EUR/CHF-Crash - welche Forex-Broker sind betroffen

17.01.2015 - 7 Minuten Lesezeit

Die Ereignisse haben sich seit Donnerstag förmlich überschlagen, und das dicke Ende ist wohl noch nicht einmal in Sicht. Die unerwartete Kehrtwendung der Schweizer Notenbank (die SNB hat entschieden, den EUR/CHF bei 1,2 nicht weiter zu stützen und gleichzeitig den Zinssatz von 0,5 auf -0,75% zu senken) hat dazu geführt, dass nicht wenige Forex-Broker massive Verluste erleiden mussten, was in manchen Fällen zu Liquiditätsproblemen geführt hat. Besonders erwischt hat es überraschend nicht nur einige Exoten ohne Kundenstamm in Deutschland, sondern auch die beiden Schwergewichte Alpari UK und FXCM. Unsere Partner-Broker hingegen beruhigen bzw. denken sogar an Expansion.

Ich möchte heute einen kurzen Abriss zum Stand der Dinge bringen was in Deutschland relevante Forexbroker betrifft. Basierend auf einem Mix aus offiziellen Meldungen und der Gerüchteküche, die heiß brodelt. Dank der guten Kontakte von BrokerDeal zu vielen in Deutschland vertretenen Brokern hören wir so manches hinter vorgehaltener Hand, was sich wohl erst im Laufe der nächsten Tage bestätigen lässt (oder eben nicht). Bis Montag oder Dienstag wird sich hier sicher noch viel tun, es folgt dann noch ein Update. Die Probleme und bereits eingetretene Insolvenzen von in Deutschland unbekannten Brokern sollen uns hier nicht tangieren.

Wie es überhaupt dazu kommen kann, dass Broker so in Schieflage geraten können, haben wir ebenfalls zu beschreiben versucht.

Update 26.01.: aktuellere Daten in diesem Artikel!

Alpari

Game Over. Das hat  eingeschlagen wie eine Bombe. Alpari hat mit vielen Konten tief im Minus zu kämpfen, geschätzter Verlust $45 Millionen. Und da diese Verluste durch den Broker gedeckt werden müssen, dies aber die liquiden Mittel von Alpari übersteigt, musste Insolvenz beantragt werden. Dieser Schritt wurden zwar wieer zurück gezogen, doch jetzt muss erst ein Käufer gefunden werden. So schnell kann es selbst bei Großen gehen, erschreckend.

Offizielles Statement lesen

Und was sagt die Gerüchteküche dazu? Alpari führt als Market-Maker ja im Grunde ein B-Buch, d.h. sie hätten eigentlich von den Kundenverlusten am Donnerstag sogar profitieren können. Nur: einzig gegen den Schweizer Franken hatte man sich am Markt abgesichert, weil aufgrund der garantierten Preisuntergrenze von 1,2 CHF die Kunden ja sonst auf Kosten von Alpari risikofreie Gewinne hätten einfahren können. Das nenne ich mal einen Boomerang.

Die Kundengelder müssten "safe" sein, da diese in segregierten Konten lagern und damit nicht in das Firmenvermögen einfließen. Bleibt abzuwarten, ob das auch zu 100% der Fall sein wird. Wir drücken allen Alpari-Kunden diesbezüglich die Daumen, empfehlen bei weiteren Engagements unsere weiter unten beschriebenen soliden Partner-Broker.

FXCM

Das war eine knappe Kiste. Der größte Retail-Broker der USA hat mit einem Minus auf Kundenkonten von in Summe 225 Millionen USD zu kämpfen. Das hat sämtliche freien Mittel mehr als aufgefressen, schließlich betrug das freie Vermögen Ende September 2014 gerade einmal 138,7 Mio USD (siehe Daten von FXCM). Damit wurden bereits die Auflagen der NFA verletzt und die Lizenz war formal im Eimer. Auch die ehemals hohe Marktkapitalisierung half nicht mehr, nachdem die Aktie am Freitag um 90% gefallen war, bevor sie vom Handel ausgesetzt wurde.

Der Retter in letzter Minute war dann die Leucadia Group, die ein $300 Millionen schweres Darlehen gewährt hat. Die kurze Laufzeit von zwei Jahren bei einer angeblich 10%igen Verzinsung sind nicht ohne, aber so kann FXCM das normale Geschäft wieder aufnehmen. Hier werden sicher noch spannende News folgen, wie jene dass sogar im Gespräch war das Geschäft von Alpari übernehmen zu wollen, was aber wieder vom Tisch ist.

Bei den folgenden 10 Brokern handeln Mitglieder von BrokerDeal bis zu 40% günstiger!

JFD Brokers

Nur sehr wenige Konten bei JFD waren überhaupt von den heftigen Turbulenzen betroffen und erlitten größere Verluste, Stopps wurden sehr rasch ausgeführt. Temporär werden die Marginanforderungen erhöht beim FX-Trading, damit ist der Broker aber nicht alleine. Das Business läuft gewohnt geschmiert weiter wie eh und je.

Zur detaillierten Meldung

GKFX

Überhaupt keine Probleme auch bei GKFX. Im Gegenteil, GKFX hält sogar Ausschau nach Übernahmekandidaten! Das werden noch spannende Tage im Januar und Februar für diesen Partner-Broker.

Ganze Meldung lesen

WH SelfInvest

WH SelfInvest hat den Sturm unbeschadet überstanden, auch hier laufen die Geschäfte sicher und stabil weiter wie bisher. Der Partner Gain Capital hat am Donnerstag sogar Gewinne verzeichnen können, damit ist die Finanzlage weiterhin absolut in Ordnung. Nicht nur das, es werden sogar Möglichkeiten der Expansion sondiert.

FXFlat

Auch hier kein Problem, da die Fäden bei Gain Capital zusammen laufen, siehe obige Meldung.

OANDA

Alles geht seinen gewohnten Gang, trotz geschätzter Verluste von $5-$-10 Millionen. Und nicht nur das: OANDA steht zu seinem Versprechen von "Keine Nachschusspflicht" und hat negative Saldi ausgeglichen. Respekt, das wird für eine starke Kundenbindung und zusätzliche Interessenten sorgen!

Admiral Markets

Auch Admiral Markets verkündet Beruhigendes, die Auswirkungen auf den Broker sind begrenzt. Es waren ohnehin nur eine einstellige Zahl von Konten massiv betroffen. Und hier kam Admiral seiner "Negative Balance Protection Policy" zu 100% nach und hat defizitäre Kontostände aus eigenen Mitteln ausgeglichen, Hut ab!

ActivTrades

Bereits seit einiger Zeit werden als Vorkehrung höhere Margen auf CHF-Währungspaare verlangt. Dadurch konnte der SNB-Entscheid unbeschadet überstanden werden. Die Geschäfte gehen ihren gewohnten Gang (CHF-Positionen aber derzeit eingestellt), und vor allem: auch hat ActivTrades sämtliche Konten im Minus ausgeglichen! Dicker PR-Bonus

ETX Capital

Hier wird es spannend: zwar wird in einem Kundenmailing betont, dass das Unternehmen finanziell gefestigt ist und die Kundengelder zu 100% sicher sind. Aber mit nachträglichen Kursänderungen wie angekündigt werden viele Kunden nicht glücklich sein. Wir bleiben natürlich am Ball, da hier auch viele Mitglieder von BrokerDeal ihre Konten führen.

IronFX

Laut Statement alles ok, und wir haben auch noch nichts Gegenteiliges vernommen. Wir sind allerdings speziell darauf gespannt, wie mit Konten im Minus umgegangen wird. Da auch IronFX in unserem Fragenkatalog bejaht hat, keine Nachschussforderungen zu stellen.

X-Trade Brokers

Sieht sehr gut aus laut einem gestrigen Interview und direkte Auskunft an uns auf Nachfrage. Auch dank größerer Marginanforderungen für CHF-Pairs seit einiger Zeit. Auch einen Seitenhieb auf die Schweizer Nationalbank kann man sich nicht verkneifen.

Interactive Brokers

Laut eigener Aussage sollen Kundenkonten insgesamt $120 Millionen ins Minus gerutscht sein. Was kein Problem für den weltgrößten Broker darstellt, da dies nur 2,5% des Firmenvermögens ausmacht. In so einer komfortablen finanziellen Situation möchten sicher einige stecken.

CMC Markets

Trotz geschätzter Verluste von $10 Millionen scheint CMC diesen Sturm ziemlich unbeschadet überstanden zu haben. Allerdings rumort es bereits in einigen Foren was nachträglich geänderte Ausführungskurse betrifft, selbst Shorttrades wurden so noch zu Verlusten. Dem werden wir in einem weiteren Artikel auf den Zahn fühlen, die Kundengelder bei CMC sind jedenfalls sicher und der Handel kann weitergehen.

IG

Weniger glücklich war IG Group über den Kursverlauf am Donnerstag. Schon am Donnerstag wurde sehr transparent in die Offensive gegangen und ein Verlust von 30 Millionen Pfund verkündet. Am 20. Januar werden Unternehmenszahlen veröffentlich, dann weiß man mehr über den finanziellen Zustand des Unternehmens. Das Geschäft geht aber weiterhin seinen Lauf, Auszahlungen sind problemlos möglich.

Varengold

Der Vorstand beruhigt, Kunden haben keinerlei Probleme zu fürchten und das Geschäft geht seinen gewohnten Gang. Allerdings hat auch Varengold BrokerDeal gegenüber angegeben, Nachschusspflicht auszuschließen. Auch hier werden wir uns umhören unter Kunden, ob dem auch tatsächlich so ist. Wenn ja, Hut ab.

Plus500

Auch dieser Broker will am Donnerstag sogar einen kleinen Gewinn gemacht haben. Während Kunden sehr wohl unter dem Kursrutsch litten wie überall, ist in den AGB von Plus500 unter Punkt 2.1 zu lesen "However you cannot lose more than the balance on your Trading Account." Da hören wir uns natürlich ebenfalls wieder um.

Saxo Bank

Noch ein großer Name mit der unglücklichen Entscheidung, ausgeführte Kundenorders im Nachhinein zum Schlechtern verändern zu wollen, selbst der angebliche Verlust von $50-$100 Millionen ist hier keine Rechtfertigung. Vor negativer PR scheinen sich also mehrere Broker nicht zu fürchten.

Soweit zu den für Deutsche interessantesten Forex-Brokern. Wir fühlen Anfang kommender Woche sämtlichen Brokern weiter auf den Zahn und halten Sie auf dem Laufenden! Und wer schon auf der Suche nach einem neuen vertrauenswürdigen Broker ist, dem sei unser objektiver Brokervergleich inklusive zahlreicher hinterlassener Bewertungen echter Trader ans Herz gelegt.

Abseits dieser FX-Broker haben natürlich auch andere Finanzinstitute geblutet. So verkündete die Deutsche Bank einen vorläufigen Verlust von 130 Millionen Euro, auch Barclays soll mehrere zehn Millionen in den Sand gesetzt haben. Swissquote hat bereits eine Rückstellung von 25 Millionen Franken getätigt. Da genauere Schätzungen von den meisten großen Banken und Hedgefonds noch fehlen, gehen wir von Verlusten von mehreren Milliarden Euro aus. Der geschätzte Buchverlust der Schweizer Nationalbank selbst im Ausmaß von 60 Milliarden Euro gar nicht mitgerechnet. Bestätigt werden wir in dieser Annahme durch die erste vermeldete Insolvenz eines US-Hedgefonds, der ca. $830 Millionen schwer war.

Da kommt sicher noch viel an die Oberfläche in den nächsten Wochen, da heißt es kräftig Beine treten um nicht unterzugehen.
Michael Hinterleitner

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

Kommentare

  • Matthias kommentierte am 28.01.2015 um 13:33 Uhr

    Wenn jemand mit 8 EURCHF lots long war und mit einer Margin von 4000.- und 100000.- auf dem Konto hatte, nuetzt es im auch nicht viel, wenn das Konto jetzt auf Null gestellt wird.
    Da hat dann der Broker seinen Schnitt gemacht.

  • Thomas H. kommentierte am 27.01.2015 um 17:26 Uhr

    So wie es aussieht aber nicht bei allen Brokern.

  • Thomas H. kommentierte am 27.01.2015 um 14:20 Uhr

    Habe heute Nachricht von FXCM bekommen das mein Konto in den nächsten Tagen auf 0 zurück gesetzt wird. Hut ab vor diesen Broker!

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 27.01.2015 um 15:42 Uhr

    Ja, die langen Tage des Zitterns für betroffene CHF-Trader sind damit vorbei. Die offizielle Mail dazu folgt noch von FXCM.

  • Marc kommentierte am 26.01.2015 um 20:21 Uhr

    Hallo.
    Dieses Ereignis und die Auswirkungen die nun viele Trader erleben haben mir erst richtig die Augen geöffnet und mir die Risiken des Tradens gezeigt.
    Im bin sehr enttäuscht vom Risikomanagement der Broker gegenüber den Kunden.
    Viele Broker versuchten mich die letzten Wochen am Telefon zu überzeugen mit Aussagen wie: "Unser Automatismus schützt sie vor Totalverlust" oder "Wenn die hälfte Ihrer Margin aufgebraucht ist, schließen wir Automatisch alle Positionen um sie vor Totalverlust zu schützen auf Anfrage ob ein Stopp/Loss auch wirklich garantiert ist.
    In den AGB´s von GKFX z.b. ließt man im Absatz Transaktionen bei Punkt E :
    "(e) Wir sind nicht verpflichtet, Ihnen Möglichkeiten vorzuschlagen, wie Sie mögliche Risiken für sich verringern können. "
    Das nun die Banken bei geschädigten Anlegern das Geld einfodern war den meisten Anlegern noch nicht einmal bewußt, da sie durch die AGB´s nicht richtig Informiert worden sind. Und genau das ist es was mich wirklich ärgert. Die Risiken werden nicht ausführlich genug erläutert in den AGB´s der Broker.
    Letzendlich habe ich nun gelernt das es keine 100% Garantie gibt und ich auf garkeinen Fall mit Hebel traden darf. Selbst wenn ich ohne Hebel mit einer Margin von 1000 EU Handel kann es mich also in den Absoluten Ruin treiben und ich sitze auf 20000 EU Schulden fest das es den garantierten Stopp nunmal nicht gibt bei keinem Broker ?!?!
    Falls ich mit meiner letzten Aussage falsch liege, möge mich bitte jemand Informieren.
    Mein Beileid an alle die es böse erwischt hat und ein großes Danke für die ganzen Comments die ich mir hochinteresiert durchgelesen habe.
    Ich werd das Thema hier sehr gespannt weiterverfolgen und hoffe ich bekomme ich noch einiges zu lesen.

    Lg
    Marc

  • takeoff06 kommentierte am 25.01.2015 um 15:55 Uhr

    Gesucht: von Nachschussplicht Betroffene bei Interactive Brokers.
    Wenn möglich mit Wohnsitz Schweiz.

    http://interactivebrokers.blog-net.ch

    Hat schon jemand was gehört wie IB mit der Nachschusspflicht umgeht ? Im Moment scheinen die diese 100% durchsetzten zu wollen.

    Ich bin gespannt ...

  • Tommi kommentierte am 25.01.2015 um 12:47 Uhr

    bei der Saxo Bank wurden am Donnerstag Positionen bei etwa 1.18 geschlossen und dann nachträglich auf 0.96 nach unten korrgiert da dies der erste offizielle Kurs gewesen ist, den sie erhalten haben. Mein Konto steht nun mit mehr als dem dreifachen des von mir eingezahlten Betrages im Minus. Als ich bei denen angerufen habe, sagte mir ein Saxo Mann, dass ich diesen Betrag nun der Bank schulde. Habe aber noch keine offizielle Forderung erhalten.

  • ClS kommentierte am 23.01.2015 um 20:09 Uhr

    Wenn ich all das lese, wird mir bewußt, dass Gain Capital / GFT / FXflat die StopLoss-Orders gut ausgeführt hat: V €/CHF zu 1,19792 um 9:30:55 GMT bei einem StopLoss von 1,1980.
    Entweder ist man näher am Markt oder hat das kulanterweise so "realisiert".

  • olli kommentierte am 23.01.2015 um 13:24 Uhr

    es soll wohl heute eine sondersitzung bez. der nachschussforderung bei ig markets geben.
    angeblich will ig auf einen teil der forderungen verzichten.
    mal sehen, was dabei so rauskommt.

  • Max Hebel kommentierte am 22.01.2015 um 20:54 Uhr

    Ich bin seit Jahren bei FXCM und habe heute eine offizielle Anfrage gestellt, warum mein negativer Saldo nicht auf 0 gestellt wurde. I

    Die Antwort von FXCM: Ich lasse diesbezüglich ein Audit erstellen und Ihr Fall wird geprüft.

    Sobald eine Antwort von FXCM vorliegt werde ich sie hier posten.

    Hier noch ein Auszug einer FXCM-Seite:
    "FXCMs Politik ist es, Trading-Konten, sobald sie ein Minus aufweisen, auszugleichen. Eine der größten Befürchtungen von Tradern ist, dass durch den Hebel entstehende unkontrollierbare Verluste in offenen Forderungen gegenüber dem Broker enden. Beim Trading mit FXCM ist der Verlust auf das eingezahlte Kapital begrenzt. Alle Konten werden vom „Market Watcher“-Tool überprüft. Die Software sorgt dafür, dass, sobald auf einem Konto das Kapital nicht mehr ausreicht, die geforderte Margin zu decken, alle Positionen auf diesem Konto geschlossen werden."

  • Matthias kommentierte am 21.01.2015 um 21:02 Uhr

    Im wallstreet-online thread sieht man in einem Chart von 60cent deutlich, dass ein Riesenvolumen zu über 1.19 gehandelt wurde, praktisch das 10 fache, was nachher im Rest des Tages gehandelt wurde um 10:30:30 bis 10:31
    Da stinkt was gewaltig, wenn man eine Ordermail erhaelt um 10:36 mit irgendeinem Kurs.

  • Jens kommentierte am 21.01.2015 um 15:30 Uhr

    Trader und Broker die einen Hebel von bis zu 500 nutzen/anbieten, haben am Markt einfach nichts verloren. Gut, das sie sich durch Insolvenz nun selbst aus dem Spiel genommen haben. Die Broker, die aber hier jetzt Werbung machen mit ihrem tollen Riskmanagement und großzügig ins Minus gerutschte Konten aufs eigene Buch nehmen, sollte man nicht überbewerten. Wer weiß wieviele Kunden dort überhaupt, in welchem Volumen gehandelt haben. Bei admiral markets, waren es ja z.B. weniger als 10 Kunden. Ergo wird der Schaden wesentlich kleiner ausfallen als bei einem Broker der mehr als 1000 betroffene Kunden hat.

  • Thomas H. kommentierte am 21.01.2015 um 10:33 Uhr

    Sehr geehrter Herr Hinterleitner,
    ich habe von meinem Konto beim CFX-Broker, Vermittler für die Saxo Bank, einen Ausdruck von 10:30:48 - 10:31:20 mit allen Positionen die in dieser Zeit laut Ausdruck ausgeführt wurden. Ein Beispiel: Devisen-Option-Handel ausgeführt zu Buy Put 25,000 EUR/CHF Strike 1,2075 Prämie 0,0496 Kosten 0 CHF inCcy2 Pips Ausübungsmethode: Spot durch System User. Eröffnungskurs also verkauft zu einer Prämie von 0,0093.
    Gebucht am 20.01.2015:
    Geschlossen Anzahl 25.000 Eröffnungskurs 0,0093 Schlusspreis 0,2498
    Bitte kurz um Ihre Meinung zu diesen Vorgang.
    Danke

  • Matthias kommentierte am 21.01.2015 um 12:23 Uhr

    @Hinterleitner, Ein StopLoss wird ja automatisch exekutiert, so wie ich jetzt verstanden habe im System des CFD Brokers ( und nicht im Interbankenhandel, da es da offenbar gar keine automatische Börse gibt wie z.B. XETRA für Aktien ) , d.h. der müsste ja sofort, d.h. SICHER innerhalb der 14 Sekunden nach dem reissen des Stop Losses vom CFD Broker System! geschlossen worden sein. D.h. die CFD Broker haben ihre Systeme angehalten zuerst herumtelefoniert und dann Kurse bei den Kunden eingebucht, die sie gefunden haben im Kurs.
    Das sollen die CFD Broker dann dem Richter erklären. Da wünsche ich denen viel Glück, es gab nämlich einen Kleinanleger, der war bei IG mit 20 lots long, d.h. der ist jetzt mit einer Viertelmillion in den Miesen.
    Der wird sicher einen Anwalt bemühen oder da er ein Deutscher ist Privatinsolvenz anmelden, alle anderen können im Prinzip auf das Urteil abwarten.

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 21.01.2015 um 21:38 Uhr

    Hi Matthias,
    ich blicke kommenden Prozessen bzw. Vergleichen auch schon gespannt entgegen, wird die Branche sicher verändern. Die Broker werden sich in den AGB aber schon ziemlich gut abgesichert haben. Tatsache ist, dass die Broker selbst intensiv mit den Banken/Liquiditätsprovidern verhandeln, sogar Klagen stehen im Raum. Da sie eben teilweise ganz miese Kurse erhalten haben, aus verlässlicher Quelle habe ich erfahren, dass ein Broker sogar nur einen Kurs von 0,16(!) für seine Positionen erhalten hat.
    Das Ganze ging einfach zu schnell für eigentlich alle Absicherungssysteme, die eigentlich als sicher galten.

  • Matthias kommentierte am 21.01.2015 um 12:09 Uhr

    Faire Broker : ( Quelle wallstreet-online , verschuldet-cfd-eur-chf) ( und andere )

    Andere CFD – Anbieter

    Die oben angegebenen Punkte scheinen einige CFD – Anbieter bereits selbst durchdacht zu haben. Demnach wurden u.a. bei Oanda, HotForex, HyWayFX, Admiral Markets & Dukascopy, marketingtechnisch smart, „großzügig“ negative Konten auf 0 gesetzt.
    IG Markets hat in bilateralen Gesprächen und bei Offenlegung der Vermögensverhältnisse bereits Verhandluingsbereitschaft signalisiert. Es wurde von Angeboten eines 20%igen Nachlasses auf die Nachschusspflicht berichtet.

    Mein Kommentar :
    Falls wirklich Broker hier Nachforderungen stellen werden und es auskommt, das die 5 oder 6 Grossbanken den Handel einfach eingestellt haben, ( Liquidität entzogen, wie das heisst ) , dann wird es wieder rasseln und zwar im grossen Stil gegen die Banken, es ist ja nicht das erste Mal das von Staaten geklagt wird gegen Banken wegen manipulierten Devisenmarkttransaktionen.

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 21.01.2015 um 21:40 Uhr

    ja, siehe voriges Kommentar, in London ist praktisch gerade die ganze Branche versammelt und verhandelt hinter geschlossenen Türen. Zu jenen Brokern, die Konten im Minus glattstellen: Hut ab, allerdings muss man unterscheiden, ob das nur Peanuts für die Broker sind. Oder es existenzgefährend ist, da werden die Forderungen dann halt auch eingefordert.

  • Karl Möller kommentierte am 21.01.2015 um 08:43 Uhr

    Interessante Ausführungen;
    wie lässt sich überprüfen, wann der Broker die Positionen zu welchem kurs verkauft hat , ggf ob nachträglich manipuliert worden ist?

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 21.01.2015 um 09:47 Uhr

    Zeitpunkt und Kurs sehen betroffene Trader ja im eigenen Account, diese Informationen sammeln wir noch um eine Übersicht zu erhalten. Einige Market-Maker haben zu halbwegs guten Kursen rasch glattgestellt durch Automatismen. Diese aber dann im Nachhinein zum Schlechteren korrigiert. Auch hier brauchen wir noch mehr Daten.

  • Matthias kommentierte am 21.01.2015 um 08:00 Uhr

    im wallstreet-online, hat jemand den Preisleiter veroeffentlicht, dort sieht man, dass das Volumen ganz normal war bei 1.18 , d.h. um 10:30:52 wusste ja noch keiner, dass der Kurs noch weiter abstuerzen wuerde und haette allenfalls sogar gekauft bei der kleinen gruenen Kerze im Chart, und in einer anderen Meldung schreibt einer, dass er dass sein stoploss bedient wurde bei 1.1898. CMC Market ( und nachher nachkorrigiert wurde nach unten )
    Das Problem war wohl, das die Broker die Kundenstoplosses gar nicht im Interbankenmarkt eingegeben hatten und dann um 10:30 einfach den Stecker gezogen haben und dann am Nachmittag irgendwelche Kurse eingebucht haben in den Kundenkonto.

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 21.01.2015 um 09:23 Uhr

    Hi Matthias,
    es ist letzten Endes leider egal, welche Kurse im Chart zu sehen sind. Entscheidend ist nur, ob du zu diesem erstmal theoretischen Kurs auch eine praktische Ausführung erhalten kannst. Das erlebt man als Daytrader ja eigentlich täglich, die negative Slippage. Das sind halt in der Regel maximal 1, 2 Pip. Da hat es den Original-Stoppkurs meistens auch gegeben in der Preisleiter. Aber du kriegst ihn halt nicht in der Millisekunde der Ausführung, weil er sich geändert hat oder kein Handelspartner greifbar war zu diesem gewünschten Kurs.
    Das ist eben das große Manko am Forex-Markt: es gibt keine offizielle Börse oder einen großen gemeinsamen Handelsplatz. Nur das große Netz vieler kleiner Handelspartner, die untereinander verbunden sind. Daher hat man auch keine Handhabe um sagen zu können "hey Leute, so nicht, zu 1,1898 war ja ein Handel da!".

    Broker können auch keine Stopps bei den Liquiditätsprovidern setzen. Die Stopps liegen beim Broker, und sobald diese aktiviert werden, wird daraus eine Marktorder zum nächsten verfügbaren Kurs. Diese Marktorder muss dann einen Partner finden, die haben am Donnerstag aber alle gesagt "ne du, die Kiste ist mir zu heiß" oder haben halt den Spread irre ausgeweitet und zu 0,8xx oder 0,9xx ausgeführt.

  • Wolfgang Vogel kommentierte am 20.01.2015 um 20:44 Uhr

    Sehr geehrter Herr Hinterleitner,

    Diese Seite, Ihr Projekt, ganz große Klasse -auch für einen FOREX Neuling wie mich.
    FXCM (und schon wieder habe ich einen Herzstillstand) ist mein Broker!
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    Wie sieht dabei ein Kundenverlust aus?

    Hoffe, die Frage ist nicht OT und nochmals vielen Dank

    Wolfgang Vogel

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 21.01.2015 um 07:19 Uhr

    Vielen Dank für das Feedback! Ich finde nicht, dass das Kommentar OT ist, weiß aber auch nicht was ich darauf konkret antworten soll :)
    Außer vielleicht: viel Erfolg beim traden weiterhin!

  • Eugen kommentierte am 20.01.2015 um 20:00 Uhr

    Guten Abend Herr Hinterleitner,
    vielen Dank für die umfassenden Infos. Was den Kommentar von Matthias betrifft, so müssen Sie bitte die Brocker erst recht Erwähnen und die Menschen drauf hinweisen, wie die Broker Agieren und in solchen Ausnahmesituationen Reagieren. Denn wenn die Wahrheit im Dunklen bleibt, können die Broker weiterhin mit ihren leeren Versprechungen werben.

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 21.01.2015 um 07:21 Uhr

    Guten Morgen,
    selbstverständlich sehen wir uns ganz genau an, wer zu seinen Versprechen von "Keine Nachschusspflicht" steht und wer nicht. Dauert noch ein paar Tage, bis diese Prozess überall abgeklärt sind. Aber das betrifft ohnehin nur eine kleine Handvoll, die große Masse an FX- & CFD-Brokern hat ganz einfach Nachschusspflicht bei Überziehen des Kontos. Wie damit allerdings umgegangen wird nun, wird die zweite spannende Frage.

  • Jordan kommentierte am 20.01.2015 um 17:01 Uhr

    Tatsache ist, dass der Sekunden Chart noch mindestens 14 Sekunden lang einen Kurs oberhalb von 1.14 gezeigt hat., die ersten 8 Sekunden davon über 1.18.
    Es zeigt einfach, das die Broker die stop losses nicht ehrlich aufgelöst haben und im übrigen steht bei jeder Auftragsordermail, dass man die eingesetzen Gelder verlieren kann. Es steht NICHT : Sie können das 25 fache ihres eingesetzten Kapitals verlieren. Margin 1000 Euro für 2 lot EURCHF LONG : Nachforderung 28000.- EURO
    ETX, das gibt Futter für den Anwalt, zumal zuerst "nur" 16000.- EURO Nachforderung gestellt wurde.

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 21.01.2015 um 07:29 Uhr

    Guten Morgen Jordan,
    bitte unbedingt auf dem Laufenden halten, ich drücke auch die Daumen. Ich bleibe allerdings auch dabei, dass sich grundsätzlich niemand darauf ausreden sollte, dass er überrascht wurde von Verlusten die die Einlage übersteigen können. Man muss als Trader seine Instrumente einfach kennen. Nur mal ein paar Beispiele: gehe ich auf die Webseite, sehe ich sofort ganz unten den Hinweis "Die Hebelprodukte, die auf dieser Webseite zur Verfügung stehen, sind nicht für jeden Anleger geeignet. Es ist möglich, dass Verluste Ihren Kontostand übersteigen. Handeln Sie nicht mit Kapital, dessen Verlust Sie sich nicht leisten können und lassen Sie sich beraten, wenn Sie die Risiken nicht verstehen.". Oder nochmal fett gedruckt in den aktuellen Aktionsbedingungen, hier unter Punkt 11. http://www.etxcapital.de/bonus/terms/ . Auch am Ende dieser Seite wieder der gleiche Hinweis von der Startseite usw.
    Man handelt ja auf Kredit des Brokers, wenn man mit Hebel bzw. auf Margin handelt. Kann ich den Kredit meiner Hausbank mal ein paar Monate nicht bedienen, kommen die auch an und pfänden...

    Zum Kurs, der einige Sekunden um 1,18 verweilte: ja, das tat er. Aber ohne Volumen. Wo keine Käufer bzw. Verkäufer sind, kommt auch kein Geschäft zustande. Darum geht der Kurs dann ja auch (mal langsamer, mal extrem schnell wie in diesem Fall) dahin, wo wieder Nachfrage vorhanden ist. Auch in den jeweiligen AGB´s ist bei jedem zu lesen: Stopps sind nicht garantiert, sondern werden zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt.

  • Matthias kommentierte am 20.01.2015 um 08:21 Uhr

    Im Sinne Ihres Geschaeftes sollten Sie die Broker von Ihrer Seite entfernen, die mehr als die hinterlegte Margin einfordern.
    Es ist die Verantwortung der Broker, erstens die stop loss orders auszufuehren und wenn das nicht reicht, spaetestens wenn die Margin fuer die entsprechende Position verbraucht ist, die Position aufzuloesen und zwar nicht innerhalb von Minuten, sondern Millisekunden.

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 20.01.2015 um 12:20 Uhr

    Guten Tag,
    das ist leider ein falsches Verständnis dieses OTC-Handels. Die Broker weisen an vielen Stellen, speziell beim Anmeldeprozess, darauf hin, dass die Verluste die Einlagen sehr wohl übersteigen können. Ein so seltenen Ereignis wie am Donnerstag führte dann eben dazu, dass Stoppkurse zwar aktiviert wurden. Aber ein Stop-Loss ist ja nie garantiert (wenn die Funktion des garantierten Stopps nicht ausdrücklich angeboten wird), sondern wird zum nächsten verfügbaren Marktkurs ausgeführt. Und in diesem Fall gab es einfach keine Nachfrage minutenlang, und der Kurs fiel ins Bodenlose. Man muss die Chancen und Risiken der Instrumente, mit denen man handelt, schon auch kennen und akzeptieren. Was bei den einzelnen Brokern dann tatsächlich gut und was schlecht gelaufen ist, das sehen wir uns aktuell eben an. Da kommen schon noch die ein oder anderen interessanten Vorgehensweisen ans Licht.

  • jordan kommentierte am 18.01.2015 um 21:35 Uhr

    Kann eine Nachschusspflicht gesetzlich durchgesetzt werden von ETX ?
    Und wieso haben Sie hier unserioese Broker im Angebot, die bei solchen Ereignissen nicht serioes sind. Bei einem erklaertermassen einem Uebungskonto von 3000 Euro, sehe ich mich mit einer Nachschusspflicht von 25000 Euro ausgesetzt. Was tun ? Gruss aus der CH

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 20.01.2015 um 12:40 Uhr

    Hallo jordan,
    ich fühle mit dir, bin ja selbst Trader. Es bleibt abzuwarten wie die Broker mit Konten im Minus umgehen, bitte diesbezüglich auch uns hier auf dem Laufenden zu halten. Ein "Übungskonto" mit realem Geld gibt es aber schlicht und einfach nicht in der Praxis, da machen die Broker keine Unterschiede. Entscheidend ist wie groß die Positionen waren und ob man sich überhebelt hat oder nicht. Wenn ich die beschriebenen Summen richtig interpretiere, waren Sie ca. mit 1 Lot Long?

  • Richard Fuchs kommentierte am 18.01.2015 um 19:29 Uhr

    Schöne Liste, da sieht man auch, wer gut und wer nicht. IG hat bspw. auf die Nachschusspflicht nicht verzichtet, während andere Broker dies offenbar getan haben.

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 20.01.2015 um 12:42 Uhr

    Hallo Richard,
    anscheinend kommt IG betroffenen Kunden entgegen, wenn diese im Gegenzug ihre Vermögensverhältnisse offen legen. Ein strittiger Punkt, hier werden wir in einigen Tagen schlauer sein.

  • Louis Letch kommentierte am 18.01.2015 um 16:08 Uhr

    Hallo,

    es gibt auch sehr seriöse Broker in Australien mit deutschen Kundenstamm. Wenn Sie diese nicht vergessen würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 20.01.2015 um 12:21 Uhr

    @Louis

    denken Sie dabei an IC Markets? Wir schicken in Kürze eine E-Mail an alle Mitglieder raus, dann sehen wir ja bei welchen Anbietern Kunden tatsächlich betroffen waren.

  • Klaus Vosshenrich kommentierte am 17.01.2015 um 18:18 Uhr

    Sehr geehrter Herr Hinterleitner
    Danke sehr fuer die wirklich interessante Information. Wuerde mich sehr freuen wenn dieses Ereignis irgendwie in eine langfristige Bewertung mit einfliessen wuerde, denn das ist mal ein echter Stresstest...
    Freundliche Gruesse
    Klaus Vosshenrich

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