Breakout-Strategie: Auf den Ausbruch kommt es an

Ausbruchstrategien definieren ein bestimmtes Kursereignis, dem ein Einstieg in den Markt folgt. Die Strategien eignen sich für Positionstrading genauso wie für Daytrader. Zwei Beispiele für Ausbruchstrategien sollen hier vorgestellt werden.

Die Grundannahme hinter jeder Ausbruchstrategie lautet:

Wenn der Markt ein bestimmtes Verlaufsmuster annimmt, gibt dieses Muster einen starken Hinweis auf die sich daran anschließende Entwicklung.

Expansion Breakout Strategie

Ein intuitiv nachvollziehbares Beispiel für Ausbruchstrategien ist der „Expansion Breakout“, der u.a. durch Jeff Cooper in „Hit and Run Strategien“ thematisiert wurde. Die Strategie definiert Einstiegssignale inklusive Zeitpunkt und Verlustbegrenzung. Eine Longposition wird gemäß Expansion Breakout Definition eröffnet, wenn

  • Am heutigen Tag T ein neues Zweimonatshoch auftritt
  • Die Handelsspanne am Tag T mindestens so groß ist wie die größte Handelsspanne der zurückliegenden neun Tage
  • Sind diese Bedingungen erfüllt, wird am Tag T+1 eine Longposition ein Stück weit über dem Tageshoch am Tag T eröffnet. Das Stop Loss liegt knapp unter dem Tagestief von T

Diese auf den ersten Blick sehr einfache Strategie enthält mehrere Filter und verrät dadurch sehr viel über das Wesen von Ausbruchstrategien.

Erstens muss ein auffälliges Ereignis auftreten (neues Zweimonatshoch), damit dem betreffenden Markt überhaupt Potenzial unterstellt wird.

Zweitens muss das Zweimonatshoch mit einer gewissen Marktdynamik einhergehen. Das hat einen sehr einfachen Grund. Hat ein Markt gestern bereits ein Zweimonatshoch erreicht, genügt am heutigen Tag ein minimaler Kursgewinn, um ein erneutes Zweimonatshoch zu markieren.

Wird jedes neue Hoch als Ausbruch definiert, kommt es zu vielen Fehlausbrüchen (False Breakout). Die Handelsspanne als Filter reduziert die Signalgenerierung auf Situationen, in denen der Markt eine auffällige Dynamik zeigt.

Drittens muss sich diese Dynamik fortsetzen: Die – zumeist mittels Stop Buy Order durchgeführte – Eröffnung einer Position setzt voraus, dass dem neuen Hoch mit großer Handelsspanne ein weiterer Kursanstieg am nächsten Handelstag folgt.

Typische Fehlausbrüche – im Chart oft genug sichtbar als Kerze mit langem Docht – werden so herausgefiltert. Dem Markt wird abverlangt, dass auch zu den Kursen des neuen Hochs noch weitere Nachfrage besteht.

Verlustbegrenzung durch Stop Loss ist generell unverzichtbar:

Fällt der Markt im Nachgang der Positionseröffnung unter das Tagestief des Ausbruchstages zurück, handelte es sich offensichtlich um einen Fehlausbruch.

Open Range Breakout Strategie

Ein weiteres und ausschließlich für Daytrader relevantes Beispiel für Ausbruchstrategien ist die Open Range Breakout Strategie.

Die Funktionsweise am Beispiel des DAX:

  • Gemessen wird die Handelsspanne des DAX in der Zeit von 08:00 - 09:15 Uhr
  • Bricht der Markt nach oben aus der Spanne aus, wird eine Longposition eröffnet
  • Bricht der Markt nach unten aus, folgt eine Shortposition
  • Kursziel ist das Zweifache der Handelsspanne, addiert bzw. subtrahiert ab Ausbruchspunkt
  • Stop Loss unterhalb der Handelsspanne (Longposition)

Die Strategie zielt darauf ab, die am betreffenden Handelstag vorherrschende Trendrichtung zu handeln. Es gibt Variationen der Strategie – etwa bei der Ermittlung des Kursziels, aber auch hinsichtlich weiterer Filter. So kann der Handel z. B. der übergeordnete Markttrend berücksichtigt werden.

Eine Anmerkung: Nach vielen Ausbruchskonstellationen müssen Sie nicht mehr selbst suchen und zahllose Charts durchforsten. Marktscanner listen Handelssignale für diverse Ausbruchstrategien (darunter neben den oben dargestellten z. B. auch London Breakout u.v.m.) auf.

Sie werden frühzeitig informiert, wenn sich ein Markt einem Ausbruchspunkt nähert und können ex post nachvollziehen, wie sich Märkte nach dem Auftreten eines Ausbruchssignals entwickelt haben.