CFDs vs. Aktien: was ist die bessere Wahl

30.07.2015 - 3 Minuten Lesezeit

Täglicher Handel mit Aktien auch für die kleine Geldbörse ist Dank CFDs schon länger möglich. Verlangt der traditionelle Aktienhandel bei der Hausbank oder über Onlinebroker nach Kapital von 10.000 Euro und aufwärts, um den Kostenanteil überschaubar zu halten, kann man mit CFDs schon ab 100 Euro loslegen. Zur Einkommenssicherung eignen sich solche kleinen Konten natürlich nicht, aber schließlich hat jeder Trader einmal klein angefangen. Und kein anderes Instrument ist so kosteneffizient wie ein CFD, wie ich in diesem Artikel demonstrieren möchte.

An die geringen Kosten kommt schon alleine deshalb kein anderes Instrument heran, da Sie als Mitglied von www.BrokerDeal.de dann noch einmal bis zu 36% der Gebühren zurückerstattet bekommen! Das ist für aktive Trader natürlich ein zusätzlicher unschlagbarer Bonus, den man sich nicht entgehen lassen darf. Nachteile gegenüber einer direkten Kontoeröffnung bei den Brokern gibt es keine, nur weitere Vorteile wie günstigere Trading-Services und Charting-Software.

Jetzt wollen wir uns doch mal ansehen, in welchen Situationen der Aktienhandel via CFDs die Nase vorne hat gegenüber dem echten Aktienkauf, und wo doch die wenigen Nachteile schlagend werden.

Als Berechnungsgrundlage soll uns Volkswagen dienen, die aktuell um 185 Euro zu haben ist.


Der Trader knapp bei Kasse

Dieser kann den echten Aktienhandel eigentlich sofort ausschließen. Nicht unbedingt wegen der Mindesteinlage, die liegt oft auch schon bei den Onlinebrokern unter 1.000€ oder gar bei Null. Aber beim Kauf der Aktien muss nun einmal der volle Preis bezahlt werden. Nehmen wir für unseren Beispieltrader an, dass er 10 Stück der Aktie kauft.

Dann benötigt er alleine schon 1.850€ um den Kauf tätigen zu können. An Kosten über XETRA fallen beim in diesem Fall günstigsten Onlinebroker nun 14,54€ (11,8€ über Tradegate) an für Kauf- und Verkauf, während der CFD-Broker ActivTrades für diesen Trade gerade einmal 2€ verlangt (0,05% vom Ordervolumen bei 1€ Minimum)! Wohlgemerkt zum gleichen börsenechten Spread, und da nur 10% Margin verlangt werden braucht der CFD-Trader dabei nur 185€ zu hinterlegen.

Für diesen Kauf auf Kredit sozusagen werden bei CFDs nun Finanzierungskosten fällig pro Nacht, die man die Aktie im Depot hält. Trader knapp bei Kasse gehören üblicherweise zu den kurzfristigen Anlegern, sagen wir nach 5 Tagen wird die Aktie wieder verkauft. Dann können diese Finanzierungskosten von Libor + 2,5% per anno von gerade einmal 64 Cent praktisch vernachlässigt werden.

Klares Ergebnis-> 1:0 für CFDs


Der professionelle Trader

Nun katapultieren wir uns in eine ganz andere Liga, stellen uns einen Trader vor der sich auf die Aktie spezialisiert hat und 500 Stück davon kurzfristig kauft und wieder verkauft, dabei keine Positionen über Nacht hält.

100 Stück * 185€ = 18.500€ Kapitalbedarf beim Aktienhandel, dagegen nur 1.850€ mit Aktien-CFDs bei 10% Marginanforderung.

Wieder sind CFD-Broker mit nur 0,05% Kommisson pro Trade am Zug, was in Summe für An- und Verkauf Kosten von 18,5 Euro für diesen Roundturn bedeutet. Und 15,72€ fallen dafür beim günstigsten Onlinebroker über XETRA an. Kleiner Vorteil bei den Kosten für Aktien, aber Vorteil für CFDs was den Kapitalbedarf angeht. Ein Unentschieden also.

Ergo: 2:1 für CFDs


Der langfristige Anleger

Auch die Investoren und Positionstrader wollen wir nicht vergessen, um dem Nachteil der Finanzierungskosten bei den CFDs gerecht zu werden. Sagen wir der langfristige Anleger holt sich 50 Stück der Aktie für einen Zeitraum von 6 Monaten in sein Depot.

Wieder haben wir einen Kapitalbedarf von 9.250€ zu 925€ zugunsten der CFDs, bei den Kosten haben Letztere die Nase leicht vorn mit 9,25€ vs. 14,72 über XETRA bzw. 11,8€ Tradegate über Tradegate.

Jetzt würden für diese lange Haltezeit aber noch ca. 115€ an Finanzierungskosten anfallen, die den potentiellen Gewinn natürlich schmälern. Damit geht diese Runde an den Aktienhandel.

2:2, Unentschieden


Fazit

Für Anleger für die Kapital nicht so die Rolle spielt, oder die ihre Positionen länger zu halten beabsichtigen, ist der klassische Aktienhandel zu bevorzugen. Die nicht so tiefen Taschen finden in CFDs ein überzeugendes Vehikel. Zudem ist damit das Shorten von Aktien problemlos möglich, die Gefahr der Nachschusspflicht beim CFD-Trading lässt sich mit ohnehin essentiellem Risikomanagement bannen. Bzw. gibt es laufend mehr Broker, die auf die so verteufelte Nachschusspflicht verzichten.

Sehr wichtig ist jedoch, dass Sie darauf achten, CFD-Broker mit börsenechten Kursen zu wählen. Diese verdienen nicht an einem künstlichen oder geweiteten Spread, sondern nur an den Gebühren, die Kurse werden 1:1 zur Originalbörse gestellt. Mit solchem fairem Beispiel voran schreiten etwa ActivTrades, JFD Brokers, FXFlat, WH Selfinvest oder IG. Nicht zu vergessen Interactive Brokers bzw. CapTrader: hier werden praktisch alle vorhandenen Aktien auch als CFDs angeboten. Was einen früher noch gültigen Nachteil von CFDs negiert, nämlich dass die Palette von zur Verfügung stehender Aktien häufig zu gering war.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Trading,
Michael Hinterleitner

Über den Autor

Michael Hinterleitner

Michael Hinterleitner

Bereits mit 16 der Faszination Börse erlegen, wurde Trading neben dem Studium der Wirtschaftswissenschaften zu seiner Hauptbeschäftigung, seit 2006 ist er auch Redakteur und Trader bei GodmodeTrader.de tätig. Sein Fokus: Swing- und News-Trading mit Aktien. Neben der täglichen spannenden Jagd an den Börsen kam 2011 die Idee zu einem neuen Brokervergleich, der nicht nur einen detaillierten Blick hinter die Kulissen erlaubt, sondern auch handfeste Vorteile für Mitglieder bringt. Als Mitbegründer der Vergleichsplattform BrokerDeal.de hat sich Michael Hinterleitner zum Ziel gesetzt, Licht in den Brokerdschungel zu bringen. Er erklärt, worauf es bei der Brokerwahl ankommt, welcher Anbieter für welche Bedürfnisse Sinn macht, und auf welche Unterschiede man bei den Produkten und der Ausführungsqualität achten sollte.

Kommentare

  • Lorenz kommentierte am 06.02.2016 um 06:46 Uhr

    In Taiwan wurde eine Studie über Gesamtzahl der Day-Trader gemacht. Von 130000 Tradern haben nur 500 einen täglichen Gewinn von 0,2% im Jahresdurschnitt Gewinn tgl. gemacht. Wenn das stimmt, dann frage ich mich, warum dies nicht öffentlich gemacht wird?!

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 06.02.2016 um 20:20 Uhr

    Die Broker gehen mit diesen Zahlen natürlich nicht hausieren, wir haben solche Daten allerdings auch schon mal ausgewertet und aufbereitet, bitte sehr:
    http://www.brokerdeal.de/blog/gehoerst-du-zu-den-11-der-gewinner

  • Andreas Lucks kommentierte am 14.01.2016 um 18:30 Uhr

    Sie haben 2 entscheidene Argumente vergessen:

    Man muß zwar Finanzierungskosten bezahlen, bekommt aber auf das nicht eingesetzte Kapital bei der Bank Zinsen. Die Kosten sind also niedriger
    und
    das Risiko ist kleiner. Gerade bei der VW Aktie hätte man beim CFD gerade die Margin/Guthaben verloren (jedenfalls immer wenn die Nachschußpflicht fehlt) Bei der Direktinvestition wesentlich mehr ...
    Fazit: Wenn man weiß, in was man investiert, ist der CFD Handel weniger risikoreich, als die direkte Investition. Investition 10000 € in Aktien und Crash 20 % = 2000 € Verlust, Beim Cfd Broker: Konto leer, wegen geringer Margin Verlust 100, 200 oder 300 €.

  • Michael Hinterleitner kommentierte am 17.01.2016 um 18:45 Uhr

    Hallo und danke für das Kommentar, interessante Aspekte.

    ad "Zinsen auf das eingesetzte Kapital":
    1. gibt es aktuell keine Zinsen,
    2. liegt die nicht benötigte Margin ja auf dem Depot des CFD-Brokers in der Regel, wofür es ohnehin keine Habenzinsen gibt. Trader die 10.000€ zum traden übrig haben, wegen der Margin aber nur 2.000€ zum Broker überweisen und 8.000€ auf ein Sparkonto legen kenne ich nicht. Ist auch nicht sinnvoll, denn bei positiver Gewinnerwartung handle ich ja gleich viel besser und effektiver mit den ganzen 10.000 Euro, auch auf Margin.

    ad geringeres Risiko:
    ist denke ich in all den Jahren die ich handle das 1. Mal, dass jemand meint CFDs haben ein geringeres Risiko als echte Aktien. Sie haben aber ganz korrekt ein mögliches Beispiel dafür gewählt, sehen wir uns das doch einmal genauer an. Sie meinen ja wohl den 21. September 2015 mit dem Eröffnungsgap von -22€ bei VW. Gehen wir von einem 10.000€-Konto aus, Sie haben 2.000€ oder aufgerundet 13 Aktien im Depot (das entspricht hohen 20% des zur Verfügung stehenden Kapitals, mehr hat mit vernünftigem Moneymanagement absolut nichts am Hut). Das Gap von -22€ kostet diesen Anleger 286 Euro oder 2,86% des Kapitals. Kein Drama.

    Genau das gleiche kostet das Gap auch den CFD-Trader, der 13 CFDs auf VW gehalten hätte. Aber, und hierin liegt die große Gefahr: weil man nur 200€ Margin hinterlegen muss für diese 13 Stück mit CFDs, wird zu oft der Fehler gemacht und viel zu hohe Stückzahlen gekauft. Nehmen wir den Extremfall der Verzehnfachung. Dann braucht dieser Zocker immer noch nur 2.000€ Margin für 130 Stück. Das Gap sind dann aber -2.860 Euro.

    Ich bin in meinem ganzen Traderleben noch nie in einen Margin Call oder gar eine Nachschusspflicht geraten. Wenn man sich an vernünftiges Money- und Risikomanagement hält, bieten CFDs mehr Chancen als Risiken.

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