Korrekturhandel im kurzfristigen Trading

19.08.2014 - 2 Minuten Lesezeit

Ein Trend wird durch steigende oder fallende Hoch- und Tiefpunkte definiert. Bei einem Aufwärtstrend sind die einzelnen Hochpunkte und die Tiefpunkte höher als die vorhergehenden. Nach jedem Hochpunkt gibt es dabei eine Gegenbewegung in Richtung des Tiefpunktes, die als Korrektur bezeichnet wird. Beim Abwärtstrend verhält es sich genau umgekehrt. Nun gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Korrektur zu handeln. Manche Trader warten das Ende der Korrektur ab und setzen daraufhin wieder auf die Trendbewegung. Andere wiederum lernen, das Ende einer Bewegung zu erkennen und gehen mit der Korrektur. Das folgende Praxisbeispiel zeigt die letztgenannte Variante des Handels der Korrektur.

Korrekturhandel in der Praxis

Im unteren Bild sehen Sie neben den eingezeichneten Hochs und Tiefs ebenfalls einen roten Pfeil, der die Korrektur anzeigt und einen grünen Pfeil, der die Bewegung in Richtung des eigentlichen Trends symbolisiert. Sie können sehen, dass aktuell eine Bewegung läuft und aus diesem Grund muss auf eine neue Chance gewartet werden.

Die vorherigen Korrekturen waren in diesem Fall recht gut ausgeprägt, so dass davon auszugehen ist, dass es sich bei der kommenden Gegenbewegung ebenso verhält. Wenn man also vorhat, auf die Korrektur zu handeln, muss man zunächst das Ende der Bewegung abwarten. Das Ende zu erkennen ist nicht so einfach und am Anfang können Sie dazu zum Beispiel Oszillatoren, wie die Stochastik, zu Hilfe nehmen.

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Den Einstiegpunkt wählen

Im unteren Chartbild ist zu sehen, dass die Bewegung des Kurses bei etwa 7596/7597 Punkten zu Ende war. Der rote Kreis zeigt daraufhin den Einstiegspunkt, der gewählt wurde als der Kurs wieder zu fallen begann. Dabei wurde ein maximaler Stop bei -8 Punkten gewählt, denn wenn der Trend wie erwartet weiter geht, könnte die Korrektur zu jeder Zeit wieder zu Ende sein und so gilt es, möglichst schnell und möglichst mit Gewinn wieder auszusteigen.

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Der Trade mit Gewinn abschließen

Das untere Bild zeigt wie dieser Trade optimal ausgeführt werden kann. 2/3 der Position werden mit +4.1 Punkten glattgestellt und für die restliche Position wird der Stop nachgezogen, der im Bild bei +6 Punkten liegt. Zudem wird ein Take Profit bestimmt, der bei +10.1 Punkten an das letzte Hoch angelegt wird.

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Nachfolgend sehen Sie, dass der Trade optimal verlief. Kurz nach dem vollständigen Schließen der Position nahm der Kursverlauf wieder die Trendbewegung auf. Aus diesem Grund sollte beim Korrekturhandel stets mit Teilverkäufen und Zieltrades gearbeitet werden, denn in den meisten Fällen wird der Trend irgendwann wieder aufgenommen.

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Vorteile des Korrekturhandels

Entsteht die Korrektur nach einer langen Trendbewegung, können beim Korrekturhandel besonders schöne Chancen-Risiko-Verhältnisse entstehen. Außerdem gibt es immer die Möglichkeit, dass aus einer Korrektur eine Trendumkehr entsteht und somit noch höhere Gewinne anfallen. Einige Trader handeln allerdings nicht gerne auf solche Revearsals und sichern sich den Gewinn mit Teilverkäufen und Take Profit Orders.

Nachteile des Korrekturhandels

Häufig fallen die einzelnen Korrekturen so gering aus, dass es nicht möglich ist, einen Trade mit Gewinn glattzustellen. So kann es passieren, dass bei einem langen und intakten Trend zahlreiche Ausstopper in Folge entstehen.

Das letzte Bild zeigt die weitere Kursentwicklung des Instruments mit dem sich der Artikel befasste. Ab etwa 16:40 Uhr entstand eine Abwärtsbewegung, danach verlief der Kurs im Abwärtstrend. Wer zu diesem Zeitpunkt auf ein Revearsal gesetzt hätte, wäre bei den ersten drei Trades auf Korrekturen sicherlich ausgestoppt worden. Erst um etwa 21:20 Uhr entstand erneut eine Korrektur, die sich im Rückblick als ein Revearsal herausstellte. Nachdem das letzte Hoch überschritten wurde, fand der Trend sein Ende und ging nahtlos in die neue Bewegung über.

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Über den Autor

Heiko Behrendt

Heiko Behrendt

Heiko Behrendt begann im Jahr 1998 mit Aktien zu handeln. Die gesammelten Erfahrungen und das angeeignete Fachwissen zur Technischen Analyse legten den Grundstein für seine hauptberufliche Tradertätigkeit, die er seit 2001 ausübt. Seither handelt er bevorzugt Indizes und Währungspaare im kurzfristigen Anlagebereich und hält Vorträge zu Börsenpsychologie und markttechnischem Trading. Gleichzeitig bietet er als Coach individuelle Analysen und Zielerarbeitung für Daytrader an. 2010 startete der Premium-Service "Highspeed Daytrader". Hier können die Teilnehmer dem Experten über die Schulter schauen und mit ihm gemeinsam im kurzfristigen Bereich traden. 2012 kam die erste DVD zum Thema Scalptrading für Einsteiger auf den Markt, in der Heiko Behrendt in 190 Minuten sein Wissen über die Märkte zur Verfügung stellt und zeigt, wie kurzfristiges Trading funktioniert. Folgen Sie Heiko Behrendt auf Guidants.

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