Gehörst du zu den 11% der Gewinner?

18.11.2014 - 3 Minuten Lesezeit

Jeder von uns wäre gerne ein erfolgreicher Trader. Und jeder der schon länger dabei ist, kennt das Szenario: Totalverlust. Depot geschrottet. Ground Zero. Entweder man lässt von nun an die Finger davon, oder versucht die richtigen Lehren aus dem Erlebten zu ziehen, um langfristig erfolgreich zu sein. Was äußerst schwierig ist, wie eine desaströse neue Studie zeigt.

Die Branche boomt

Die Zinsen auf historischen Tiefstständen, und die Börsen speziell in den USA eilen von Hoch zu Hoch. Da verwundert es nicht, dass die Broker sich über starke Nachfrage freuen dürfen. Nach Krisenjahren verkünden nicht wenige Anbieter starke Zahlen in 2014, speziell Neukonten betreffend.

Besonders die CFD- und Forex-Broker freuen sich über teilweise rapide Zuwachszahlen nach schwierigen Jahren. Gerade diese Sparte ist für Anfänger sehr attraktiv. Da die Instrumente leicht verständlich und transparent sind bei günstigen Konditionen, und dank hoher Hebel auch Geringverdiener spekulieren können ohne hohe Einstiegshürden. Diverse Marktforschungen gehen auch weiterhin von einem beachtlichen Wachstum in den nächsten Jahren aus.

Ernüchternde Fakten

Dem gegenüber stehen nicht nur die Risiken in Form von Nachschusspflicht wenn man sein Risiko nicht im Griff hat oder in Form dubioser Anbieter. Sondern der größte Feind des Traders ist immer noch er selbst. Ein Standardspruch der Profis lautet „90% der Trader verlieren“. Eine Pauschalaussage, die in Foren oft heftig diskutiert wird. Die nun aber doch auch von Fakten erstaunlich exakt unterlegt wird.

Die französische Regulierungsbehörde veröffentlichte kürzlich eine Studie, in deren Rahmen über 16 Millionen Devisen- und CFD-Transaktionen von 15.000 französischen Privatanlegern ausgewertet wurden, und das über einen Zeitraum von vier Jahren.

Erschreckende 89% der Anleger gehörten dabei zu den Verlierern! Und das mit im Schnitt 11.000 € Verlust, macht in Summe knapp 160 Millionen. Dem gegenüber stehen nur 1.600 Kunden mit mickrigen 14 Mio. € Gewinn in Summe.

Die Differenz machen Spreadkosten und Gebühren aus, und wenn Market Maker tatsächlich die Gegenpartei des Traders sind. Was ein lohnendes Geschäft bleibt, wie diese Zahlen zeigen.

Wie Abhilfe schaffen

Ausbildung und Hartnäckigkeit scheint auf den ersten Blick der Schlüssel zu sein. Wie ein jeder Trader bestätigen kann, der schon länger dabei ist, sind die ersten Jahre einfach harte Lehrjahre. Diesbezüglich sind Anstrengungen mancher Broker zu honorieren, die viel Zeit und Mühe in Webinare, Schulungen und Kurse stecken.

Was aber im Endeffekt kaum etwas zu nützen scheint. Die Spezies der Trader ist wohl tatsächlich ziemlich immun gegenüber gut gemeinten Ratschlägen von außen. Das spiegelt auch die Erfahrung des Autors wider, der die immer gleichen Fehler bei Einsteigern beobachtet, trotz Hinweisen auf diese Stolperfallen.

YOYO – You are on your own. Das scheint das Credo von uns Tradern zu sein.
Das Wissen um Verluste und wie man diese in der Theorie vermeiden kann ist das eine. Den praktischen Schmerz dann aber tatsächlich zu verinnerlichen und daraus zu lernen, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Ja, man kann vom Trading leben nach Jahren der Erfahrung. Aber das ist ein verdammt harter Job. Und der lässt sich keinesfalls im Vorbeigehen erledigen, wie manche Broker mit täuschender Werbung suggerieren.

Zwar brauchen Sie sich von diesem Artikel nicht abschrecken lassen, wenn Sie überlegen der Schmied Ihres eigenen Glückes an der Börse zu werden. Aber verwenden Sie dafür nur Geld, das Sie auch tatsächlich entbehren können, und schreiben Sie dieses mental schon einmal als Lehrgeld ab. Nicht gierig werden, mit kleinen Konten anfangen und hart an sich arbeiten, dann steht die Tür zum Country Club offen.

Viel Erfolg beim Trading!
Michael Hinterleitner

 

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

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