Kursstellung von Knock Outs verstehen

07.04.2014 - 2 Minuten Lesezeit

Ich bin sicher nicht der einzige, bei dem die Kursstellung von Zertifikaten regelmäßig für Stirnrunzeln sorgt. Aktuell beschäftige ich mich wieder mehr mit diesen Instrumenten, weil ich gerne Newstrading betreibe. Und da ist es ja in der Theorie eine schöne Sache, wenn ein mögliches großes Gap über Nacht gegen mich durch eine passende nahe KO-Schwelle gedeckelt wird.

Speziell bei Nebenwerten oder US-Aktien frage ich mich dann aber doch häufig, wie die Emittenten zu ihrer Kursstellung gelangen. Das möchte ich jetzt endlich ein für alle Mal aufgeklärt wissen.

Daher habe ich heute einen Emittenten um eine Erklärung gebeten für folgendes Beispiel:

TD03XH, ein KO-Call auf die US-Techaktie Micron Technology. Schlusskurs am 3. April bei 24$, nachbörslich werden Zahlen verkündet. Der Schein war kurz vor Handelsschluss zum Preis von 0,55€ zu erwerben. Die KO-Schwelle lag bei 23,77$. Für 0,23$ Spielraum, also 0,17€, soll man 0,55€ für den Schein bezahlen. Das ist von außen betrachtet keine geringe Überteuerung, sondern eine Verdreifachung des inneren Wertes. Da klingelten dann doch meine Alarmglocken.

Es folgte ein nettes und sehr aufschlussreiches Gespräch mit einem Mitarbeiter des entsprechenden Emittenten, welches ich hier zusammengefasst wiedergeben möchte:

Sämtliche Produkte mit einer Knock-Out-Schwelle haben ein Aufgeld. Dieses Aufgeld entspricht übersetzt einem Risikoaufschlag. Und soll eben genau jenes Risiko des Emittenten ausgleichen, das dieser bei einem Gap über die KO-Schwelle hinaus trägt. Das ist ja nichts Neues, überraschend ist aber doch das Ausmaß des Aufschlags.

Wegen der Handelszeit erst ab 15:30 ist dieses Aufgeld bei US-Aktien schon einmal automatisch höher, ebenso bei europäischen Nebenwerten. Andersrum ist dieser Risikoaufschlag etwa beim Dax sehr gering. Aber auch hier gibt es Unterschiede:

  • KO-Produkte auf den Kassa-Dax, der von 9-17:30 gepreist wird, haben das höchste Aufgeld mit im Schnitt 15 Cent (=15 Daxpunkte).
  • Zertis die den X-Dax abbilden, der von 8-22 Uhr gepreist wird, haben dann "nur" noch 10 Cent Aufgeld.
  • Und dann gibt es noch Zertifikate die jeden Tag um 22 Uhr verfallen, sogenannte Intradayemissionen. Also kein Overnightrisiko für den Emittenten, und damit mit ca. 3 Cent auch das geringste Aufgeld.

Diese für uns Trader schmerzlichen Aufschläge sind erst seit 2008 in die Höhe geschossen. Als die sprunghaft gestiegene Vola wohl viele Emis auf dem falschen Fuß erwischt hat bei Scheinen die knapp am KO waren.

Um noch einmal auf obiges Beispiel zurück zu kehren: da sollte man dann doch lieber auf Scheine mit mehr Abstand zum KO zurückgreifen, damit das Aufgeld nicht verloren geht.

Wer diese intransparente Kursstellung nicht leiden kann, der sollte ohnehin gleich zu CFDs, Futures oder Aktien greifen, passende Broker finden Sie in unserem Brokervergleich.

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Lesen Sie passend zum Thema auch den Artikel Asynchrone Kursstellung von Knock-Outs sowie Erstaunliche Aufgelder bei KOs.

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

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