, aber auch Rohstoffe, Edelmetalle und Genussmittel. Basiswerte stellen den grundlegenden Bestandteil von Future-Kontrakten dar.

Kontraktgröße

Als Kontraktgröße wird der Gegenwert bezeichnet, den Trader mit einem einzigen Future bewegen. So gilt beispielsweise bei einem Dax-Future die Kontraktgröße von 25 Euro je Dax-Punkt. Somit würde bei einem Index-Stand von 8.000 Punkten ein Gesamtwert von 200.000 Euro pro Future-Kontrakt zustande kommen. Im Handel mit Termingeschäften sind Kontraktgrößen immer standardisiert, wobei diese Größen von den Terminbörsen festgelegt werden, an denen die Instrumente gehandelt werden.

Laufzeit

Im Gegensatz zu Handelsprodukten wie Aktien oder CFDs haben Futures eine begrenzte Laufzeit, die im Vorfeld festgelegt wird. In den meisten Fällen gelten für Futures-Kontrakte Laufzeiten von drei, sechs, neun oder zwölf Monaten.

Erfüllung

Am Ende der Laufzeit wird die Position abgerechnet und zwar auf eine der beiden folgenden Arten: Barausgleich oder physische Lieferung. Beim Barausgleich wird der Kontrakt zum Verfallszeitpunkt in Geld ausgeglichen. Dabei gilt die Differenz zwischen Einstands- und Verrechnungskurs. Die Art und Weise, mit der dieser Kurs ermittelt wird, ist standardisiert und wird von der entsprechenden Terminbörse bestimmt.

Bei der physischen Lieferung wird erwartet, dass der Basiswert, auf dem der Kontrakt basiert, tatsächlich geliefert wird. Eine solche Lieferung bzw. der Erhalt ist in der Regel mit zusätzlichen Kosten und Aufwand verbunden und beim Trading an den Terminbörsen erfolgt in den meisten Fällen der Barausgleich.

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Was sind die Kontraktspezifikationen?

Die Kursfeststellung basiert auf den Ausführungsregeln der jeweiligen Börse. Diese legt auch die Kontraktspezifikationen fest. Für den Future auf den DAX sehen diese Spezifikationen z. B. einen Kontraktwert von 25 EUR pro Indexpunkt vor. Das bedeutet, dass der Gegenwert des „FDAX“ bei einem Indexstand von 12.000 Punkten 300.000 EUR beträgt.

Der im Jahr 2015 eingeführte „Mini FDAX“ sieht einen Kontraktwert von 5 EUR pro Punkt vor.

Die Kontraktspezifikationen regeln außerdem, welche Kontrakte verfügbar sind. Für den FDAX sieht die Eurex z. B. Verfallstermine in den nächsten drei Quartalsmonaten aus März, Juni, September und Dezember vor. Die Kontrakte verfallen jeweils am dritten Freitag dieser Monate. Ist ein Kontrakt fällig, entsteht automatisch ein neuer Kontrakt mit Fälligkeit in neun Monaten.

Für den FDAX gilt ebenso wie für die meisten anderen Financial Futures eine Barausgleichsregelung bei Fälligkeit. Der Käufer eines Kontraktes erhält am Fälligkeitstermin Geld, wenn der Index seit dem Kauf gestiegen ist. Der Verkäufer muss in diesem Fall eine Zahlung leisten: Die Gewinne des Käufers entsprechen den Verlusten des Verkäufers.


Handel mit Futures – Chancen und Risiken

Fliegender GeschäftsmannWie bei jedem anderen Handelsinstrument auch, gibt es beim Trading mit Futures sowohl Vor- als auch Nachteile mit denen wir uns nachfolgend näher befassen wollen.

Chancen

Zu den Vorteilen von Futures gehört beispielsweise die Tatsache, dass dabei vergleichsweise niedrige Kapitaleinsätze erforderlich sind. Da es sich bei den Futures um sogenannte gehebelte Finanzprodukte handelt, hinterlegt der Trader lediglich eine Sicherheitsleistung, die einen Bruchteil des Gesamtpositionswertesausmacht. Durch den Hebeleffekt lassen sich mit dem Handel von Futures sehr hohe Renditen erzielen.

Zu den weiteren Chancen des Future-Tradings zählt die große Auswahl an Basiswerten. So können Händler aus einer Vielzahl an Waren und Finanzprodukten wählen und die zahlreichen Handelschancen nutzen, die sich durch diese Vielfalt ergeben. Zudem können Trader mit Futures sowohl auf steigende als auch auf fallende Märkte setzen und von beiden Kursrichtungen profitieren.

Risiken

Wo große Gewinne winken, können auch hohe Verluste entstehen – vor allem wenn der Hebel ins Spiel kommt. Der Leverage-Effekt sorgt dafür, dass sich die Gewinne überproportional hoch entwickeln und kann ebenfalls für überproportional große Kapitaleinbußen verantwortlich sein.  So handelt es sich bei Futures, wie bei allen anderen Derivaten auch, um hochspekulative Anlageprodukte, die mit Vorsicht zu genießen sind. Sowohl die Gewinne als auch die Verluste sind bei Futures theoretisch unbegrenzt und enden nicht, wenn die Margin aufgebraucht ist – im besonders ungünstigen Fall wird der Trader aufgefordert, neues Kapital nachzuschießen (Margin Call).


Diese Kosten kommen beim Handel mit Futures auf Sie zu

Wenn Sie mit Futures handeln, kommen, wie bei jedem anderen Handelsinstrument auch, bestimmte Kosten auf Sie zu. Kommen wir zunächst zu dem Preis eines Futures. Bei diesen Handelsinstrumenten setzt sich der Preis eines Kontraktes aus unterschiedlichen Faktoren zusammen. Der Gesamtpreis beinhaltet den Kurs des zugrundeliegenden Basiswertes sowie bestimmte laufzeitbezogene Kosten – Haltekosten bzw. Cost of Carry.

Cost of Carry

Als Cost of Carry wird die Differenz zwischen den Gebühren und Erträgen bezeichnet, die während der Gesamtlaufzeit anfallen. Zu den Gebühren gehören Finanzierungskosten und Versicherungskosten. Handelt es sich bei dem Basiswert um eine Ware, dann kommen noch Lagerhaltungskosten hinzu. Bei den Erträgen kann es sich um Dividenden oder auch Barausschüttungen handeln. Sind die Erlöse höher als die Kosten, dann spricht man von einer positiven Cost of Carry und der Preis des Futures liegt über dem des Basiswertes.

Transaktions- und Währungskosten

Beim Trading mit Future-Kontrakten kommen unter Umständen noch Transaktions- und Währungskosten hinzu.

Für jede Transaktion berechnen Broker Transaktionskosten in Form einer Kommission.

Die Höhe dieser Gebühren richtet sich nach der Währung des Futures-Kontraktes und nach dem monatlichen Handelsvolumen des Traders.

Je höher die Volumina sind, die Sie handeln, desto kostengünstiger ist der einzelne Future-Kontrakt.

Wer in Fremdwährung handelt, trägt ein Währungsrisiko – bei jedem Kauf und Verkauf der Kontrakte zahlt der Trader die entsprechende Geld-Brief-Spanne der Devisentransaktion.


Beispiel für den Kauf eines DAX Future

Nachfolgend soll der Verlauf eines FDAX Geschäftes beispielhaft skizziert werden.

  • Ausgangslage: DAX notiert bei 10.000 Punkten
  • Marktzinssatz: 0,00 % (Kassakurs = Terminkurs)
  • Kauf von 10 FDAX Kontrakten zum Kurs von 10.000 Punkten
  • Gegenwert der Position: 2,5 Millionen EUR (10 x 250.000)
  • Benötigte Margin: 000 EUR
  • Fälligkeit des Kontraktes: 60 Tage

Der weitere Verlauf: Der DAX steigt innerhalb von 20 Tagen um 5 % auf 10.500 Punkte an. Der Inhaber der Position entschließt sich zur Glattstellung und eröffnet deshalb eine Longposition im Umfang von zehn Kontrakten zum Kurs von 10.500 Punkten. Die Position ist damit geschlossen.

Die Abrechnung: Der Gegenwert der Position zum Zeitpunkt der Schließung belief sich auf 2.625.000 EUR, was einem Gewinn in Höhe von 125.000 EUR bzw. 5 % bzw. 50 % der Sicherheitsleistung entspricht.


So finden Sie den Futures Broker, der zu Ihnen passt

Wenn Sie dabei sind, einen guten Futures Broker zu suchen, dann kann Ihnen unser umfangreicher Futures Broker Vergleich dabei helfen, den Anbieter zu finden, der optimal zu Ihren Anforderungen und Vorstellungen passt. Sie können eine detaillierte Suche nach dem besten Angebot realisieren und erhalten anschließend eine Liste der Broker, die zu den eingegebenen Kriterien passen. Haben Sie trotzdem Entscheidungsschwierigkeiten, dann sollten Sie sich folgende Fragen stellen, um das beste Angebot aussuchen zu können:

Welche Basiswerte bietet der Broker?

Ein guter Futures Broker hat ein breites Sortiment an Basiswerten im Angebot und bietet den Tradern auf diese Weise die Möglichkeit, die eigene Handelsstrategie umsetzen zu können und ihre Lieblingswerte zu handeln. Je mehr unterschiedliche Basiswerte zu finden sind, desto mehr Handelschancen werden sich ergeben und so sollten Sie bei der Auswahl auch auf die angebotene Produktpalette achten.

TaschenrechnerWelche Kosten kommen auf mich zu?

Jeder Broker berechnet spezifische Kosten und zwischen den Gebühren zweier Anbieter können mitunter ganze Welten liegen. Nutzen Sie einfach unseren Kostenvergleichsrechner und finden Sie den für Sie günstigsten Broker.

Welche Handelsplattform wird angeboten?

Schauen Sie sich bei Ihrer Suche auch die Handelsplattformen der Futures Broker an. Wenn Sie sich noch gar nicht mit dem Trading auskennen, dann könnte ein Demokonto eine gute Möglichkeit darstellen, eine Trading-Anwendung unverbindlich und risikofrei kennenzulernen. Fast alle Broker bieten eine solche Testversion an und auf diese Weise können Sie herausfinden, ob Ihnen die Arbeitsweise zusagt oder auch nicht.

Sind Zusatzangebote zu finden?

Ein guter Futures Broker bietet seinen Kunden nicht nur optimale Handelskonditionen sonders stellt ihnen außerdem ein umfangreiches Wissens- und Informationsangebot zur Verfügung. Dazu gehören Tutorials und Webinare sowie informative Ratgeber und aktuelle Wirtschaftsnachrichten. Vor allem für unerfahrene Anleger können solche Angebote wertvoll sein, um sich in der Welt der Futures zurechtzufinden.