Social Trading von XTB im Echtgeldtest - under construction

18.10.2014 - 10 Minuten Lesezeit

Nach ayondo und OANDA nehme ich dieser Tage das Social Trading Angebot von X-Trade Brokers auseinander. Für zusätzliche Spannung sorgt die hauseigene Konkurrenz. Denn XTB bietet nicht nur mit xSocial eine eigene Plattform an. Sondern hat immer noch eine laufende Kooperation mit ZuluTrade. Die ich ja auch noch auf meiner Liste habe, ergibt hoffentlich interessante Erkenntnisse. 

Ich möchte gleich voraussschicken, dass dieser Artikel in den nächsten Tagen noch ergänzt und finalisiert wird. Mir fehlen noch einige Punkte in unserem objektiven Kriterienkatalog zur endgültigen Bewertung von xSocial. Allerdings haben wir jetzt von XTB einen unkomplizierten Deal angeboten bekommen, den wir möglichst schnell unseren Lesern unterbreiten wollen:

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Diese Prämie für eine Kontoeröffnung über BrokerDeal gibt es noch dazu zusätzlich zum ohnehin gerade laufenden 10%igen Einzahlungsbonus bis zu maximal 20.000 €, dessen Bedingungen Sie in dieser Beschreibung finden können. Eine ideale Gelegenheit also, den Eigenhandel sowie das Social Trading Angebot in einer einzigen Plattform auszuprobieren bei diesem BaFin-regulierten Broker.

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Über XTB

XTB hat sich in den letzten Jahren einen immer größeren Namen gemacht mit seinem Forex- und CFD-Angebot in einer eigenen Handelssoftware, die mit viel Aufwand ständig weiterentwickelt wird. Die deutsche Klientel wird mit einer Niederlassung in Frankfurt am Main mitsamt großem deutschem Team und Webinarangebot unterstützt.  Weltweit betreuen mittlerweile mehr als 500 Mitarbeiter mit Hauptsitz in Polen den großen Kundenstamm. Neben der polnischen Regulierung untersteht XTB auch der Aufsicht der BaFin und kann auf die europäische Einlagensicherung bauen.

Die drei Kontovarianten BasicStandard und Professional unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht groß. Angenehmerweise kann man den Kontotyp laufend ändern oder neue Unterkonten anlegen. Die riesige Produktpalette und die innovative Software ist überall identisch (eigene Webplattform + MetaTrader). Im Basic-Konto ist der Spread fixiert, dieStopps sind Intraday garantiert. Im Standard-Konto ist der Spread variabel, und im Professional wird eine STP-Ausführung mit geringen Spreads und einer Kommission angeboten.

Hintergründe xSocial

Mit dem Eintritt in das xSocial-Programm als Provider, so bezeichnet diese Plattform seine Trader, denen gefolgt werden kann, stimmt man der Veröffentlichung sämtlicher Statistiken, historischer und offener Positionen zu. Diese Daten sind sinnvoll aufbereitet, wenn es auch nicht ganz leicht ist den Überblick zu behalten. Man erkennt aber nach etwas Übung rasch, mit welchen Underlyings der Provider besonders erfolgreich ist, und kann seine Vorgehensweise erahnen. Über die Provider oder deren Strategien selbst erfährt man nämlich leider gar nichts. So muss man sich an die Fakten halten, und erkennt z.B. an hohen durchschnittlichen Verlusten gegenüber kleinen durchschnittlichen Gewinnen, wenn jemand sehr weite oder gar keine Stopps verwendet. So erklären sich dann auch Trefferquoten von 95% und besser. Was aber noch nichts über den nachhaltigen Erfolg aussagt, wie wir noch sehen werden.

Dickes Plus gibt es jedenfalls schon einmal für den Umstand, dass nur Bares Wahres ist: es gibt keine Demo-Trader auf der Plattform, jeder handelt mit seinem eigenen Geld und spürt damit die Verluste genauso schmerzlich wie die Follower.

Bevor ich jetzt zig Screenshots einstelle zur Plattform selbst und den Filtermöglichkeiten, mache ich es mir einfach und greife auf das Tutorial-Video zurück. Die Bewertung wie gelungen oder eben nicht wir das Prozedere finden, folgt ja im Anschluss noch im Beurteilungsbogen:

Für eine ausführlichere Vorstellung der Plattform und der Funktionsweise könnte Sie auch diese Webinaraufzeichnung interessieren, dauert 28 Minuten:

Der Anbieter stellt auch eine ausführliche englische Dokumentation zur Verfügung, so kann ich mich hier auf die Beurteilung der Stärken und Schwächen konzentrieren.

Sie werden bei der Durchsicht der Videos bzw. des Handbuchs rasch auf die für mich witzigste Innovation dieser Plattform stoßen: Contra Copy. Wie der Name schon sagt, kann man sich damit grottenschlechte Trader suchen, und immer die gegenteilige Position handeln lassen. Das hat in den ersten Echtgeldtests schon für viel Spannung gesorgt, und kannte ich bisher auch noch von keinem anderen Social Trading-Anbieter.

Das Problem hierbei wird aber wohl der Exit werden, wenn nämlich der Stop-Loss des Providers zum Kursziel des Followers wird. Aber auch das werden wir noch genau unter die Lupe nehmen.

Vergütung der Provider

Die Trader erhalten 5 USD pro Follower, wenn diese im Monat mit mindestens 2 Lot nachgehandelt haben. Bei 5-10 Lot sind es schon 10 USD, und darüber 15 USD. Eine genauere Beschreibung inklusive Beispiel finden Sie im Screenshot unten. Umso häufiger ich handle und umso mehr Follower ich habe, desto größer fällt meine Entlohnung aus. Das ist natürlich problematisch. Denn die Versuchung ist groß, Orders nur zur zwecks Erhöhung des Umsatzes einzugehen.

Klar, solche ungeplanten Orders kann man sich nicht ständig leisten, schließlich muss man langfristig erfolgreich sein, um Follower zu gewinnen. Aber der ein oder andere Trade, den man etwa bei einer performanceabhängigen Entlohnung keinesfalls eingehen würde, wird schon dabei sein.

Sehr sympathisch ist dafür wiederum, dass X-Trade Brokers keinerlei Gebühr oder ausgeweiteten Spread einsetzt, um mit zu verdienen. xSocial wird praktisch tatsächlich zur Verfügung gestellt, damit sich Provider und Follower finden (und mögen oder hassen) können. Natürlich wird damit der Umsatz generell angeregt und XTB verdient ja ohnehin bereits an den "normalen" Spreads. Aber im Gegensatz zu anderen Plattformen wird hier nicht noch einmal zusätzlich abkassiert, das verdient schon Anerkennung als Dienst am Kunden.

Echtgeldtest

Von der normalen Handelsoberfläche gelangt man mit nur 1 Klick zur „xSocial“-Oberfläche, alles in einer Plattform also. Der erste Blick fällt sofort auf die Rangliste der Top Ten an zur Verfügung stehenden Trader. Standardmäßig sortiert nach dem bisher erzielten Profit. Das ist natürlich wenig aussagekräftig, so hat denn der Trader an oberster Position auch seit zwanzig Tagen keinen neuen Trade mehr eröffnet. Sein durchschnittlicher Profit klingt mit 33 Pip allerdings nicht übel, und das bei einer Trefferquote von 96%. Sprich: da werden wohl keine Stopps im Spiel sein, nur so sind solche Trefferquoten schaffbar. Sämtliche Trades hat er im Dax30-CFD durchgeführt, jetzt werfen wir doch gleich einmal einen Blick in seine Kontohistorie.

Dort finden sich gewaltige 101 offene Positionen. Fast alles davon sind Long-Positionen, die ältesten noch von Juni und eröffnet, als der Dax noch über 10.000 Punkten stand. Erst die jüngsten neuen Positionen sind auf der Shortseite zu finden. Insgesamt befindet sich der Trader meexlee also gewaltig im Buchverlust, seit der Dax erneut auf Tauchstation gegangen ist. Leider fehlen mir die Positionsgrößen in der Transaktionsauflistung, auch offene Gewinne/Verluste werden nicht angezeigt. Aber dann werde ich doch noch fündig, und zwar in dem Reiter „Strategie-Statistiken“. Dort finden sich in der Box rechts unten die Reiter „Profit Pro Monat“, „Profit/Loss Trades“ und eben „Equity“. Wie erwartet zeigt hier die Kurve von meexlee steil gen Süden, wenn die Buchverluste mit eingerechnet werden.

Das nur mal als Beispiel unter welchen Gesichtspunkten ich die zur Verfügung stehenden Trader durchforste. Realistischer ist da jetzt schon die Sortierung nach dem maximalen Drawdown. Sofort sticht mir dabei der Trader „machadoh“ ins Auge. Handelt im EUR/USD und US30, nach 116 abgeschlossenen Trades hat er immer noch keinen nennenswerten Drawdown hinter sich, Trefferquote 99%. Das sieht zwar auch wieder danach aus als würden Gewinne rasch mitgenommen und Verluste ausgesessen, allerdings hat er aktuell keine offenen Positionen, wo man den Stop-Loss und das Kursziel in Augenschein nehmen könnte.

Den hole ich mir aber gleich mal in mein Depot. Beim Drücken auf „Kopieren“ erscheint jetzt aber erstmal ein neues Formular. Das man ausfüllen muss, bevor man am Social Trading aktiv teilnehmen muss. Das ist lästig und erklärt sich dadurch, dass diese Dienstleistung sozusagen eingekauft wird von DUB Investments aus Zypern. Der englischen Sprache nicht so mächtige Trader werden sich bei einigen Fragen allerdings schwer tun, hier wäre eine deutsche Übersetzung empfehlenswert.

Danach kann ich endlich meinen ersten Trader kopieren. Da sticht gleich die einzigartige Option „Kontra kopieren“ ins Auge. Das ist ein witziges Feature und mir von keiner anderen Plattform bekannt: man kann automatisch die Gegenposition des Traders eingehen. D.h. man sucht sich einen grottenschlechten Möchtegerntrader, und kann von seinem Misserfolg profitieren. Ziemlich gemein, aber ziemlich geil. Da sortieren wir doch gleich mal nach den schlechtesten Trefferquoten, mir sticht da „PJAB“ ins Auge, da es für rasche Ergebnisse notwendig ist, dass meine Trader viel und täglich handeln. „marcelof“ ist auch so ein Kandidat, auch den kopiere ich kontra.

Standardmäßig kopiere ich dann noch „nowasta“ und „Monsti“, beide mit soliden Erträgen, mein Augenmerk liegt dabei auf den Kennzahlen „Average Loss Trade (Pips)“ und „Average Win Trades (Pips). Wenn letztere klar größer sind als die typischen Verlusttrades, dann wird hier vernünftig mit Stopps gearbeitet.

Moneymanagement

Jetzt kommen wir gleich einmal zu einem großen Kritikpunkt: wenn man einen Trader kopieren möchte, poppt folgendes Fenster auf:

Moneymanagement-Einstellungen in xSocial

Ganz oben kann man wählen zwischen Kopieren und Kontra kopieren. Darunter folgt das Management der Positionsgrößen. Entweder ich wähle das gleiche Volumen wie der Trader (bei XTB Provider genannt), oder ich stelle manuell eine fixe Lotgröße ein. Fällt Ihnen schon etwas auf? Mir anfangs nicht, ich hatte aber sehr schnell meinen ersten Schreckmoment.

Ich hatte bei allen „Automatisch“ ausgewählt, in der Annahme, dass die Stückzahl des Trades runtergebrochen wird auf meine Kontogröße. D.h. wenn der Trader ein 10.000€ Konto hat und 1 Lot handelt, dann wird das auf meinem 1.000€-Konto mit nur 0,1 Lot kopiert. Tja, diese Annahme war ein Fehler.

Wenige Minuten nach der Aufnahme des Providers PJAB, den ich Kontra kopiere, war mein Konto plötzlich über 180€ im Plus. Ich konnte mir das nicht recht erklären, bis ich dann sah dass ich seinen DE30-Trade mit 0,54 Lot kopiert hatte. Das ist für mein kleines Testkonto von 1.000€ natürlich extrem heftig, denn 1 Lot DE30 entspricht bei XTB einem Future-Kontrakt, damit bewegt 1 Punkt im Dax gleich satte 25€. Die 0,54 Lot haben also 13,5€ pro Punkt bewegt in meinem Konto. Mein Glück war, dass ich eben genau das Gegenteil dieses Traders handelte. Denn seine Longspekulation ging in die Hose, mein Short dafür in die richtige Richtung. 13,9 Punkte bedeuteten dann eben 187,65€ Gewinn für mich. Die Schweißperlen dazu waren kostenlos.

Da soll noch jemand sagen Murphy schlägt immer gnadenlos zu….jedenfalls habe ich sodann rasch bei allen fünf Providern manuell auf 0,1 Lot umgestellt.

Was mir hier also ganz klar fehlt, ist die Möglichkeit den Tradern proportionell folgen zu können. Halbwegs vernünftig kann man aktuell nur manuell die Stückgröße einstellen, die andere Funktion ist russisches Roulette.

Die nächste Funktion ist "Maximaler Trailing Totalverlust", hier kann man entweder in EUR oder in Pips auswählen, welchen maximalen Drawdown man bei jedem Provider bereit ist zu tolerieren. Nach anfänglichen Gewinnen meines Contra-kopierten Providers "marcelof" hatte ich dann auch rasch die erste gerissene Reißleine. Er hat von seinem Performancehoch seit ich ihm folge 50€ offene Verluste angehäuft, sodann wurden alle offenen Positionen geschlossen und das Folgen dieses Traders automatisch deaktivert. Das funktioniert also prächtig, und sieht dann so aus:

stoploss

An dieser Stelle muss ich den ersten Eindruck meines Echtgeldtests von xSocial von X-Trade Brokers zum Ende bringen. Ich sitze aktuell noch an den Auswertungen der Slippage, der Zeitverzögerung beim Kopieren der Orders und beim Abhaken der einzelnen Punkte in unserem objektiven Bewertungsbogen. Das wird in den nächsten Tagen finalisiert und hier wieder für alle lesbar zur Verfügung gestellt.

Ich bin selbst noch gespannt auf die letzten Experimente und freue mich auf die Auswertung, der erste Eindruck ist jedenfalls vor allem Dank Kontra-Kopierens und der fehlenden Spreadaufschläge ein positiver.

Wer den Broker nun ebenfalls schon ausprobieren möchte, für den kommt unser neuester Deal für Mitglieder gerade Recht:

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Viel Erfolg beim (Social) Trading!

 

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

Kommentare

  • Andre Petermann kommentierte am 14.06.2016 um 13:11 Uhr

    Hallo Michael,
    hat XTB mittlerweile die Thematik mit dem Risikomanagement geändert oder kann man immer noch nicht proportional folgen?

    Gruß André

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