CFDs

Hebel und Margin

Hebelwirkung beim CFD Handel

Bei CFDs handelt es sich um gehebelte Finanzprodukte. Das bedeutet, dass bei entsprechender Kursentwicklung des Basiswerts die Gewinne bzw. Verluste überproportional hoch sind. Das grundlegende Verständnis des Hebels und die damit verbundenen Chancen und Risiken ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Trading Alltag. Vor allem Einsteiger unterschätzen die Wirkung des Hebels und müssen aufgrund der damit verbundenen Fehlentscheidungen häufig hohe Verluste in Kauf nehmen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Hebelwirkung optimal ausnutzen können und wo die Vor- und Nachteile gehebelter Produkte liegen.

WIE FUNKTIONIEREN HEBELPRODUKTE?

CFDs sind nicht die einzigen Hebelprodukte, die es gibt. Zu der Kategorie der Hebelprodukte gehören beispielsweise auch Optionsscheine, Zertifikate oder Forex-Kontrakte. Im Grunde genommen handelt es sich bei einem Hebelprodukt um den Handel mit geliehenem Geld. Was das konkret bedeutet, wollen wir anhand eines konkreten Beispiels erläutern:

Beispiel

Nehmen wir an, Sie wollen Differenzkontrakte auf die BMW-Aktie handeln. Nehmen wir außerdem an, dass die Aktie zum Zeitpunkt des Kaufs bei exakt 100 Euro steht und Sie 100 Aktien kaufen wollen. Das würde einen Gesamtbetrag von 10.000 Euro bedeuten, den Sie aufbringen müssten. Beim Trading mit Differenzkontrakten müssen Sie aber nicht die gesamte Summe bezahlen, sondern eine sogenannte Margin hinterlegen und das restliche Kapital wird Ihnen von dem Broker geliehen.

Liegt die Margin bei unserem Beispiel bei 5 Prozent, müssten Sie einen Betrag von 500 Euro hinterlegen. Würde nun der Wert der BMW-Aktie und 5 Prozent steigen, würde der Positionswert 10.500 Euro betragen und Sie hätten einen Profit von 500 Euro erzielt. Das hört sich nach traumhaften Aussichten an, aber der der Hebel wirkt leider in beide Richtungen. So kann die hinterlegte Margin bei besonders liquiden Märkten im Nu aufgebraucht sein und es kommt vielleicht sogar zur Nachschusspflicht. Dabei wird der Trader aufgefordert, weiteres Kapital zur Verfügung zu stellen.

WELCHE BEDEUTUNG HAT DER HEBELEFFEKT?

Beim CFD Trading bezeichnet der Hebel (=Leverage) das Verhältnis zwischen dem tatsächlichen Positionswert und dem von Ihnen eingesetzten Kapital. Einer der Gründe für die Beliebtheit von CFDs ist die Tatsache, dass ein Anleger, der CFDs auf einen Basiswert kauft, nicht den Gesamtwert einer Position aufbringen muss, sondern nur einen Bruchteil davon. Dabei wird eine Sicherheitsleistung, eine Margin, hinterlegt, die im direkten Zusammenhang mit dem Hebel steht.

BERECHNUNG DES HEBELS

Hebel Berechnung

BEISPIEL

Beträgt der Gesamtwert eines Basisinstruments beispielsweise 10.000 Euro und Sie handeln mit einem Hebel von 1:100, bedeutet das, Sie zahlen nur ein hundertstel als Margin. In diesem Fall müssten Sie eine Sicherheitsleistung von 100 Euro erbringen um an der Wertentwicklung der Gesamtposition zu partizipieren. Bei einem Hebel von 1:400 wären das dementsprechend 25 Euro, die Sie hinterlegen müssten.

Wie der Hebel dein Depot ruinieren kann

So können Sie das Risiko der Hebelwirkung verwalten

Wie Sie sehen, kann es schnell passieren, dass Ihre Sicherheitsleistung aufgebraucht wird. In solchen Fällen gilt bei den meisten CFD Brokern die Nachschusspflicht. Wenn der Markt lange genug gegen Sie läuft und die Margin nach und nach aufgebraucht wird, erhalten Sie in den meisten Fällen einen sogenannten Margin Call. Damit fordert der Broker Sie auf, zusätzliches Kapital bereitzustellen. Kommen Sie dieser Aufforderung nicht nach und Ihre Margin erreicht ein bestimmtes Niveau, werden Ihre offenen Positionen automatisch geschlossen.

So können sie übrigens auch erzielte Gewinne sichern – einfach Take Profit Wert eingeben und daraufhin werden Ihre Positionen automatisch geschlossen, wenn das entsprechende Kursniveau erreicht ist.

So weit muss es aber nicht kommen. Mit Hilfe von Stop-Loss Orders können Sie Ihre Verluste zu jeder Zeit begrenzen und behalten somit stets die Entwicklung Ihres Kapitals im Blick. Stops können Sie direkt bei der Eröffnung einer Position setzen oder auch im Nachhinein festlegen. Erreicht daraufhin der Kurs des Basisinstruments das von Ihnen festgelegte Niveau, wird die Position automatisch geschlossen und Sie müssen sich keine Sorgen um die Nachschusspflicht machen.


Wie wird die Margin bei CFDs berechnet?

Jeder Broker stellt eine Liste der handelbaren CFDs zur Verfügung, in der die Margin für jedes Produkt aufgeführt ist. Über die Margin lässt sich der maximale Hebel ableiten und eine Aussage über das Risiko treffen.

Wenn Sie beispielsweise einen Index-CFD auf den Dax handeln möchten, berechnet sich die Margin wie folgt:

Kontraktwert = Kursnotierung * 1 € = 10.000 * 1 € = 10.000 € (1 Dax-Punkt entspricht 1 €)

Bei Index-CFDs wird eine Margin von 1 % auf den Kontraktwert erhoben.

Margin = Kontraktwert * Margin = 10.000 € * 0,01 = 100 €

Die Margin bei einem Dax CFD beträgt in diesem Fall 100 €.