Forex

Forex Trading lernen

Forex SymboleWer mit dem Forex-Handel beginnen will, muss sich im ersten Schritt einiges an Wissen aneignen. Trading ist ein Handwerk wie jedes andere auch, das erst gelernt werden will. Denn auch wenn der Handel auf den ersten Blick sehr einfach erscheint, handelt es sich dabei um einen komplexen Bereich, der durchaus seine Tücken hat.

Beginnen Sie mit den Basics, setzen Sie sich mit den Fachbegriffen auseinander und üben Sie Erlerntes auf einem ersten Demokonto umzusetzen.

Im Folgenden lernen Sie die Grundlagen für den Einstieg in den Forex-Handel kennen.


Definition und Erklärung der wichtigsten Forexbegriffe

Was sind Basis- und Kurswährung?

Beim Forex-Handel bezeichnet man die Währungskurse als Basis- und Kurswährung. Die erstgenannte Währung ist die Basiswährung, die zweitgenannte Währung ist die Kurswährung. Der aktuelle Kurs gibt an, wie viel einer Währung Sie benötigen, um eine Einheit der Basiswährung zu kaufen. Wenn Sie etwa im EUR/USD einen Kurs von 1,1024 sehen, ist ein Euro 1,1024 Dollar wert. Um einen Euro zu kaufen, müssten Sie 1,1024 Dollar verkaufen.

WAS IST EIN LONG- BZW. SHORT-POSITION TRADE?

Mit „Long“ wird eine Position bezeichnet, bei welcher der Trader von einer Wertsteigerung des Finanzinstrumentes profitiert. Gehen Sie Long im EUR/USD, setzen Sie auf eine Stärkung des Euros ODER einer Schwächung des Dollar. Im Idealfall arbeitet eine Kombination der beiden Faktoren für Sie. Inhaber einer Short-Position wiederum spekulieren auf das genaue Gegenteil.

Was ist ein Forex Pip und wie wird er berechnet?

Ein Forex Pip beschreibt die Preisänderung eines Währungspaares an der vierten Nachkommastelle, wenn diese nur eine Stelle vor dem Komma haben. Ein Pip entspricht in der Regel also einer Kursveränderung von 0,0001. Mittlerweile werden Devisen meist sogar mit fünf Nachkommastellen geführt, diese kleinsten Änderungen werden als Pipetten bezeichnet. Beim japanischen Yen hingegen entspricht ein Pip einer Änderung um 0,01.

Was sind Lots?

Gehandelt wird beim Handel mit Währungen immer in speziellen Forex-Kontrakten. Diese werden als Lots bezeichnet. Ein Standard-Lot sind 100.000 Einheiten der Basiswährung und ein Mini-Lot entspricht 10.000 Einheiten. Weiterhin sind auch Mikro-Lots usus (1.000 Einheiten), die man vor allem bei Brokern findet, die auf Forex-Einsteiger ausgerichtet sind.

1 Lot EUR/USD Long bedeutet also ich kaufe 100.000 Einheiten Euro, bei einem Wechselkurs von 1,1024 verkaufe ich dabei gleichzeitig 110.240 Einheiten Dollar. Ändert sich der Preis um 10 Pip zu meinen Gunsten auf 1,1034 erzielt die Euro-Position aus US-Dollar-Sicht einen Gewinn von 100 Dollar.

Wie berechnet man die Positionsgröße?

Beim Forex-Handel ist die Positionsgröße von großer Bedeutung. Im ersten Schritt zur Bestimmung der Lotgröße muss man seinen maximalen geplanten Verlust kennen. Also den Abstand zwischen Einstiegskurs (Entry) und Ausstiegskurs, in der Regel der Stopp-Kurs. Kenne ich das Risiko pro Position kann ich meine Positionsgröße anhand des Risikos pro Trade betrachtet auf mein Gesamtkapital bestimmen.

Nehmen wir als Beispiel ein Konto von 500 Euro. Ich bin bereit pro Trade 2% meines Kapitals zu riskieren, also 10 Euro. Ich planen einen Long-Einstieg im EUR/USD bei 1,1024 und würde spätestens bei einem Fall auf 1,1000 meinen Verlust begrenzen bzw. realisieren. Ich habe also ein Risiko von 24 Pip. Meine geplanten 10 Euro Risiko muss ich noch in Dollar umrechnen, macht 11,024 Dollar. Diese dividiert durch 0,0024 ergibt eine Stückzahl von 4.593 Einheiten, oder Units. Handelt man in Forex-Spots, müsste ich mich nun auf 4 Mikro-Lot beschränken, risikiere dann sogar etwas weniger als geplant. Handelt man hingegen mit FX-CFDs, kann man exakt 4.593 Einheiten wählen.

Was ist ein Hebel?

Der Handel erfolgt mit geliehenem Kapital, dass der Broker bereitstellt. Ein Hebel von 100:1 bedeutet, dass man nur 1% des bewegten Kapitals tatsächlich auf dem Konto zur Verfügung haben muss. Hier kommt das Marginprinzip zum Tragen, das bedeutet, dass man für Investitionen als Trader nur einen geringen Teil der tatsächlichen Positionsstärke als Kapital besitzen muss. Ein klassisches Kennzeichen des Forex-Handels ist demnach das geringe Einstiegskapital. Der Forex-Handel kann bereits mit wenig Geld effektiv betrieben werden.

WIE ARBEITET DER HEBEL?

Der Hebel liegt im Devisenhandel bei mindestens 50:1, kann aber auch deutlich höher angesiedelt sein. Bei einem Einsatz von 1 Euro werden (bei einem Hebel von 1:100) 99 Euro vom Broker mit auf den Einsatz gelegt – diese sind als Leihgabe zu verstehen. Wer mehr investiert, handelt dementsprechend schnell mit hohen Beträgen. Bei einem Hebel von 1:100 werden bei 100 Euro Kapitaleinsatz also insgesamt bereits 10.000 Euro bewegt. Dies verleitet Anfänger fälschlicherweise oft zu zu großen Positionsgrößen, weil ja nur wenig Kapital am Konto dafür gebunden wird. Dabei sollten Positionsgrößen nie am Kapitalbedarf festgemacht werden, sondern immer am im Vorhinein geplanten maximalen Verlust, wie oben dargestellt.

Was ist ein Margin Call und ein Stop Out?

Schließen wir an diesem Beispiel an, man hat 100 Euro Kapital eingesetzt und bewegt damit 10.000 Euro einer EUR/USD-Position, ein sogenanntes Mini-Lot. Nun kommt es darauf an, dass man sich eben nicht überhebelt hat. Würde man nur 200 Euro eingezahlt haben, sind jetzt nur noch 100 Euro frei am Konto verfügbar, um Kursentwicklungen zu meinen Ungunsten abzufangen. Entwickelt sich diese Position jetzt nur um 50 Pip zu meinen Ungunsten, sind nur noch 50 Euro am Konto frei verfügbar. Beim Broker werden nun Mechanismen in Gang gesetzt, um zu verhindern, dass das Konto ins Minus rutscht. Es erfolgt eine Warnung, die Position entweder zu schließen, oder neues Kapital einzuzahlen. Das ist ein Margin Call.  Reagiert man darauf nicht, oder entwickelt sich die Position zu schnell weiter ungünstig, greift ab einem bestimmten Niveau freien verfügbaren Capitals der Stop Out. Dabei schließt der Broker automatisch Positionen die sich im Verlust befinden, beginnend mit der größten Verlustposition.

So soll eine Nachschusspflicht verhindert werden, und werden in der Regel Kunden geschützt die unvernünftige Positionsgrößen eingegangen sind oder keine Stopps verwenden.

Nachschusspflicht

Sollte ein Konto in Extremfällen trotzdem ins Minus rutschen, ist der Kunde prinzipiell in der Pflicht, den Fehlbetrag auszugleichen. Schließlich hat man mit dem Kredit des Brokers (fehl)spekuliert. Diese Nachschusspflicht schreckt viele Anfänger erst einmal ab. Dabei ist diese in der täglichen Praxis mit vernünftigem Risiko- und Positionsgrößenmanagement zu verhindern. Und wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt einfach Broker die eine Nachschusspflicht ausschließen. Wie Admiral Markets, ActivTrades oder OANDA.


Broker ohne Nachschusspflicht finden


Tipps für den Forex-Handel

Glühbirne Für den langfristigen Erfolg beim Forex-Handel muss man ebenfalls einige Dinge beachten und auf verschiedene Aspekte achten. So ist es auf jeden Fall sehr ratsam, flexibel zu sein und auf Marktveränderungen rasch zu reagieren, die auch schon mal eine Strategie unprofitabel werden lassen können.

Nur wenn das der Fall ist, kann man auch auf Veränderungen bei eigenen Positionen professionell und korrekt reagieren und Gewinne erzielen oder Verluste abwenden. Es wäre fahrlässig, Geld zu investieren, wenn man den Markt und seine Instrumente nicht versteht.

  1. Demokonto

    Simulieren kann man dies immer sehr gut mit den bereits erwähnten Demo-Accounts. Die Nutzung dieser ist auf jeden Fall zu empfehlen und man erhält dadurch einen ersten Einblick in das Marktgeschehen und in die ablaufenden Prozesse. Das kann beim Handel im Bereich Forex entscheidende Vorteile bieten.

  2. Einsatz von Risikomanagement-Tools

    Weiterhin ist auch die Nutzung eines Tools zum Risikomanagement lohnenswert. Diese Tools arbeiten entweder direkt im Browser oder auf dem Computer, zum Teil sind sie auch als App für das Smartphone zu bekommen. Bereits die Stopp-Loss-Order ist hier hilfreich, aber auch dann kann es zu Verlusten kommen. Wurde das Handelsrisiko falsch definiert oder werden Stopps nicht diszipliniert eingesetzt, kann dies einen Margin Call auslösen – dann ist viel Geld verloren und zum Verbleib am Markt muss neues Kapital nachgeschossen werden. Das eigene Risikomanagement war dann nicht erfolgreich und viele Trader setzen daher auf entsprechende Tools, die solche Aufgaben übernehmen und Risiken minimieren können.

  3. Analysetools zur Strategien-Findung

    Wer die Möglichkeit oder Fähigkeit hat Strategien automatisch testen und optimieren zu lassen, sollte unbedingt auf diese Ressourcen zu greifen. So können in Backtests die optimalen Stopps und Ausstiege ermittelt werden, oder wiederkehrende Fehler ausgemerzt werden künftig.

  4. Handel mit Hauptwährungspaaren

    Als zusätzlichen Tipp kann man außerdem erwähnen, dass der Handel mit Hauptwährungspaaren wie EUR/USD, GBP/USD oder auch USD/JPY sinnvoll sein kann. Diese Kurse sind oft beständig oder es lassen sich zumindest starke Trends erkennen. Das Risiko hoher Verluste ist somit nicht ganz so hoch, als würde man mit Währungen handeln, die größeren und schnelleren Kursschwankungen ausgesetzt sind.

  5. Eigene Emotionen ausblenden

    Auf jeden Fall sollte man direkt beim Handeln eigene Emotionen ausblenden können und niemals gierig werden. Denn dann ist man deutlich risikofreudiger und weicht vom ausgearbeiteten Tradingplan ab. Höhere Verluste sind da meist eine unausweichliche Folge!

  6. Mögliche Konsequenzen bedenken

    Als Trader sollte man sich außerdem immer über die gehandelten Summen bewusst sein. Setzt man auch nur 100 Euro ein, entspricht dies bei einem Hebel von 1:400 bereits einem effektiven Kapitaleinsatz von 40.000 Euro – und diesen Betrag kann man unter bestimmten Umständen auch verlieren, sofern es eine Nachschusspflicht gibt. Daher sollte man mögliche Konsequenzen bedenken und nicht über die eigenen finanziellen Mittel hinaus im Forex-Geschäft handeln. So könnte man sich nämlich schnell in finanzielle Schwierigkeiten bringen oder die eigene Existenzgrundlage gefährden.

  7. Trading-Tagebuch

    Für Anfänger wie auch Profis ist das Führen eines Trading-Tagebuches absolut Pflicht. Damit kann man Erfolge und Misserfolge dokumentieren und in vielen Fällen auch Abläufe festhalten. So weiß man womit man gut zurechtkam, und in welchen Bereichen es weniger gut gelaufen ist. Gerade für die ersten Monate und Jahre ist so eine Dokumentation unumgänglich, um die eigene Strategie zu finden, Fehler auszumerzen und Kleines und Großes zu optimieren.


In welchem Bereich können beim Forex-Handel Kosten entstehen?

Hand GeldBeim Handel mit Forex-Instrumenten können an verschiedenen Stellen Kosten entstehen. Primär durch den Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Dieser Spread schwankt bei den meisten Brokern zwischen 1 und 1,6 Pip, dafür kommen keine weiteren unmittelbaren Handelskosten mehr hinzu. Im Unterschied zu jenen Brokern, die Kundenorders unmittelbar an die angeschlossenen Banken weiterleiten, und nur an einer Kommission verdienen. Dafür ist der Spread dann wesentlich geringer, der EUR/USD schon ab 0,1 Pip Spread handelbar.

Allen sind Haltekosten beim Halten von Positionen über Nacht bis zum nächsten Handelstag gemein, auch Finanzierungskosten oder Swaps genannt. Diese unterscheiden sich zum Teil deutlich, und sollten in die Recherche des richtigen Brokers mit einbezogen werden je nach Strategie.

Mittlerweile die absolute Ausnahme hingegen sind Kosten für die Depotführung oder die Handelsplattform. Die Realtime-Devisendaten gibt es ohnehin kostenlos bei jedem Broker.


Beispiel für einen Gewinntrade mit unterschiedlichen Lotgrößen

Geht man davon aus, dass in Deutschland die aktuellsten Arbeitslosenzahlen veröffentlicht werden und dies eine negative Veränderung der Währung zu Folge haben könnte, muss man von einer Abwertung des Euro zum Beispiel gegenüber dem US-Dollar ausgehen. Will man davon profitieren, verkauft man beispielsweise 10.000 Euro (entsprechend einem Mini-Lot) und kauft den entsprechenden Gegenwert in Dollar – bei einem Wechselkurs von 1,10 wären das 11.000 Dollar. Bei einer Margin von einem Prozent reicht schon eine Sicherheitshinterlegung in Höhe von 100 Euro dafür, dass die Position eröffnet werden kann. Bei Trades über Nacht werden dann noch Haltekosten berechnet.

Verändert sich der Eurokurs wie erwartet gegenüber dem US-Dollar auf z.B. 1,05 kann man die Euro-Position zurückkaufen und somit den Gewinn sichern. In diesem Fallbeispiel würde man für die 11.000 Dollar nun 10.476,19 Euro erhalten, ein Gewinn von 476,19 Euro also. Bei einem Kursverlust von wenigen Pip sind auf diese Weise bereits hohe Erträge aufgrund des Hebels möglich, da mit einer geringen Margin schon hohe Summen bewegt werden können.


Beispiel für einen Verlusttrade mit unterschiedlichen Lotgrößen

Steigt der Wert des Euro entgegen der Vermutung, weil die Arbeitslosenzahlen in Deutschland zum Beispiel gesunken sind, würde man als Trader bei dieser Position einen Verlust erwirtschaften. Je nach Wertsteigerung des Euro wären hier unterschiedlich hohe Verluste hinzunehmen.

In beiden Fällen hängt der Gewinn oder Verlust von der Lot-Größe und damit dem investierten Kapital ab. Bei einem Standard-Lot wäre das Investment bei 100.000 Euro und somit die Range für Gewinne oder Verluste deutlich höher. Handeln Sie daher immer nur mit solchen Positionsgrößen die Sie sich a: leisten können und b: für kein Nervenflattern sorgen.


Fazit

Forexhandel ist nicht schwer zu erlernen. Die Plattformen sind simpel, es gibt für jeden Markt nur ein Instrument und man muss nicht aus zig verschiedenen Scheinen wählen. Es gibt kaum noch hohe Mindesteinlagen, und man kann oft noch am Tag der Kontoeröffnung loslegen. Der Erfolg oder Misserfolg ist unmittelbar ersichtlich und sorgt für eine steile Lernkurve. Schmerzvolle bzw. teure Lehrzeiten werden sich aber nie verhindern lassen, Voraussetzung um langfristig erfolgreich sein zu können sind Leidenschaft, Disziplin, Wissenshunger und Experimentierfreudigkeit.

Wer klein beginnt und ständig an sich arbeitet, dem steht die Welt des Tradings offen!