Börse

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Börse – Alles, was Sie schon immer wissen wollten

Im nachfolgenden Artikel wollen wir uns mit der Börse befassen. Wir zeigen Ihnen, was eine Börse überhaupt ist, welche Börsen existieren und wie der Handel an den Börsenplätzen funktioniert. Außerdem versorgen wir Sie mit wertvollen Grundlagen und Tipps rund um die Welt des Börsenhandels.

Was ist die Börse überhaupt?

Bulle und BärIm Grunde genommen ist die Börse nichts anderes als ein Marktplatz. In vielen Aspekten lässt sich die Börse mit einem Wochenmarkt vergleichen, an dem Sie Obst, Gemüse, Fleisch und viele weitere Produkte erwerben können. Da an den Wochenmärkten die Preise im Gegensatz zu der Börse feststehen, ist der Vergleich mit einem Basar wohl etwas treffender.

An einem Basar treffen sich Käufer und Verkäufer, um miteinander zu handeln. Allerdings wird in der Regel um die Preise gefeilscht. Wer als Käufer auf einem Basar unterwegs ist, versucht, sich das bestmögliche Angebot für eine Ware zu sichern und wenn ihm keines zusagt, kann er selbst ein Preisgebot abgeben. Hat er Glück, geht der Verkäufer auf das Angebot ein, wenn nicht, geht er unverrichteter Dinge wieder davon.

Wie funktioniert die Börse?

Auch an der Börse tummeln sich Käufer und Verkäufer und handeln miteinander verschiedenste „Waren“. Neben den Gemeinsamkeiten gibt es aber auch einige Unterschiede zwischen diesen beiden Marktplätzen. An der Börse können Teilnehmer als Käufer und auch als Verkäufer auftreten – es gibt keine festgelegten Rollen. An der Börse findet der Handel auch nicht direkt statt – es gibt in der Regel Vermittler wie Banken oder Online Broker. Außerdem gelten beim Börsenhandel feste Regeln und die Transaktionen werden von bestimmten Institutionen überwacht.

Einen weiteren Unterschied stellt die Tatsache dar, dass beim Handel an den Börsenplätzen in den meisten Fällen kein physischer Austausch von Waren erfolgt. Wer zum Beispiel eine Aktie kauft, erhält sie nicht in Form eines Stücks Papier in die Hand – die Aktie wird dem Wertpapierdepot des Anlegers gutgeschrieben oder eben wieder abgebucht. Beim Börsenhandel läuft alles vollelektronisch ab.

Im täglichen Trading an der Börse werden alle Kauf- und Verkaufsaufträge der Anleger von Banken oder Brokern angenommen und an die Börse weitergeleitet, wo sie ins Orderbuch gelangen. Die Aufträge, die ins Orderbuch gelangen, werden zusammengeführt und zwar nach festgelegten Ausführungskriterien.

Die Geschichte des Börsenhandels

Bereits in Frankreich, im 12. Jahrhundert waren sogenannte „Courettiers de Change“ tätig, die die Aufgabe hatten, die Schulden landwirtschaftlicher Gemeinden im Auftrag der jeweiligen Banken zu verwalten und zu regulieren. Da diese Menschen auch zugleich mit den Schulden handelten, stellten sie auch die ersten Makler dar.

Die allererste Börse wurde im Jahr 1409 gegründet und zwar im belgischen Brügge. Damals trafen sich im Haus der belgischen Familie Van der Beurse unterschiedliche Händler und tauschten ihre Waren. Dabei wurden Anteilsscheine zum Verkauf ausgelegt und der Preis auf einer Tafel aufgeschrieben. Fand sich ein Interessent, bezahlte dieser den erforderlichen Betrag und bekam dafür das Wertpapier. War ein bestimmtes Wertpapier besonders gefragt, stieg der Preis und es wurde verstärkt darum gefeilscht. Auch wenn die heutigen Börsen fast nichts mehr mit dieser Art zu handeln gemein haben, hat sich an dem Grundprinzip bis heute nichts verändert.

Welche Arten von Börsen gibt es?

In heutiger Zeit existiert mehr als nur eine einzige Börse – es finden sich mehrere Börsenarten, die sich danach unterscheiden, welche Produkte an ihnen gehandelt werden:

Wertpapierbörsen

An diesen Marktplätzen werden, wie der Name schon sagt, Aktien, also Anteile an Unternehmen gehandelt. Jedes entwickelte Land dieser Welt, unabhängig davon, wie klein es ist, verfügt über mindestens eine Aktienbörse. In Deutschland gibt es sogar acht Wertpapierbörsen:

  • Börse Hamburg
  • Börse Berlin
  • Börse Düsseldorf
  • Börse Hannover
  • Börse München
  • Börse Stuttgart
  • Tradegate Exchange in Berlin
  • European Energy Exchange in Leipzig

In jedem Land gelten eigene Rechtsverhältnisse, was den Handel an den Börsen angeht und alle gehandelten Aktien an einer Börse unterliegen denselben Regularien.

Rentenbörsen

Auch solche Märkte sind weltweit in großer Anzahl vertreten. Im Grunde sind diese Marktplätze genauso strukturiert wie die Wertpapierbörsen – den Unterschied machen die gehandelten Instrumente. Bei „Renten“ handelt es sich um festverzinste Wertpapiere und zwar meist um Anleihen.

Warenbörsen

Diese Marktplätze werden auch Spot Markets oder Kassamärkte genannt und dort wird der Handel nicht mit Finanzprodukten sondern mit natürlichen Produkten abgewickelt. Dazu gehören beispielsweise Rohstoffe wie Öle, Metalle oder auch Nahrungsmittel. Bei diesen Börsen haben Privatanleger nichts zu suchen, denn hier erfolgt meist der physische Austausch von großen Mengen dieser Waren. Allerdings können Anleger derivate Finanzinstrumente nutzen um indirekt von den Kursentwicklungen der Produkte zu profitieren.

Devisenbörsen

An diesen Marktplätzen werden Fremdwährungen gehandelt bzw. die Guthaben bei ausländischen Banken in fremder Währung. Hierzulande wird der Devisenkurs für jede Währung, die zum Handel zugelassen ist, einheitlich als Mittelkurs ermittelt und zwar an der Devisenbörse in Frankfurt.

Terminbörsen

Diese Art der Börsen bzw. der Handel mit den Produkten an diesen Börsen erfreut sich erst seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Dort werden Produkte wie Optionen und Futures getradet. Viele Terminbörsen werden als Teile von Renten- und Wertpapierbörsen geführt, aber es gibt auch reine Terminbörsen wie zum Beispiel die EUREX.

Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Börsen, an denen Käufer und Verkäufer mit „von außerhalb“ geschaffenen Produkten traden, handelt es sich bei Derivaten um künstlich erschaffene Produkte. Die Terminbörsen stellen auch keine Institutionen dar sondern Unternehmen.

Börse für Anfänger – Tipps und Grundlagen

Was die Börse ist und wie der Handel an diesen Marktplätzen funktioniert, wissen sie nun, wie gelingt aber der Einstieg in den Börsenhandel und welche Voraussetzungen sollten dabei erfüllt sein? Wir hatten es bereits kurz erwähnt – der direkte Handel an der Börse, egal welcher Art, ist auf direktem Weg nicht möglich. Wenn Sie in das Trading einsteigen wollen, benötigen Sie zunächst einen Broker – jemanden, der Ihre Kauf- oder Verkaufsorders weiterleitet. Weiterhin benötigen Sie einen Computer mit Internetanschluss und zwar einen, der aktuellen technischen Standards entspricht, was die Leistungsfähigkeit und grafische Darstellung angeht.

Arbeitsplatz mit einem Tablet PC zeigt Börse ChartAuch bestimmte persönliche Voraussetzungen sollten erfüllt sein, um einen gelungenen Einstieg in den Handel zu realisieren. So ist es enorm wichtig, sich zunächst einmal fundiertes Grundlagenwissen anzueignen, bevor es an das eigentliche Trading geht. Weiterhin ist es von Bedeutung, sich mit den favorisierten Handelsinstrumenten vertraut zu machen und den Handel vielleicht mit Hilfe eines Demokontos risikofrei auszuprobieren.

Es ist ebenfalls von Vorteil, stets auf dem aktuellen Stand der Dinge zu sein, was die weltweiten wirtschaftlichen Entwicklungen angeht und dabei das Augenmerk in erster Linie auf die Branche oder den Sektor zu legen, die oder der für die Kursentwicklung von Handelsinstrumenten eine Rolle spielt.

Steigen Sie nicht zu schnell in den Börsenhandel ein und beginnen Sie auch nicht sofort mit hohen Beträgen. Setzen Sie sich ein Limit und halten Sie sich daran. Haben Sie sich mit dem Trading vertraut gemacht und konnten Sie bereits Gewinne verzeichnen, dann können Sie die Häufigkeit Ihrer Trades sowie die Einsätze nach und nach steigern.

Wie viel Geld kann man an der Börse verdienen?

Die Gewinne, die Sie als Trader an den Börsen verdienen können, sind theoretisch unbegrenzt. Je nach dem gehandelten Instrument und der Höhe Ihrer Investitionen können Sie ein Vielfaches der eingesetzten Beträge erwirtschaften und das zum Teil auch innerhalb kürzester Zeit. Die richtige Handelsstrategie sowie Erfahrung sind Voraussetzungen für langfristig erfolgreiches Trading und es bleibt Ihnen überlassen, wie und mit welchen Instrumenten Sie  Ihr Kapital vermehren.

Wie lassen sich Verluste beim Handel begrenzen?

Wie auch überall sonst im Leben, gibt es auch beim Börsenhandel zwei Seiten der Medaille. Wo auf der einen Seite unbegrenzte Gewinne winken, ist auf der anderen Seite auch die Höhe der möglichen Verluste grenzenlos. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Positionen beim Trading nie ungesichert lassen. Wenn Sie nicht vorhaben, die Märkte und all Ihre Positionen rund um die Uhr zu überwachen, dann kommen Sie um den Einsatz bestimmter Orderarten nicht herum. Es gibt zahlreiche Orderarten und Zusätze und wer sie geschickt anzuwenden weiß, wird sich um die Höhe der Verluste keine Sorgen machen müssen. Schauen Sie sich zumindest die wichtigsten Ordervarianten wie Limit oder Stop an und lernen Sie, wie Sie diese zu Ihrem Vorteil nutzen können.

Eine weitere Möglichkeit, die eigenen Verluste in Grenzen zu halten, haben wir bereits kurz angesprochen. Setzen Sie sich vor dem Einstieg ins Trading feste Vorgaben, was die Maximalverluste an einem Handelstag angeht und halten Sie sich unbedingt daran. Selbst die besten Trader haben bereits empfindliche Kapitaleinbußen verkraften müssen und wenn Sie sich an Ihr festgelegtes Budget halten, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer, dass Sie unnötige Verlusttrades aus Frustration und Habgier tätigen.

Die wichtigsten internationalen Börsenplätze

Mit den deutschen Börsenplätzen haben wir uns nun befasst, aber wie sieht es international aus? Weltweit finden sich sehr viele große und kleine Börsen und zu den wichtigsten von ihnen gehören:

USA

New York Stock ExchangeNYSE – New York Stock Exchange:
Hierbei handelt es sich um die größte Wertpapierbörse der Welt. Der Sitz der Börse befindet sich in der Wall Street in Manhattan. Der Grundstein für diese Börse wurde im Jahr 1792 gelegt als 24 Broker in der Wall Street 68 das „Buttonwood Agreement“ unterzeichnet hatten, in dem sie sich verpflichteten, Kommissionen für den Handel mit Aktien und Anleihen zu berechnen und sich dabei gegenseitig den Vorzug zu geben. Die heutigen Öffnungszeiten liegen bei 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr Ortszeit. (15.30 Uhr bis 22.00 Uhr MEZ).

AMEX – American Stock Exchange:
Diese Börse wurde im Jahr 1842 gegründet und der Hauptsitz ist ebenfalls in New York. In erster Linie werden an dieser Börse Optionen und börsennotierte Fonds gehandelt. Die AMEX wurde im Jahr 2008 von der NYSE Euronext übernommen und heißt seitdem NYSE Amex.

NASDAQ – National Association of Securities Dealers Automated Quotation:
NASDAQ stellt die größte elektronische Börse in den USA dar und wurde im Jahr 1971 gegründet. Auch ihr Sitz befindet sich in New York und ermöglicht Marktteilnehmern den Handel via ECN (Electronic Communication Network). Die Handelszeiten dieser Börse sind 9.30 Uhr bis 16.00 Ortszeit.

Hong Kong

HKSE – Hong Kong Stock Exchange:
Bei dieser Börse handelt es sich um die siebtgrößte Börse der Welt, was die Marktkapitalisierung angeht. Der Handel an dieser Börse pausiert täglich von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr Ortszeit und insgesamt ist die HKSE von 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr Ortszeit geöffnet.

Japan

Tokioter Börse – Tokyo Stock Exchange:
Dieser Börsenplatz wurde im Jahr 1878 gegründet und stellt die größte Börse ihrer Art in Japan und im ostasiatischen Raum dar. An dieser Börse werden Aktien von mehr als 2.200 japanischen und 31 ausländischen Unternehmen gehandelt. Der Börsenplatz ist von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.30 Uhr und von 12.30 bis 15.00 Uhr Ortszeit geöffnet.

Europa

SIX – Swiss Exchange:
Die Schweizer Börse ist im Jahr 1995 aus dem Zusammenschluss der Börsen in Genf, Zürich und Basel entstanden und hat den Sitz in Zürich. Dort werden Aktien, Anleihen und Fonds gehandelt. Die Börse ist an Handelstagen von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet.

LSE – London Stock Exchange:
Bei der LSE handelt es sich um die älteste und größte Börse in Europa. Die LSE ist eine Aktiengesellschaft und ist in drei Bereiche unterteilt – Hauptmarkt, Alternative-Investment Market und EDX London. Diese Börse hat ihre Ursprünge bereits im Jahr 1698 und die heutigen Öffnungszeiten sind 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr.

Euronext:
Die Euronext ist aus dem Zusammenschluss der Börsen Paris, Brüssel, Amsterdam und Lissabon hervorgegangen. Im Jahr 2006 fusionierte die Euronext mit der New York Stock Exchange und stellt seitdem die erste transatlantische Börse der Welt dar.