Was Google Trends über die Aktienmärkte verrät

05.10.2015 - 2 Minuten Lesezeit

Google Trends dokumentiert aktuelle Entwicklungen im Suchverhalten der weltweiten Internetnutzer. Die Daten geben Hinweise darauf, in welche Aktienmärkte die Masse der Investoren bestimmter Länder bevorzugt investiert. Eine durch Google erstellte Weltkarte zu globalen Anfragen zu Indizes hält einige Überraschungen bereit.

Die nachfolgende Karte gibt an, in welchem Land nach welchem Index gesucht wird – vermerkt ist jeweils der Index mit dem größten auf ein Land entfallendem Suchvolumen. Der größte, grün markierte Teil der Weltkarte entfällt nicht ganz überraschend auf den US-Markt: Die meisten Investoren weltweit investieren Google Trends zufolge unverändert an der Wall Street bzw. suchen nach US-Indizes.

Die Welt sucht nach US-Indizes – Dow Jones vor S&P 500

Auf den zweiten Blick hält jedoch auch die Dominanz der Amerikaner eine handfeste Überraschung bereit: Gesucht wird nicht etwa nach dem S&P 500, sondern nach dem Dow Jones Industrial Average. Der S&P 500 repräsentiert einen weitaus größeren Teil der Marktkapitalisierung des US-Marktes und sollte deshalb auch für internationale Anleger interessanter sein. Möglicherweise besitzt der altehrwürdige „Dow“ eine größere Bekanntheit im breiten Publikum – eine abschließende Erklärung für das Phänomen muss das jedoch keinesfalls sein. Ein interessantes Detail: Im kleinen Estland steht der S&P 500 in der Liste der Suchanfragen vorn – das trifft ansonsten noch auf Sierra Leone und Israel vor.

DAX ist der weltweit am zweithäufigsten gesuchte Index

Im Hinblick auf das globale Suchvolumen erreicht der Deutsche Aktienindex (DAX) den zweiten Platz – vor den gemessen am BIP größeren Exportnationen China und Japan. Auf die Auferstehung der deutschen Aktienkultur ist das prominente Abschneiden jedoch eher nicht zurückzuführen: Fast die Hälfte des in deutschen Indizes gehandelten Volumens ist auf die USA zurückzuführen, was sich notwendigerweise auch auf das Suchvolumen auswirkt. Der DAX ist zudem der meistgesuchte Index in Österreich, Ungarn, Finnland, der Türkei, Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina.

Der CAC40 hat ein koloniales Erbe, der FTSE-100 nicht

Global betrachtet ist der britische FTSE-100 aus der „City of London“ wesentlich bedeutender als der französische Leitindex CAC40. Auf die alten Kolonien scheinen die französischen Märkte aber mehr Anziehungskraft auszuüben als die britischen Indizes. Der CAC40 jedenfalls wird von Google Trends als der meistgesuchte Index in mehreren vor allem nordafrikanischen Staaten, darunter Marokko und Algerien, gelistet. In Indien dagegen steht der BSE Sensex vorn. In China dominiert der SSE Composite Index, ebenso in Laos und im Kongo.

Es bleiben Fragen offen

Die Gestaltung der Karte lässt natürlich Fragen offen: Der brasilianische BOVESPA etwa besitzt nicht einmal eine eigene Legende und wird als Leitindex des BRIC-Landes unter „Other“ geführt, während der dänische OMX eigens aufgeführt wird. Das ist auch auf die Bedeutung des Indexes im gemessen an der Bevölkerung kleinen, flächenmäßig jedoch großen Grönland zurückzuführen.

Fazit

Trotz aller Unvollkommenheiten bietet die Investmentkarte von Google Trends einen interessanten Überblick über die Verteilung des Interesses an bestimmten Indizes. Die Karte gegen den „Home Bias“ vorbeugen und helfen, einen Blick über den Tellerrand zu werfen.

Über den Autor

Tim Grüger

Tim Grüger

Tim Grüger ist der Gründer und Inhaber des Trading Freaks - Blogs. Seine ersten Börsenerfahrungen sammelte der gelernte Bankkaufmann im Alter von 17 Jahren. Seit dem ist das Wissen, auch mit Hilfe des Bachelor-Studiums "Finance", sowie praktischer Erfahrungen aus dem Börsenhandel, stetig erweitert worden. Auf der Seite www.tradingfreaks.com teilt er das erworbene Wissen, in Form von Blogbeiträgen sowie einem Live-Chat mit seiner Community. Der Fokus liegt auf den Kategorien Anlagestrategie, Psychologie und Wissen, sodass sich jeder Trader eigenständig ein profitables Handelssystem aufbauen kann.

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